13 Produkte, die du nicht mehr kaufst, wenn du weißt, was sie anrichten

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Fotos: Utopia

Viele Konsumenten kaufen gerne prominente Marken, weil sie dank cleverer Werbung nur ihre beste Seite kennen. Sieht man genauer hin, beginnt der Glanz vieler Produkte schnell zu verblassen. Lass dich nicht von großen Namen einlullen – wir zeigen dir bessere Alternativen!

1. Problematisches Palmöl

Palmöl Alternativen
Etwa jedes zweite Supermarktprodukt enthält Palmöl. (Fotos: alnatur; speick; Utopia)

Palmöl steckt in extrem vielen Produkten, z.B. in Pflege- und Reinigungsprodukten, Fertiglebensmitteln oder Süßigkeiten. Für den Anbau von Ölpalmen wird vor allem in Asien massiv Regenwald abgeholzt.

Die meisten Duschgels enthalten Palmöl. Das Speick Organic 3.0 Duschgel** ist vegan und palmölfrei. „Besseres“, weil Bio-zertifiziertes Palmöl verwenden zum Beispiel Alterra (Rossmann), Logona und Sante.

Auch in vielen Fertiggerichten steckt – neben ungesunden Zusatzstoffen – Palmöl. Wenn es mal schnell gehen soll, ist die Tomatensuppe von Alnatura palmölfrei, Alnatura verwendet sonst ausschließlich Bio-Palmöl.

Übrigens: Knorr- und Dove-Mutterkonzern Unilever behauptet, Palmöl aus nachhaltigem Anbau beziehen zu wollen – aber erst ab 2019.

Hier zeigen wir 12 beliebte Produkt mit Palmöl – und gute Alternativen

2. Kosmetik mit Mikroplastik

Mikroplastik Alternativen
Naturkosmetik ist immer frei von Mikroplastik. (Mikroplastik Fotos: eco cosmetics; weleda; Utopia)

Extrem viele konventionelle Pflege- und Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik. Ein Großteil der winzigen Kunststoff-Partikel gelangt mit dem Abwasser in die Umwelt. Dort verseucht das schwer abbaubare Plastik Gewässer, wird von Tieren gefressen und reichert sich in den Böden an – die Schäden sind unabsehbar.

In herkömmlichen Sonnenschutzmitteln steckt oft Plastik, meist in flüssiger oder gel-artiger Form. In der Sonnenmilch „Schutz & Pflege“ von Nivea z.B. wird der Kunststoff „Acrylate Crosspolymer“ verwendet – und außerdem Nanopartikel, umstrittene UV-Filter und fragwürdige Duftstoffe. Bei Öko-Test fiel die Nivea Sonnencreme 2012 durch. Seitdem hat sich die Rezeptur geändert, aber kaum verbessert.

Bio-Sonnencreme mit mineralischem Filter, wie zum Beispiel die von ECO Cosmetics (zu kaufen im Bioladen oder z.B.** bei EccoVerde, Najoba) kommt ohne Kunststoffe, chemische UV-Filter und andere bedenkliche Inhaltsstoffe aus: Die besten mineralischen Sonnencremes 

Auch viele Duschgels, wie z.B. die Balea Cremedusche enthalten Mikroplastik (hier „Acrylates Copolymer“ und „Polyquaternium-7“). Alternativen gibt es von praktisch allen Naturkosmetik-Herstellern; in unserer Bestenliste besonders gut bewertet ist das Weleda-Duschgel (zu kaufen im Drogeriemarkt oder z.B.** bei Avocado Store, EccoVerde, BioNaturel, Amazon)

3. Wasser in Plastikflaschen

Wasser Plastik
Leitungswasser statt Plastikflaschen (Fotos: utopia)

Einweg-PET-Flaschen bringen wir meist brav zurück zum Pfandautomaten – kein Problem also? Das ist leider ein verbreiteter Irrglaube. Denn nach einer einzigen Benutzung werden die Flaschen geschreddert, eingeschmolzen und schließlich zu neuem Kunststoff verarbeitet. Das ist nicht nur absurd, sondern auch ein extrem energieaufwendiger Prozess.

Leider wird der Großteil der neuen PET-Flaschen nicht, anders als man man meinen könnte, aus recyceltem Material hergestellt, sondern nur etwa 25 Prozent. Für die Produktion der meisten Flaschen wird darum trotz aufwendigen Recyclings Erdöl benötigt, das zudem ein äußerst umweltproblematischer Rohstoff ist.

