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Von Konsum bis Kohle: Was du gegen die 5 größten Klimakiller tun kannst

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Foto: Pixabay/ CC0/ al-grishin, monikap, free-photos

Butter, Kohlestrom, Fleisch – was sind denn nun die größten Klimakiller? Utopia hat es für dich herausgefunden und zeigt, wie du gegen sie vorgehst.

Der neuste Bericht des Weltklimarats hat eindringlich gezeigt: Was wir bisher in Sachen Klimaschutz erreicht haben, reicht nicht. Denn mit den aktuellen Maßnahmen würde die globale Erwärmung bereits Mitte des Jahrunderts 1,5 Grad Celsius erreichen. Nun muss vor allem die Politik aktiv werden. Doch auch wir Verbraucher:innen können und sollten unseren Teil beitragen. Aber womit anfangen? Bei der Ernährung, der Kleidung oder doch dem Strom aus der Steckdose?

Am besten da, wo eine Umstellung den größten Unterschied macht. So kannst du deinen CO2-Fußabdruck dann in wenigen Schritten spürbar reduzieren. Wir zeigen dir, wie es geht.

Übrigens: Zum Thema Klimakiller haben wir auch einen Podcast gemacht – hör doch mal rein, zum Beispiel bei Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts oder direkt hier:

Treibhausgase: Wo produzieren wir am meisten?

Wo produzieren wir die meisten Emissionen? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach. Es kommt darauf an, welchen Treibhausgas-Ausstoß wir untersuchen.

Sehen wir uns den Treibhausgas-Ausstoß von Deutschland im Jahr 2019 an, belegen Energie (31 Prozent), Industrie (23 Prozent) und Verkehr (20 Prozent) die ersten Plätze. Haushalte machen etwa 11 Prozent aus.

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Im Jahr 2019 hat die Energiewirtschaft die meisten Emissionen in Deutschland verursacht. (Quelle: Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/indikator-emission-von-treibhausgasen)

Das wirkt auf den ersten Blick erst einmal so, als hätten Verbraucher:innen nicht viel Einfluss auf den deutschen CO2-Fußabdruck. Denn nur auf die Kategorie „Haushalte“ wirken sie direkt ein, indem sie entscheiden, wie sie leben, heizen und was sie kaufen.

Allerdings: Auch auf die Emissionen aus „Energiewirtschaft“, „Industrie“, „Verkehr“, „Landwirtschaft“ und „Dienstleistungen“ hast du als Konsument:in Einfluss: Zum Beispiel indem du Parteien wählst, die sich für Umweltschutz einsetzen. Oder indem du nachhaltige Unternehmen unterstützt und Bio- beziehungsweise regionale Produkte kaufst. Indem du mit dem Fahrrad fährst oder Ökostrom beziehst.

Beachte: Zum „CO2-Fußabdruck“ und zu den „Treibhausgas-Emissionen“ zählt nicht nur CO2, sondern auch andere Klimagase wie beispielsweise Methan.

Klimakiller im Alltag: die Emissionen der Deutschen

Um die größten Klimakiller in deinem Alltag zu identifizieren, kannst du dich an den Treibhausgas-Emissionen einer durchschnittlichen Person in Deutschland orientieren. Die folgende Grafik basiert auf Zahlen des Umweltbundesamtes und verrät dir, wo Privathaushalte in Deutschland pro Jahr am meisten verursachen – also auch, wo sie am meisten einsparen können.

persönlicher Treibhausgasausstoß pro kopf deutschland
Konsum ist der größte Klimakiller im Alltag. (Quelle: CO2-Rechner des Umweltbundesamts (Stand: 10.08.2021))

Übrigens: Die Rubrik „Öffentliche Emissionen“ beschreibt die Emissionen, auf die wir als Bürger:innen kaum direkten Einfluss haben (Schulen, Krankenhäuser etc.). Deshalb haben wir sie in der folgenden Liste außer Acht gelassen und konzentrieren uns auf das, was wir selbst aktiv ändern können.

