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Umweltbundesamt: Erneuerbare Energien decken schon 38 % des Stromverbrauchs

Foto CC0 / Pixabay / Hörbi Brüllmann

Erneuerbare Energien deckten 2018 deutlich mehr als ein Drittel gesamten deutschen Bruttostromverbrauchs, beim Heizen und beim EE-Ausbau sieht es allerdings eher düster aus.

Der Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2018 etwa 2.600 Milliarden Kilowattstunden. Der Anteil, den die erneuerbaren Energien daran hatten, entwickelte sich laut Umweltbundesamt unterschiedlich:

  • Beim Ökostrom lief es gut: Erneuerbare Energien deckten fast 38 Prozent des gesamten deutschen Bruttostromverbrauchs. Allerdings führt das Umweltbundesamt dies auch darauf zurück, dass 2018 besonders gutes Wetter herrschte.
  • Bei der Wärme blieb es schwierig: Der Beitrag der erneuerbaren Energien beim Verbrauch für Wärme (Heizung) stieg nur leicht an und lag mit knapp 14 Prozent in etwa auf dem Niveau der Vorjahre.
  • Beim Verkehr ist noch stickige Luft nach oben: Im Verkehrssektor stieg der Anteil erneuerbarer Energien leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent.

Zusammengenommen tut sich nicht genug: Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch für Strom, Wärme und Verkehr insgesamt stieg von 15,5 Prozent im Jahr 2017 auf vorläufig 16,6 Prozent im Jahr 2018. Immerhin nähert sich Deutschland damit laut UBA seinem verbindlichen Ziel von 18 Prozent im Jahr 2020 (EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG).

Erneuerbare Energien: Was kannst du tun?

Energie ist ein Riesenmarkt. Entsprechend viel Geld und Macht sind im Spiel. Das gibt uns manchmal das Gefühl, wir könnten nur wenig verändern. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade unser Konsumverhalten hat großen Einfluss.

Beim Strom fällt uns das Handeln am leichtesten:

Beim Heizen wird es schon schwerer:

Beim Verkehr ist noch viel Potential:

Nicht jeder von uns kann immer alles umsetzen. Doch der eine oder andere Punkt von unserer Liste könnte dich 2019 inspirieren, oder?

Erneuerbare Energien: Es reicht noch nicht

Der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg von 36 Prozent im Jahr 2017 auf 37,8 Prozent im Jahr 2018 und betrug damit etwa 225,7 Milliarden Kilowattstunden. Das sollte uns zuversichtlich stimmen, denn vor wenigen Jahrzehnten hielten viele so was noch für völlig utopisch.

Doch auf der Siegerspur sind wir damit noch lange nicht: Während 2018 die Zahl neuer Photovoltaik-Anlagen stieg, sank gleichzeitig die Zahl neu gebauter Windräder. Laut UBA stieg die Photovoltaikleistung auf über 2.900 zusätzliche Megawatt, während der Ausbau von Windenergieanlagen an Land dagegen um über 50 Prozent auf nur etwa 2.300  zusätzliche Megawatt einbrach – der niedrigste Wert seit 2013. Gleiches Bild zeigt sich übrigens auf EU-Ebene. Ursache ist offenbar, das sich die regulatorischen Bedingungen für Windenergien geändert haben und nun den Zubau verhindern.

Während sich der Anteil der Biomasse (die als erneuerbare Energie ja auch nicht unumstritten ist) kaum veränderte, sank der Anteil der Wasserkraft 2018 um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grund ist die Trockenheit des Jahres 2018, eine Schattenseite des guten Wetters. Das sollte uns bewusst machen, dass auch erneuerbare Energien nicht aus dem Nichts kommen, und wir bei ihrer Erzeugung auf günstige Wetter- und Klima-Bedingungen angewiesen sind, deren Stabilität wir mit den weiterhin größten Energielieferanten gefährden: den fossilen Brennstoffen.

Wichtig auch: Im Wärmesektor wurden nur etwa 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Im Vergleich zum Strom (141 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) ist das herzlich wenig. Aber außer Pellet-Heizungen (deren Holz längst überwiegend aus dem Ausland kommt) und mehr Dämmung fällt uns als Hochtechnologie-Nation offenbar nicht viel ein, um das Thema Heizen und Wärme nachhaltiger zu gestalten. Hier ist noch ganz viel Luft nach oben.

Um die langfristigen Klimaschutz- und Energieziele bis 2030 und 2050 zu erreichen, muss laut Umweltbundesamt in den nächsten Jahren deutlich mehr passieren.

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