10 häufige Kühlschrankfehler, die bares Geld kosten und Lebensmittel verschwenden

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Unser Kühlschrank läuft 24 Stunden am Tag an 365 Tage im Jahr. Bei der Benutzung begehen viele von uns grundlegende Fehler. Das Ergebnis: Keime vermehren sich, unnötig viel Strom wird verschwendet und Lebensmittel schimmeln unbemerkt vor sich hin. Wir zeigen die häufigsten Kühlschrank-Fehler – und wie du sie vermeiden kannst.

1. Lebensmittel nass in den Kühlschrank legen

Viele von uns waschen ihr Obst und Gemüse gleich nach dem Einkauf. Das ist keine schlechte Idee – allerdings solltest du die Lebensmittel gründlich abtrocknen, bevor du sie in den Kühlschrank legst. Denn: Bei feuchtem Obst oder Gemüse können sich schneller Bakterien, Schimmel oder Keime bilden.

2. Falsche Lebensmittel im Kühlschrank

Bestimmte Lebensmittel gehören nicht in den Kühlschrank – einige brauchen es einfach nicht kühl, anderen schadet die Kälte sogar. Was du nicht im Kühlschrank lagern solltest:

  • Tomaten: Sie verlieren dort ihr Aroma und können schneller schimmeln.
  • Speiseöle – Olivenöl beispielsweise wird im Kühlschrank flockig.
  • Brot: Im Kühlschrank bekommt Brot nicht genug Luft – es bildet sich schneller Feuchtigkeit und das Brot schimmelt leichter.
  • Zitrusfrüchte: Zitronen, Orangen, Grapefruits oder Mandarinen vertragen die Kälte schlecht.
  • Knoblauch und Zwiebeln: Im Kühlschrank ist es zu feucht und zu kalt für sie.

Lies dazu auch unseren Artikel: 10 Lebensmittel, die du nicht im Kühlschrank lagern solltest 

3. Kühlschrank falsch einräumen

Vorräte richtig lagern und die optimale Kühlschrank-Temperatur einstellen
Vorräte richtig einräumen. (Grafik © Utopia.de)

Wer seinen Kühlschrank richtig einräumt, stellt sicher, dass die Einkäufe möglichst lange halten. Denn nicht jeder Platz im Kühlschrank ist für alle Nahrungsmittel gleich gut geeignet. Ein gut eingeräumter Kühlschrank verbraucht außerdem weniger Strom – und damit auch weniger Geld.

Generell gilt: Warme Luft steigt nach oben. Daher sind die oberen Fächer im Kühlschrank etwas weniger kühl als die unteren Fächer. Dementsprechend solltest du deine Lebensmittel einräumen:

  • Leicht verderbliche Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst und Fisch gehören ins unterste Fach.
  • Mittleres Fach: Milchprodukte wie Käse, Jogurt oder Quark
  • Eier, Butter und Margarine müssen nicht so stark gekühlt werden – oberstes Fach oder Türfächer
  • Obst und Gemüse ins Gemüsefach. Achtung: Vermeide Plastikverpackungen im Gemüsefach! Sonst entsteht zu viel Kondenswasser und die Lebensmittel können schimmeln.
  • Marmelade oder bereits gekochte Speisen brauchen keine allzu starke Kühlung und können in der Tür oder in den oberen Fächern Platz finden.
  • Angebrochene Lebensmittel solltest du etwas kälter lagern als frisch verpackte – das gilt vor allem bei tierischen Produkten.

Mehr Tipps: Kühlschrank richtig einräumen: was gehört wohin? 

4. Zu voller oder zu leerer Kühlschrank

Ist der Kühlschrank zu voll, kann die Luft nicht mehr zwischen den einzelnen Nahrungsmitteln zirkulieren – sie verderben schneller. Auch die Kühlleistung lässt bei einem überfüllten Gerät nach. Gleichzeitig sollte der Kühlschrank aber auch nicht zu leer sein, da er sich schneller aufwärmt, wenn die Türe geöffnet wird. Bei einem volleren Kühlschrank „speichern“ die Lebensmittel die Kälte wie Kühlakkus, wodurch das Gerät weniger Energie zum Herunterkühlen aufwenden muss. Ideal ist also ein gut gefüllter Kühlschrank, der aber nicht überfüllt ist und noch genug Platz zur Luftzirkulation hat.

