Rosmarin schneiden, pflegen, vermehren und überwintern

Foto: CC0 / Pixabay / Samueles

Rosmarin ist genügsam, trotzdem musst du ihn pflegen, schneiden und richtig überwintern. Wenn du ein paar grundlegende Dinge beachtest, wächst Rosmarin auch bei dir.

Rosmarin stammt ursprünglich aus den kargen Kalkgebirgen im Mittelmeerraum. Diese Bedingungen benötigt Rosmarin auch in unseren nördlichen Breitengraden, um gut zu wachsen.

Standort:

  • Der Rosmarin braucht volle Sonne, selbst ein Platz im Halbschatten ist schon zu dunkel.
  • Sonnige Balkone und Terrassen sind ideale Standorten.
  • In der Wohnung kann der Rosmarin an einem sonnigen Platz stehen. 

Gießen

  • Rosmarin kann auch lange trockene Zeiten zu überstehen, daher brauchst du nur wenig gießen.
  • Steht dein Rosmarin draußen im Topf, brauchst du ihn nur bei längerer Trockenheit etwas gießen.
  • Die Wurzeln vertragen keine Staunässe, sie faulen und der Rosmarin verkümmert.
  • Wenn dein Rosmarin die Nadeln verliert und die Zweige hängen lässt, greif nicht gleich zur Gießkanne. Schau erst nach, ob nicht zu viel Wasser die Ursache ist.

Düngen:

  • Die Pflanze ist optimal an karge Böden angepasst. Sie braucht nur ein Mal im Jahr etwas Dünger.
  • Im Frühjahr düngst du ihn mit etwas organischen Dünger wie Kompost oder Hornspäne. Zusätzlich kannst du noch etwas Kalkmehl ausstreuen und locker in die Erde ein hacken.

Tipp: Du kannst Regenwasser in einer Kanne mit Eierschalen sammeln. Das Wasser löst den Kalk aus der Schale. So erhalten deine mediterranen Kräuter noch eine Portion extra Kalk mit dem Gießwasser. 

Rosmarin anpflanzen: am besten in kalkhaltiger Erde

Rosmarin im Tonkübel
Rosmarin im Tonkübel
(Foto: Martina Naumann/Utopia)

Wenn du Rosmarin anpflanzt, sollte die Erde leicht alkalisch und durchlässig sein. Du kannst Blumenerde mit etwas Sand und kleinen Kieseln mischen, dadurch kann das Wasser gut ablaufen und die Erde verhärtet nicht.

Tipp: Du kannst auch oben auf die Erde eine Schicht Kiesel legen, dadurch strahlt die Sonne ab und wärmt den Rosmarin. Außerdem hast du weniger mit Unkraut im Topf zu kämpfen.

Einen neuen Rosmarin solltest du gleich aus dem Plastiktopf in einen Tontopf umpflanzen. Der Ton ist porös und so kann das Wasser verdunsten. So beugst du Staunässe vor.

Du kannst Rosmarin nach den Eisheiligen auch mit samt des Kübels im Garten eingraben und Anfang Oktober wieder ins Winterquartier stellen. Im Steingarten oder im Kräuterbeet wächst Rosmarin gut neben Thymian, Salbei und Lavendel. Zwischen die Pflanzen kannst du Kalksteine legen, das bringt noch mehr mediterranes Flair in deinen Garten und tut den Pflanzen gut.

Den Rosmarin überwintern

Rosmarin überwinterst du in kühlen und hellen Räumen
Rosmarin überwinterst du in kühlen und hellen Räumen
(Foto: Martina Naumann/utopia)

Mit Ausnahme weniger milder Gebiete ist der Winter in Deutschland zu kalt, um den Rosmarin im Garten zu lassen. Er verträgt nur kurzfristig Frost. Am besten pflanzt du Rosmarin in einen Kübel. Mit dem Kübel kannst du ihn leichter in ein geschütztes Winterquartier stellen.

Ideal zum Überwintern ist ein kühler, heller Raum.

  • Das kann ein Treppenhaus oder ein anderes ungeheiztes Zimmer sein.
  • Je kühler das Winterquartier ist, umso weniger solltest du den Rosmarin gießen.

Auf einem geschützten Balkon kannst du den Rosmarin fast den ganzen Winter draußen lassen.

