Zitrusfrüchte: Wichtige Sorten, Wirkungen und was du wissen solltest

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Zitrusfrüchte sind beliebte Obstsorten, sie schmecken frisch und sind zudem gesund. Was du über Zitrone, Orange und Co wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Zitrusfrüchte zählen zu den am häufigsten angebauten Obstsorten der Welt, wie eine Statistik der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (UN) zeigt. Allein im Jahr 2016 importierte Deutschland rund 93.600 Tonnen Zitrusfrüchte.

Historisch erfreuten sich die Menschen zuerst am Duft und dem Aussehen der Zitruspflanzen und -früchte. Zum Beispiel wurden im vierten Jahrhundert vor Christus zur Zeit Alexander des Großen die ätherischen Öle als Duft- und Arzneimittel eingesetzt. Auch Christoph Kolumbus hatte die damals noch nicht essbaren Früchte im Gepäck nach Amerika. Im 16. Jahrhundert ließen in Deutschland Adelige und Wohlhabende sogenannte Orangerien erbauen, spezielle Gärten oder Gewächshäuser für Zitruspflanzen. Erst im 17. Jahrhundert wurden die ersten essbaren Zitrusfrüchte gezüchtet. Aufgrund ihres hohen Vitamingehalts waren die Früchte besonders bei Seeleuten beliebt.

Was sind Zitrusfrüchte überhaupt?

Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C.
Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C.
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Zitrusfrüchte schmecken frisch, intensiv und enthalten zudem reichlich Wasser und wenig Kalorien. Sie wachsen an immergrünen Bäumen oder großen Sträuchern. Die Wuchshöhe der Pflanzen liegt dabei zwischen fünf und 25 Metern. Die Blüten der Zitruspflanzen sind meist weiß, die reifen Früchte kommen in den Farben Grün, Gelb oder Orange vor. Die Größe der Früchte variiert ebenso je nach Sorte und kann zwischen einem und 30 Zentimetern liegen. Übrigens: Zitrusfrüchte sind biologisch gesehen eine Sonderform von Beeren (Endokarpbeeren).

Zitrusfrüchte sind mit einer Wachsschicht umhüllt, die in erster Linie als Schutz dient. Die Schale besteht aus zwei Schichten: Eine gelblich bis orange und eine weißliche Gewebsschicht. Die äußere Schicht (Exokarp) enthält ätherische Öle. Diese geben den Früchten und auch den Blättern ihren typisch intensiven Geruch. Die weißliche Schicht (Mesokarp) enthält Pektin, einen Stoff, der als pflanzliches Geliermittel eingesetzt wird. Das Fruchtfleisch im Inneren ist in Spalten gegliedert und von dünnen Häutchen ummantelt. In diesen Fruchtfächern befinden sich Saftschläuche und Samen.

Zitrusfrüchte sind wahre Vitamin C-Bomben. Vitamin C hilft unter anderem, das Immunsystem zu stärken und den Stoffwechsel anzuregen. Orangen enthalten beispielsweise 53 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm Frucht, eine Zitrone 50 Milligramm. Als Richtwert: Den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C legt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auf 95 bis 110 Milligramm fest. Weitere Vitamine und Mineralstoffe wie Folsäure, Kalium, Calcium oder Magnesium sind ebenso in Zitrusfrüchten zu finden, wenn auch in geringen Mengen.

Achtung: Die Bitterstoffe, die in Grapefruits und Pampelmusen enthalten sind, können Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen, wie die Apotheken-Umschau berichtet.

Wichtige Sorten von Zitrusfrüchten

Die beliebtesten Zitrusfrüchte sind Orangen, Zitronen und Limetten.
Die beliebtesten Zitrusfrüchte sind Orangen, Zitronen und Limetten.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Weltweit soll es etwa 1.600 Arten von Zitrusfrüchten geben. Eine von der UN-Wirtschaftskommission UNECE erstellte Referenzliste für Zitrussorten (mit Ergänzungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) gibt einen Überlick über zahlreiche Sorten im Handel. Der Geschmack reicht von bitter über süß bis sauer. Es gibt unterschiedliche Arten der Einteilung von Zitrusfrüchten. Eine stammt vom US-amerikanischen Zitrusexperten Walter Tennyson Swingle:

  • Kumquats: Kumquats sind kleine, orangefarbene Früchte. Sie schmecken süß-säuerlich und sind mitsamt der Schale essbar.
  • Limetten: Limetten sind grüne, runde Früchte. Sie schmecken säuerlich. Häufig ist Limettensaft Bestandteil von Mischgetränken.
  • Mandarinen: Mandarinen gelten als das Winterobst schlechthin. Sie schmecken süß und frisch. Zu der Familie der Mandarinen gehören Clementinen und Satsumas. Mandarinen haben viele Kerne, Clementinen nahezu keine.
  • Orangen: Orangen sind groß, rund und – wie der Name sagt – orange. Sie sind äußerst saftig und süß. Beliebt ist der daraus gepresste Orangensaft. In Norddeutschland ist die Bezeichnung Apfelsine verbreitet. Ebenso zählen die Sorten Bitterorange oder Bergamotte dazu. Letztere ist sehr sauer und wird kaum gegessen, sondern eher als Duftstoff eingesetzt.
  • Pampelmusen: Pampelmusen sind große, meist birnenförmige bis rundliche Früchte. Zu dieser Sorte zählen Pampelmuse, Grapefruits und Pomelos, die alle leicht bitter schmecken. Die Pampelmuse gilt übrigens als Urform vieler Zitrusfrüchte: Aus Pampelmuse und Mandarine entstand die Orange, aus Pampelmuse und Orange wiederum die Grapefruit.
  • Zitronen: Zitronen sind vielfältig einsetzbar und verfeinern zahlreiche Gerichte und Getränke. Sie schmecken erfrischend säuerlich.
  • Zitronatzitrone: Diese Sorte gilt als erste Zitruspflanze, die nach Europa gebracht wurde. Sie schmeckt eher bitter und ist reich an Duftstoffen. Wenn verwendet, wird zumeist die mittlere Schalenschicht (Mesokarp) zum Aromatisieren von Gerichten genutzt.

