Hallo Herbst! Diese Regenhosen, Regenjacken und Gummistiefel machen Sinn

Fotos: MPower., wronge57 / photocase.de

Bei Matschhosen und Regenjacken ist allermeist jede Menge Chemie im Spiel! Es gibt aber auch Alternativen, die gut für dein Kind und die Umwelt sind. Hier findest du Tipps, damit du dich im Dschungel der Regenkleidung zurechtfindest.

Kinder wollen – und sollen – bei jedem Wetter vor die Tür. Macht allerdings nur Sinn und Spaß, wenn die Kleidung stimmt. Wer sich auf die Suche nach Regenkleidung für die Kleinen macht, merkt schnell: Da ist viel Chemie im Spiel.

Wenn die Kleidung drunter trocken und sauber bleiben soll, geht das nicht ohne Kunststoff, der als Material nach wie vor problematisch ist, beziehungsweise nicht ohne eine entsprechende Imprägnierung. Auch hier werden häufig gefährliche Chemikalien (Stichwort PFC) eingesetzt, um Regenhosen und Regenjacken möglichst wasserdicht zu machen.

Traurige Wahrheit: Die meisten Matschhosen sind voll mit Schadstoffen

Der Test von Öko-Test (4/2017) hat gezeigt: Für die Hersteller ist hier noch viel nachzubessern! Die meisten Regenhosen enthalten jede Menge Giftstoffe.

Alternativen zu finden ist gar nicht so einfach. Wir zeigen euch hier Regenhosen und Regenjacken, die zwar nicht alle PFC-frei sind, die ihr aber mit gutem Gewissen kaufen könnt.

Regenhosen für Kinder

Regenhosen: Gut für Kind & Umwelt

Die beiden Regenhosen für Kinder können ganz einfach über der normale Kleidung getragen werden und halten absolut trocken. Die linke Hose (von Fred’s World, erhältlich über greenstories.de) ist ungefüttert. Sie ist BPA- und PVC-frei und sozial und fair produziert. Die Buddelhose rechts im Bild (über** Hans Natur) hat praktische Füßlinge. Sie trägt das Öko-Tex Standard 100-Siegel.

Regenhosen mit nachhaltiger Imprägnierung
Regenhosen mit nachhaltiger Imprägnierung (Fotos: bergfreunde - Color Kids, Didriksons)

Die Kid’s Benz Pants von Color Kids** wurde mit dem hochwertigen und nachhaltigen Mittel Bionic Finisch Eco imprägniert, die Hardshellhose Nobi Kids Pants von Didriksons ist PFC-frei imprägniert.

Regenanzug: Praktisch für Krabbel- und Kleinkinder

Mit Regenanzügen sind Kleinkinder perfekt ausgerüstet.

Der Regenanzug von Ducksday (link im Bild, über Hans Natur erhältlich**) trägt das Öko-Tex Standard 100-Siegel (Klasse 1). Der bunte Anzug im Flugzeug-Design (rechts im Bild, von frugi) wird aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Beide sind wasserdicht und extrem strapazierfähig.

 

Nachhaltige Regenjacken für Kinder

VAUDE produziert seine Bekleidung inzwischen vollständig ohne umweltschädliche Flourcarbone (PFC)
VAUDE produziert seine Bekleidung inzwischen vollständig ohne umweltschädliche Flourcarbone (PFC). (Fotos: VAUDE)

Die beiden Kinder-Regenjacken von VAUDE sind mit Eco Finish umweltfreundlich wasserabweisend ohne Fluorcarbone (PFC) hergestellt. Das VAUDE Green Shape-Label steht für ein umweltfreundliches, funktionelles Produkt aus nachhaltigen Materialien.

Gummistiefel

Achte beim Kauf von Kindergummi-Stiefeln auf die Art des Materials: Synthetischer Kautschuk wird auf der Basis von Erdöl hergestellt. Besser ist Naturkautschuk, der zudem länger hält und luftdurchlässig ist.

Regenhosen, Regenjacken und Gummistiefel machen Sinn – hier Stiefel aus Naturkautschuk

Diese Gummistiefel sind allesamt aus Naturkautschuk: Links grüne BMS-Gummistiefel über Hans Natur**, in der Mitte Gummistiefel von frugi, rechts Gummistiefel von Grand Step Shoes über Waschbär**.

Im aktuellen Test von Öko-Test kam der in Italien produzierte ‚Elefanten Jaloppy Jelly‘ von Deichmann als einziger Schuh im Test mit einem „befriedigend“ weg. Alle anderen Stiefel hatten schlechtere Bewertungen.

Bei Regenkleidung auf der sicheren Seite

Günstige Regenkleidung der bekannten Ketten für Kinderbekleidung sind problematisch, das hat der Test von Ökotest (4/2017) gezeigt. Diese drei Siegel helfen euch beim Kauf weiter:

Der Standard 100 by OEKO-TEXÖko-Tex Standard 100-Siegel: Das bedeutet, dass die Produkte frei sind von gesetzlich verbotenen Schadstoffen und auch sonst keine gesundheitsschädlichen Chemikalien enthalten.

PFC-frei: Perfluorcarbone (kurz PFC) ist eine Chemikalie, die die Hersteller einsetzen, damit der Regen abperlt und das Wasser abhält. PFC kann die Fruchtbarkeit schädigen, das Immunsystem angreifen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. Außerdem kann PFC das Wachstum von Tumoren fördern. Diese Stoffe sind extrem langlebig und werden über Wasser und Wind überallhin transportiert. Sie reichern sich im Gewebe von Lebewesen an und sind inzwischen überall nachweisbar: In der Arktis, in den Alpen – und auch in der Muttermilch und in unserem Blut.

