Jetzt endgültig: EU verbietet Einweg-Plastik – diese 7 Dinge soll es in Zukunft nicht mehr geben

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Die EU-Staaten haben abgestimmt: Plastikteller, Trinkhalme und andere Einweg-Plastikprodukte werden in der EU komplett verboten. Die neuen Regelungen sollen ab dem Jahr 2021 gelten. 

Das Europaparlament hat nun endgültig ein Plastik-Verbot verabschiedet: Ab dem Jahr 2021 sollen Produkte wie etwa Trinkhalme, Geschirr oder Wattestäbchen nicht mehr verkauft werden dürfen. Die neue Regelung soll dazu beitragen, die Unmengen Plastikmüll in der Umwelt und in den Weltmeeren einzudämmen. Bereits zuvor hatten die Die EU-Staaten und das Europaparlament das Verbot ausgehandelt und angenommen.

EU will gegen die Plastikflut vorgehen

Das Verbot gilt vor allem für Wegwerf-Plastikprodukte, die nur einmal benutzt werden und für die es aus Sicht der EU-Kommission bereits Alternativen gibt. Wir alle kennen sie aus unserem Alltag:

  • Kunststoffbesteck (Gabeln, Messer, Löffel und Essstäbchen)
  • Kunststoffplatten
  • Kunststoff-Strohhalme
  • Wattestäbchen aus Kunststoff
  • Plastikballonstifte
  • Oxodegradierbare Kunststoffe und Lebensmittelbehälter
  • Becher aus expandiertem Polystyrol
Supermarkt Plastik Plastiktüte Obst Gemüse Alnatura Knotenbeutel
Auch die dünnen Plastik-Tüten für Obst und Gemüse im Supermarkt sollen abgeschafft werden. (Foto: © patramansky / Fotolia.de)

Auch vorgesehen ist, dass sich die Herstellern an den Kosten für die Sammlung und Verwertung der betreffenden Produkte beteiligen. Die Tabakindustrie etwa soll künftig für das Einsammeln von Zigarettenstummeln zur Verantwortung gezogen werden. In der Fischfangindustrie sollen vor allem die Hersteller und nicht die Fischer die Kosten für die Sammlung der im Meer verlorenen Netze tragen.

Außerdem in der Richtlinie enthalten: Eine Kennzeichnungspflicht für die negativen Umweltauswirkungen von Zigaretten-Kunststofffiltern, die in der Umwelt landen sowie für andere Produkte wie Kunststoffbecher, Feuchttücher und Hygieneservietten. Bis zum Jahr 2029 sollen 90 Prozent der Kunststoffflaschen gesammelt werden.

Vor allem für die Kunststoffbranche ist die Einigung bedeutsam. Diese machte nach Behördenangaben 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro und beschäftigte 1,5 Millionen Menschen.

Plastikmüll ist die größte Bedrohung für die Weltmeere.
Plastikmüll ist praktisch überall. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / hhach)

Plastikmüll ist nahezu überall

Seit den 50er Jahren hat die Menschheit mehr als acht Milliarden Tonnen Plastik produziert. Kein Wunder also, dass der Kunststoffmüll praktisch überall zu finden ist: In der Umwelt, in den Meeren, in den Mägen von Tieren und sogar in menschlichen Stuhlproben wurde schon Mikroplastik gefunden.

Seevögel wie diser Albatross fressen Plastikteile und verenden daran.
Tiere verwechseln Plastik mit Nahrung und verenden daran. (Foto: Albatross at Midway Atoll Refuge von Chris Jordan unter CC BY 2.0)

Trotzdem werden weltweit noch immer enorme Mengen an Plastik produziert, benutzt – und gleich wieder weggeworfen. Plastik ist biologisch nicht abbaubar und zerfällt nur sehr langsam. Damit wird der Kunststoffmüll zur Gefahr für Vögel, Fische und andere Tiere, die sich im Plastik verfangen oder es mit Nahrung verwechseln – und daran verenden.

Und auch für unsere Gesundheit kann Plastik zur Gefahr werden: Manche der im Plastik enthaltenen Schadstoffe sind als krebserregend bekannt, andere greifen in den Hormonhaushalt ein und reduzieren unsere Vermehrungsfähigkeit.

Plastikmüll: Jeder einzelne kann etwas tun

Angesichts unseres Plastik-Problems ist es höchste Zeit, dass nun ein Einweg-Plastik-Verbot auf EU-Ebene kommt. Das Gesetz ist eine richtige und wichtige Maßnahme. Dennoch wird es viele Produkte aus Plastik weiterhin geben. Es bleibt abzuwarten, wie weit das Gesetz tatsächlich greift.

Vielen Menschen ist das Plastik-Problem längst bewusst. Sie setzen sich deshalb aktiv gegen die Verschmutzung unserer Umwelt durch Plastikmüll ein. Das Projekt The Ocean Cleanup etwa will unsere Meere vom Plastik befreien. Die Zero-Waste-Bewegung zeigt wie ein Leben ohne Plastik geht und viele Supermärkte wie Aldi, Real, Rewe oder Penny haben die Plastiktüten bereits abgeschafft.

Auch jeder von uns kann schon jetzt etwas gegen Plastikmüll tun: In verpackungsfreien Läden kannst du müllfrei einkaufen. Weitere Tipps findest du in unserem Artikel 7 einfache Schritte zu weniger Plastikmüll und in unserer Bilderstrecke: Leben ohne Plastik: diese 14 einfachen Tipps kann jeder umsetzen. Außerdem zeigen wir 17 praktische Tipps für weniger Plastik im Bad und  14 plastikfreie Produkte für die Küche.

Hier findest du außerdem die besten plastikfreien Onlineshops:

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(6) Kommentare

  1. Während die EU den richtigen Weg geht, wird in gerade in Asien noch viel zu viel Plastik konsumiert, welches auch noch oft im Meer landet.

    In Mumbai bin ich mit dem Boot auf die Elefanteninsel gefahren. Auf dem Boot gab es einen Mülleimer. Doch kaum auf der Insel angekommen, konnte ich beobachten wie auf einem anderen Boot die Mülltonne einfach ins Meer ausgeleert wurde. Die ganze Küste der Insel war voll mit Plastikmüll.

    Solange sich hier nichts ändert, sind viele Maßnahmen nur Tropfen auf dem heißen Stein.

  2. Wie sind Sie denn nach Bombay gekommen?

    Solange wir unser Mobilitätsverhalten nicht ändern, sollten wir uns mit Kritik an Ländern des globalen Südens zurückhalten.

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