Noch absurder wird die Situation, wenn man die zugehörigen Zahlen liest: Laut Deutscher Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich zwei Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht, das sind rund 46 Millionen Stück am Tag. Ein Wort: Irrsinn! Dabei haben wir die fast kostenlose, bequeme und gesundheitlich unbedenkliche Alternative zuhause: Leitungswasser.

Hier findest du die besten Trinkflaschen für unterwegs

4. Honig vom anderen Ende der Welt

Honig Alternative
Honig aus Übersee braucht wirklich niemand. (Fotos: Colourbox.de; Utopia )

Im Supermarkt findet man sehr oft Honig aus Südamerika und anderen weit entfernten Ländern – auch mit Bio-Siegel. Die weiten Transportwege belasten Umwelt und Klima, zudem sind die Haltungsbedingungen für Honigbienen dort oft weniger gut als hierzulande.

Dabei gibt es genügend regionalen Honig. In Deutschland hergestellter Honig stammt fast immer von Hobby-Imkern – bestimmt gibt es auch in deiner Nähe Möglichkeiten, regionalen Honig zu kaufen, z.B. auf Wochenmärkten oder über NearBees.

5. Billigbrot

Brot
Brot vom Handwerksbäcker statt plastikverpacktes Industrie-Brot! (Fotos: © Janis Smits, Mara Zemgaliete - Fotolia.com )

Die Geschichte ist schnell erzählt: Jeden Tag muss in Deutschland eine Bäckerei für immer schließen, weil wir lieber industriell hergestelltes Billigbrot aus dem Supermarkt oder Backshop kaufen. Darum liegt es auch an uns wie die Geschichte ausgeht: Unterstützt die echten Bäcker, sonst wird eine jahrtausendealte Handwerkskunst bald aussterben!

Mehr: So erkennst du wirklich gutes Brot

6. Fleischprodukte aus industrieller Tierhaltung

Bruzzler
Bitte kein konventionelles Fleisch auf den Grill legen! (Fotos: alberts; taifun; Utopia )

Wiesenhof hat sich aufgrund grausamer Tierhaltungsbedingungen einen besonders schlechten Ruf gemacht, das heißt aber nicht, dass andere Hersteller besser sind. (Billig-)Fleisch aus konventioneller Tierhaltung sollte grundsätzlich keine Option sein, weder beim Grillen, noch sonst wo.

Besser ist: wenig und Bio essen – oder auch mal fleischlose Alternativen auf den Grill legen, z.B. von Alberts (gibt’s im Bioladen oder z.B.** bei: Vekoop, Iloveveggie) oder Taifun**.

Hier zeigen wir die 10 leckersten veganen Grillwürste.

Mehr: Tipps zum vegetarischen Grillen

7. Konventioneller Kaffee

Kaffee Alterative
Fair gehandelten Kaffee bekommt man längst überall. (Fotos: Rewe; Coffee Circle; Utopia)

Kinderarbeit, Hungerlöhne, unzumutbare Arbeitsbedingungen – Ausbeutung ist im Kaffeeanbau nach wie vor alltäglich. Das betrifft nicht nur Billig-Kaffee, sondern auch beliebte Marken wie Illy oder Dallmayer.

Unterstütze mit deinem Geld lieber Unternehmen, die es besser machen: Eine gute Möglichkeit dafür ist Kaffee mit Fairtrade-Siegel – den gibt es inzwischen fast überall (z. B bei Rewe**). Oder: Kaffee von kleinen Initiativen, die direkt und fair vom Erzeuger beziehen, wie z.B. Coffee Circle** aus Berlin.

8. Unfaire Milch

Milch
Auch bei Milch ist Bio & Fair besser. (Fotos Molkerei Berchtesgadener Land; Aldi Süd; Utopia )

Ausbeutung und Dumpingpreise gibt es nicht nur am anderen Ende Welt. Ein drastisches Beispiel ist der Milchpreis. Um die 30 Cent erhält ein Milchbauer für einen Liter Milch – ob die Milch anschließend als Discounter – oder Markenprodukt verkauft wird, macht dabei kaum einen Unterschied. Wie aber ist es möglich, so günstig zu produzieren? Mit nicht artgerechter Tierhaltung, in der die Tiere leiden, mit billigem Futter und geringen Gehältern.

