Elektroauto-Mythen geprüft: 5 Fakten, die du kennen solltest

Elektroauto Mythen
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Zu teuer, nicht alltagstauglich, gefährlich – viele Elektroauto-Mythen halten sich hartnäckig. Wir haben einige Annahmen über E-Autos für euch unter die Lupe genommen.

Elektroautos haben sich bis dato (noch) nicht durchgesetzt. Für 2020 hatte die damalige Bundesregierung das Ziel für eine Million zugelassene Elektrofahrzeuge aufgestellt. Dieses wurde mit nicht mal 600.000 zugelassenen Elektroautos in Deutschland deutlich verfehlt. Der schlechte Ruf der Elektroautos wird durch viele Mythen verstärkt. Wir klären auf, was wirklich stimmt. 

1. Fakt: Elektroautos sind nicht teurer als normale Autos

Es ranken sich viele Mythen um Elektroautos.
Es ranken sich viele Mythen um Elektroautos.
(Foto: CC0 / Pixabay / LeeRosario)

Elektroautos sind in der Anschaffung tatsächlich teurer als Autos, die mit Benzin oder Diesel fahren. Ein neues Elektroauto bekommst du laut ADAC circa ab einem Preis von 20.000 Euro. Viele Modelle kosten allerdings abhängig von der Reichweite und der Ausstattung wesentlich mehr. Einen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor bekommst du neu meist bereits ab circa 8000 Euro. In der Anschaffung kosten E-Autos also tatsächlich viel. Die fortlaufenden Kosten von Elektroautos bewirken jedoch, dass es sich sehr schnell lohne kann. Lies mehr in unserem Ratgeber zum Thema.

Für den Kauf eines E-Autos erhältst du jedoch eine Kaufprämie – den sogenannten Umweltbonus, welcher momentan noch durch die Innovationsprämie verdoppelt wird. Der Staat möchte damit zum Kauf und zur Verbreitung von Elektroautos anregen. Die Innovationsprämie, die während der Coronapandemie ins Leben gerufen wurde, gilt jedoch nur noch bis Ende 2022. Mehr dazu in unserem Ratgeber E-Auto-Förderung 2022 – so kassierst du bis zu 9.000 Euro.

Zusätzlich erhältst du steuerliche Vergünstigungen. Elektroautos laut ADAC vergleichsweise geringe Wartungs- und Betriebskosten.

Wie viele Strom- beziehungsweise Spritkosten du am Ende hast, kommt darauf an, wie und wo du fährst. Innerorts verbrauchen Autos mit Verbrennungsmotoren trotz niedrigen Geschwindigkeiten meist mehr Sprit. Bei Elektroautos steigt aufgrund des Luftwiderstandes der Verbrauch bei höheren Geschwindigkeiten an.

E-Autos mit der richtigen Fahrweise sind auch günstiger. Für eine Strecke von 100 Kilometern zahlst du:

  • bei einem Elektroauto mit einem Verbrauch von 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, bei einem Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde sieben Euro;
  • bei einem Auto mit Verbrennungsmotor mit einem Verbrauch von 6 Litern pro 100 Kilometer sind es bei hohen Spritpreisen mehr als 10 Euro.

Auf lange Sicht fährst du insgesamt also mit einem Elektroauto günstiger. Wenn du dir die Anschaffung dennoch nicht leisten kannst, kannst du auch einfach ein Elektroauto mieten. Hier gibt es mittlerweile viele Anbieter:innen.

2. Elektroautos haben eine geringe Reichweite: Stimmt nicht mehr

Mittlerweile existieren rund 59.000 Ladestationen für Elektroautos in Deutschland.
Mittlerweile existieren rund 59.000 Ladestationen für Elektroautos in Deutschland.
(Foto: CC0 / Pixabay / AKrebs60)

Zu den Mythen rund um Elektroautos zählt auch, dass sie eine geringe Reichweite besäßen. Viele Elektroautos sind mittlerweile in der Lage, Entfernungen von mehr als 400 Kilometern zurückzulegen. Dieser Mythos stimmt also nicht. 

Die konkrete Reichweite eines Elektroautos ist individuell vom Modell abhängig. Eine große Batterie ist reichweitenstärker und langlebiger. Lithium-Ionen-Batterien haben jedoch eine hohe CO2-Bilanz aufgrund der energieaufwendigen Produktion und der Verwendung knapper Rohstoffe. Deshalb solltest du abwägen, inwieweit du wirklich eine große Batterie benötigst – oder ob doch eine kleine Batterie mit besserer Ökobilanz ausreicht. Mehr Infos dazu in unserem Beitrag Elektroautos: Wie stark belasten die Batterien die E-Auto-Ökobilanz?

Ein Elektroauto mit kleinerer Batterie und damit geringerer Reichweite reicht meist für den Alltag aus. Mittlerweile existieren nämlich laut ADAC über 60.000 Ladestationen in Deutschland, an denen du dein Elektroauto aufladen kannst. Problematisch ist hierbei für dich nur, dass Preise und Bedienung der Elektroauto-Ladestationen variieren können. Hierfür ist es also notwendig, dass du dich etwas mit den verschiedenen Anbieter:innen auseinandersetzt und deine Fahrten gut organisierst. Für weitere Tipps, lies unseren Artikel zum Thema „E-Auto laden„.

