Nicht wegwerfen: So kannst du die Schale der Wassermelone verwerten

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Im Sommer sind Wassermelonen eine erfrischende Nachspeise. Die Schale musst du aber nicht wegwerfen, sondern kannst sie verwerten. Wir zeigen dir, wofür du Wassermelonenschale noch nutzen kannst.

Natürlich denken viele bei Wassermelone zuerst an das fruchtig-süße und erfrischende Wassermelonenfruchtfleisch. Doch tatsächlich sind alle Bestandteile der Wassermelone essbar, auch die Kerne und die Schale. Es gibt viele einfache Methoden, wie du Wassermelonenschale für leckere Rezepte nutzen kannst. Unten stellen wir sie dir vor.

Wassermelonenschale schnell verwerten

Du kannst Wassermelonenschale reiben und unter Salat mischen.
Du kannst Wassermelonenschale reiben und unter Salat mischen.
(Foto: CC0 / Pixabay / 2074413)

Du hast etwas übrige Schale und bist sowieso gerade beim Kochen? Dann versuche doch eine von diesen Ideen:

1. Geriebene Wassermelonenschale

Die einfachste Methode: Zerreibe die Schale und mische sie unter Salate. Beispielsweise kannst du mit Wassermelonenschale einen Krautsalat aufpeppen oder zu einem Gurken-Dill-Salat geben. Oder du mischt die fein geriebene Schale kalten Suppen bei.

Tipp: Als Topping für Suppen und Salate eignen sich geröstete Wassermelonenkerne.

2. Smoothie mit Wassermelonenschale

Wenn du dir das nächste Mal einen Wassermelonen-Smoothie (oder ein anderes fruchtiges Mixgetränk) zubereitest, dann gib doch einfach gleich die Schale der Wassermelone mit in den Mixer. So musst du die Reste nicht wegwerfen, sondern verleihst dem Smoothie zusätzliche Ballaststoffe.

Tipp: Wie wäre es mit einer Frühstücks-Smoothie Bowl oder Sommer-Smoothies mit regionalen Zutaten? Beide Rezepte eignen sich gut, um Wassermelonenschale unkompliziert zu verwerten. 

Rezept für eingelegte Wassermelonenschale

Die Wassermelonenschale darf gerne auch die Hauptrolle in einigen Rezepten übernehmen. Andere Länder haben das längst erkannt. In den USA sind eingelegte oder kandierte Wassermelonenschale beispielsweise weit verbreitet. Du kannst die Schale der Wassermelone zum Beispiel süß-sauer einlegen.

Für etwa zwei bis drei Gläser mit je 400 Milliliter eingelegter Wassermelonenschale benötigst du folgende Zutaten:

  • 1 große Wassermelone
  • 3 EL Salz
  • 1 Bio-Zitrone oder eine Bio-Limette 
  • 1/2 l Balsamico Essig
  • 750 g brauner Zucker
  • 1-2 cm frischer Ingwer
  • 2-3 Zimtstangen
  • 8 Nelken
  • 8 Pimentkörner

Befolge nun folgende Schritte:

  1. Achtle die Wassermelone. Entferne das rote Fruchtfleisch. Nun sollte noch etwa ein Zentimeter Schale übrig sein.
  2. Entferne die dunkelgrüne, bittere Außenhaut mit einem scharfen Messer oder Sparschäler.
  3. Schneide die Schale in mundgerechte Stücke.
  4. Vermische die Schale mit dem Salz und dem Saft einer halben Zitrone und lasse alles über Nacht unter einem Küchentuch ziehen.
  5. Wasche die Schale nach der Ziehzeit kurz ab.
  6. Gib die Schale in einen Topf. Fülle ihn mit Wasser, bis die Schale gerade bedeckt ist.
  7. Lass alles aufkochen und 15 Min. leicht köcheln. Seihe die Schale ab und fange das Wasser auf.
  8. Schneide den Ingwer und die andere Zitronenhälfe in feine Scheiben. Mahle Zimt, Nelken und Piment grob.
  9. Vermische ein Viertel von dem Kochsud mit dem Balsamico und dem Zucker, füge die Gewürze hinzu und koche alles auf.
  10. Gib die Melonenwürfel dazu und lass den Sud bei schwacher Hitze etwa 50 Min leicht köcheln. Nun sollten die Schalen glasig sein.
  11. Fülle die Masse heiß in sterilisierte Gläser und verschließe sie sofort. Lass sie mindestens zwei bis drei Wochen ruhen. Reiche die eingelegten Wassermelonenschalen zum Beispiel als süß-saure Beilage.

Rezept für Marmelade aus Wassermelonenschale

Fülle Marmelade in ausgekochte Gläser – so bleibt sie länger haltbar.
Fülle Marmelade in ausgekochte Gläser – so bleibt sie länger haltbar.
(Foto: CC0 / Pixabay / Lolame)

Aus Wassermelonenschale lässt sich auch Marmelade zubereiten.