Besser ist es, Bio-Milch zu kaufen. Diese gewährleistet einen besseren Umgang mit Milchkühen, Bio-Tierhaltung ist zudem umweltschonender und meist auch für den Verbraucher gesünder als die konventionelle Landwirtschaft.

Zwar wird Bio-Milch oft fairer gehandelt als konventionelle, eine fairer Abnahmepreis ist aber nicht automatisch gewährleistet. Dafür musst du Milch mit zusätzlichen Zertifikaten kaufen. Empfehlenswert ist z.B. das „Naturland-Fair-Siegel“. Mehr dazu: Faire Milch kaufen

9. Konventionelle Shampoos

Shampoo
Bio-Shampoos sind frei von Silikonen – und Haarseife plastikfrei. (Fotos: alverde; Savion; Utopia)

Viele Shampoos enthalten bedenkliche Chemiecocktails aus Inhaltsstoffen, die der Gesundheit und/oder der Umwelt schaden können oder sogar noch kaum erforscht sind.

Bei Öko-Test fielen 2016 mehrere Shampoos durch, z.B. das „Garnier Fructis Oil Repair 3“ – wegen gesundheitsschädlicher Duftstoffe und PEG-Derivate, außerdem enthält es, wie viele andere Shampoos auch, Silikone, Mineralölbestandteile und Mikroplastik.

Zertifizierte Naturkosmetik basiert auf natürlichen Inhaltsstoffen; erdölbasierte Substanzen, Silikone und synthetische Duftstoffe sind verboten. Das Alverde Nutri-Care Shampoo beispielsweise schnitt bei Öko-Test „sehr gut“ ab.

Mehr: die besten Bio-Shampoos ohne Silikone

Eine Alternative ohne Plastikverpackung sind Haarseifen, z.B. von Savion (gibt’s in Unverpackt-Läden, Naturkosmetikgeschäften, online z.B. im Savion-Onlineshop, bei Amazon**), Manna Naturkosmetik, Wolkenseifen oder Sauberkunst.

10. Unnötige Plastikverpackungen

Gemuese Plastik
Schluss mit unnötigen Plastikverpackungen! (Fotos: Utopia )

Es ist schon absurd, dass wir ausgerechnet aus einem Material, das praktisch ewig bestehen bleibt, Wegwerfprodukte fertigen. Einen Großteil der Plastikverpackungen und –tüten nutzen wir nur für wenige Minuten bevor wir sie entsorgen. Schätzungen zufolge landet bis zur Hälfte unseres Plastikmülls irgendwann in der Umwelt und in den Meeren. Und wir produzieren ständig mehr.

So nützlich Plastik manchmal ist – oft ist es völlig unnötig und damit eine leicht vermeidbare Umweltbelastung.

Statt der dünnen Plastiktüten aus der Supermarkt-Gemüseabteilung können wir wiederverwendbare Stoffbeutel benutzen, unverpacktes Bio-Gemüse gibt es in Bioläden, der Ökokiste, auf dem Wochenmarkt oder in Unverpackt-Läden.

Hier findest du alle plastikfreien Läden im deutschsprachigen Raum.

11. Konzern-Bier

Regionales BIer
Think global – drink local! (Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay - alles; Utopia)

Becks – eine nette nordische Brauerei aus Bremen? Franziskaner – das Münchener Weißbier mit Tradition? Das war einmal. Wie viele andere vermeintlich lokale Brauereien gehören die beiden Biere zum größten Brauereikonzern der Welt, Anheuser-Busch InBev aus Belgien.

Wir Konsumenten haben die Wahl: Wollen wir auf der ganzen Welt Konzernbier aus Bremen, München und sonst woher trinken? Oder unterstützen wir mit unserem Geld lieber echt lokale Brauereien und sorgen für deren Fortbestehen und kulinarische Vielfalt?

12. Klopapier aus Frischfasern

klopapier
Für Klopapier werden immer noch Bäume abgeholzt. (Fotos: dm; Utopia)

Wir Deutschen achten vor allem darauf, dass Klopapier schön weich und möglichst günstig ist. Aus welchem Material es besteht, interessiert die wenigsten – und das ist schlecht. Denn für herkömmliches Toilettenpapier werden Bäume abgeholzt.

Wenn du unseren Wald nicht die Toilette herunterspülen willst, solltest du besser Recycling-Klopapier kaufen, am besten mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“. Das gibt es inzwischen überall: in Drogeriemärkten wie DM, im Supermarkt oder online** bei memo.

