Hochzeitsfehler: Was ihr am schönsten Tag im Leben vermeiden solltet

Hochzeit Ballon steigen
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Álvaro CvG

Es soll für viele Paare der schönste Tag im Leben sein – doch viel zu oft leidet für eine Hochzeit die Umwelt. Das muss nicht sein, solange du diese acht Hochzeitsfehler vermeidest und dich von unseren Alternativen inspirieren lässt.

Im Alltag kaufen wir plastikfrei ein, achten auf Bio-Obst und nehmen der Umwelt zuliebe lieber das Fahrrad als das Auto. Und beim Heiraten soll das auf einmal alles egal sein? Wir zeigen acht Fehler, die du bei deiner Hochzeit nicht machen solltest – und haben schöne Alternativen für eine Feier ohne Umweltschäden.

1. Eheringe sind fürs Leben – unnachhaltiger Schmuck ein No-Go

Eheringe gehören zur Hochzeit dazu. Allerdings werden Gold, Silber, Diamanten und andere Edelsteine oft unter ausbeuterischen Bedingungen gewonnen. Gerade bei der Goldgewinnung kommen außerdem häufig umweltschädliche Stoffe zum Einsatz. Oft sind es vor allem Frauen und Kinder, die Gold mit hochgiftigem Quecksilber aus dem Gestein waschen – ohne ausreichend Schutz und für einen Hungerlohn.

Wer solche Bedingungen nicht unterstützen will, kann Eheringe aus Gold mit Fairtrade-Zertifizierung kaufen. Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, unverhältnismäßig lange Arbeitszeiten und Lohnabzüge sind in Fairtrade-zertifizierten Minen nicht zulässig. Es gibt außerdem Schutzkleidung sowie Gesundheits- und Sicherheitstrainings. Gefährliche Chemikalien dürfen nur in Maßen und unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt werden.

Ring, Eheringe
Eheringe aus Gold oder Silber werden unter problematischen Bedingungen produziert – außer du achtest auf das Fairtrade-Siegel. (Foto: CC0 / Pixabay / Counselling)

Eine andere Möglichkeit: Eheringe aus Recycling-Gold. Sie bestehen aus altem Gold, das eingeschmolzen wurde. Mit Recycling-Gold vermeidest du zumindest, dass neues Gold gewonnen werden muss.

Oder ihr kauft euch Eheringe mit dem Gütesiegel „100 Prozent Made in Germany“, das die Initiative Deutscher Trauringhersteller vergibt. Das Siegel zeichnet Trauringhersteller:innen aus, die hochwertiges, nach den Auflagen der deutschen Umweltschutzgesetze wiederaufgearbeitetes Feingold aus Recyclingbeständen verwenden. Zudem werden nur Diamanten aus konfliktfreien Gebieten verarbeitet.

2. Unfaire Outfits

Ein schickes Brautkleid oder ein eleganter Anzug gehören für die meisten Brautpaare dazu. Dabei solltest du bedenken: Für faire Mode schuften keine Kinder und die Näher:innen werden fair bezahlt.

Hochzeitsfehler: Brautkleider
Ein beliebter Hochzeitsfehler: Herkömmliche Brautkleider mit langem Transportweg und unfairen Produktionsbedingungen. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Davide de Giovanni)

Wenn dein Hochzeitsoutfit auch die Umwelt möglichst wenig belasten soll, dann kauf dein Kleid oder deinen Anzug nicht von großen Labels, die ihre Produkte in fernen Ländern fertigen lassen. Labels, die ihre Produkte regional produzieren, verursachen weniger Emissionen beim Transport.

Achte auch auf die verarbeiteten Materialien: Kunstfasern gehen mit Mikroplastik einher, Bio-Baumwolle ist dagegen umweltschonender ohne chemische Pestizide hergestellt und stammt oft von Kleinbäuer:innen. Auch kannst du bei den Verkäufer:innen gezielt nach Zertifizierungen wie GOTS oder der Fair Wear Foundation fragen.

Bedenke aber, dass du dein Hochzeitskleid wohl nur einen einzigen Tag tragen wirst. Ein Second-Hand-Brautkleid ist deshalb auf jeden Fall die nachhaltigere Alternative zu jedem zertifizierten Neukauf, die du auch nach deiner Hochzeit nutzen und dort dein Brautkleid verkaufen kannst. Oder ihr leiht Kleid und Anzug einfach aus.

Das gilt natürlich auch für die Hochzeitsgäste – wir zeigen dir die besten Fair-Fashion-Labels, bei denen du schicke Hemden, Kleider, Röcke und Co. kaufen kannst:

3. Einladungskarten voller Chemie

Die Hochzeit feiert man nicht alleine, sondern in der Regel mit Freund:innen und Familie. Die Gäste wollen natürlich auch zu einer nachhaltigen Hochzeit frühzeitig und stilvoll eingeladen werden – aber bitte nicht auf billigen Karten mit viel Glitzer und Plastik. Besser du gestaltest die Einladungskarten selber und persönlich auf Papier.

