Tag der Erde: So veränderst du nicht nur am Earth Day dein Leben

Bild: Public Domain / NASA / John McConnell

Der Tag der Erde ist ein guter Tag: Am Earth Day könnten wir nämlich endlich anfangen, unser Leben zu verändern – und aufhören, absurden Unsinn zu konsumieren. Hier ein paar Tipps zum Jetzt-Sofort-Durchstarten.

Am 22. April findet alljährlich der Tag der Erde (Earth Day) statt. An dem internationalen Aktionstag geht es darum, ein Bewusstsein für einen umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstil zu schaffen und für Umweltprobleme zu sensibilisieren. Während der internationale Earth Day dieses Jahr unter dem Motto „End Plastic Pollution“ („Plastikverschmutzung stoppen“) steht, dreht sich der deutsche Ableger um den Leitsatz „Nachhaltige Mobilität hat Zukunft – Tempo für die lebenswerte Verkehrswende“. Beides sind Themen, die für die Zukunft unseres Planeten extrem wichtig sind.

Ganz unabhängig vom diesjährigen Motto finden wir aber: Veränderung muss man selbst in die Hand nehmen. Warum nicht am symbolischen Tag der Erde damit anfangen? Wir haben Vorschläge gesammelt, wie du ab jetzt dein Leben bewusster gestalten kannst.

Hier unsere Vorschläge:

1. Jetzt Schädliches aus deinem Alltag verbannen

Einfacher gesagt als getan, aber man muß ja auch nicht alles auf einmal schaffen. Du könntest im ersten Schritt Atomkraft aus deinem Leben streichen – und auf Ökostrom umstellen. Du könntest auf Billig-Mode verzichten und dir nachhaltige Labels ansehen. Du könntest Billig-Brot meiden und Coffee-to-go-Becher weiträumig umgehen. Statt Frust im Büro zu haben könntest du dir einen Job mit Sinn suchen. Der Tag der Erde ist ein Tag, an dem 10 Dinge aus deinem Alltag verschwinden könnten.

2. Jetzt bessere Produkte einkaufen

Viele Konsumenten kaufen gerne prominente Marken, weil sie dank cleverer Werbung nur ihre beste Seite kennen. Sieht man genauer hin, beginnt der Glanz vieler Produkte schnell zu verblassen. Lass dich nicht von großen Namen einlullen – wir zeigen dir bessere Alternativen: 13 Produkte, die du nicht mehr kaufst, wenn du weißt, was sie anrichten.

3. Jetzt Plastik reduzieren

Plastik ist nützlich und daher inzwischen nahezu überall – zugleich ist es ein Umweltproblem, das immer dramatischere Formen annimmt. Am Tag der Erde könntest du mal einen Versuch starten, vom Plastik wegzukommen. Ganz wird das kaum gelingen, aber Kunststoff im Alltag zu reduzieren ist gar nicht so schwierig. Schau dir zum Beispiel einfach mal an, was Unverpackt-Läden zu bieten haben.

Hier unsere 14 Tipps für ein plastikfreies Leben, die jeder umsetzen kann.

Nachhaltig einkaufen mit Stoffbeutel
Auf Plastik im Alltag zu verzichten ist gar nicht so schwer. (Foto: Utopia/vs)

4. Jetzt klügere Marken wählen

Als Konsument haben wir die Wahl: Die Nachfrage bestimmt den Markt, jeder Kassenzettel ist ein Stimmzettel für Marken und Produkte. Wir zeigen dir 10 nachhaltige Alternativen zu Markenprodukten.

5. Jetzt aufhören, absurde Dinge zu konsumieren

Wir sind Konsumenten – das ist eben so. Das bedeutet aber nicht, dass wir gezwungen sind, Unsinn zu konsumieren oder verschwenderische Verbraucher zu sein. Und doch kaufen wir jede Menge Mist: Kaffee in Kapseln, obwohl der teuer ist; Fertigsalat in Tüten, obwohl der oft verkeimt ist (und Vitamine drin fehlen); Obstbrei im Quetschbeutel, obwohl der teuer und ungesund ist zum Beispiel.