3. Zu viele verschiedene Stecker? Falsch

In Europa hat sich der CCS-Standard für Stecker von Elektroautos durchgesetzt.
In Europa hat sich der CCS-Standard für Stecker von Elektroautos durchgesetzt.
(Foto: CC0 / Pixabay / stux)

Mittlerweile hat sich in Europa der Combined Charging Standard (CCS) Anschluss durchgesetzt. Hierbei handelt es sich um einen Kombinationsstecker, der für Elektroautos mit AC-Wechselstrom (für den Stecker oder die sogenannte Wallbox) und für DC-Gleichstrom (High Power Charging) geeignet ist. Der Unterschied ist, dass das Aufladen an AC-Stationen länger dauert als an DC-Stationen. Wie lange ein Elektroauto lädt, ist jedoch individuell vom Modell abhängig.

Übrigens: Du kannst mit einem Elektroauto auch unbesorgt in den Urlaub fahren. Denn auch im Ausland gibt es CCS-Ladestationen. Du solltest dich jedoch vorher informieren, wo sich die nächsten Ladesäulen in deinem Urlaubsort befinden.

4. E-Auto-Fakt: Elektroautos sind nicht gefährlicher

Elektroautos sind genauso gefährlich wie Kraftstofffahrzeuge.
Elektroautos sind genauso gefährlich wie Kraftstofffahrzeuge.
(Foto: CC0 / Pixabay / vainodesositis)

Bis dato gibt es noch keine offiziellen Statistiken zu Bränden von Elektroautos. Wenn jedoch mal ein Elektroauto brennt, wäre es möglich, dass das verstärkt wahrgenommen wird als ein Brand bei einem gewöhnlichen Verbrenner, weil über Elektroautos noch mehr Unwissen herrscht. Auch in anderer Hinsicht kommt es bei E-Autos zu einer selektiven Wahrnehmung, die sie viele Menschen als weniger geeignet wahrnehmen lässt, als sie es tatsächlich sind. Lies mehr dazu in „Mentale Blockade“: Der Grund, warum so wenige E-Autos kaufen?

Alle Elektroautos müssen einen erforderlichen Sicherheitsstandard erfüllen und verfügen demnach über einen eigensicheren Stromkreis. Das bedeutet, dass sich eine defekte Batterie automatisch von allen Hochvoltkomponenten im Auto trennt.

Die Selbstentzündung eines Elektroautos findet laut ADAC sehr selten statt.

Defizite in der Herstellung, ein unsachgemäßer Umgang mit der Batterie oder eine allgemein fehlerhafte Handhabung sind laut Deutschem Feuerwehrverband die häufigsten Gefahrenursachen. Ein Brand kommt zustande durch:

  • eine mechanische Beschädigung: Diese wird meist durch einen Unfall und die damit verbundenen Erschütterungen verursacht. Ein Beispiel hierfür ist ein innerer Kurzschluss.
  • eine thermische Belastung: Hierbei überhitzt das Auto stark, beispielsweise in Folge eines Brandes. Der sogenannte „thermal runaway“ bezeichnet, wenn die Autobatterie thermisch durchgeht. Hier muss die Feuerwehr mit besonders viel Wasser löschen, um das überhitzte Fahrzeug zu kühlen.
  • eine elektrische Belastung: Hier kann es durch elektronische Abnutzungsschäden zu einer Überladung kommen.

Laut der Risikoeinschätzung für Lithium-Ionen Speichermedien geht von Elektroautos im Vergleich zu gängigen Kraftstofffahrzeugen jedoch eine vergleichbare Gefahr in Hinblick auf Fahrzeugbrände aus. Versuche der Feuerwehr haben gezeigt, dass meist verbaute Kunststoffkomponenten Auslöser für eine verstärkte Rauch- und Wärmeentwicklung sind – unabhängig von der Fahrzeugart.

5. Elektroauto zu fahren macht keinen Spaß? Doch!

Es ist zuerst ungewohnt, ein Elektroauto zu fahren.
Es ist zuerst ungewohnt, ein Elektroauto zu fahren.
(Foto: CC0 / Pixabay / capitalstreet_fx06)

Zu den Elektroauto-Mythen gehört auch, dass du weniger Fahrspaß haben sollst. Selbstverständlich ist es für dich erstmal anders und ungewohnt, mit einem Elektroauto zu fahren. Vor allem, weil du keine Motorengeräusche hörst. Das bedeutet aber nicht, dass es keinen Spaß macht. Denn Elektroautos können dafür extrem schnell beschleunigen.

Bei einem Elektroauto hängt das Fahrerlebnis außerdem sehr stark von der Software ab. Hersteller versuchen aber, das Verhalten an einen Verbrenner anzupassen, um den Umstieg zu erleichtern.

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