Keine Angst: Das heutige Sortiment an Recycling-Klopapier hat mit dem grauen, kratzigen Papier in öffentlichen Toiletten nicht viel zu tun.

13. Schädliche Waschmittel

Waschmittel Alternativen
Persil & Co. enthalten oft ungesunde und umweltschädliche Inhaltsstoffe. (Fotos: almawin; ecover; Utopia)

Schön, wenn die Wäsche strahlend sauber aus der Maschine kommt. Nicht so schön, wenn das Waschmittel des Vertrauens dazu bedenkliche Inhaltsstoffe verwendet. Leider enthalten noch immer viele herkömmliche Waschmittel schwer abbaubare Tenside, Stabilisatoren, Komplexbildner, optische Aufheller, chemische Bleichmittel und Konservierungsstoffe. Schau dir z.B. Persil Universal Megaperls oder Ariel Actilift bei Codecheck an.

Können diese Stoffe in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden, reichern sie sich in Böden und Gewässern an. Dort schaden sie Pflanzen und Tieren und können auch das Grundwasser gefährden.

Besser machen es ökologische Waschmittel wie z.B. Ecover (gibt es auch oft im Super- und Drogeriemarkt oder online** z.B. bei EccoVerde, Amazon), Almawin (im Bioladen oder online** bei BioNaturel, Najoba) und Co. Hier findest du 5 empfehlenswerte Waschmittel.

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(77) Kommentare

  1. Und noch mal zum Bier. Ist mir ein Rätsel, warum hier regionales Bier empfohlen wird, ohne auf Bio hinzuweisen. Dabei sagt dies nichts über Qualität und Nachhaltigkeit aus.

    Wen es interessiert, bei Schrot&Korn war ein spanner Artikel zum Thema Bier zu lesen:
    http://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/200506e4.html

    Und über den Preis muß man da auch nicht jammern, viele Bio-Biere sind kaum teurer als Markenbiere aus konventioneller Gift&Chemie-Landwirtschaft, in VGs viele unter einem Euro pro Flasche.

  2. @Micha, kannst mir glauben, daß ich ganz bei Dir bin.
    Ich habe eine Bio-Gärtnerlehre gemacht, habe Bio-Bergkäse verkauft, konsumiere seit Jahrzehnten Bio und bin da eigentlich absoluter Hardliner.
    Habe aber inzwischen gelernt, daß man auch die Grautöne abdecken muß.
    Vor allem beobachte ich das Höfesterben seit Jahrzehnten.
    Vor 20 Jahren konnte ich meinen Bio-Bedarf noch leicht auf mehreren Hofläden decken.
    Inzwischen gibt es fast keine mehr.
    Ich war fast 10 Jahre lang jedes Jahr auf der Biofach-Messe in Nürnberg (als Fachbesucher).
    Da habe ich beobachtet, wie die Bio-Szene von den großen Konzernen vereinnamt wurde, die Billig-Bio im Ausland kaufen und damit Convinience-Produkte produzieren.
    Diese Bio-Produkte aus den Südregionen haben zwar keine Pestizide, aber sind dennoch alles andere als Öko (Plastikwüsten, die den einheimischen Bauern das Wasser abdrehen).
    Sei mal realistisch, wir haben eine Bio-Abdeckung von 5% (momentan leider rückläufig).
    Wer gegen den Ausverkauf durch Landwirtschaftliche Großindustrie ein Statement setzen möchte, darf die Grenze nicht (nur) zwischen Bio / konventionell ziehen.
    Wenn Du Dich mit den Kriterien der Regionalbewegung beschäftigst, dann siehst Du, daß da eben doch vieles gut ist.
    Weißt Du, was einen Bauern kostet, wenn er ein Schwein mit nicht gentechnisch verändertem Futter groß zieht? Das kostet 10€ mehr, als gentechnisch verändertes Soja ect. Dummerweise verdient ein Bauer aber nur 10€ am Schwein…u.s.w.

    Man muß halt differenzieren…es gibt das Regionalfenster – Siegel, wo in Bayern jeder rein kommte, der in Bayern produziert, auch wenn es Kühne-Gurken sind.
    Die Regionalbewegung hat da höhere Ansprüche.

    Und es gibt im Allgäu den Fehneberg, der noch viel strenger ist und auch sehr viel gutes in der dörfl. Nahversorgung tut.