Unsere Bestenlisten zu den effizientesten Kühlgeräten

5. Warme Speisen im Kühlschrank

Vom Mittagessen ist noch etwas übrig geblieben oder du hast auf Vorrat gekocht? Dann die Lebensmittel unbedingt abkühlen lassen, bevor du sie in den Kühlschrank stellst! Warmes Essen im Kühlschrank führt dazu, dass sich das Innere des Geräts erwärmt. Der Kühlschrank muss dann umso stärker kühlen, um die gewünschte Temperatur wieder herzustellen – und das kostet jede Menge Energie und damit bares Geld.

Ein anderes Problem bei besonders heißen Speisen im Kühlschrank: Wenn sie Dampf absondern, bildet sich daraus Kondenswasser. Das wiederum kann einen Eispanzer am Gefrierfach bilden oder zumindest verstärken.

6. Falsche Kühlschrank-Temperatur

Viele Kühlschränke sind zu kalt eingestellt – eine unnötige Energieverschwendung und damit Geldverschwendung. Als Faustregel gilt: Wenn die Butter nicht streichfähig ist, ist der Kühlschrank zu kalt und man sollte ihn höher einstellen.

Die optimale Kühlschrank-Temperatur liegt bei 7 ºC. Bei Kühlschränken ohne Thermometer und Regler von 1-6 oder 2-7 entspricht das meist den niedrigen Reglerstufen 1 oder 2.

Für den Gefrierbereich liegt die ideale Temperatur bei -18 ºC. Bereits ein Grad weniger kann etwa sechs Prozent mehr Stromverbrauch bedeuten.

Mehr Informationen: Die optimale Kühlschrank-Temperatur einstellen

7. Empfindliche Lebensmittel in der Seitentür

Milchflasche
Frische Milch nicht in der Tür des Kühlschranks lagern. (Foto: Colourbox.de)

Die Seitenfächer an der Tür des Kühlschranks ist eigentlich geradezu für Milchkartons oder Milchflaschen gemacht – sie dort zu verstauen ist jedoch nicht empfehlenswert. An den Bereichen um die Türfacher und die Flaschenablage schwankt die Temperatur nämlich am stärksten, gerade empfindliche Frischmilch sollte jedoch konstant kühl bleiben, damit sie länger hält.

8. Alte Lebensmittel verschwinden lassen

Wer kennt das nicht: Nach dem Einkauf räumt man das neue Essen in den Kühlschrank – und schiebt die alten Lebensmittel nach hinten. Die angebrochenen Nahrungsmittel von letzter Woche verschwinden in den Tiefen des Kühlschranks, werden übersehen und sind bald ungenießbar. Besser ist es andersrum: Neu gekaufte Lebensmittel gehören nach hinten, ältere nach vorne.

9. Zu selten abtauen

Eis an den Wänden vermindert die Kühlwirkung erheblich und erhöht den Stromverbrauch. Damit der Kühlschrank effizient bleibt, solltest du ihn regelmäßig abtauen – Experten empfehlen mindestens zweimal im Jahr. Und auch hier sparst du nicht nur Energie und tust der Umwelt einen gefallen, regelmäßiges Abtauen entlastet auch deinen Geldbeutel.

10. Zu selten reinigen

Kühlschrank
Den Kühlschrank regelmäßig reinigen. (Foto: Rhea Moutafis / Utopia)

Auch wenn es mühsam ist: Denn Kühlschrank solltest du alle vier bis sechs Wochen reinigen. Im Kühlschrank entstehen schnell unangenehme Gerüche, Keime, Bakterien oder Schimmel. Vor allem wenn du unverpackte Lebensmittel lagerst, ist eine regelmäßige Reinigung wichtig. Wie du dabei am besten vorgehst: Kühlschrank reinigen: Tipps und Hausmittel 

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(3) Kommentare

  1. Oha, viel Richtiges und Gutes. Aber bei Speiseölen ist das mit dem „nicht in den Kühlschrank“ so pauschal leider falsch! Es kommt auf das Öl an: Für Olivenöl ist es korrekt, das muss nicht in den Kühlschrank. Allerdings: OMEGA 3-REICHE SPEISEÖLE wie LEINÖL (50-60% Alpha-Linolensäure = ALA), Chiaöl oder Hanföl (25% ALA) sollten sogar UNBEDINGT IN DEN KÜHLSCHRANK, denn bei Raumtemperatur werden sie in kurzer Zeit nach und nach ranzig und bitter. Der Grund: Omega 3-Fettsäuren wie ALA sind die reaktivsten Fettsäuren, sie reagieren mit Licht, Wärme und Sauerstoff. Sie müssen daher so frisch wie möglich verzehrt werden. Werden sie ranzig bevor man sie isst, schaden sie sogar eher als dass sie nützen. Die ALA bleibt trotzdem unsere wichtigste pflanzliche Omega 3-Quelle, aus ihr kann der Körper bis zu 20% DHA generieren (vgl. Forschungen der Uni Jena, UGBforum 6/14), aus der sogar große Teile unseres Gehirns bestehen.

