10 Dinge, die aus deinem Haushalt verschwinden sollten

Fotos: © Björn Wylezich / stock.adobe.com; Colourbox.de; Utopia

Oft wissen wir es nicht besser und manchmal sind wir einfach faul: Tag für Tag konsumieren wir Dinge, mit denen wir unserer Gesundheit schaden und den Planeten kaputt machen.

Wir haben 10 Gegenstände und schlechte Angewohnheiten für dich gesammelt, die du unbedingt vor die Tür setzen solltest:

1. Mikroplastik

Mikroplastik
In vielen Produkten versteckt sich potentiell schädliches Mikroplastik (Foto: Utopia)

In vielen herkömmlichen Peelings und Duschgels finden sich kleinste Plastikkügelchen. Weil Kläranlagen dieses sogenannte Mikroplastik nicht ausreichend herausfiltern können, gelangt es fast ungehindert in die Gewässer. Dort zieht es Schadstoffe geradezu an und lagert sich in den Böden ab.

Auch für Fische und Wasservögel ist Mikroplastik gefährlich, denn sie nehmen die Partikel mit der Nahrung auf. Und das alles, obwohl die Plastikteilchen in Pflegeprodukten völlig überflüssig sind!

Hier gibt es Alternativen:

2. Klopapier aus Frischfasern

Klopapier
Da bist du von der Rolle! (Foto: © Björn Wylezich / Fotolia.com)

Ja, es gibt auch Menschen, die ganz ohne Toilettenpapier auskommen, aber uns geht es um etwas anderes. Wir Deutschen achten nämlich vor allem darauf, dass Klopapier schön weich und möglichst günstig ist. Aus welchem Material es besteht, interessiert die wenigsten – und das ist schlecht. Denn für herkömmliches Toilettenpapier werden Bäume abgeholzt.

Wenn du unseren Wald nicht die Toilette herunterspülen willst, solltest du besser Recycling-Klopapier kaufen – am besten mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“. Keine Angst: Das heutige Sortiment an Recycling-Klopapier hat mit dem grauen, kratzigen Papier in öffentlichen Toiletten nicht viel zu tun.

3. Alufolie

Alufolie
Alufolie ist Silber, Wachspapier ist Gold. (Foto: © euthymia - Fotolia.com)

Viele Leute verwenden Alufolie, um Lebensmittel einzupacken, doch das ist keine gute Idee: Aluminium ist in der Herstellung extrem umweltschädlich und gleichzeitig eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Gesundheit. Es kann das Nervensystem schädigen und den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen.

Zudem wird vermutet, dass es die Fruchtbarkeit senken und sich negativ auf Ungeborene auswirken kann. Ein möglicher Zusammenhang wurde auch zwischen Aluminium und Krebs sowie Aluminium und Alzheimer festgestellt.

Alufolie wird zum Gesundheitsrisiko, wenn sie mit sauren, fettigen, basischen oder salzigen Lebensmittel in Kontakt kommt. Diese greifen das Metall an, dadurch können sich Aluminiumionen lösen und in das Essen übergehen.

Hier findest du Alternativen zu Aluminium:

4. Atomkraft

Atomkraft raus!
AKW? Och, nee! (© ag visuell - fotolia.com)

Du bist bestimmt kein Atomkraftbefürworter. Und vermutlich gefallen dir auch Kohlekraftwerke nicht, die unsere Luft verpesten.Wenn du trotzdem noch nicht zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt bist, solltest du das dringend ändern.

Denn mit einem herkömmlichen Stromtarif unterstützt du Atom- und Kohlekraft, ob du willst oder nicht – mit echtem Ökostrom förderst du hingegen die Energiewende.

Hier findest du die besten Ökostromanbieter:

5. Schädliche Waschmittel (mehr, als du denkst)

Waschmittel
Wasch haben wir denn da? Eine gute Alternative! (Foto: © midosemsem - Fotolia.com)

Schön, wenn die Wäsche strahlend weiß aus der Maschine kommt. Nicht so schön, wenn das Waschmittel des Vertrauens dazu bedenkliche Inhaltsstoffe verwendet. Leider enthalten noch immer viele herkömmliche Waschmittel schwer abbaubare Tenside, Stabilisatoren, Komplexbildner, optische Aufheller, chemische Bleichmittel und Konservierungsstoffe.

Schau dir z.B. die Bewertungen von Persil Universal Megapers oder Ariel Actilift bei Codecheck an. Können diese in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden, reichern sie sich in Böden und Gewässern an. Dort schaden sie Pflanzen und Tieren und können auch das Grundwasser gefährden.