Hier sind 9 Dinge, die wir kaufen, obwohl sie eigentlich völlig absurd sind:

6. Jetzt dein Leben nachhaltig verändern

Den Earth Day könntest du zum Anlass nehmen, damit anzufangen, dein Leben nachhaltiger zu gestalten. Das geht auf vielerlei Arten, nicht alle davon liegen auf der Hand. Mal über solidarische Landwirtschaft informiert, ein Repair Café besucht oder über deinen E-Mail-Anbieter nachgedacht? 10 ausgefallenen Dinge, die dein Leben nachhaltig verändern.

7. Jetzt im Supermarkt schlauer einkaufen

Jeder von uns geht in den Supermarkt. Die gibt es in verschiedener Qualität, in verschiedenen Preissegmenten, mit mehr oder weniger guten Konzepten. Wir sagen: In jedem Supermarkt kann man auch etwas schlauer einkaufen – wenn man ein paar Kniffe draufhat, weniger Plastik mitkauft, die „guten“ Regale sucht, die Herkunft prüft und vieles mehr – wir finden: Diese 11 Supermarkt-Tricks sollte jeder kennen.

8. Jetzt Lebensmittelverschwendung reduzieren

In welchem Ausmaß wir Lebensmittelverschwendung betreiben, ist den meisten von uns gar nicht bewusst. Es beginnt auf dem Feld, wenn „krummes Gemüse“ einfach weggeworfen wird, weil es nicht schön genug ist für den Handel. Es geht weiter im Supermarkt und endet noch lange nicht in den Restaurants, in denen oft viel auf dem Teller liegen bleibt. Aber wir alle können etwas tun – lies dazu unsere 10 Tipps für weniger Essen im Müll.

Weniger Lebensmittelverschwendung
Wir alle können etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. (Foto: madochab / photocase.de)

9. Jetzt weniger Palmöl konsumieren

Extrem viele Produkte unseres Alltags enthalten Palmöl. Es ist für die Unternehmen gut zu verarbeiten, billig zu beziehen und versteckt sich hinter zahlreichen Bezeichnungen – es steckt in Schokolade genauso wie in Fertigpizza, Kerzen, Reinigungsmitteln oder Diesel. Für die Palmölproduktion wird aber oft Regenwald vernichtet. (Konventionelle) Süßigkeiten, Fertiggerichte und Fertigprodukte so weit wie möglich zu meiden, ist bereits ein wichtiger Schritt.

Hier sind 12 beliebte Produkte mit Palmöl und gute Alternativen.

10. Jetzt anfangen

Ja, mehr braucht es nicht: jetzt anfangen. Wir haben hier eine ganze Menge Tipps versammelt. Irgendeiner davon wird sich doch im April noch umsetzen lassen, oder? Der nächste dann im Mai – und schon sind die ersten Schritte getan. Am Geld soll es nicht scheitern: Nachhaltiger Konsum muß nämlich nicht teuer sein. Hier sind 12 Tipps für nachhaltigen Konsum mit wenig Geld.

Ein paar Fakten zum Tag der Erde

Hierzulande eher unbekannt, ist der „Earth Day“ in den Vereinigten Staaten recht populär – und zwar aus ziemlich überraschenden Gründen. 1970 rief den Aktionstag der US-Senator Gaylord Nelson ins Leben, damit Schulen und Universitäten wenigstens an einem Tag des Jahres die Zukunft der Erde im Mittelpunkt den Mittelpunkt stellen. Damals hatte die globale Umweltschutzbewegung ihre erste Welle, 1972 zum Beispiel erschien beispielsweise der erste Bericht des Club of Rome.

Selbst George Bush unterstützte den Earth Day

Der Tag der Erde wurde schnell zu einem relativ festen Datum in den USA. Überraschenderweise machte ausgerechnet der republikanische US-Präsident George Bush den 22. April offiziell, indem er die „Earth Day Proclamation“ unterschrieb. Das steigerte die Popularität des Umwelttages erneut, vor allem in Nordamerika. Dort hat der Earth Day noch heute einen großen Stellenwert und dient Umweltaktivisten dazu, die Aufmerksamkeit auf wichtige Themen wie Nachhaltigkeit zu richten.

Twitter: #EarthDay oder #TagDerErde

Mit den Twitter-Hashtags #EarthDay kann man auf Twitter gut Aktionen verfolgen – oder auch einfach interessante Tweets finden.