Klimakiller Nummer 1: Konsum

„Sonstiger Konsum“ macht mit 3,79 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr 34 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der Deutschen aus – also über ein Drittel. Die Kategorie beinhaltet alles, was wir einkaufen und was nicht schon in einer der anderen Kategorien auftaucht, wie Kleidung oder neue Haushaltsgeräte.

Die meisten Treibhausgas-Emissionen produzieren wir also beim Einkauf. Das ist nicht verwunderlich, wenn man Folgendes bedenkt: Auch die Herstellung, Entsorgung und das Recycling von Produkten beeinflusst den CO2-Fußabdruck zu einem großen Teil.

Ein Beispiel: Im Schnitt kaufen wir uns alle paar Jahre ein neues Smartphone. Es verursacht Emissionen, weil es mit Strom betrieben wird – doch vor allem die Herstellung macht einen großen Teil des CO2-Fußabdrucks aus. Jedes Bauteil besteht aus Ressourcen, die aufwendig (und oft unter problematischen Bedingungen) gewonnen werden. In einem Smartphone stecken zum Beispiel seltene Erden, die in aufwändigen Verfahren und vielen Arbeitsschritten aus anderen Rohstoffverbindungen herausgelöst werden müssen.

Was kannst du tun?

  • „In hochwertige und langlebige Geräte investieren und defekte Geräte reparieren lassen“, sagt Siddharth Prakash, Experte für nachhaltigen Konsum am Öko-Institut. Das lohne sich eigentlich bei fast allen Geräten.
  • Reparieren lassen ist dir zu teuer? Dann versuche es selbst (iPhones z.B. mit dem Reparier-Kit von iFixit) Du bist handwerklich nicht so fit? Dann frage Freund:innen um Hilfe oder sieh nach, ob es bei dir in der Nähe ein Repair Café gibt.
  • Trage Kleidung so lange wie möglich und kaufe in Second-Hand-Läden und auf Flohmärkten ein. Ein gebrauchtes T-Shirt kann deinen Kleiderschrank genauso aufpeppen wie ein neues – und braucht keine neue Baumwolle, Kunstfaser oder Energie für die Herstellung.
  • Vor allem: Frage dich bei jedem Einkauf: Brauche ich das überhaupt?

2. Klimakiller Mobilität 

Am zweithäufigsten produzieren wir Emissionen im Verkehr. 2,09 Tonnen verursacht eine einzige Person in Deutschland pro Jahr. Hier kannst du viel einsparen! Das heißt nicht, dass du nie mehr zur Arbeit oder in den Urlaub fahren sollst – du könntest allerdings öfter mal das Transportmittel wechseln.

Die schlimmste Art zu Reisen ist ganz klar: Fliegen. Laut dem Umweltbundesamt verursacht ein Inlandsflug im Durchschnitt 214 Gramm CO2-Äquivalente pro Person und Kilometer, ein PKW dagegen „nur“ 143. Am sparsamsten sind Eisenbahnen mit 29 bis 55 Gramm und Fernlinienbusse mit 29 Gramm.

Das heißt: Nimmst du den Flieger von Hamburg nach Berlin (256 Kilometer), dann musst du im Schnitt 54 Kilogramm CO2-Äquivalente auf dein persönliches Klimakonto hinzurechnen. Fährst du mit dem Bus, sind es nur 7. Beide Zahlen können variieren, je nachdem, wie gut Flieger und Bus ausgebucht sind.

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Ein Flugzeug ist siebenmal so klimaschädlich wie ein Reisebus. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay) (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Was kannst du tun?

  • Das Offensichtliche: Fliege weniger und nutze nachhaltigere Verkehrsmittel wie Bahn oder Bus.
  • Auf kurzen Strecken: Verzichte öfter aufs Auto, wenn es möglich ist. Fahre zum Beispiel mit dem Fahrrad zum Einkaufen oder gehe zu Fuß. Beim Spazierengehen produzierst du nämlich gar kein CO2 außer das, das du ausatmest.
  • Wenn du auf dem Land wohnst, bilde Fahrgemeinschaften. So können du und deine Kolle:innen den Treibhausgas-Ausstoß für Fahrten schnell halbieren oder dritteln – vorausgesetzt, ihr macht nicht mehr Fahrten als vorher. Außerdem spart ihr Geld für Sprit.