Auch nicht schön: Weichspüler. Darin stecken in der Regel Schlachtabfälle.

Besser machen es ökologische Waschmittel wie z.B. Ecover oder Almawin. Hier findest du empfehlenswerte Waschmittel:

6. Billige Milch

Milch
Biomilch macht konsummüde Menschen munter! (Foto: © rdnzl - Fotolia.com)

Ob Milch gesund ist oder sogar krank macht, darüber wird gestritten. Sicher ist, dass man keine Billig-Milch kaufen sollte. Im Mai 2016 ist der Milchpreis auf 20 Cent pro Liter gefallen. Und damit können die Bauern in Deutschland Milch nicht kostendeckend produzieren. Es sei denn, man macht sie schlechter: Billigeres Futter, mehr Turbo-Kühe, weniger Tierwohlbemühungen, geringere Hygiene.

Kaufe faire Bio-Milch, wenn du das nicht mit deinem Geld unterstützen willst! Und: Lieber weniger – und dafür besser!

7. Kapsel-Kaffee

Kaspel Kaffee
Blechschaden. (Foto: Colourbox.de)

Mit jeder Tasse eine Alu-Kapsel im Müll, Kaffee der bis zu viermal teurer ist als Fairtrade-Produkte: Auch wenn sie noch so bequem sein mag, leg dir keine Kaffeekapsel-Maschine zu! Falls du schon eine hast, versuche es doch mal mit wiederbefüllbaren Kapseln – hier kannst du selbst entscheiden, welcher Kaffee hineinkommt, und es entsteht kein Müll.

Wenn du mehr wissen willst, lies unseren Test:

8. Chemischer Abflussreiniger

Abflussreiniger
Zum Abfluss freigegeben: chemischer Reiniger. (© fineart-collection - fotolia.com)

Verstopfte Abflüsse, so lehrt uns die Werbung, behandelt man am besten mit der Chemiekeule. Rohrreiniger sind zwar effektiv, doch sie enthalten meist ätzende Substanzen wie Natriumhydroxid oder Natriumhypochlorid, welche die Rohre und unsere Gesundheit angreifen können.

Die Dämpfe reizen die Schleimhäute und bei versehentlicher Vermischung mit Säure kann hochgiftiges Chlorgas entstehen. Auch das Abwasser wird durch chemische Rohrreiniger belastet.

Dabei gibt es viele wirkungsvolle Hausmittel gegen einen verstopften Abfluss:

9. Wasser in Plastikflaschen

Plastikflasche
Sag mal, plas-tickst du nicht mehr richtig? (Foto: © BillionPhotos.com)

Warum kaufst du immer noch Wasser in Plastikflaschen? Du hast höchstwahrscheinlich eine fast kostenlose Quelle mit hervorragender Qualität direkt bei dir zu Hause: Leitungswasser kostet pro Liter weniger als 0,2 Cent und ist entgegen Gerüchten um Hormon- und Medikamentenrückstände fast überall in Deutschland bedenkenlos trinkbar.

Tests beweisen: Leitungswasser enthält oft sogar mehr Mineralstoffe und weniger ungesunde Rückstände als Wasser in Flaschen.

Eine gute Trinkflasche für unterwegs – z. B. die Soulbottle** – findest du hier in unserer Bestenliste:

10. Unerwünschte Werbung

Werbung
Spam vor der Erfindung des Internets. (Foto: © Colourbox.de)

Werbeprospekte und Flyer im Briefkasten sind nervig und landen meist ungelesen im Papiermüll. Ihre Herstellung verbraucht unnötig eine Menge Papier und Energie. Ein einfaches Schildchen „Keine Werbung bitte“ auf dem Briefkasten wirkt Wunder.

Und trägt hoffentlich langfristig dazu bei, dass weniger unnötige Werbung gedruckt wird. Um persönlich adressierte Werbung zu verhindern, lohnt ein Eintrag in die „Robinsonliste“.

Hier findest du heraus, wie es geht:

Und: Ausreden

Ausreden
Gibt es eigentlich auch aktive Ausreden – oder nur faule? (Foto: Seleneos / photocase.de)

„Der Stromanbieter-Wechsel ist zu kompliziert“, „Ich würde ja im Bioladen kaufen, aber der Discounter ist näher“, „Nespresso ist aber so bequem“ – zugegeben, nachhaltiger Konsum erfordert manchmal etwas mehr Nachdenken und Planung. Aber vieles, was wir uns selbst als Gründe für nicht-nachhaltige Konsumentscheidungen verkaufen, sind bei genauerer Betrachtung nur faule Ausreden.