  • Im Oktober stellst du den Topf in einen Jutesack und füllst diesen mit altem Zeitungspapier rund um den Topf auf. Die Luft zwischen dem Papier isoliert und schützt so die Wurzeln vor Frost.
  • Lege einige Holzscheiben unter den Topf, so dass er nicht direkt auf dem kalten Boden steht.
  • Die Rosmarinzweige vertragen keinen frostigen Wind. Schnee dagegen ist weniger problematisch. Stecke einige Tannenzweige als Windschutz um den Rosmarin.
  • Sinken die Temperaturen unter minus fünf Grad, bringst du den Rosmarin besser ins Haus.

Wenn du nur einen dunklen Kellerplatz hast, sollten die Temperatur etwa bei 10 Grad liegen.

  • Der Rosmarin braucht hier etwa ein Mal pro Woche Wasser.
  • Dabei kannst du auch kontrollieren, ob sich Schädlinge eingenistet haben. Generell ist Rosmarin sehr robust gegen Schädlinge, aber im dunklen Winterquartier können sich Schildläuse oder Spinnmilben festsetzen. Das erkennst du an einem klebrigen Belag auf den Zweigen und am Boden um dem Topf.

Rosmarin schneiden – der Verjüngungsschnitt im Frühjahr

Wilder Rosmarin mit holzigen Ästen
Wilder Rosmarin mit holzigen Ästen
(Foto: Martina Naumann/Utopia)

Rosmarin zählen Botaniker zu den Halbstäuchern. Seine Zweige sind im unteren Bereich holzige, die oberen frischen Triebe sind weich. Die bekanntesten Sorten wachsen aufrecht. Es gibt auch kriechende Sorten mit überhängenden Zweigen. Der Rosmarin blüht fast das ganze Jahr und ist eine Futterquelle für Bienen.

Eigentlich erledigst du mit der regelmäßigen Ernte schon die meiste Arbeit. Du kannst Rosmarin problemlos trocknen und so haltbar für den Winter machen.

  • Schneide mit einem scharfen Messer oder Gartenschere die Zweige oberhalb des verholzten Bereichs ab.
  • Schneide gleichmäßig von allen Seiten und der Mitte des Busches. So behält dein Rosmarin die schöne Form.

Im Frühjahr scheidest du einmal kräftig die Zweige herunter.

  • Etwa zwei fingerbreit über den verholzten Bereichen schneidest du alle Triebe ab.
  • Die Wachstumsknospen sitzen nur an den weichen Zweigen.
  • Daraus treibt der Rosmarin wieder frische Triebe aus. So verhinderst du, dass der Busch in die Höhe wächst.

Durch diesen Verjüngungsschnitt bleibt der Rosmarin in Form für den Topf. Wilde Rosmarinbüsche wachsen bis zu zwei Meter hoch und sind an den holzigen Ästen kahl. 

Rosmarin vermehren – klappt mit Steckling

Mit einem Steckling vermehrst du Rosmarin am einfachsten
Mit einem Steckling vermehrst du Rosmarin am einfachsten
(Foto: CC0/pixabay/Devanath)

Es gibt Rosmarin-Samen im Handel. Doch diese Methode ist sehr aufwendig, weil Rosmarin sehr langsam und unzuverlässig keimt.

Die gängigste Methode zur Vermehrung ist durch Kopfstecklinge.

  • Als Steckling scheidest du einen Zweig aus dem weichen Wachstumsbereich ab.
  • Nimm dazu ein scharfes Messer und schneide nicht zu knapp über dem holzigen Bereich.
  • Der Steckling sollte etwa fünf Zentimeter lang sein.
  • Entferne vorsichtig die unteren Nadeln, etwa daumenbreit.
  • Mit diesem Ende setzt du den Steckling in humusreiche Erde in einen Tontopf.
  • Am besten nimmst du Anzuchterde oder Kräutererde und mischt Sand dazu.
  • Die Töpfe stellst du an einen warmen Platz.
  • Die Erde sollte immer feucht sein, aber nicht nass.
  • Die Wurzeln müssen sich jetzt aus dem Zweig heraus neu bilden.
  • Sobald neue Nadeln an den obersten Spitzen heraus wachsen, weißt du dass sich die Wurzeln gebildet haben.
  • Jetzt kannst du den Steckling in einen größeren Topf umpflanzen.

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