    Und es gibt die Regionalmarken wie UNSER LAND, die unendlich viel dafür tut, daß man überhaupt noch Produkte vor Ort kaufen kann, die kein totaler Schrott sind.
    Klar wird da der Fokus auf Bio gelegt, aber eben nicht nur.
    Schon mal damit beschäftigt, wie schwierig es ist, regional Zucker zu produzieren aus heimischen Zuckerrüben?
    Ich wußte auch nicht, daß das Feld aufgeteilt ist zwischen SÜDZUCKER und NORDZUCKER. Und dazwischen gibt es nichts.
    Bzw. gab es nichts. Inzwischen gibt es von Unser Land Biozucker aus der Region.

    Wenn die ganzen Regionalmarken nur Bio machen wollten, würden sie schlichtweg in Schönheit streben und gar nichts erreichen. So einfach ist das…

    • „…Sei mal realistisch, wir haben eine Bio-Abdeckung von 5% (momentan leider rückläufig).
      Wer gegen den Ausverkauf durch Landwirtschaftliche Großindustrie ein Statement setzen …“

      Ich denke, wie die Menschen auf den Wochenmarkt um die Ecke gehen und mit gutem Gefühl Angebote von Bauer Schulze kaufen, dann werden aus den 5% Bio auf unseren Feldern nicht mehr. Und Bauer Schulze kauft sein Gift und seine Chemie auch von der Großindustrie. Das Grundwasser wird immer schlechter, der Boden verwüstet durch den kontinuierlichen Humusabbau, die Insekten sterben aus, die Vögel folgen. OK, Bauer Schulze kann so noch ein paar Jahre weitermachen. Aber ehrlich gesagt, mir wär’s lieber, er bekäme Sozialhilfe, dass wäre für die Umwelt weniger schädlich. Und mal ehrlich, seine Subventionen bezahlt eh schon der Steuerzahler. Ihn dafür zu bezahlen, dass er auf dem Sofa sitzen bleibt, kommt die Gesellschaft nicht teurer und man spart sich die Kosten, die durch den Raubbau an der Natur entstehen.

      Wie gesagt, wenn ich auf Deinen Regional-Link klicke, so finde ich keine Hinweise auf Lösungsansätze gegen die großen Probleme der konventionellen Landwirtschaft.

      Zum Beispiel haben wir am Stadtrand große konventionelle Apfelplantagen. Prima, regional, laß sie mich kaufen und nicht darüber nachdenken, dass diese Äpfel 21 mal gespritzt wurden und dem Imker in der Nähe die Bienen wegsterben.

      http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/greenpeace-test-90-prozent-der-deutschen-aepfel-mit-pestiziden-belastet/12477848.html

      Ich finde, es gibt Dinge, die sind nicht verhandelbar, weil sie einfach zuviel Schaden anrichten. Ob Folterfleisch aus der Region kommt oder von Sonstwo ist doch egal, die Tiere werden gequält. Und wenn demnächst der Frühling von der Haustür stumm bleibt, dann ist dass auch regional, aber dann ist es zu spät.

    • Naja…wir brauchen da nicht groß weiter diskutieren und schon gar keine Front aufmachen, weil ich ja was Bio ect. angeht ganz bei Dir bin.
      Ich kaufe ja von den Regionalmarken nur die Bio-Sorten.

      Fakt ist, daß es ohne diese Zusammenschlüsse in Regionalinitiativen viele der (bio-)Einkaufsstätten gar nicht mehr gäbe.
      Ich bin sehr dadurch geprägt, daß in unserer Region in 20 Jahren mind. die Hälfte der Hofläden dicht gemacht haben. Sowohl bio, als auch konventionell.

      Natürlich ist es bei Fleisch von Massentierhaltung egal, ob es von hier oder anderswo kommt. Ds will ich weder noch haben.

      Aber beim regionalen Anbieter – den ich ohne solche Initiativen gar nicht kennen würde – kann ich mir ansehen, wie die Tiere gehalten werden. Auch unangemeldet.
      Wie z.B. hier:
      https://schneggele.wordpress.com/2016/06/22/zu-besuch-bei-den-hereford-rindern-von-kaifeck/

      Das ist eine unserer Einkaufsstätten und ausnahmsweise nicht bio, weil mich die Weidehaltung überzeugt und kein gentechn. verändertes Soja gefüttert wird.
      Antibiotika ist bei der Haltung auch kein Thema. Weideschuss ist in der Planung.
      Da können von der Haltungsform manche Biohöfe nicht mit halten.