Wir sollten immer wieder die Folgen unseres persönlichen Konsums hinterfragen. Wollen wir wirklich aktiv Atomkonzerne unterstützen, nur weil wir zu bequem sind? Produkte aus Massentierhaltung essen, weil der Discounter näher ist?

Es ist Zeit, dich von deinen Ausreden zu verabschieden:

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English Version Available: 8 Things to Eliminate from Your Home

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(120) Kommentare

  1. laura, es gibt auch leute die gerade anfangen sich mit nachhaltigkeit zu beschäftigen. und da kann so ein artikel eine tolle inspiration sein.

    man kann solche artikel natürlich auch wunderbar teilen um einfach bewusstsein zu schaffen – und auch menschen aufmerksam zu machen, die sich nicht mit nachhaltigkeit auseinandersetzen.

  2. D’accord, doch mit recyceltem Toilettenpapier habe ich gesundheitliche Bedenken, da es zum großen Teil aus ehemaligen Druckerzeugnissen gewonnen wird. Diese enthalten bekanntlich auch noch Reste der Druckerschwärze bzw. Farben und diese wiederum basieren auf Bestandteilen von Mineralölen. Sicher werden Sie verstehen, dass ich solch giftigen Stoffe nicht so wirklich gerne an meine Schleimhäute heran und auf diesem Wege in meinen Körper führen möchte!

  3. Als ehemaliger. Papiermacher kann ich euch sagen, dass egal welches Papier ! , Es ist eine absolute Sauerei was so alles an Fungiziden und Chemikalien im Papier sind. Ich persönlich würde mein Kind nichteinmal auf Papier, egal welches, mit nackter Haut sitzen lassen ?

  4. Wir kommen mir so vielen Giften täglich in Kontakt, da können ein paar Sekunden (!) Kontakt pro Tag mit (mehrfach gewaschenem und auch gebleichtem) Recyclingpapier doch nun wirklich kein Argument dafür sein, dass man lieber Bäume fällt, damit wir uns den Popo abwischen können?

  5. Hi, ich finde solche Übersichtsartikel hilfreich, weil ich Utopia erst vor zwei Wochen gefunden habe und noch in der Umstellung stecke. Außerdem sind Erinnerung und Bestätigung dabei hilfreich. Also nicht für jede Zielgruppe sinnlos. Danke 🙂

  6. Verschwinden sollten auch Rasierschaum-Spender (krebserregende Stoffen, umweltbelastend, sinnlos). Alternativen sind gute Seifen. Ich habe seit der Umstellung keinerlei Hautirritationen mehr, schone meinen Geldbeutel und schade der Umwelt weniger. Blogbeitrag dazu hier: https://hundertsand.wordpress.com/2015/11/09/nassrasieren-ohne-muell-und-gift/.

    Verschwinden sollten Flüssigseifen. Seifenstücke schonen die Umwelt. Artikel dazu: https://hundertsand.wordpress.com/2015/06/05/seife-und-ihre-auswirkung-auf-die-umwelt/.

    Danke, Utopia, für die immer wieder wertvollen Anregungen!

  7. Hallo,
    alles schön und gut . Ich wohne und lebe umweltbewußt. Möchte aber keine E-mails die mir vorschreiben was aus meinem Haushalt verschwinden soll.(Frechheit). Man könnte es auch anders formulieren.

    Ich MÖCHTE KEINE EMAIL mehr von ihnen haben. Basta

  8. Biomilch schön und gut, an ihrem Milchpreis und Dilemma sind die Bauern aber auch nicht komplett unschuldig. Monokulturen sind immer störungsanfällig und die Landwirtschaft wollte das Ende der Quote. Dumm nur das der Markt sich dann nicht gemäß Ihren Vorstellungen entwickelt hat.

    Wer große Mengen auf den Markt schmeißt erzielt halt keinen hohen Preise.

  9. bitte BITTE nicht auf den Zug aufspringen mit dem Aluminium. BITTE lest die Studie und die Hintergründe dazu, warum dieses angeblich Krebs verursacht.
    Eine Studie mit 5 Personen, die Deo benutzen, und Krebs bekommen haben, hat KEINERLEI Aussage. Diese 5 Personen nutzen vermutlich auch alle Duschgel (dieses wird nicht verteufelt), putzen sich jeden Tag die Zähne (auch dieses wird nicht verteufelt).
    Ich stimme allen Punkten zu, unser Haushalt entspricht sogar zu 99% der obigen Liste.
    Aber bitte springt nicht auf den Zug der Panik-Mache mit dem Aluminium auf.

