EU verbietet Einweg-Plastik: Diese Dinge soll es in Zukunft nicht mehr geben

Plastikverbot EU
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Die EU hat sich auf ein Verbot geeinigt: Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfprodukte aus Plastik werden komplett verboten. Darauf einigten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten am Mittwochmorgen.

Am heutigen Mittwoch haben sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten auf ein Plastik-Verbot geeinigt. Das EU-Parlament und die EU-Länder haben die Pläne im Gesetzgebungsverfahren leicht verändert, die müssen die Einigung der Unterhändler noch offiziell bestätigen. Die Änderungen werden dann voraussichtlich in gut zwei Jahren in Kraft treten.

EU-Kommission geht gegen die Plastikflut vor

Das Verbot gilt vor allem für Wegwerf-Plastikprodukte, die nur einmal benutzt werden und für die es aus Sicht der EU-Kommission bereits Alternativen gibt. Wir alle kennen sie aus unserem Alltag: Einweggeschirr, Trinkhalme und etwa auch Luftballonstäbe gehören dazu. Daneben sollen für Reihe von Einmal-Artikeln, die einen gewissen Kunststoffgehalt haben, eine Kennzeichnungspflicht gelten, dazu gehören etwa Feuchttücher. Dabei soll auch auf die negativen Umweltauswirkungen hingewiesen werden.

Supermarkt Plastik Plastiktüte Obst Gemüse Alnatura Knotenbeutel
Auch die dünnen Plastik-Tüten für Obst und Gemüse im Supermarkt sollen abgeschafft werden. (Foto: © patramansky / Fotolia.de)

Auch vorgesehen ist, dass sich die Herstellern an den Kosten für die Sammlung und Verwertung der betreffenden Produkte beteiligen. So könnte beispielsweise die Tabakindustrie künftig für das Einsammeln von Zigarettenstummeln zur Kasse gebeten werden.

Vor allem für die Kunststoffbranche ist die Einigung bedeutsam. Diese machte nach Behördenangaben 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro und beschäftigte 1,5 Millionen Menschen.

Das Einweg-Plastikverbot soll in Deutschland greifen, sobald die EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt ist, das dürfte spätestens 2021 der Fall sein.

Plastikmüll ist die größte Bedrohung für die Weltmeere.
Plastikmüll ist praktisch überall. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / hhach)

Plastikmüll ist nahezu überall

Seit den 50er Jahren hat die Menschheit mehr als acht Milliarden Tonnen Plastik produziert. Kein Wunder also, dass der Kunststoffmüll praktisch überall zu finden ist: In der Umwelt, in den Meeren, in den Mägen von Tieren und sogar in menschlichen Stuhlproben wurde schon Mikroplastik gefunden.

Seevögel wie diser Albatross fressen Plastikteile und verenden daran.
Tiere verwechseln Plastik mit Nahrung und verenden daran. (Foto: Albatross at Midway Atoll Refuge von Chris Jordan unter CC BY 2.0)

Trotzdem werden weltweit noch immer enorme Mengen an Plastik produziert, benutzt – und gleich wieder weggeworfen. Plastik ist biologisch nicht abbaubar und zerfällt nur sehr langsam. Damit wird der Kunststoffmüll zur Gefahr für Vögel, Fische und andere Tiere, die sich im Plastik verfangen oder es mit Nahrung verwechseln – und daran verenden.

Und auch für unsere Gesundheit kann Plastik zur Gefahr werden: Manche der im Plastik enthaltenen Schadstoffe sind als krebserregend bekannt, andere greifen in den Hormonhaushalt ein und reduzieren unsere Vermehrungsfähigkeit.

Plastikmüll: Jeder einzelne kann etwas tun

Angesichts unseres Plastik-Problems ist es höchste Zeit, dass nun ein Einwegplastik-Verbot auf EU-Ebene kommt. Das Gesetz ist eine richtige und wichtige Maßnahme. Dennoch wird es viele Produkte aus Plastik weiterhin geben. Es bleibt abzuwarten, wie weit das Gesetz tatsächlich greift.

Vielen Menschen ist das Plastik-Problem längst bewusst. Sie setzen sich deshalb aktiv gegen die Verschmutzung unserer Umwelt durch Plastikmüll ein. Das Projekt The Ocean Cleanup etwa will unsere Meere vom Plastik befreien. Die Zero-Waste-Bewegung zeigt wie ein Leben ohne Plastik geht und viele Supermärkte wie Aldi, Real, Rewe oder Penny haben die Plastiktüten bereits abgeschafft.

Auch jeder von uns kann schon jetzt etwas gegen Plastikmüll tun: In verpackungsfreien Läden kannst du müllfrei einkaufen. Weitere Tipps findest du in unserem Artikel 7 einfache Schritte zu weniger Plastikmüll und in unserer Bilderstrecke: Leben ohne Plastik: diese 14 einfachen Tipps kann jeder umsetzen. Außerdem zeigen wir 17 praktische Tipps für weniger Plastik im Bad und  14 plastikfreie Produkte für die Küche.

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(4) Kommentare

  1. Während die EU den richtigen Weg geht, wird in gerade in Asien noch viel zu viel Plastik konsumiert, welches auch noch oft im Meer landet.

    In Mumbai bin ich mit dem Boot auf die Elefanteninsel gefahren. Auf dem Boot gab es einen Mülleimer. Doch kaum auf der Insel angekommen, konnte ich beobachten wie auf einem anderen Boot die Mülltonne einfach ins Meer ausgeleert wurde. Die ganze Küste der Insel war voll mit Plastikmüll.

    Solange sich hier nichts ändert, sind viele Maßnahmen nur Tropfen auf dem heißen Stein.

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