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Die schlimmsten Öko-Sünden im Kleiderschrank

Foto: © pontchen / photocase.com

Mit der Kleidung, die wir tragen, wollen wir zeigen, wer wir sind. Aber wer nicht aufpasst, verstrickt sich schnell in zerstörerische Trends, mit denen niemand zu tun haben will.

Hier stellen wir die größten Sünden im Kleiderschrank vor – und zeigen die Alternativen auf.

Fast Fashion

Fast Fashion ist wie Fast Food zum Anziehen – billig, meist von niedriger Qualität, kurzlebig, ungesund und vor allem: auf Kosten von anderen produziert. Billig-Modeketten, die alle paar Wochen neue Kollektionen auf den Markt werfen, verführen dazu, sich ständig mit Neuheiten auszustatten.

Dass die rasant wechselnden Trends, die billige Kleidung und die dazu nötigen Produktionsprozesse nicht nachhaltig sein können, ist irgendwie logisch. Im Gegenteil: Dahinter verbirgt sich eine Industrie, in der Ausbeutung und Umweltverschmutzung noch immer an der Tagesordnung sind.

Und wollen wir denn wirklich ein Teil der trendgesteuerten Masse sein und die gleichen T-Shirts, Jeans oder Kleider tragen wie alle anderen?

Faire Mode
Modisch, aber fairer: Immer mehr Modelabel legen Wert auf Fairtrade oder Bio-Baumwolle. (Foto: © dream79 - Fotolia.com)

Besser ist es, wir geben unser Geld für hochwertige, sozial- und umweltverträglich produzierte Mode aus, die mehr als eine Saison überlebt. Es gibt inzwischen so viele Öko-Modelabels, dass garantiert jeder etwas für seinen Geschmack findet. In vielen Städten existieren Eco Fashion-Shops mit großer Auswahl – und im Internet sowieso.  Alternative: Mode gebraucht kaufen. Das spart Ressourcen, Geld und man kann sich auch mal Teile leisten, die man neu nicht kaufen würde.

Bestenliste: Die besten Modelabels für faire Mode

 

Jeans im Used-Look

So lässig Jeans im Used-Look auch aussehen: Ihre Produktion ist meist alles andere als vorzeigbar. Das Bleichen ist ein Gesundheitsrisiko für die Arbeiter, denn der Großteil der Jeans wird noch immer in Niedriglohnländern mit Sandstrahlern behandelt – ohne nennenswerte Schutzmaßnahmen. Viele Arbeiter erkranken dadurch an „Staublunge“, einer nicht heilbaren Lungenkrankheit. Doch auch das Bleichen mittels Chemikalien ist bei fehlenden Schutzmaßnahmen gefährlich für die Arbeiter und auch für die Umwelt: Aus der Jeansproduktion gelangen nicht selten giftige Abwässer in die natürlichen Gewässer.

In der Regel sind ungebleichte Jeans daher besser. Einige Öko-Modelabels haben auch Jeans im Used-Look im Angebot, dieser wird schonend mittels Waschung mit Steinen (“Stonewash“), Laser- oder mechanischer Verfahren erzeugt. Eine andere Möglichkeit: gebraucht kaufen. Oder so lange tragen, bis der Used-Look ganz von alleine entsteht.

Bestenliste: Bio-Jeans mit fairem Anspruch

 

Kleidung aus Kunstfaser

Was viele wissen: Sport- und Outdoorkleidung, Fleecepullis und Leggings, aber auch ganz alltägliche Klamotten bestehen oft (teilweise) aus synthetischen Fasern. Auf dem Etikett steht dann zum Beispiel Polyester, Elastan, Nylon oder Acryl. Was vielen nicht klar ist: Das ist im Prinzip nichts anderes als Plastik, meist hergestellt auf Basis von Erdöl, nicht biologisch abbaubar und ziemlich ungesund.