    Aus diesem Grund steht LEINÖL in vielen Ländern in guten Lebensmittel-Läden generell IM KÜHLREGAL (vgl. Fit mit Fett, Ölwechsel für Ihren Körper u.a.), denn am sinnvollsten ist die UNUNTERBROCHENE KÜHLKETTE ab Erzeugung bis zum Verzehr, so wie bei Butter oder bei Fisch (der zweiten wichtigen Omega 3-Quelle, allerdings für die Omega 3-Fettsäuren DHA und EPA). In einheimischen Läden wird die ununterbrochene Kühlkette momentan leider nur von Dr. Budwig-Leinöl angeboten, das Naturkost-Biomärkte und Reformhäuser führen. Dafür ist es aber das einzige mir bekannte Leinöl in Deutschland, das ganz naturbelassen keinerlei Bitternoten, sondern ein sehr fein-nussiges Aroma bewahrt und schon deshalb viele Nachahmer verdient. Beim Dr. Budwig-Leinöl verpflichtet allerdings bereits der Name, denn Frau Dr. Dr. Budwig war als Pharmazeutin und Chemikerin (im Auftrag der Bundesregierung in den 1950er-Jahren) die weltweit erste Entdeckerin der Alpha-Linolensäure (ALA), die ihr sogar den Namen gab! Aber das nur am Rande.

    Das genaue Gegenteil gilt für die Aufbewahrung von Kokosöl, das zu 95% aus (gesunden mittelkettigen) gesättigten Fettsäuren besteht und deshalb – ganz im Gegensatz zu Omega-3-reichen Speiseölen – besonders hitzestabil, also auch frittier- und pfannentauglich ist: Kokosöl muss nie in den Kühlschrank, da es wie Olivenöl praktisch keine Omega 3-Fettsäuren enthält.

    Es wäre zu begrüßen, wenn das Wissen SPEISE-LEINÖL GEHÖRT IN DEN KÜHLSCHRANK und ins Kühlregal, und zwar wie Butter sogar möglichst ununterbrochen, auch bei Utopia ankommen würde.

  2. Dass Backwaren nicht in den Kühlschrank gehören hat einen anderen Grund: Beim Backen (aber auch z. B. beim Binden einer Soße) lagert die Stärke Wasser ein, was man Stärkeverkleisterung nennt. Das ist ein endothermer Vorgang, der je nach der Pflanzenherkunft der Stärke bei 55 bis 87°C einsetzt. Wird das Gebäck wieder abgekühlt, verschiebt sich das chemische Gleichgewicht und der Stärke-Anteil, der Amylose genannt wird, kristallisiert wieder und gibt dabei das Wasser wieder frei. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Retrogradation_(Chemie).
    Für Temperaturen oberhalb -7°C gilt: je kühler, desto schneller schreitet die Retrogradation fort. Bei Zimmertemperatur bleibt Brot also länger frisch als im Kühlschrank.

    Worauf der Artikel zurecht hinweist: Es hilft nicht, den Wasserverlust durch Einpacken verhindern zu wollen. Dadurch wird das Brot feucht, was Schimmel begünstigt.

    Will man Backwaren länger aufbewahren, sollte man sie bei -19°C oder kälter einfrieren.

    Noch besser ist es jedoch, dem Bäcker um die Ecke des öfteren einen Besuch abstatten, nicht zu viel auf einmal zu kaufen, und die Backwaren möglichst ofenfrisch zu geniesen…

  3. Eier werden bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Erst NACH dem auf der Packung angegebenen Zeitpunkt, gehören sie in den Kühlschrank. Bis dahin hat man sie hoffentlich verzehrt. Wenn man genau schaut: Wo stehen die Eier im Supermarkt? Jedenfalls nicht in der Kühlung.
    Nadja, könntest du die Kommentare überprüfen und den Text ggf. entsprechend ändern, damit nicht ganz offensichtliche Fehler kolportiert werden?

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