12 Tricks, mit denen Supermärkte uns zum Shoppen verführen

12 Tricks, mit denen Supermärkte uns zum Shoppen verführen
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Supermärkte sind falsche Freunde: Freundlich laden sie uns zu günstigen Preisen und großer Auswahl ein, doch in Wirklichkeit wollen sie nur unser Geld. Utopia nennt die Supermarkt-Tricks, auf die wir reinfallen sollen.

Sind Supermärkte böse? Natürlich nicht. Die Bio-Supermärkte erst recht nicht. Supermärkte haben eben ihre eigene Agenda, und die lautet: Mit möglichst geringem Aufwand möglichst viel Geld verdienen, während wir Kunden ja umgekehrt für möglichst wenig Geld möglichst viel gute Ware nach Hause tragen wollen.

Daher passt sich der schlaue Supermarkt mit Tricks unserem (Fehl-)Verhalten an: Denn meistens kaufen wir ja planlos, viel zu spontan, oft auch hungrig ein. Und tun wir das nach der Arbeit, sind wir auch noch müde und wollen mit dem Einkauf keine Mühe haben. Das nutzen Supermärkte aus und legen uns aufs Kreuz. Natürlich gerade so, dass wir es nicht merken – und wiederkommen.

1. Riesige Einkaufswagen fühlen sich leer an

Meist würde uns ein einfacher Korb reichen, um unsere Handvoll im Supermarkt nötiger Einkäufe zu erledigen. Doch die Einkaufswägen sind oft ungewöhnlich groß – und Handkörbe gibt es nicht immer. Der Grund: Auch fünf gekaufte Waren fühlen sich im Mammut-Wagen noch mickrig an. Die gähnende Leere gibt uns das Gefühl, mehr einkaufen zu müssen, damit „es sich gelohnt“ hat. Bei Familien-Großeinkäufen mag das stimmen, Singles hingegen werden so nur zu unnötigen Käufen verführt.

Tipp: Verwenden Sie einen eigenen, leeren Bastkorb, dann kaufen Sie nicht mehr, als Sie tragen können. Machen Sie sich vorher eine Liste und kaufen Sie nur, was auf der Liste steht.

2. Lange Laufwege machen unseren Einkauf zur „Reise“

Im Tante-Emma-Laden bestellte man ein Pfund Mehl oder Zucker und bekam es sofort an der Ladentheke. In Supermärkten ein so schlichtes Produkt zu finden ist schier unmöglich. Denn Supermärkte wollen uns das gar nicht verkaufen, sondern lieber Fertiggerichte mit hoher Marge loswerden. Daher führen uns die Wege im Supermarkt absichtlich an möglichst vielen Regalen und Angeboten vorbei. So sehen wir möglichst alles und füllen unseren Einkaufswagen – vor allem, wenn wir hungrig sind und müde eine Belohnung suchen („Retail-Therapie“).

Tipp: Gehen Sie lieber in kleine Märkte, wo Sie das Gewünschte schnell finden. Nur zwischen drei Sorten Marmelade wählen zu können hinterlässt Kunden auch weniger unzufrieden als bei 30 Sorten. Gehen Sie mit Partner einkaufen, denn das verkürzt die Aufenthaltszeit im Supermarkt – und damit die Zahl der Käufe.

Riese Einkaufswägen, endlose Regalreihen: Supermärkte schicken uns absichtlich auf eine Kauf-Odyssee
Riesen Einkaufswägen, endlose Regalreihen: Supermärkte schicken uns absichtlich auf eine Kauf-Odyssee (Foto: © Niki Love - Fotolia.com)

3. Die Frische-Theke lockt uns in die Spontankauf-Falle

Moderne Edel-Supermärkte stellen im Eingangsbereich frische Waren auf. Das ist gesünder als industriell verarbeitete Packungsware, steht dort aber nur, um uns einzubläuen, dass es frisches Obst und Gemüse „auch im Supermarkt“ gibt. Statt zum Gemüsehändler gehen wir dann in den angeblich „regionalen“ Supermarkt, weil uns da ja „vielleicht noch was anderes“ auffällt, was wir brauchen könnten. Die Rechnung geht auf, weil der Kunde nach der Frische-Abteilung im Eingangsbereich den gesamten Laufweg bis zur Kasse hinter sich bringen muss. Abkürzungen vermeiden Supermarkt-Gestalter. Und: Frisch bedeutet auch, dass wir öfters zum Supermarkt gehen wollen, ergo noch mehr Spontankäufe tätigen.