3. Klimakiller: Ernährung

15 Prozent unseres persönlichen CO2-Fußabdrucks gehen auf Essen zurück. Durch unsere Nahrung produzieren wir in einem Jahr also 1,69 Tonnen CO2-Äquivalente. Doch was tun? „Weniger Essen“ ist keine Option. Dafür kannst du aber auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten.

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Verschiedene Ernährungsweisen wirken sich unterschiedlich stark aufs Klima aus. (Quelle: Öko-Institut)
  • Der größte Hebel für eine klimaschonendere Ernährung ist die Reduzierung von Fleisch und anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs.
  • Auch kleine Änderungen können etwas bewirken: Verwende zum Beispiel Margarine (0,8 Kilogramm CO2-Äquivalente) statt Butter (24 Kilogramm C02-Äquivalente). In einem Jahr (sechs Kilo Butter)  sparst du so schon etwa 140 Kilo CO2-Äquivalente. So viel entsteht durchschnittlich bei einer Autofahrt von Leipzig nach Paris.
  • Laut dem Öko-Institut sparen Vegetarier:innen fast 24 Prozent und Veganer:innen über 53 Prozent der Treibhausgasemissionen ein, die bei einer „durchschnittlichen Ernährung“ (47 Kilo Fleisch pro Jahr, 2.000 Kalorien pro Person und Tag) entstehen.
  • Anderen Studien zufolge sollen Veganer:innen durch ihren Lebensstil sogar bis zu zwei Tonnen Treibhausgase einsparen.

Was kannst du außerdem tun?

  • Kaufe regional und saisonal ein. Die Lebensmittel haben kürzere Transportwege und müssen nicht so lange gekühlt werden. Deshalb produzieren sie weniger Emissionen.
  • Kaufe Bio-Produkte. Durch Bio-Erzeugnisse wie Weizen, Roggen, Kartoffeln und Feldgemüse entstehen laut Öko-Institut nur etwa halb so viele Emissionen wie durch Produkte aus konventioneller Landwirtschaft.

Mehr Informationen: Diese 6 Lebensmittel sind am schlimmsten fürs Klima

4. Klimakiller: Heizen

Dass Essen und Fliegen Klimakiller sind, ist keine Überraschung. Doch Heizen wird oft unterschätzt: Laut dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts macht der Bereich „Wohnen“ immerhin 18 Prozent der jährlichen persönlichen Treibhausgas-Emissionen aus, also über ein Sechstel. 1,77 der 2,04 Tonnen CO2-Äquivalente sind allein auf das Heizen zurückzuführen. Sie entstehen vor allem im Winter, wenn wir unsere Wohnräume einige Monate lang beheizen müssen. Ganz mit dem Heizen aufzuhören, geht natürlich nicht. Doch schon mit kleinen Änderungen kannst du sehr viel bewirken.

Heizungsluft und Kälte trocknen im Winter deine Haut aus.
Wenn du ein Grad weniger heizt, sparst du in im Jahr 200 Kilo CO2. (Foto: CC0 / Pixabay / geralt) (Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Was kannst du tun?

  • Drehe die Heizung so weit wie möglich herunter. Laut einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney reicht schon ein Grad weniger, um jährlich 200 Kilo CO2 zu sparen.
  • Für Hausbesitzer: Isoliere das Dach und die Außenfassade. Das kostet zwar etwas, dafür sparst du in den Jahren darauf aber einiges an Heizkosten und Emissionen. Eine modernere Heizung und Wärmedämmung sollen laut A.T. Kearney ganze 800 Kilo CO2 jährlich sparen.
  • Je größer die Wohnung, desto mehr musst du heizen. Drehe die Heizung deshalb nur in den Räumen auf, in denen du dich auch wirklich aufhältst.
  • Mehr Tipps: Richtig heizen: Die 15 besten Tipps zum Energiesparen