  10. Das Problem mit Verteufelung von Aluminium liegt meines Erachtens nach vonehmlich in der Unkenntnis der unterschiedlichen Arten von Aluminium. So hat das Aluminium, das für Folie, Verpackungen, Fensterrahmen, Autofelgen oder Automotoren, Mobiltelefone und Laptops, Fahrradrahmen und Komponenten, etc. nicht mit dem zu tun, was sich bspw. in Deos findet. Aluminiumsalze in Deos sind kein Metall sondern Salze, die aufgrund ihres Aufbaus auch anders vom Körper aufgenommen werden können. Die kritische Haltung bei Deos und Kosmetik teile ich, von Deos nun eine direkte Verbindung zur Folie herzustellen, halte ich jedoch für leichtsinnig.
    Jeder sollte wissen bzw. darüber informiert werden, dass man in Alufolie keine säure- oder salzhaltigen Lebensmittel einpacken sollte. Insofern sollte verantwortlich und bewusst mit Aluminiumprodukten umgegangen und sie sollten nach Gebrauch auch dem Recycling zugeführt werden.

  11. Daß ein Unterschied zwischen Al-Salzen und Al in Folien besteht, ist mir auch klar.
    Aber neben dem Einwand von Werner, daß ja kaum mehr ein Lebensmittel übrig bleibt, welches man unbedenkl. einpacken kann, bleibt auch die Problematik mit dem Rohstoff Aluminium, der in dem von mir verlinkten Artikel vom BUND angesprochen wird.
    Klar kann ich mich auf den Standpunkt stellen, was gehen mich die Al. Lagerstätten in Brasilien und Sibirien an.
    Ich kann aber auch einen Schritt weiter denken und feststellen, der verantwortungsvolle und bewußte Umgang mit AL besteht in der weitgehenden Vermeidung.

  12. Oder einfach keine Alufolie benutzen. Dann stellen sich viele Fragen gar nicht erst.
    Ich denke gerade ein bisschen zurück und mir fällt spontan nichts ein, was ich dieses Jahr in Alufolie eingepackt habe oder in Zukunft einpacken sollte.
    Ein paar Äpfel oder Bananen für die Mittagspause bei der Arbeit passen auch wunderbar in den Jutebeutel.

  13. Es gibt genügend Studien die beweisen das Aluminium in Lebensmitteln, in Kosmetika und die Herstellung extrem toxisch sind. Aluminium ist das einzige Element auf dieser Erde wofür Mutter Natur absolut keine Verwendung hat in ihrer Evolution. Warum sollte es dann für den Menschen gut sein????

    You Tube bietet auch eine Menge Doku-Videos zu diesem Thema, wenn man zu Faul ist zum lesen. 😉

  14. >> Aluminium ist das einzige Element auf dieser Erde wofür Mutter Natur absolut keine Verwendung hat in ihrer Evolution.<<
    Wieso sollte man daraus schließen das es schlecht ist?

  15. Ja an deas meiste halte ich mich schon, sind auch gute ratschläge.

    Nr.4 ist quark. Die Erneuerbare Energie, kann leider nur einen teil des Deutschen Stromverbrauchs decken. Egal wieviele sich einen Ökostrom anbieter suchen, die Atom/kohle wird weiterhin gebraucht. Mann bezahlt dann nur teuers geld für FAKE Ökostrom, so wie jetzt auch schon. Wenn man was unternehmen will, sollte man dafür sorgen ,denn stromverbrauch zu reduzieren.

  16. Nein, das mit dem Ökostrom ist kein Fake. Ganz im Gegenteil. Je mehr Verbraucher Ökostrom kaufen umso mehr Stromhersteller kapieren, dass wir den wirklich wollen. Was glauben Sie warum die grossen 4 Stromerzeuger ihre Kohlekraftwerke verkaufen oder in eigene Firmen auslagern und nur die Ökokraftwerke behalten?
    Wenn mehr regenerativer Strom verlangt wird werden auch mehr Wind und Sonnenkraftwerke gebaut. Minister Gabriel kriecht der Wirtschaft in der Beziehung bedingungslos in den Hintern und wird die Gesetze so drehen, dass problemlos möglich ist was die grossen Stromproduzenten wollen.