Tag der Erde
Bitte nicht kaputt machen! (Montage: Utopia, Erde: NASA/PD)

Tag der Erde in Deutschland

In Deutschland wird der Tag der Erde traditionell eher übersehen. Vielleicht ist er zu nordamerikanisch, vielleicht erfordert er zu viel Eigeninitiative, auch sind wir wohl einfach nicht für solche Aktionstage zu haben. Eine zentrale Datenbank fehlt, wie zeigen einige Aktionen: Für Deutschland interessant ist die Website www.earthday.de, die einige Informationen bereithält. In Kassel fasst die Website tag-der-erde.net Aktionen zusammen.

Earth Day 2019: es geht um Artenschutz und Vielfalt

Der internationale Earth Day steht 2019 unter dem Motto „save our species“, das deutsche Motte lautet entsprechend: „Rettet die Arten“ – angesichts des weltweiten Artensterbens ein sehr sinnvoller Leitsatz, der hoffentlich noch stärker auf dessen lebensbedrohliche Auswirkunge aufmerksam macht.

Der Mother Earth Day der UN

Die UN begeht den 22. April seit 2009 als „Mother Earth Day“ und ruft alle Mitgliedsstaaten auf, mitzumachen.

Events zum Earth Day

Auf der Website www.earthday.net finden internationale Aktivisten interessante Aktionen in ihrer Nähe, denen sie sich ganz unkompliziert anschließen können. Vieles findet naturgemäß in den USA statt, es gibt aber auch Aktionen in anderen Ländern. Hinter der Seite steht das Earth Day Network, letztlich kaum mehr als ein Gruppe von Freiwilligen.

Seit 2001 produziert Google ein Earth-Day-Doodle

„Doodle“ nennt man das Bild, das Google über dem Suchschlitz anzeigt. Mit dem eigens entworfenen Bild, das immer öfter auch eine Animation ist, macht Google auf verschiedenste Jahrestage aufmerksam. Seit 2001 gibt es für jeden Earth Day ein neues Google Doodle. Wer alle Bilder mal sehen will, hier die Liste aller Doodles.

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(3) Kommentare

  1. Mir fehlt unter den Tipps:statt Google http://www.ecosia.org verwenden,da werden Bäume in Peru, Madagascar und Burkina Faso gepflanzt,ohne Kosten nur original ein Mausklick nämlich Suchengine umstellen!Alle Projekte sind gelistet sogar welche Bäume angepflanzt werden!

  2. Zu dem hier angesprochenen Thema passt mein neuer Songtext, den ich auf das Lied „Augen zu und durch“ (von Wolfgang Petry) verfasst und heute nochmals ergänzt habe. Mein Titel heißt „Wach doch endlich auf“. Hier ein Auszug daraus:

    Wir konsumieren zuviel,
    als sei das alles ein Spiel.
    Selten denkt man daran,
    was daraus folgen kann,
    das bringt am Ende nicht viel.

    In einem Teufelskreislauf
    hört das alles nicht auf.
    Denn „verändern“ fällt schwer
    und „verzichten“ noch mehr,
    so pfeift man gerne darauf.

    Wach doch endlich auf,
    denn es ist fatal,
    der Mensch hat immer eine Wahl.
    Wir sollten so vieles noch ändern,
    doch beginnen wir erst mal.

    Mach die Augen auf
    und du kannst es sehn
    und bleib nicht auf der Stelle stehn.
    Wir können so nicht weitermachen
    und die Folgen übersehn.

    Unser Müllproblem geht uns alle an,
    denn eines Tages irgendwann,
    da geht die Welt daran zugrunde
    und wir sind alle schuld daran.

    Diese Aussicht ist ganz und gar nicht schön
    und die Wahrheit ist unangenehm.
    Dass den Planeten wir zerstören,
    wollen wir nicht gerne sehn.

    Unternehmen, Staat, nicht zuletzt auch wir
    sind alle letzten Endes hier
    nun zum Handeln aufgerufen
    für unsre Umwelt, Mensch und Tier.

    Der vollständige Text befindet sich auf der folgenden Seite:
    https://community.utopia.de/foren/thema/neuer-songtext-wach-doch-endlich-auf/#post-3263

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