Für etwa sechs bis sieben Marmeladengläser mit 250 Milliliter Fassungsvermögen benötigst du folgende Zutaten:

So bereitest du Marmelade aus Wassermelonenschale zu:

  1. Achtle die Wassermelone. Entferne das rote Fruchtfleisch. Nun sollte noch etwa ein Zentimeter Schale übrig sein.
  2. Entferne die dunkelgrüne, bittere Außenhaut mit einem scharfen Messer oder Sparschäler.
  3. Schneide die Schale in mundgerechte Stücke.
  4. Gib zwei Liter Wasser sowie 200 Milliliter Apfelessig dazu und lass alles bei mittlerer Hitze zwei Stunden kochen.
  5. Gieße die Schalen nach dem Kochen ab und schrecke sie mit kaltem Wasser ab.
  6. Gib die Schalen zurück in den Topf, füge einen halben Liter Wasser sowie den Saft der Zitrone, ein Kilo Gelierzucker und ein Päckchen Vanillezucker hinzu. Koche alles so lange, bis die Masse eingedickt ist. Du kannst sie nun komplett fein oder teilweise pürieren.
  7. Fülle die heiße Marmelade in Gläser. Verschließe die Marmeladengläser und stelle sie für fünf Minuten auf den Kopf. Lass die Gläser in ein Küchenhandtuch gewickelt einen halben Tag ruhen.

    2 gute Gründe, Wassermelonenschale zu verwerten

    Auch die Kerne sind essbar
    Auch die Kerne sind essbar
    (Foto: CC0 / Pixabay / PDPics)

    1. Wassermelonenschale enthält viele Nährstoffe

    In der Wassermelonenschale stecken viele wertvolle Inhaltsstoffe: Sie enthält viele Ballaststoffe, die schnell sättigen. Auch sind Aminosäuren enthalten, die den Körper unter anderem beim Muskelaufbau unterstützen, sowie viel Vitamin A.

    Zwischen der grünen Außenhaut und dem roten Fruchtfleisch befindet sich noch eine weiße Schicht, die als eine der besten Quellen für die Aminosäure Citrullin gilt. Der Körper wandelt Citrullin in die Aminosäure Arginin um, welche die Blutgefäße weiten und dadurch den Blutfluss verbessern soll.

    US-Forschern zufolge soll Arginin die Potenz von Männern steigern können. Ob man diese Wirkung hervorrufen kann, indem man Wassermelonen isst, gilt jedoch als umstritten. Die Konzentration der Arminosäure sei Kritikern zufolge zu gering.

    2. Wassermelonenschale ist kein Lebensmittelmüll

    Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Zeit. Alleine in Deutschland landen laut Verbraucherzentrale jährlich 11 Millionen Tonnen an Lebensmittel im Müll. Dabei ist vieles von dem, was wir in die Tonne schmeißen, eigentlich noch genießbar. 

    Wenn wir Lebensmittel verschwenden, hat das auch für die Umwelt Nachteile: Denn um Nahrungsmittel zu produzieren, benötigt man Energie, Wasser und andere Rohstoffe. Verbrauchen wir zu viel davon, steigt unser ökologischer Fußabdruck – wir verbrauchen die Ressourcen, die kommenden Generationen zur Verfügung stehen sollten.

    Auch das Klima wird negativ von Foodwaste beeinflusst. Beispielsweise verursacht der jährliche Lebensmittelmüll der EU laut Verbraucherzentrale die gleiche Menge CO2 wie die gesamten Niederlande.

    Der Lebensmittelmüll in Haushalten besteht laut Verbraucherzentrale zu 49 Prozent aus Obst und Gemüse. Wenn du anfängst, Schalen und andere „Abfälle“ zu verwerten, kannst auch du Verschwendung vermeiden und Müll reduzieren.

      Kaufe Wassermelonen in Bio-Qualität

      Wenn du die Schale verwerten möchtest, solltest du besonders darauf achten, dass die Melone aus kontrolliert biologischem Anbau stammt. Konventionelle Wassermelonen werden nämlich meistens mit Pestiziden bespritzt. In China nutzt man beispielsweise Forchlorfenuron als Wachstumsregulator. (Mehr Informationen: Wassermelone: So gesund ist die Sommerfrucht wirklich)

      Pestizide schaden nicht nur Schädlingen sondern auch anderen Tieren und Insekten – insofern bedrohen sie die Artenvielfalt. Außerdem stehen viele der Mittel im Verdacht, gesundheitsschädlich zu wirken – Glyphosat ist nur eines von zahlreichen Beispielen. Auch nach dem Abwaschen könnten sich noch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf der Schale befinden. Bio-Wassermelonen werden hingegen nicht mit chemischen Pestiziden behandelt.