Eine elektronische Einladung per Email ist natürlich umweltschonender als die gedruckte Einladung – vorausgesetzt ihr nutzt grünes Webhosting. Doch auch Papiereinladungen kannst du möglichst ökologisch gestalten: Verwende dafür Recyclingpapier oder handgeschöpftes Papier und wähle eine Druckerei in deiner Umgebung, die umweltfreundlich druckt. Verschickt außerdem nur eine Einladung mit allen Informationen statt ein eigenes „Save the date“ und lasst nur so viele Karten drucken, wie ihr tatsächlich versenden wollt.

4. Luftballons steigen lassen

Es ist einer der beliebtesten Hochzeitsbräuche und gleichzeitig ein Hochzeitsfehler: Luftballons mit Glückwünschen für das Brautpaar steigen lassen. Die aufsteigenden Ballons sehen zwar schön aus – auf diese Tradition solltet ihr trotzdem verzichten: Früher oder später gehen die Ballons kaputt und landen in der Umwelt.

Hochzeitsfehler: Luftballons
Luftballons steigen schön in die Luft, sind aber schnell verschwunden und eine Gefahr für Vögel. (Foto: Cc0 Public Domain / Pexels - Marcelo Chagas)

Das Problem: Ballons bestehen aus Gummi und enthalten oft auch Kunststoff; sie bauen sich also, wenn überhaupt, nur sehr langsam ab. In Bäumen, Sträuchern und Gewässern können die Luftballon-Fetzen zur Bedrohung für Tiere werden. Einer Studie zufolge sind vor allem Seevögel gefährdet: Sie verwechseln die Fetzen mit Nahrung und fressen sie. Das weiche Material kann Atemwege oder Magen- und Darmeingänge verstopfen, was oft tödlich endet.

Die Alternative: Ihr könnt biologisch abbaubare Luftballons kaufen, allerdings brauchen auch diese teilweise mehrere Jahre, bis sie verrotten. Lies dazu auch: Biologisch abbaubare Luftballons: Öko-Luftballons für deine Feier

Noch besser als Bio-Luftballons sind deshalb gar keine Ballons. Glückwünsche können die Hochzeitsgäste natürlich trotzdem verteilen: Als kleine Kärtchen, die an einen Baum gebunden werden. Das Bäumchen pflanzt das Hochzeitspaar entweder im Garten ein oder stellt es auf den Balkon und hat so eine viel schönere Erinnerung als zerplatzte Luftballons.

Übrigens: Eine noch schlechtere Idee, als Luftballons fliegen zu lassen, sind weiße Hochzeitstauben. Diese Tradition ist meist mit viel Tierleid verbunden: Die Tauben werden von ihren Partner:innen getrennt, manche finden nicht zurück und sterben, weil sie sich in der freien Natur nicht zurecht finden.

5. Einweg-Geschirr und Wegwerf-Deko

Plastikgeschirr ist ab Juli verboten, hat auf einer grünen Hochzeit aber ohnehin nichts verloren. Erstens sieht Einweg-Geschirr nicht besonders schön aus, außerdem belasten Einwegprodukte die Natur völlig unnötig.

Wenn Ihr eure Hochzeit in einem Restaurant feiert, wird das Geschirr gestellt. Plant ihr eine Gartenparty, nutzt am besten einen Catering-Service, der das Geschirr liefert und auch wieder mitnimmt.

Hochzeitsfehler: Geschirr und Tischdeko
Beim Geschirr und der Tischdeko kannst du einige Dinge beachten und dadurch umweltschonender feiern. (Foto: Cc0 Public Domain / Pexels - Edward Eyer)

Genauso wie Geschirr und Besteck sollte auch die Hochzeitsdeko nichts sein, was nach der Feier gleich weggeworfen wird. Girlanden aus Papier oder Plastik mögen vielleicht am Hochzeitstag selber schick aussehen, überleben den Tag aber meist nicht unbeschadet und landen danach in der Tonne. Gleiches gilt für Luftballons, Konfetti und Teelichter auf den Tischen – obendrein kostet solche Hochzeitsdeko oft eine Menge Geld.

Kosten- und umweltschonender feierst du mit gemieteter Hochzeitsdeko. Du kannst sie entweder bei einem Anbieter in deiner Nähe bestellen oder du fragst bei deiner Location nach, ob sie eine geeignete Adresse für dich haben. Auch eine schöne Idee: Auf **Ebay stellen viele ehemalige Brautpaare ihre Deko zum Verkauf – zu einem günstigeren Preis als neu gekauft und oft selber gebastelt.