    • Die Frage ist doch eher, wie kann etwas aus *Kuhdrüsen* angesichts des massiven Methanausstoßes durch Rinder „Bio“ sein?

      Von den ethischen Aspekten mal ganz abgesehen – aber die scheinen hier eh keinen zu interessieren.

      • Solange Du ökologische Zusammenhänge auf den Furz einer Kuh reduzierst und das Euter Kuhdrüse nennst, bezweifle ich Deine fachliche Kompetenz.

  3. Bio und Nachhaltigkeit schön und gut, wenn man es sich leisten kann. Es ist bedauerlich, dass man als wenig solventer Konsument gezwungen ist, die günstigste Variante zu nutzen, die dann nahezu zwangsläufig wahlweise ungesund/ökologisch bedenklich/ausbeuterisch oder direkt alles auf einmal ist.

    Auch der immer gern wiederholte Hinweis, dass der Verbraucher nun mit Tipps und Tricks die Chance hat, Microplastik zu minimieren, riecht etwas komisch Schlussendlich scheint es die Megakonzerne ja nicht zu interessieren bzw. niemand bedrängt Nestlé und Co. damit, den durch ihre Produkte verursachten Müll wieder aus der Umwelt zu sortieren usw. usf. ….

    • „Bio und Nachhaltigkeit schön und gut, wenn man es sich leisten kann. Es ist bedauerlich, dass man als wenig solventer Konsument gezwungen ist, die günstigste Variante zu nutzen, die dann nahezu zwangsläufig wahlweise ungesund/ökologisch bedenklich/ausbeuterisch oder direkt alles auf einmal ist.“
      Das halte ich in weiten Teilen für eine Schutzbehauptung. Oft ist die nachhaltigere Alternative nicht wirklich teurer. Z.B.: Weniger Fleisch essen, dafür aber aus anständiger Haltung. Oder gar Leitungswasser statt Flaschenwasser. Und man muss ja nicht gleich alles 100 %ig perfekt machen. Einfach mal klein anfangen, da wo es am leichtesten fällt oder mit dem, was einem am meisten am Herzen liegt. Und wenn es nicht immer geht, halt wenigstens zwischendurch.

      „Auch der immer gern wiederholte Hinweis, dass der Verbraucher nun mit Tipps und Tricks die Chance hat, Microplastik zu minimieren, riecht etwas komisch…“
      Wieso denn?
      „Schlussendlich scheint es die Megakonzerne ja nicht zu interessieren…“
      Um so wichtiger wäre es doch die Verbrauchermacht zu nutzen. Was glaubst Du wie schnell es die interessieren würde, kaufte niemand mehr den Dreck.

      • Mir gefällt der Ansatz klein anzufangen gut! Ich denke, es ist auch immer eine Frage wie wichtig einem was ist. Vielleicht kann man auf manches verzichten (ich z.B. habe kein Smartphone, weil mir das Fairphone zu teuer war und ein anderes wollte ich nicht, ich verwende ein „normales, altes“ Handy, das in meiner Verwandtschaft nicht mehr gebraucht wurde – aber es kann ja auch etwas anderes sein, das ist nur ein Beispiel) und hat dann wieder ein wenig mehr übrig für das, was anfangs zu teuer erscheint 🙂

      • „Vielleicht kann man auf manches verzichten (ich z.B. habe kein Smartphone, weil mir das Fairphone zu teuer war und ein anderes wollte ich nicht, ich verwende ein „normales, altes“ Handy, das in meiner Verwandtschaft nicht mehr gebraucht wurde“
        Genau so halte ich es auch, und es geht prima trotz Selbständigkeit im Online-Bereich.

        Und wenn ich schaue, wie bei uns die Möbel-Geschäfte aus dem Boden sprießen, dann kann ich ausrechnen, was dafür ausgegeben wird. Ist ganz und gäbe, die Wohnzimmereinrichtung nach 10 Jahren auszuwechseln.
        Früher konnte man solche Dinge dann gut gebraucht verwenden…geht mit dem heutigen billigen Pressspan natürlich nicht mehr. Also lebe ich noch in dem 50ger Jahre Schick, den ich als Studentin vom Sperrmüll geholt habe.
        Diese Schränke sind aus Massivholz und haben schon zahlreiche Umzüge mit gemacht. Sie sind intelligent gebaut und lassen sich gut auf-und-ab-bauen.
        D.h. was ich seit 30 jahren an Möbeln spare, geht direkt in die Ernährung.