Inzwischen gibt es immer mehr Produzenten, die PFC-freie Outdoor-Bekleidung produzieren. So ist bei VAUDE und Fjällräven inzwischen das gesamte Sortiment PFC-frei, Jack Wolfskin ist nahezu PFC-frei, auch Haglöfs, Maier Sports und Schoeffel haben PFC-freie Produkte in ihrem Sortiment. Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar einen PFC-freien Nachimprägnier-Service an (Schoeffel-Lowa / Jack Wolfskin).

bluesign-Siegel: Das bluesign-Siegel impliziert schadstoffarme und umweltfreundliche Produktabläufe, es bedeutet aber nicht, dass die Produkte PFC-frei sind.

Hier findet ihr genaue Infos über das bluesign-Siegel.

Öko-Test Matschhosen: voll mit Schadstoffen, nicht wasserdicht

Öko-Test hat zuletzt 2017 Matschhosen getestet und dabei jede Menge problematische Stoffe gefunden. Die Tester warnen insbesondere vor polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Einige dieser Stoffe gelten als krebserregend und können über die Nahrung, die Atemwege und die Haut in den Körper gelangen. Kinder sind besonders empfindlich. Deshalb hat diese Stoffe in Regenkleidung für Kinder nichts verloren!

Darüber hinaus problematisch: Halogenorganische, phosphororganische und zinnorganische Verbindungen, optische Aufheller und Formaldehyd.

„Gewinner“ und Verlierer bei Öko-Test

Die Color Kids Boxi Rain von Active Sportswear schnitt als einzige Matschhose mit der Note „befriedigend“ und damit am besten ab. Die Hose wird allerdings laut Hersteller schon seit zwei Jahren nicht mehr in dieser Materialzusammensetzung produziert, Öko-Test ist beim Einkauf zufällig auf Modelle aus der alten Kollektion gestoßen.

Darauf folgen fünf Modelle, die mit der Note „ausreichend“ den Mindestanforderungen von Öko-Test entsprechen. Das sind Matschhosen von Baby Walz, H&M, Jako-O, Reima Oy und Sterntaler. Aber auch in diesen Hosen hat Öko-Test zumindest Spuren bedenklicher Stoffe gefunden.

Weitere sieben Matschhosen wurden mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ getestet. Darunter sind die Hersteller C&A, Kik und Brands4kids. Öko-Test rät vom Kauf dieser Hosen ab.

Den ganzen Test gibt es in der Öko-Test-Ausgabe 4/2017 als PDF** und online bei oekotest.de.

Öko-Test-Ausgabe 4/2017 als PDF**

Gesund im Dreck – mit Matschhosen und Regenhosen
Gesund im Dreck – mit Matschhosen und Regenhosen (Alexander Dummer / unsplash.com)

Matschhosen sollen nicht nur Schmutz und Dreck, sondern auch Nässe abhalten

Was ist beim Kauf von Matschhosen zu beachten?

Utopia.de rät: Es macht langfristig Sinn, auf hochwertige Outdoor-Marken zurückzugreifen, auch wenn die deutlich mehr kosten als die Modelle der altbekannten Marken. Zwar haben Eltern bei Matschhosen und Regenjacken gerne zwei Exemplare parat: Eine Ausrüstung für Zuhause, eine für die Kita. Wenn du dich auf EINE Garnitur Regenkleidung beschränkst, tust du der Umwelt viel Gutes – und sparst zudem Geld, das du in die Qualität der Regenkleidung investieren kannst. Achte beim Kauf am besten auf PFC-freie Produkte.

Bitte nicht vergessen: Je länger du ein Kleidungsstück nutzt, desto kleiner ist sein ökologischer Fußabdruck. Gebrauchte Outdoor-Kleidung also weitergeben – und andersrum kannst du in Secondhand-Läden oder im Internet gezielt nach guten gebrauchten Stücken suchen. Qualitativ hochwertige Produkte halten viele Kinder aus!

Reparaturservice, Online-Repair-Café und Second-Use-Shop: Hier findest du unter anderem auch Tipps, um das Leben von Outdoor-Bekleidung zu verlängern:

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(4) Kommentare

  1. Ich finde es schlimm, dass selbst vor Kindern nicht Halt gemacht wird!

    Und traurig ist, dass die mangelhaften und ungenügenden Hosen bzw. auch andere Produkte nicht zwangsweise aus dem Verkauf genommen werden. Wenn auch tatsächlich Konsequenzen drohen würden, vielleicht würden die Hersteller in Zukunft nicht mehr versuchen, solche Stoffe zu verwenden.

  2. Gut, dass getestet wird!
    Die KäuferInnen haben die Möglichkeit, die Produkte zu boykottieren, die sie nicht wollen.
    Das wird viel zu wenig genutzt.

    Bei diesem Test frage ich mich doch sehr, warum eine Standard-Regenmarke wie tchibo nicht getest wird!
    Ein Test ist für mich dann sinnvoll, wenn er das Kaufverhalten der KäuferInnen in etwa wiederspiegelt. Und da gehören die Waren von tchibo dazu!

  3. Also ich kann die Matschhose vom Regenwaldladen [LINK ENTFERNT V. UTOPIA-TEAM] empfehlen. Ist aus latexierter bio Baumwolle. Nur die Verschlüsse sind aus Plastik und wahrscheinlich ist der Gummi nicht aus Naturkautschuk. Sonst ist die Matschhose Plastikfrei und bei uns hält sie dicht.