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9 häufige Waschmittel-Fehler: Besser und umweltschonender waschen

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de

Beim Wäschewaschen hat jeder seine eigene Routine. Doch viele verwenden Waschmittel falsch und schaden damit sich selbst und der Umwelt. Wir zeigen neun häufige Fehler, die du vermeiden solltest.

Was kann man bei Waschmittel schon falsch machen? Eine Kappe zu Buntwäsche und heller Wäsche, etwas Weichspüler oder Wäscheduft dazu und auf das richtige Knöpfchen drücken – mehr machen die meisten beim wöchentlichen Waschgang nicht. Dabei kann der falsche Umgang mit Waschpulver & Co. nicht nur teuer sein und deine Wäsche ruinieren – auch der Umwelt kannst du damit schaden.

Wir zeigen dir einige gängige Fehler und erklären, wie du sie vermeidest:

1. Fehler: Das falsche Waschmittel benutzen

Waschmittel sollen die Wäsche sauber machen, keine Rückstände hinterlassen und im besten Fall noch günstig sein. Das trifft auf die meisten Produkte im Supermarkt zu. Macht es da wirklich einen Unterschied, zu welcher Marke man greift?

Auf jeden Fall! Denn viele Produkte können der Umwelt und deiner Gesundheit schaden. Das Verbraucherschutzmagazin Öko-Test hat 2020 sowohl Vollwaschmittel als auch Flüssigwaschmittel getestet und fand in zahlreichen Produkten Mikroplastik und optische Aufheller. Mikroplastik kann über das Abwasser erst in Gewässer, dann auf Felder und schließlich in die Luft gelangen. Optische Aufheller führen auf der Haut oft zu allergischen Reaktionen. In beiden Test schnitt ein ökologisches Waschmittel am besten ab, einmal das flüssige Ecover-Waschmittel Universal und einmal das Sonett-Waschpulverkonzentrat.

Konventionelle Waschmittel enthalten oft noch weitere bedenkliche Stoffe wie synthetische Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder gentechnisch veränderte Organismen. Deshalb empfehlen wir: Greife zu einem zertifizierten Bio-Waschmittel. Wir haben eine Auswahl an empfehlenswerten Produkten für dich zusammengestellt: Die besten Bio-Waschmittel und -Waschpulver

Tipp: Das Umweltbundesamt empfiehlt hochkonzentriertes Waschpulver zu nutzen. Das enthält weniger Chemikalien, wäscht besser und ist meist umweltfreundlicher verpackt als Flüssigwaschmittel. Baukastenwaschmittel sind ebenfalls empfehlenswert.

2. Fehler: Zu viel Waschmittel verwenden

Wie viel Waschmittel du benötigst, hängt davon ab, wie viel Wäsche du wäschst und wie schmutzig sie ist. Besser zu viel als zu wenig – hier kein ratsames Motto. Wenn du zu viel Waschpulver verwendest, bleiben weiße Rückstände auf deiner Kleidung zurück. Und auch bei Flüssigwaschmittel solltest du dich strikt an die Dosierungshinweise halten.

Moderne Waschmaschinen registrieren unter Umständen, wenn du zu viel Mittel verwendet hast und gleichen es durch mehr Wasser und zusätzliche Spülgänge aus. Du verschwendest also nicht nur Waschmittel, sondern auch Energie und Wasser und belastest das Abwasser unnötig mit Tensiden und Chemikalien.

Übrigens: In unseren Bestenlisten findest du zahlreiche Reinigungsmittel auf natürlicher Basis mit Bewertungen der Utopia-Nutzer, zum Beispiel Bio-Waschmittel, Badreiniger, Glasreiniger, Spülmittel oder Öko-Tabs für die Spülmaschine.

3. Fehler: Künstlichen Wäscheduft verwenden

Durch normales Waschmittel riecht deine Wäsche wieder sauber – jedoch nicht nach Grapefruit, Lavendel oder Limette.  Um solche intensiven Gerüche auf Kleidung zu übertragen, verwenden viele Menschen Wäscheduft: Die Perlen, die zur Wäsche in die Trommel gegeben werden, machen Textilien jedoch nicht sauberer. Deshalb kann man auf die chemischen Kügelchen genauso gut verzichten.