Tipp: Kaufen Sie Obst und Gemüse auf dem regional ausgerichteten Wochenmarkt, beim Gemüsehändler oder im kleineren Bioladen. Lesen Sie auch unseren Wegweiser zu regionalen Lebensmitteln.

4. Live-Bäckereien machen uns Appetit auf mehr

Kaum ein Discounter oder Supermarkt hat heute keine kleine „Bäckerei“ im Eingangsbereich. Gut so, abgepacktes Regalbrot wäre nicht so toll. Viele Märkte gehen hier aber vor allem schlaue Symbiosen ein: Denn die Bäckerei, ob gut oder schlecht, verbreitet angenehme Gerüche, wenn wir den Markt betreten. Wir bekommen Appetit – und wer hungrig einkauft, kauft mehr. (Siehe auch: So dumm isst Deutschland Brot)

Tipp: Essen Sie einen Apfel, bevor Sie einkaufen.

5. Überflüssige Siegel behaupten Produkt-Qualitäten

Siegel sind gut und wichtig, doch nicht alle sagen etwas aus. Es nützt ja wenig, wenn ein Produkt vor einigen Jahren irgendeinen Test gewann, und ein „Gut“ sagt wenig, wenn wir nicht nachlesen, ob die anderen Produkte nicht allesamt mit „Sehr gut“ abgeschnitten haben.

Tipp: Lassen Sie sich von allzu vollmundigen Versprechungen, Siegeln, Aufklebern, Testergebnissen nicht verführen. Beachten Sie auch unseren Siegel-Ratgeber.

6. Bunte Hinweise lenken unsere Aufmerksamkeit

Preisschilder unter den Regalfächern sind meist gleichtönig weiß. Es sei denn, der Markt möchte, dass wir jetzt dieses Produkt kaufen, weil es weg muss oder derzeit mehr Geld bringt. Dann sorgen gelbe und rote (fast nie grüne) Aufkleber dafür, dass wir auf diese „Schnäppchen“ aufmerksam werden.

Tipp: Prüfen Sie, ob das wirklich ein sinnvolles Schnäppchen ist, vielleicht liegt die viel bessere und kaum teurere Bio-Ware direkt daneben.

7. Alles Wichtige ist stets kleinstgedruckt

Hersteller machen Produkte nicht immer erkennbar teurer – der Kunde hat Preispunkte wie „1,89 Euro“ im Kopf und würde es merken. Stattdessen verringert sich der Inhalt, etwa von 100 auf 80 Gramm. Plötzlich wirkt die eine Schokolade dann preiswerter als die andere. Vergleicht man dann aber den Preis pro 100 Gramm, entpuppt sich manches Schnäppchen als Falle. Deswegen haben Verbraucherschützer vor Jahren durchgesetzt, dass Supermärkte uns die Grundpreise (Preis pro 100 Gramm, pro 100 ml und so weiter) nennen müssen. Aber die wollen das natürlich nicht wirklich – und drucken diese daher möglichst winzig.

Tipp: Achten Sie stets auf diese Grundpreise. Und gehen Sie deswegen nie ohne Brille einkaufen.

8. Was sich für Kunden lohnt, macht man ihm schwer

In der „Bückzone“ platzieren Supermärkte Waren, von denen sie eigentlich nicht wollen, dass wir sie kaufen, etwa, weil sie besonders günstig sind, keine hohe Marge haben oder keine hohe Markenbekanntheit, was auch bei Bio-Produkten nicht selten der Fall ist. In der „Sichtzone“ befinden sich hingegen die teuren Markenwaren sowie überflüssige Impulskauf-Produkte. Manchmal liegt ein Produkt wie Zahnpasta, das wir immer wieder benötigen, etwas höher, damit dabei unser Blick auf Zahnbürsten fällt, die wir „bei der Gelegenheit“ auch mal ersetzen könnten.

Tipp: Klingt banal, aber: prüfen Sie stets auch die tieferen Regale. Auch in Bio-Supermärkten ist es so, dass sich dort die günstigeren Bio-Produkte befinden. Auf diese Weise kann der Bio-Einkauf auch solchen Menschen möglich sein, die glauben, sich „Marken-Bio“ nicht leisten zu können.