6. Hochzeitsfehler: exotische Blumen voller Pestizide

Weiter mit den Dekofehlern: Auf deiner Hochzeit haben exotische Blumen im Brautstrauß oder auf den Tischen nichts zu suchen. Diese haben einen weiten Transportweg hinter sich und wurden fast immer mit Pestiziden bearbeitet.

Viel natürlicher und schöner sind da Blumensträuße aus regionalen Blumen oder eine Deko aus Trockenblumen. Beides können Brautpaar und Gäste mit nach Hause nehmen und haben noch länger Freude daran. Dazu einfach die frischen Blumen zuhause trocknen.

Achte bei der Auswahl deiner Blumen darauf, dass die Pflanzen am besten ein Fairtrade-Siegel haben oder es regionale Bio-Blumen sind. Der Blumenladen oder die Gärtnerei ums Eck können dir hier weiterhelfen. Lies dazu auch: Fairtrade-Blumen & Bio-Blumen: Der bessere Blumenstrauß

7. Lebensmittelverschwendung durch zu viel Essen

Ein leckeres Menü darf auf keiner Hochzeit fehlen. Doch schnell bleibt viel Essen übrig und landet dann im Müll. Deine Hochzeit muss aber nicht zur Lebensmittelverschwendung beitragen, wenn du folgende Punkte beachtest:

  • Statt einem üppigen Büffet könnt ihr euch ein feines Menü überlegen und dieses dem Klima zuliebe möglichst vegetarisch oder vegan gestalten.
  • Lasst eure Gäste vorab entscheiden, welche Vorspeise, Hauptgang und Dessert sie essen möchten. So kann das Küchenteam oder Catering genau planen und bereitet nicht zu viele Speisen zu.
  • Möchtet ihr doch lieber ein Büffet, von dem sich jede:r frei bedienen kann, meldet der Küche die genaue Personenzahl (auch, wie viele der Gäste Kinder sind!), um Verschwendung zu vermeiden. Die Reste lasst ihr einfach bis zum Ende der Feier stehen, oft meldet sich nach einem Glas Wein oder viel Tanzen der Magen nochmal zurück und die Reste werden gerne aufgegessen.
  • Stellt Boxen zur Verfügung, damit die Reste vom Buffet oder übrige Kuchenstücke mit nach Hause genommen werden können.
Essen und Getränke auf der Hochzeit: Bio-Qualität
Bei Essen und Getränken auf Bio-Qualität achten und die Mengen gut kalkulieren. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Terje Sollie)

Bei der Essens- und Getränkeauswahl solltet ihr nicht vergessen, was auch im Alltag wichtig ist: Saisonale Gerichte mit möglichst regionalen Zutaten. Fisch und Fleisch sollten nur in Bio-Qualität und in Maßen auf der Karte stehen und auch bei den Getränken gilt: Bio-Weine, Bio-Sekt und Bio-Bier gibt es mittlerweile in einer recht großen Auswahl. Hier solltet ihr nicht an der falschen Stelle sparen.

8. Sinnlose Geschenke 

Zur Hochzeit gibt es natürlich Geschenke. Die Gäste sollten sich allerdings sicher sein, dass sich das Brautpaar auch wirklich darüber freut und nicht das zehnte Strandtuch oder die fünfte Bettwäsche geschenkt bekommt.

Oft schreiben Paare schon in die Einladung, dass ihr Hausstand komplett ist und sich die Reisekasse über einen kleinen Beitrag freut. Geldgeschenke sind deshalb nicht unbedingt langweilig – wenn ihr sie schön und nachhaltig verpackt sind. Auch Geldscheine kann man kreativ verschenken.

Auch eine Idee: Ihr fragt bei der Familie oder den Trauzeug:innen nach, ob das Hochzeitspaar eine größere Anschaffung wie Fahrräder, einen Grill oder ein Möbelstück plant und schenkt das Geld dafür her – zusammen mit einem passenden Accessoire wie einer Radstreckenkarte oder einem Grillkochbuch.

Das gilt übrigens auch anders herum: Verteilt ihr auf eurer Hochzeit Gastgeschenke, tappt nicht in die Plastik- oder Einwegfalle. Besser ihr macht euch Gedanken und bastelt, backt oder kocht ein individuelles Gastgeschenk. Ein kleines Schraubglas mit Marmelade oder ein kleiner Sirup oder Limes sind zum Beispiel schöne Ideen.

Hier haben wir noch weitere Alternativen: Gastgeschenke für die Hochzeit: 5 schöne und nachhaltige Ideen

Lena Pritzl, Nadja Ayoub

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