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Reduce, reuse, recycle: So kannst du Müll und Verschwendung vermeiden

Reduce Reuse Recycle
Foto: CC0 / Pixabay / RikaC

Mit der „5-R-Regel“ (refuse, reduce, reuse, recycle, rot) kannst du nach und nach weniger Müll produzieren. Wir erklären, worauf es bei der Regel ankommt.

Wenn es um das Thema Müll und Verschwendung von Ressourcen geht, ist oft von „Zero Waste“ die Rede. Die Zero-Waste-Bewegung hat sich einem Unterfangen verschrieben, was vielen radikal oder sogar unmöglich erscheint: dem Boykott von Müll.

Als Pionierin dieser Bewegung gilt die französische Zero-Waste-Bloggerin Béa Johnson, die seit 2008 müllfrei lebt – fast. Ein wenig Müll kommt schließlich doch zusammen, aber bei Béa und ihrer Familie lässt sich der Müll, der innerhalb eines Jahres anfällt, in ein Ein-Liter-Einmachglas packen.

Beá befolgt in ihrem Zero-Waste-Lifestyle die sogennanten „5 R’s“ (welche oft lediglich als „Reduce, Reuse, Recycle“ bekannt sind), um möglichst plastikfrei und müllfrei zu leben:

  • refuse (ablehnen)
  • reduce (reduzieren)
  • reuse (wiederverwenden)
  • recycle (wiederverwerten)
  • rot (kompostieren)

Wenn du diese Grundsätze in dieser Reihenfolge , also „vermeiden“ als erste Option und „kompostieren“ als letzte, auch in deinem Umgang mit Ressourcen beachtest, kommst du einem müllfreierem Leben schon deutlich näher. Wir erklären, was es mit den fünf „R’s“ genau auf sich hat und wie du sie in deinem Alltag umsetzen kannst.

1. Refuse – Ablehnen

Bringe an deinem Briefkasten ein "Bitte keine Werbung"-Schild an.
Bringe an deinem Briefkasten ein „Bitte keine Werbung“-Schild an. (Foto: CC0 / Pixabay / anaterate)

Werbung im Briefkasten, vorgeschnittenes Obst in Plastikverpackungen, Gratiszeitschriften bei Werbeaktionen, Treuepunkte und Coupons an der Kasse. Wenn wir beginnen, all dies abzulehnen, vermeiden wir eine erhebliche Menge an Müll.

Viele Einmal-Gebrauchsgegenstände stehen in keinem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Beispielsweise Teelichter in Aluminiumschälchen: Sie erfreuen uns ein paar Stunden lang mit Licht und landen danach im Müll. Dabei ist Aluminium ein Material, das gleichermaßen problematisch wie wertvoll ist. Bei der Herstellung von Aluminium entstehen giftige Abfallprodukte, aber in einigen Gegenständen kann Aluminium gegen kein anderes Material ausgetauscht werden. Es daher in Teelichter zu verwenden, die weggeschmissen werden, ist eine Ressourcenverschwendung, zumal es aluminiumfreie Alternativen gibt. Mehr zum Thema Teelichter erfährst du hier: Teelichter: Deshalb solltest du überlegen, ob du sie kaufst.

Das gleiche Problem des Ungleichgewichts zwischen Nutzen und Ressourcenverbrauch besteht auch bei den meisten kostenlosen Dingen. Achte im Alltag darauf, folgendes abzulehnen:

  • Flyer (mache stattdessen ein Handyfoto davon)
  • Werbegeschenke
  • Kostenlose (Werbe-) Zeitschriften
  • Plastiktütchen im Supermarkt oder bei sonstigen Geschäften
  • Coupons, Treuehefte und so weiter

Ein kleiner Schritt in Richtung Müllvermeidung ist bereits unternommen worden: Seit dem 3. Juli 2021 ist das Verkaufsverbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff in Kraft. EU-weit dürfen keine Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe oder Einweggeschirr aus konventionellem Plastik und aus „Bioplastik“ mehr verkauft werden. Auch To-go-Becher und Einwegbehälter aus Styropor dürfen in der EU nicht mehr produziert und in den Handel gebracht werden.

2. Reduce – Reduzieren

Reduce, Reuse, Recycle: Wegwerfkleidung sollte zu den Dingen gehören, die wir reduzieren.
Reduce, Reuse, Recycle: Wegwerfkleidung sollte zu den Dingen gehören, die wir reduzieren. (Foto: CC0 / Pixabay / MabelAmber)

Muss es wirklich das fünfte weiße T-Shirt sein? Reicht nicht doch aus, was ich alles bereits habe? Brauche ich das neueste Handy tatsächlich? Könnte ich statt der dritten To-Go-Bestellung diese Woche nicht selbst ein Gericht kochen?

Wenn du dich allgemein mit dem Thema „Reduce, Reuse, Recycle“ beschäftigst, solltest du dir diese Fragen stellen. Das zweite „R“ dreht sich um etwas, das nicht viele von uns gerne machen: Dinge zu reduzieren. Reduzieren bedeutet jedoch nicht einen kompletten Verzicht, sondern das Bewusstsein dafür zu schärfen, was vorhanden ist und ob du damit nicht doch gut auskommst.

Besonders die Fast-Fashion-Industrie lebt davon, dass wir nicht verzichten. Sie schmeißt Kollektion nach Kollektion zu Schleuderpreisen auf den Markt, damit wir angeregt werden, zuzugreifen. Viele der Teile, die wir kaufen, tragen wir zudem nur kurz oder gar nicht. Wieder geht es also um Ressourcenverschwendung, die einen hohen Preis für die Arbeiter:innen und die Natur hat. Ausbeutung der Arbeitskräfte und Umweltverschmutzung sind in der Kleidungsindustrie an der Tagesordnung.

Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir neue Dinge zuzulegen, solltest du dir gut überlegen: Sind sie wirklich nötig? Wenn du den gewünschten Gegenstand tatsächlich benötigst, dann achte auf eine faire und nachhaltige Produktionsweise. Diese Dinge kosten meist etwas mehr, doch meistens ist die Qualität viel besser und die Sachen sind dadurch langlebiger. Ökologische Kleidung ist zudem gesünder als konventionelle Wegwerfmode, deren Textilien oft mit Schadstoffen belastet sind. Hier findest du Tipps für nachhaltige und faire Produkte:

3. Reuse – Wiederverwenden

Gebrauchte Dinge zu verkaufen oder kaufen, schont Ressourcen und gehört zur Basis von "Reduce, Reuse, Recycle".
Gebrauchte Dinge zu verkaufen oder kaufen, schont Ressourcen und gehört zur Basis von „Reduce, Reuse, Recycle“. (Foto: CC0 / Pixabay / memyselfaneye)

Das T-Shirt vom letzten Jahr passt nicht mehr, oder gefällt doch nicht so gut? Das bedeutet aber nicht, dass du es sofort wegschmeißen musst. Du kannst unnötigen Müll vermeiden, indem du darauf achtest, Dingen ein längeres oder zweites Leben zu geben.

Das dritte „R“ dreht sich also um das Wiederverwenden. Finde Wege, damit du Gegenstände länger nutzen kannst.

Das kann Folgendes bedeuten:

Statt ungewollte Dinge in den Müll zu geben, suche nach einem anderen Zuhause für sie. Du kannst Kleidung, Einrichtungsgegenstände, Technik und weiteres verkaufen, spenden oder verschenken, wenn sie noch in einem guten Zustand sind.

Wenn etwas kaputt ist, versuche erst, es zu reparieren. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen. Hier gibt es Tipps zum Reparieren:

Du selbst kannst anderen Dingen ein längeres Leben geben, wenn du auch Dinge gebraucht kaufst:

4. Nach Refuse, Reduce und Reuse kommt: Recycle

Recycling ist nach Reduce und Reuse trotz Downcycling wichtig.
Recycling ist nach Reduce und Reuse trotz Downcycling wichtig. (Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter)

Recyceln bedeutet, aus etwas Altem, Kaputtem, Unbrauchbarem (das nicht wiederverwendet werden kann) etwas Neues zu machen. Der Stand der Dinge ist allerdings ernüchternd: Meistens handelt es sich bei Recycling-Prozessen nicht um Kreisläufe, da viele Materialien sowie Plastikverbindungen nicht recyclebar sind. Es sind eher Abwärtsspiralen, an deren Ende kein gleichwertiges Neuprodukt steht, sondern ein qualitativ schlechteres Produkt. Das bezeichnet man dann als Downcycling.

Daher steht Recycling nach Reduce und Reuse erst an dritter Stille der Abfallhierarchie.

Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass wir recyceln, wo wir können. Letztendlich schont Recycling, ob es nun zu minder-, gleich-, oder höherwertigen Produkten als das Ausgangsmaterial führt, nämlich Ressourcen. Das liegt daran, dass keine neuen Rohstoffe verwendet werden müssen. Auch der Downcycling-Prozess sorgt dafür, dass Rohstoffe wiederverwertet werden und schont somit die Ressourcennutzung, so das Lexikon der Nachhaltigkeit.

Wie du richtig recycelst, erfährst du hier: Mülltrennung & Recycling: Die Fakten und wichtigsten Tipps – so geht’s!

5. Rot – Kompostieren

"Rot" nach Refuse, Reduce, Reuse, Recycle: Bio-Abfälle werden zu wertvollem Humus.
„Rot“ nach Refuse, Reduce, Reuse, Recycle: Bio-Abfälle werden zu wertvollem Humus. (Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Organische Abfälle sind Gold wert – jedenfalls für deinen Garten. Wenn du deinen Biomüll selbst kompostierst, erhältst du Dünger, der deine Pflanzen mit Nährstoffen versorgen kann. Die Schalen von Karotten, Kartoffeln und weiterem sind also viel besser auf dem Kompost als in der Biotonne aufgehoben.

Kompostieren – das fünfte „R“ nach Refuse, Reduce, Reuse, Recycle – klingt kompliziert; vor allem, wenn man keinen eigenen Garten hat. Doch du kannst auch auf dem Balkon und sogar in der Küche kompostieren. Wie das geht, kannst du in folgenden Artikeln nachlesen:

Benutzt du Kompost als Dünger für deine Pflanzen, kannst du auf gekaufte Dünger verzichten und somit Geld und Verpackungen sparen.

Fazit: Die 5 „R’s“ für Zero-Waste-Praxis im Alltag

Von heute auf morgen komplett ohne Müll zu leben, ist so gut wie unmöglich. Es fallen doch hier und da Abfälle an, gegen die wir nichts tun können. Daher mag die Zero-Waste-Bewegung für viele einschüchternd klingen. Doch wie bei vielen Dingen in Sachen Nachhaltigkeit geht es auch bei der Vermeidung von Müll nicht darum, sofort alles perfekt zu machen. Es geht darum, Änderungen im Alltag vorzunehmen, die du auch nachhaltig umsetzen kannst.

Die „5-R-Regel“ bietet einen guten Leitfaden, der es leichter machen soll, Müll Schritt für Schritt zu reduzieren. Stelle dir im Alltag die Frage, welches „R“ von „Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot“ du gerade umsetzen könntest. So wird Zero Waste schnell zu einer gewohnten Praxis und muss keine unerreichbare Utopie bleiben.

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