Was sich für uns lohnt, ist meist schwer zu erreichen und wir müssen uns bücken oder strecken
Was sich für uns lohnt, ist meist schwer zu erreichen und wir müssen uns bücken oder strecken (Foto: © dragonstock - Fotolia.com)

9. Scheinvergleiche manipulieren unsere Entscheidungen

Bei Elektronik geht das so: Damit wir ein Gerät sehen, das weg muss oder den meisten Gewinn bringt, platziert man es mit Werbehinweisen zwischen zwei anderen Geräten. Das eine kostet etwas weniger, ist aber deutlich schlechter; das andere ist viel teurer, aber kaum besser. Message: „Klar geht’s billiger als unser Angebot, aber da hättest Du halt weniger; und es ginge auch besser, aber das wäre halt richtig teuer …“. In diesem Umfeld erscheint ein Angebot als besonders attraktiv – in einem anderen Umfeld würde es anders wirken.

Tipp: Planen Sie zuhause, was Sie wirklich brauchen, was der Markt bietet und was es kostet. Unterscheiden Sie dabei deutlich zwischen wichtigen Eigenschaften (Langlebigkeit, niedriger Stromverbrauch) und Nippes-Features (beim TV etwa irgendwelche Apps, die kaum jemand nutzt).

10. Großverpackungen täuschen Ersparnis vor

Großverpackungen sind billiger, denken die meisten – aber es stimmt nicht immer. Weil zahlreiche Kunden an diese Art der Einsparung glauben, greifen sie zur Großpackung und zahlen am Ende in Wirklichkeit mehr. Damit der Trick nicht auffällt, befinden sich die Großverpackungen meist in einer gewissen Distanz zu den kleinen Packungen – um uns den Preisvergleich beim Kleingedruckten schwerer zu machen.

Tipp: Achten Sie genau darauf, ob die Großverpackung, umgerechnet auf eine Basiseinheit, wirklich günstiger ist.

11. Künstliche Verknappung macht uns gierig

Das billige iPhone gibt es nur noch diese Woche so günstig – und natürlich darf jeder nur eines kaufen? Reine Taktik! Man findet sie nicht nur bei Apple-Produkten, sondern auch bei anderen Waren. Der Psycho-Trick: Der Mensch hat tatsächlich Angst, dass ihm irgendein Schnäppchen entgehen könnte, auch wenn er es gar nicht braucht.

Tipp: Gehen Sie nie ohne Einkaufsliste shoppen und halten Sie sich an Ihren Plan. Überlegen Sie, ob Sie die Ware aus einem Angebot wirklich brauchen – oder nur haben wollen, weil sie gerade attraktiv erscheint.

12. In der Warteschlange shoppen wir aus Langeweile

Die Warteschlange ist der nervigste Bereich eines Supermarktes. Märkte nehmen das in Kauf, denn die Kunden lassen selten ihre Waren liegen und gegen woanders hin, lieber quengeln sie herum. Kinder haben dann auf Sichthöhe gerne Süßwaren vor sich, die sie haben wollen, um ihre Langweile zu vertreiben. Erwachsende sind kaum besser: Rasierer, Kaugummi, Speichersticks, Batterien, Discounter-Wochenangebote – warum findet man diese Sachen im Warteschlangenbereich? Damit wir aus dem Gefühl von Langeweile zugreifen, nur um etwas zu tun zu haben. Brauchen kann man ja immer was …

Tipp: Bleiben Sie hart.

Welche Tricks sind Ihnen begegnet?

Es gibt sicher noch mehr Tricks als diese: Kinder-Einkaufswagen, Säusel-Beschallung, damit wir langsamer gehen und länger im Supermarkt bleiben, Platznot, um uns zur Kaufentscheidung auf Sichthöhe zu hetzen – vieles begegnet uns im Alltag. Sind Ihnen besonders nervige Tricks aufgefallen? Schreiben Sie uns in einem Kommentar!

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(13) Kommentare

  1. In einem Supermarkt mit eher älterem Publikum und wenig direkter Konkurrenz gesehen:
    die angegebenen Grundpreise/100gr waren gut lesbar – aber leider völlig falsch berechnet!
    Wer dort nicht nachrechnet, sondern sich auf die Angaben des Supermarkts verlässt, zahlt u.U. selbst dann mehr, wenn die Grundpreise der verschiedenen Packungsgrößen verglichen werden.

  2. Dem Verbraucherschutz melden. Das ist höchstgradig illegal und wenn es nicht bei einem einzelnen Produkt aus Versehen passiert ist (sieht man ja ab und zu überall), scheint es wirklich Masche zu sein.

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