Patagonia Sport
Schurwolle statt Polyester: Auch bei Sportbekleidung gibt es immer mehr Alternativen (Foto: Patagonia)

Beim Waschen lösen sich zudem aus vielen dieser Kleidungsstücke winzige Fasern. Die Waschmaschinen und Kläranlagen können diese mikroskopisch kleinen Fasern nicht herausfiltern. Dadurch können sie praktisch ungehindert in den Gewässern landen und dort das Leben vieler Tiere gefährden. (Lesen Sie auch: Plastikmüll im Meer – was kann ich dafür? )

Ökologischer, aber auch gesünder ist es, vorwiegend Naturfasern zu tragen, zum Beispiel (Bio-)Baumwolle, Leinen, Hanf, Wolle oder Seide. Bei Sport- und Outdoorbekleidung ist das nicht ganz einfach – doch es gibt inzwischen ein paar Hersteller, die Wert auf natürliche Materialien und gute Produktionsbedingungen legen, man findet sie zum Beispiel beim Avocadostore (für Damen und Herren).

Hier gibt’s mehr Tipps für nachhaltige Outdoor-Kleidung.

Billigleder

Leder ist im Prinzip ein robustes, langlebiges Material, doch bei billigen Leder-Schuhen, -Jacken, -Gürteln und -Taschen ist Vorsicht angebracht: Die Produktionsbedingungen sind oft höchst problematisch – nicht nur für die Tiere. Billigleder wird oft mit Chemikalien und Schwermetallen behandelt. Das vergiftet Arbeiter und Umwelt in den Produktionsländern und unter Umständen auch die Käufer: Schadstoffe können im fertigen Produkt zurückbleiben und Allergien oder sogar Krebs auslösen.

Wer Kleidung, Schuhe und Accessoires aus Leder trägt, sollte am besten darauf achten, dass es sich um pflanzlich gegerbtes Leder oder Bio-Leder handelt. Übrigens kann bei Lederprodukten auch der Gebrauchtkauf lohnen: Da Leder sehr robust ist, bekommt man es oft auch aus zweiter Hand noch in einwandfreiem Zustand.

Mehr Tipps und Infos rund um Leder: Echtes Leder, pflanzlich gegerbtes Leder, Bio Leder – das steckt dahinter

Wer ganz auf Leder verzichten will, sollte auch bei Kunstleder vorsichtig sein: das ist oft erdölbasiert, nicht biologisch abbaubar und unter Umständen sogar ungesund. Besser sind Naturfasern. (Mehr lesen: Vegane Schuhe: die wichtigsten Tipps, die besten Labels)

Mehr Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Kleidung gibt es in unserer Bilderstrecke:

Falsch waschen

Halbvolle Waschmaschine
Waschen: Hier kann wirklich jeder etwas verbessern (Foto: © unikation / photocase.de)

Einige der typischen Wasch-Fehler schaden der Umwelt, andere auch unserer Kleidung. Wer zum Beispiel die Waschmaschine ständig halbvoll anschaltet, verschwendet damit jede Menge Energie.

Auch bei zu heißen Temperaturen zu waschen vergeudet Strom – und birgt die Gefahr, dass die Lieblingsteile eingehen. Bei normaler Wäsche (Hosen, Shirts, Pullover usw.) reichen 30 oder 40 Grad vollkommen aus.

Zu viel Waschmittel schadet der Umwelt durch Chemikalien im Abwasser und durch einen höheren Energieaufwand beim Waschen – besser sparsam dosieren! Und übrigens muss auch nicht alles immer nach einmal Tragen in die Waschmaschine: oft reicht es auch, die Kleider kurz auszulüften.

Mehr Fehler & Tipps: Die 8 größten Waschmaschinen-Fehler

Schrank vollstopfen

Ein ganzer Schrank voll nichts anzuziehen? Wer seinen Kleiderschrank mit ständig neuen Teilen vollstopft, bewirkt damit zweierlei: jedes Kleidungsstück verbraucht in der Produktion wertvolle Ressourcen, d.h. je mehr wir kaufen, desto größer unser ökologischer Fußabdruck.

Und mal ehrlich: im vollgestopften Schrank wird es irgendwann schwierig, zu finden, was man sucht – und sich zu erinnern, was man eigentlich besitzt. Beim der allmorgendlichen Suche nach „etwas zum Anziehen“, geht so ganz schön viel Zeit drauf. Und wer Pech hat und besonders chaotisch ist, verschwendet womöglich sogar Geld: für das dritte weiße T-Shirt, wenn die anderen irgendwo in den Tiefen des Schranks verschwunden sind….

Welche weiteren Öko-Sünden wir Tag für Tag begehen und wie wir sie vermeiden, lesen Sie in in unserer Bilderstrecke „Die schlimmsten Öko-Sünden im Alltag“.