    • Vor ein paar Jahrzehnten wurde das Geld haupsächlich für Nahrung ausgegeben. Wenn Sie nicht bereit sind, regionale Bio zu kaufen, dann nicht jammern.

      • Ganz so einfach ist es natürlich auch nicht. Da galten z. B. ganz andere Mietpreise. Und „vor ein paar Jahrzehnten“ ist halt schon seit ein paar Jahrzehnten vorbei.

      • Trotzdem hat der Max-ohne-Werner nicht ganz unrecht.
        Bei Vergleichen verschiedener Länder mit Stand heute schneidet DE immer schlecht ab, was die prozentualen Augaben für Lebensmittel angeht.

  4. Leitungswasser trink ich grundsätzlich nicht, schmeckt einfach nicht gut. Und mein Gemüse Kauf ich immer in Plastik, wer weiss wie viel das schon angefasst haben. Und der Anbau von diesen „vegan-soja-fresszeug“ ist viel Umwelt schädlicher als Fleischkonsum. Zum den schmeckt veganerfressen ekelhaft und ist schädlicher als Fleisch. Und ich werden diese 13 Produkte auch weiterhin kaufen. Da die obigen genannten „Alternativen“ alle mist sind.

  5. es gibt genug Alternativen z.B. Seife aus Castilla in Pulverform​ 100% Olivenöl
    für die Waschmaschine und Spülmaschine, sehr sparsam
    Waschmaschine 2 Esslöfel = 10g
    Spülmaschine 1 Teelöffel = ?g plus einen Schuss ZitronenEssigWasser
    eine umweltfreundliche, wirtschaftliche und gesunde Art zu waschen
    …und das alles ohne PlastikMüll.
    http://www.emporion.es/Seife-aus-Castilla-in-Pulverform

  6. bin Alleinerzieherin, verdiene grade mal € 900 und ernähre ein dreiköpfige Familie zu 90 Prozent Bio, verzichte lieber auf alles andere! Wer will, der kann …..

    • Sehr geehrte Frau Brandstätter, eigentlich ist Bio preiswerter in der Herstellung denn man spart die Chemie als Kostenfaktor und Chemie ist sehr teuer, Chemie ist der grösste Kostenfaktor.
      Auch ist Bio wirtschaftlicher, haushalten heisst wirtschaften.
      Wir schreiben einen Blog „kochen für 5€ statt rauchen“ hoffentlich rauchen Sie nicht 🙂 vielleicht finden Sie hier Anregungen und Tipps http://ambrosia.emporion.es/kochen-fuer-5-statt-rauchen.html

      • ambrosia.emporion.es, es liest sich nicht, als ob Fr. Brandstätter den Blog + diesen gönnerhaften Kommentar nötig hätte.
        Offensichtlich ist sie ja schon Profi im Bio-Einkauf mit geringem Budget.

  7. „Wenn du unseren Wald nicht die Toilette herunterspülen willst, solltest du besser Recycling-Klopapier kaufen“

    Was ist mit der Aufbereitung von diesem Klopapier, ist es dann noch ökologisch? Wasserverbrauch und Reinigung vom Altpapier

  8. Mit dem Kauf von Bio-Milch helfe ich nur den Bio-Bauern. Die konventionellen Milch-Bauern bekommen davon überhaupt nichts. Der Bio-Milch-Markt ist jedoch bereits gedeckt, sodass es sich für die Bauern kaum lohnt auf Bio umzusteigen. Außerdem müssen sie zwei Jahre bio produzieren, aber noch konventionell verkaufen, bevor sie ihre Milch an Bio-Marken verkaufen dürfen. Das ist ein totales Minus-Geschäft!
    Mit dem Umstieg auf den ausschließlichen Kauf an Bio-Milch ist also nicht jedem geholfen! Trotzdem muss vom Milchpreis definitiv mehr beim Bauern und der Kuh ankommen. Da liegt das Problem…

    • „Mit dem Kauf von Bio-Milch helfe ich nur den Bio-Bauern. Die konventionellen Milch-Bauern bekommen davon überhaupt nichts.“

      Wie scharfsinnig.
      Schon mal drüber nachgedacht, daß das Absicht sein könnte?

      Warum sollte ich konventionelle Milch kaufen und damit Bauern unterstützen, die weniger nachhaltig und tierfreundlich produzieren?

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