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      English Version available: How to Reuse Watermelon Rind

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      (5) Kommentare

      1. Tja, die vielen Nährstoffe konnen gegen ein Kilogramm Gelierzucker (nahezu 50% des Rezepts) und stundenlangem Kochen nicht anstinken…Ich glaube nicht, dass das gesund ist. Auch nicht für die Umwelt.

      2. Ich mach aus Wassermelonenschalen meistens Gemüse-Eintopf/Curry/Risotto-Gerichte usw. (Derzeitige Lieblingsvariante: Hirse-Wassermelonenschalen-Curry.) Die Wassermelonenschale muss dafür sehr lange kochen, bis sie weich ist, und schmeckt anschließend ungefähr wie überreife, d.h. viel zu groß gewachsene, Zucchini (mit nur leichtem süßlichem Wassermeloneneinschlag) – keine Delikatesse, aber essbar, besonders als nur eine von mehreren Zutaten eines Gemüsegerichtes. Das Reiben/Raspeln/Durch-den-Mixer-Jagen klingt nach einer gute Idee, die die Kochzeit deutlich verringern und die Schalen genießbarer machen könnte. Muss ich das nächste Mal probieren! Ich hab auch von indischen Rezepten gehört, wo die äußerste harte Schale dann doch weggeworfen und nur die weiße Schicht verwendet wird. (Aber ob das dann nicht mehr Arbeit für weniger Ertrag ist, als gleich zu raspeln? Ich hab’s noch nicht probiert.)
        Die Schale einer normal großen Wassermelone ergibt locker mehrere Portionen – vor allem, wenn sie nicht die einzige Zutat ist. Für Einzelpersonen lohnt es sich daher, die Verwertung der ganzen Schale vorauszuplanen – wenn man sie nur als Zugabe zu Smoothies und Salaten verwendet, isst man ziemlich lange dran. (Aber immer noch besser nur einen Teil verwerten als alles wegwerfen!)

        (Und ich stimme dem vorigen Kommentar zu, dass die Methode „Koch es endlos lange mit ganz viel Zucker!“ nicht unbedingt die sinnvollste ist – es sei denn, man kommt von dem ganzen Süßkram sowieso nicht weg und verzehrt dann stattdessen Melonenschalenmarmelade etc. als „Ersatzdroge“.)

      3. Ich habe jetzt (endlich) Salat aus geraspelter roher Wassermelonenschale probiert. Ist zwar immer noch keine Delikatesse, schmeckt mir aber besser als lange weichgekochte Melonenschale und ist schonender für die Inhaltsstoffe. Salat nur aus Melonenschale wäre wahrscheinlich nicht so toll, aber mein Halb-und-Halb-Gurken-und-Melonenschalen-Salat (mit Joghurt-Dill-Knoblauch-Dressing) hat ganz ordentlich geschmeckt. Für die meisten anderen Salate kann ich mir das auch gut vorstellen. Wahrscheinlich schmecken ballaststoffarme, weiche Salate (z.B. Nudelsalat, Kartoffelsalat) dadurch sogar besser? (Hab ich aber noch nicht probiert.)
        Da mein Mixer kaputt ist, bin ich der Melone mit der Gemüsereibe auf die Pelle gerückt: Ich habe die harte äußerste Schicht abgeraspelt. (Nicht nur die dunkelgrüne Oberfläche, sondern auch noch eine sehr dünne harte hellgrüne Schicht darunter – das merkt man dann beim Raspeln.) Die noch übrige weiße Schicht hab ich in kleine Würfel geschnitten. Alles kam in den Salat.
        Vom Arbeitsaufwand her war das gerade noch vertretbar – aber ich glaube, ich brauche entweder einen neuen Mixer oder eine schärfere Reibe. Das stellt mich vor neue Öko-Fragen: Simple plastikfreie Blech-/Edelstahl-Reibe? Trommelreibe mit Handkurbel? Oder doch wieder elektrisch? Wahrscheinlich schau ich erst mal im örtlichen Second-Hand-Laden.

      4. Ich verstehe die Rezepte nicht: »Schneide die hellgrüne Schale mitsamt des roten Fruchtfleischs in mundgerechte Stücke.« Abgesehen von der etwas abenteuerlichen Grammatik: was wird denn nun verarbeitet? Die weiße Schale oder die ganze Melone ohne die grüne Schale?

      5. Liebe*r Amenophis,
        danke für den Hinweis – ich habe das nun korrigiert, damit der Satz leichter verständlich ist. Wir meinen damit, dass die übrige Schale ohne Fruchtfleisch und ohne die dunkelgrüne Außenhaut weiterverarbeitet wird.
        Viel Spaß beim Ausprobieren!
        Liebe Grüße aus Utopia,
        Klara