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(8) Kommentare

  1. Ich vermisse hier noch einen Absatz über aufwendige Aufdrucke. Dort wird auch gerne extra giftiger Murks verarbeitet und bei den Shirts die nicht maschinell bedruckt werden können wird diese Arbeit auch von Kindern gemacht.

  2. Mein Mann und ich tragen seit einigen Jahren fast ausschließlich FairTrade-Hanfkleidung von Hempage und möchten sie nicht mehr missen. Da wissen wir woran wir sind und das Tragegefühl ist unvergleichlich. Hanf ist im Vergleich zur Baumwolle absolut umweltfreundlich und wassersparend.

  3. Ich habe das Glück in Berlin zu wohnen, in der Nähe vom Prenzlauer Berg, wo es viele tolle Kinder- und Damen-Second-Hand-Läden gibt mit hochwertiger Qualität, viele besondere und sehr schicke Sachen dabei und trotzdem 2. Hand. – Ich finde das super und kaufe seit einigen Jahren fast 90 % meiner Sachen 2. Hand und kann das wirklich nur empfehlen, – Die Giftstoffe sind da schon alle ausgewaschen, es ist viel ökologischer, wenn die Sachen weiter benutzt werden, besser für den Geldbeutel und eben auch sehr chick, weil es nicht so von der Stange kommt. – Daumen hoch für 2.Hand! 🙂

  4. Was hier noch fehlt: keine Produkte mit Echtpelzapplikationen kaufen. In den letzten Jahren hat sich durchgesetzt, wieder Echtpelzteile an Mützen, Jacken, Pullis usw. dranzumachen, um die Akzeptanz für Pelz zu steigern.
    Wird gerne als Waschbär verkauft (racoon) ist aber eine Art Marderhund (racoon dog).
    Der Preis ist leider kein guter Anhaltspunkt, denn viele Echtpelzprodukte sind dank chinesischer Produktion billiger, als ein künstlicher Webpelz.

  5. GÄNSEDAUNEN – LEBEND GERUPFT !!!
    Bei dem Kommentar zu den Pelzen fallen mir noch direkt die Daunenjacken und -westen ein,
    die jetzt wieder massenhaft angeboten werden, oft gefüllt mit Daunen von lebend gerupften Gänsen, oft mehrmals im Jahr, grausige Tierquälerei!!! Bei PETA oder Spiegel nachzulesen.

  6. Mir fehlen hier auch die bei den Kindern so beliebten Blinkie-Schuhe, deren Batterien sich nicht ohne weiteres vom Schuh trennbar sind. Dass diese Schuhe nicht über den normalen Hausmüll entsorgt werden dürfen, entgeht bestimmt vielen Eltern…

  7. Das geht vor allem an „Wolf“, der zum Tragen von Webpelz rät und Echtpelz nicht gut findet. Dabei ist es mit Webpelz leider genauso wie mit den oben angeprangerten Sport- u.a. Klamotten aus „Microfaser, Acryl, Nylon und so weiter. Webpelz hinterlässt einen gigantischen Fußabdruck, da er fast immer ganz und gar nicht biologisch abbaubar ist, weil aus Erdöl hergestellt. Also:Hände weg von Webpelz, genauso wie von Plastk (s.o.) Kleidung und Schuhen. Leder und echtes Fell (kann gern von Bio-Schaf oder Kaninchen sein, das wir z.B. selbst gehalten und für die 2-3 Anlässe pro Jahr dann auch selbst grschlachtet haben…) sind, besonders wenn mit Baumwolle oder Seide abgefüttert zu 100% abbaubar und damit in der Umweltbilanz unschlagbar! Natürlich sollte man auf die entsprechende Tierhaltung schauen
    !

  8. Kann mich der Christiane anschließen, da ich Chemiker in der Familie habe und selbst keine Kunstfaserstoffe, vor allem Polyesther, vertrage. Unglaublich aber wahr, da bekomme ich erstmal heftig Juckreiz und danach die typische Rötungen, Bläschen usw. Trage seitdem nur zum Sport die Kunstfaserstoffe. Vor allem schwierig sind gute Damen-BHs aus Naturfasern zu finden, die vor allem auch Innenfutter aus Baumwolle haben…Mein Fazit ist: Lieber second hand, langlebig und nachhaltig Naturstoffe vor allem Leder und Pelz als chemische Stoffe, als deren Billigersatz …

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