Wegen ihrer Inhaltsstoffe stehen Wäscheduft-Produkte oft in der Kritik. Laut der Verbraucherzentrale können chemische Wirkstoffe wie Hexyl Cinnamal, Limonen, Citronellol, Hexyl Salicylate und Tetramethyl Acetyloctahydronaphthalenes allergische Hautreaktionen verursachen sowie Haut und Atemwege reizen. Weitere Inhaltsstoffe wie Limonene sind schlecht biologisch abbaubar und können Wasserlebewesen gefährden.

Wenn du trotzdem möchtest, dass deine Wäsche intensiv-fruchtig duftet, kannst du Wäscheduft aus natürlichen Zutaten selber herstellen.

4. Fehler: Weichspüler zu jeder Wäsche

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Selbst Handtücher solltest du nicht mit Weichspüler waschen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Durch Weichspüler werden Hand-, Geschirrtücher und andere Textilien ‚weicher‘ und riechen ‚frischer‘. Außerdem trocknen die Stoffe schneller und laden sich mitunter nicht so leicht elektrisch auf. Trotzdem solltest du auf keinen Fall bei jeder Wäsche chemischen Weichspüler verwenden.

Früher enthielten gängige Produkte einen bestimmten Typ von kationischen Tensiden, der besonders schlecht abbaubar und für Wasserlebewesen giftig war. Heutzutage ist dieser Stoff zwar verboten, doch für die enthaltenen Duftstoffe und organischen Stoffe gibt es bisher keine Vorgaben. Je nach Produkt können auch diese der Umwelt schaden, weil sie nur schlecht biologisch abbaubar sind oder Wasserorganismen schaden.

Bei Menschen können viele chemische, aber auch organische Duftstoffe Allergien auslösen. Deshalb rät auch das Umweltbundesamt, Weichspüler so sparsam wie möglich einzusetzen – oder einfach darauf zu verzichten. Denn: Auch wenn das Mittel Handtücher geschmeidiger macht, verringert es gleichzeitig ihre Saugfähigkeit. Und was bringt ein weiches Handtuch, wenn es schlecht trocknet?

Außerdem sind Weichspüler nicht vegan. Die kationischen Tenside werden oft aus Schlachtabfällen gewonnen werden.

Probiere stattdessen ein natürliches Hausmittel für weichere Wäsche. Verschiedene Anleitungen findest du in diesem Artikel: Weichspüler: Deshalb solltest du lieber darauf verzichten.

5. Fehler: Waschmittel mit schädlichem Bleichmittel

Bleichmittel soll hartnäckige Verfärbungen wie Kaffee- oder Rotweinflecken aufhellen und entfernen. Es zerstört die Ablagerungen zwischen den Fasern, indem es Sauerstoff freisetzt. In Flüssig-, Fein- und Buntwaschmitteln ist in der Regel kein Bleichmittel enthalten, in Vollwaschmitteln wirkt der Stoff erst bei höheren Temperaturen.

Früher wurde vor allem Chlor als Bleichmittel eingesetzt – auch heute noch ist das chlorbasierte Natriumhypochlorit in vielen herkömmlichen WC-Reinigern, Rohrreinigern, Schimmel- und Desinfektionsmitteln zu finden. Natriumhypochlorit ist allerdings als umweltgefährdend eingestuft, weil es das Abwasser durch schwer abbaubare Halogenverbindungen stark belasten kann. Außerdem können seine Dämpfe die Schleimhäute reizen. Wenn es mit Säure vermischt wird, entsteht dabei hochgiftiges Chlorgas.

Wähle am besten ein Öko-Waschmittel mit dem Wirkstoff Natriumpercarbonat gegen hartnäckige Verschmutzungen – dieser ist weniger umweltschädlich. Setze Waschmittel mit Bleichmitteln nur sehr sparsam ein. Waschmittel mit Natriumperborat solltest du unbedingt vermeiden, weil sie im Abwasser für Wasserorganismen giftige Borsalze bilden können.

6. Fehler: Bunte Wäsche ausbleichen

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Bunte Wäsche wäschst du am besten mit einem Bio-Colorwaschmittel. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Wasche farbige Textilien lieber mit Color- statt mit Vollwaschmitteln. Damit schonst du die Farben deiner Lieblingssommerkleider, bunten Shirts und Hosen und kannst sie länger tragen. Auch das Umweltbundesamt empfiehlt kompakte Colorwaschmittel, da sie frei von Bleichmitteln sind und oft eine vergleichsweise gute Umweltbilanz haben.