5. Klimakiller: Strom

Ein Alltag ohne Smartphone oder Laptop – das können sich viele nicht vorstellen. Dazu kommt die Kaffeemaschine, der Fernseher, die Waschmaschine und viele andere alltägliche Stromfresser. Und darunter leidet die Umwelt: Durch unseren Verbrauch entstehen laut Umweltbundesamt im Schnitt 700 Kilo Treibhausgas-Emissionen jährlich, also immerhin sechs Prozent unseres gesamten CO2-Fußabdrucks.

Im ersten Quartal 2021 wurden 42,5 Prozent des Stroms in deutschen Steckdosen aus erneuerbaren Energien erzeugt. Die übrigen 57,5 Prozent stammen aber immer noch zu großen Teilen aus Kohlekraftwerken.Diese verbrennen unter anderem Braun- und Steinkohle, um Energie zu erzeugen – dabei entsteht neben giftigen Abgasen auch sehr viel Kohlenstoffdioxid (CO2). Kohle ist laut BUND die klimaschädlichste Art der Stromerzeugung. Sie sei beispielsweise doppelt so schlimm wie moderne Gaskraftwerke. Trotzdem werden die Anlagen voraussichtlich bis mindestens 2038 in Betrieb bleiben.

Was kannst du tun?

  • Du willst keinen dreckigen Kohlestrom? Dann wechsle zu Ökostrom. Das dauert keine halbe Stunde und kann deine CO2-Bilanz für Strom auf fast Null senken! Setze dafür am besten auf zertifizierte Naturstrom-Tarife. Siegel wie „Grüner Strom“ garantieren, dass dein Geld in den Ausbau erneuerbarer Energien fließt. Passende Anbieter findest du zum Beispiel in unserer Bestenliste zu Ökostromanbietern (viele) oder bei den Ökostrom-Empfehlungen (weniger). Geht es dir vor allem um den Preis, nutze unseren Strompreisvergleich, der trotzdem nur zertifizierte Anbieter listet.
  • Hol dir einen (energiesparenden) Laptop anstatt eines PCs. Die verbrauchen nämlich bis zu 120 Kilo CO2 weniger im Jahr.
  • Lass Handy, Fernseher und Laptop nicht gleichzeitig laufen, sondern konzentrier dich auf eines davon.
  • Zieh den Stecker und lass das Netzteil nicht einfach in der Steckdose, wenn dein Handy oder PC nicht lädt.

Mehr Tipps findest du in unserem Artikel Strom sparen: Stromspartipps, die du noch nicht kanntest. Und wenn dich Ökostrom interessiert, dann hör doch mal in unsere Podcast-Folge zu dem Thema rein. (Die gibt es bei Spotify, Apple-Podcasts, Google Podcasts oder Podigee).

Ökostromtarife finden

Auch die kleinen Dinge machen einen Unterschied

Du lässt die Milch im Kaffee weg und kaufst keine Strohhalme mehr? Und anstelle von Plastiktüten nutzt du beim Einkaufen nur deinen eigenen Jutebeutel? Das ist prima. Auch wenn kleine Änderungen sich nicht so stark auf dem CO2-Fußabdruck niederschlagen, sind sie doch wichtige Schritte in die richtige Richtung. Und wer weiß: Vielleicht gibt dir ein kleiner Erfolg beim Einkaufen ja die nötige Motivation für die nächste größere Umstellung. Dennoch sollten wir stets im Hinterkopf behalten, was die wirklich großen Hebel sind, mit denen wir CO2 reduzieren können.

Wenn du bereit bist, deinen CO2-Abdruck schnell und effizient zu verringern, dann wirf einen Blick in diesen Artikel: CO2-Fußabdruck effektiv senken – in 10 einfachen Schritten

Mehr Tipps und Inspirationen für ein umweltfreundliches Leben findest du hier:

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