    Kohlekraft ist auch nicht superbillig. Noch heute wird der Abbau von Kohle (und später die Nutzbarmachung der übriggebliebenen Landschaftsruinen) mit viel Steuern gefördert. Warum stecken wir dieses Geld nicht in die Weiterentwicklung von Regenerativen Energien. Z.B. Batterien zur Stromspeicherung oder Anlagen zur Herstellung von Methan (=Erdgas) aus überschüssigem Windstrom?

    Auch der Zusammenbruch des Strommarktes ist ein Märchen. Wir leben in einer vernetzten Welt. Zur Zeit werden ständig über 10% mehr Strom in Deutschland erzeugt als verbraucht wird. Der Überschuss wird in das europäische Ausland verkauft. Genauso könnte Deutschland auch mal Strom im Ausland kaufen wenn wir mehr verbrauchen als wir erzeugen. Ökoanbieter kaufen auch jetzt schon Strom aus Isländischen Erdwärmekraftwerken oder Östereichischen und Schweizer Wasserkraftwerken.

    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Sicher können wir AKTUELL noch nicht auf Kohlekraft verzichten (Atomkraft hat sich ja bald erledigt). Wenn wir aber JETZT anfangen und konsequent am Ball bleiben haben wir das in 20-30 Jahren geschafft!
    Dafür brauchen wir keine neuen Kohlekraftwerke, sondern müssen die alten rechtzeitig abschalten sobald sie überflüssig sind. Ohne Übergangsfristen und sinnfreies Gelaber über Brückentechnologie.

  17. „Kohlekraft ist auch nicht superbillig“
    Stimmt so nicht ganz. Im deutschen Strommarkt sind die Stromgrenzkosten wie folgt: Die geringsten Stromgrenzkosten haben Kernkraftreaktoren, danach kommen Braunkohlekraftwerke und Steinkohlekraftwerke. Hierbei sei gesagt, dass in den Grenzkosten bereits die Umzugs- und Renaturierungskosten enthalten sind, die beim Abbau der Braunkohle anfallen enthalten sind, da diese in den Brennstoffkosten von Braunkohle quasi mit drinstecken. Und nein die Subventionen für Kohleenergie haben rein gar nichts mit dem Tagebau zu tun sondern mit dem Erhalt der Netzstabilität. Wieso?

    2014 war der Einspeiseanteil erneuerbarer Energien (EEG) bei ca 25% der gesamten Stromerzeugung. So weit so gut.
    Das Problem dabei ist aber, dass ein Gros der EEG nicht gleichmäßig ins Netz gelangt sondern die Einspeisemenge zwischen 3% und 65% innerhalb eines Tages schwanken kann (so bereits passiert im Jahr 2013 mittlerweile könnte das noch extremer sein).
    Weil der Strom nicht wirklich zwischengespeichert werden kann müssen Stein- und Braunkohlekraftwerke mittlerweile genau diese schnellen Lastwechsel ausgleichen obwohl dafür nicht ausgelegt sind. Das hat zur Folge, dass viele Kraftwerke nicht mehr rentabel sind. Viele Kraftwerksbetreiber würden diese Kraftwerke dann gerne abschalten, dürfen sie aber nicht, weil die Bundesnetzagentur diese noch für die Netzstabilität braucht. Die anfallenden Verluste müssen dann entsprechend von ihr bezahlt werden.
    Weiterer Nebeneffekt ist: Die Börsenstrompreis ist sehr niedrig. Diese bedeutet, dass die EEG-Umlage größer wird, da die Differenz zwischen Einspeisevergütung für EEG und dem Börsenstrompreis größer wird. Dadurch wird der Strom für uns alle immer teurer.
    Die EEG Novelle 2017 versucht jetzt immer hin, die Einspeisevergütung jetzt bedarfsgerecht zu anzupassen, damit die EEG Umlage nicht noch viel größer wird.

    Die Zwischenspeicherung in Form von Methan oder auch Methanol ist prinzipiell eine gute Idee hat aber auch einen Haken aus anlagentechnischer Sicht, denn in der Regel sind solche Anlagen ebenso wie Kohlekraftwerke eher träge in ihrer Regelung schon aufgrund ihrer Komplexität, insbesondere wenn solch riesige Energiemengen vorgehalten werden müssen. Möglich wäre allerdings der Einsatz bei koventionellen Kraftwerken. Methan und Methanol aus diesem CO2 sind aber auf dem Markt nicht gefragt, da es sich um sogenanntes schwarzes CO2 handelt und nicht um grünes. Totaler Quatsch wie ich finde…