Colorwaschmittel sind am besten für Buntwäsche geeignet, für Wolle und Seide solltest du jedoch ein anderes Waschmittel verwenden. Natürlich gibt es auch bei Color-Waschmitteln von Marke zu Marke große Unterschiede. Wir empfehlen dir, ein kompaktes Bio-Waschmittel zu kaufen.

Passende Hersteller findest in der Bestenliste Bio-Waschmittel und -Waschpulver

7. Fehler: Plastikverpackungen anhäufen

Mit jeder Packung Waschmittel landet auch eine Plastikflasche oder ein Plastikbeutel im Einkaufswagen. Weil es nicht anders geht – oder etwa doch?

So sparst du bei Waschmittel Plastikmüll:

  1. Waschpulver ist meist in Pappboxen erhältlich und reinigt genau so gut wie flüssiges Waschmittel. Halte dich einfach an die Dosierungsangaben auf der Packung, dann bleiben auch keine Waschmittelrückstände auf der Wäsche zurück.
  2. Wenn es unbedingt Flüssigwaschmittel sein soll, dann kauf es in möglichst großen Packungen. So kommt auf die Dauer weniger Plastik zusammen. Nachhaltige Waschmittelmarken wie Sonett bieten ihre Produkte zum Beispiel in 2-, 10- und 20-Liter-Packungen an. Die Flaschen und Kanister bestehen aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), welche sich vergleichsweise leicht recyceln lassen.
  3. Du wohnst in der Stadt? Dann mach dich schlau, ob es einen Unverpackt-Laden bei dir in der Nähe gibt. Dort kannst du Waschmittel in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen. Auch Biomärkte wie Basic haben in einigen Filialen bereits Abfüllstationen installiert. Einzelne Supermärkte haben das Konzept ebenfalls getestet.

8. Fehler: Flecken nicht vorbehandeln

Wenn du hartnäckige Flecken vorbehandelst, musst du kein Bleichmittel verwenden oder Kleidung mehrmals waschen. So sparst du dir nicht nur Mühe, sondern auch Energie und schonst die Umwelt:

  • Gallseife: Diese Seife wird aus Kernseife und Rindergalle hergestellt. Mit ihr kannst du hartnäckige Fettflecken aus Kleidung lösen. Feuchte den Fleck zunächst mit Wasser an und reibe ihn dann mit der Gallenseife ein. Spüle die Seifenreste nach ein paar Minuten ab und gib das Kleidungsstück zur anderen Wäsche in die Waschmaschine.
    Achtung: Achte darauf, dass die Seife nicht Palmöl beinhaltet. Und: Gallseife ist nicht vegan. Alternativ kannst du auch pflanzliche Kernseife verwenden.
  • Zitronensäure: Mit Zitronensäure kannst du Flecken aus weißer Kleidung entfernen. Mische etwa 15 Gramm Zitronensäure mit einem Liter Wasser und lege den Stoff für einige Stunden in die Lösung. Gib ihn anschließend einfach zu anderer heller Kleidung in die Waschmaschine. Weitere Tipps: 5 praktische Anwendungen von Zitronensäure im Haushalt.
  • Soda: Behandle schwierige Flecken mit einer Soda-Lösung vor. Mische dafür zwei Esslöffel Sodapulver mit zehn Litern Wasser und weiche deine Kleidung darin ein. Benutze dieses Hausmittel aber nur für helle Wäsche und unempfindliche Textilien, da Soda bleichend wirkt. Hier findest du weitere Haushaltstipps mit Soda.

9. Fehler: Den Kampf gegen Flecken zu früh aufgeben

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Selbst Rotweinflecken lassen sich aus Textilien entfernen – mit den richtigen Hausmitteln. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

An Blut-, Kaffee- oder Rotweinflecken kann man schnell verzweifeln. Dabei musst du nicht gleich das Handtuch werfen und deine Kleidung entsorgen. Wir zeigen dir, wie du selbst schwierige Verschmutzungen wieder los wirst – mit einfachen Hausmitteln.

Diese Flecken wirst du im Handumdrehen wieder los:

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Weitere Waschtipps:

Wie du das richtige Programm wählst, deine Wäsche richtig sortierst und viele weitere Tipps findest du im Artikel Wäsche richtig waschen: Sortieren, Temperatur, Waschmittel.

Vermeide außerdem die 8 größten Waschmaschinen-Fehler.

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