So kannst du Zitrusfrüchte verwenden

Besonders erfrischend: Wasser verfeinert mit Limette und Zitrone.
Besonders erfrischend: Wasser verfeinert mit Limette und Zitrone.
(Foto: CC0 / Pixabay / PhotoMIX-Company)

Zitrusfrüchte kannst du vielfältig verwenden. Zumeist werden sie roh verzehrt. Du kannst sowohl den Saft als auch die Schale nutzen. Achte hier unbedingt auf Bio-Qualität aufgrund der Pestizidbelastung. Einige Verwendungsformen sind: 

  • Schalenabrieb zum Verfeinern von Kuchen und Gebäck
  • Saft als Zugabe in Wasser oder Cocktails
  • Saft als Verfeinerung von Gerichten wie Suppen, Kuchen, Soßen, Reis oder Gemüse
  • Pektin als Geliermittel
  • Schalen und Saft als Reiniger: Halbierte Zitrusfrucht zum Entfernen von Kalk und Schmutz wie zum Beispiel Reinigen von Edelstahl-Töpfen. Am besten machst du das mit einer schon ausgepressten Fruchthälfte, sodass du nicht unnötig Lebensmittel verschwendest.

Zitrusfrüchte und Nachhaltigkeit

In der Regel werden Zitrusfrüchte im subtropischen Raum angebaut.
In der Regel werden Zitrusfrüchte im subtropischen Raum angebaut.
(Foto: CC0 / Pixabay / GregMontani)

Was gibt es über den Anbau von Zitrusfrüchten zu wissen?

  • Anbaugebiete: Die meisten Zitrusfrüchte gedeihen im subtropischen Klima und werden laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BFZE) daher in Ländern wie Spanien, Italien, Türkei, Marokko, aber auch Brasilien, Florida, Kalifornien und Kuba angebaut. Zitronen kommen dabei überwiegend aus Spanien und Italien, Mandarinen aus Spanien, Marokko, Italien oder Israel. Grapefruits stammen meist aus den USA und Israel, Orangen aus Spanien und der Türkei. Die weltweiten Anbaugebiete werden als „Zitrusgürtel“ bezeichnet.
  • Anbaubedingungen: Das BFZE berichtet, dass die Zitrusernte überwiegend per Hand stattfindet, da auf diese Weise die Bäume und Früchte nicht verletzt werden. Anschließend werden die Früchte meist maschinell weiterverarbeitet und für den Export vorbereitet. Der Wasserverbrauch beim Anbau von Zitrusfrüchten fällt hoch aus, wie zum Beispiel eine Studie zu einer Region im Iran und die globale Studie des Water-Footprint-Netzwerks zeigen.
  • Pestizidbelastung: Zitrusfrüchte aus konventionellem, also nicht-biologischem Anbau werden häufig mit Pestiziden bearbeitet. Auf diese Weise sollen sie möglichst makellos für die Endkund*innen erscheinen. Die Pestizide sind dann nicht nur auf, sondern sogar in der Schale enthalten, wie das BFZE schreibt. Beim Schälen können sie dann leicht an das Fruchtfleisch gelangen und werden mitgegessen.

Was gilt es also zu beachten?

  • Bio-Qualität: Kaufe Zitrusfrüchte am besten aus biologischem Anbau. Je nach Siegel gelten Kriterien wie der Verzicht auf Kunstdünger und chemisch-synthetische Pestizide, geringerer Wasserverbrauch und/oder bessere Anbaubedingungen.
  • Waschen: Wenn du keine Bio-Zitrusfrucht gekauft hast, solltest du diese vor dem Verzehr gründlich waschen, am besten mit heißem Wasser. Wasche nach dem Schälen auch deine Hände mit Seife. Wenn du die Schale verwendest, solltest du auch unbehandelte Früchte vor dem Verzehr waschen.
  • Lagerung: Achte bei Zitrusfrüchten auf die richtige Lagerung. Da sie wasserhaltig sind, kann sich schnell Schimmel bilden und verbreiten. Vermeide zum Beispiel bereits beim Einkaufen, dass sie in der Einkaufstasche gequetscht werden und so Druckstellen entstehen.
  • Eigener Anbau: Zum Teil lassen sich Zitrusfrüchte im eigenen Garten anbauen. Die Pflanzen solltest du aber unbedingt vor Kälte schützen. Lies mehr dazu in unseren Artikel, zum Beispiel in Zitronenbaum überwintern: Das ideale Winterquartier.

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