7 Dinge, bei denen weniger wirklich mehr ist

Dinge weniger nehmen, Avocado, Waschmittel
Foto: © Danicek - Fotolia.com, Pixabay, CCO Public Domain

Ob exotisches Superfood, Waschmittel, Smartphone oder Reinigungsmittel: Weniger von diesen Dingen tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch dir und deinem Geldbeutel.

„Verzichte doch mal auf dieses oder jenes!“ – Zugegeben, solche Sätze klingen nach Einschränkung und nach wenig Lust, den Rat umzusetzen. Wir zeigen euch daher, dass ein Weniger von bestimmten Dingen nichts mit Verzicht zu tun hat. Im Gegenteil.

1. Weniger Waschmittel ist mehr Geld in der Tasche

Ein bisschen Mehr Waschmittel kann nicht schaden? Doch, denn die Folge sind: zusätzliche Spülgänge und höhere Wassermengen. Das belastet die Umwelt und kostet dich unnötig Geld. In der Regel reicht eine halbe Tasse Waschmittel (Pulver) aus, um deine Wäsche gut zu reinigen.

Auf der Rückseite der Verpackung findest du Dosierungsanleitungen, doch Vorsicht: Auch, wenn dein Wasser „hart“ sein sollte, musst du nicht unbedingt die passende Dosierung wählen, die auf der Verpackung angegeben ist. Schau, wie dreckig deine Wäsche ist: Oft ist nur bei stark verschmutzter Wäsche eine Dosierung nach Härtebereich „hart“ sinnvoll.

Mehr zu typischen Waschmaschinen-Fehlern liest du in einem weiteren Artikel.

2. Weniger exotisches Essen ist mehr CO2-Einsparung

Avocado ist beliebt – ob als Guacamole zum Dippen, als Scheiben geschnitten auf dem Brot oder gewürfelt für den Salat. Doch die grüne Frucht ist lang gereist, um bei uns in den Auslagen der Supermärkte zu liegen: Die meisten Avocados bei uns stammen aus Peru, Chile, Mexiko oder Südafrika.

Unterwegs lagern die Avocados in Kühlcontainern, um nach dem langen Transportweg noch frisch zu bleiben. Und der Avocadobaum ist durstig: Ungefähr 1.000 Liter Wasser schluckt die Produktion von knapp drei Avocados. Speziell in Mexiko, die vor allem die USA mit Avocado beliefern, beklagen Umweltorganisationen, dass illegal Wälder gerodet werden, um Platz zu machen für Avocadofelder.

Noch grüne und unreife Avocados
Avocado ist weit gereist und der Anbau verbraucht viel Wasser. (Foto: © Unsplash)

Es sieht also nicht gut aus für die Avocado. Aber keine Sorge, weniger Avocado ist ganz leicht: Leckere gesunde Brotaufstriche kannst du aus nur zwei Zutaten selber machen, gute Fette gibt es auch aus Nüssen und wie wäre leckeres Hummus aus Kichererbsen zum Dippen?

Doch wir wollen der Avocado nicht den Miesepeter zuschieben, weit gereiste Exoten wie Papaya, Jackfrucht oder Kokosnuss haben ebenfalls eine miese Öko-Bilanz. Auch von ihnen sollten wir eher weniger als mehr essen.

Tipp: In unserem Saisonkalender siehst du, welches Obst und Gemüse es gerade regional und saisonal zu kaufen gibt, das freut sich nicht nur die Umwelt, sondern es schmeckt meist deutlich aromatischer.

3. Weniger Smartphone ist mehr Zeit für dich

Das Smartphone ist meist das Erste am Morgen und das Letzte am Abend, was viele in die Hand nehmen – ein iPhone wird statistisch gesehen pro Tag 80 Mal entsperrt. Jeder von uns verbringt also zusammengerechnet mehrere Stunden am Tag mit seinem Mini-Computer.

Unsere Autorin hat die Smartphone-Diät probiert, ihre Erfahrungen haben uns überzeugt: Weniger Handy tut gut, denn du hast mehr Zeit für dich (schließlich fallen die durchschnittlich zwei bis drei Stunden Handy-Zeit weg), du bist konzentrierter und es geht dir generell besser. Schließlich vergleichst du dich nicht ständig in den sozialen Medien mit anderen, teils fremden Leuten.

Smartphones
Menschen am Smartphone: ein alltäglicher Anblick (Foto CC0 / Pixabay - terimakasih0)

Tipp: Probiere unsere 5 Methoden der Achtsamkeit aus, um bewusster zu leben.

4. Weniger Superfood ist mehr regionales Essen

Quinoa, Goji-Beeren, Avocado, Acai-Beeren, Kokoswasser, Weizengras und Chia-Samen sind wohl vielen ein Begriff. Diese sogenannten Superfoods sind nicht nur weit gereist, teuer, sondern auch in manchen Fällen mit Mineralöl, Blei und Pestizid belastet, wie die Zeitschrift Öko-Test im März 2016 herausfand.

Klüger ist es daher, zu unserem „regionalen Superfood“ zu greifen. Für jedes mit Lobeshymnen versehene exotische Superfood gibt es eine regionale Variante: Leinsamen statt Chia-Samen, schwarze Johannisbeere statt Goji-Beere, Sauerkirsche statt Acai-Beeren, Brokkoli statt Weizengras und Dinkel statt Quinoa.

Regionale Alternativen zu Superfoods
Regionales Superfood statt importiertes: Brokkoli statt Weizengras (Foto: © Kristoffer Trolle - flickr.com, Colourbox.de)

Dieses Weniger an importiertem Superfood und Mehr an heimischem Gewächs hat gleich mehrere Vorteile: Du sparst Geld, unterstützt die regionale Wirtschaft und schonst das Klima, wenn Quinoa und Co. nicht tausende Kilometer zu uns fliegen.

5. Weniger Auto ist mehr Fitness

Viele nutzen ihr Auto, um weite Strecken zurückzulegen, Einkäufe und Kinder zu transportieren, Freunde und Familie zu besuchen oder für den täglichen Weg zur Arbeit. Vieles davon kannst du auch ohne eigenes Auto machen, die Alternativen haben viele Vorteile:

  • Kein Benzin, keine Steuer, keine Versicherung: Mit dem Fahrrad bist du mobil und deutlich günstiger als mit dem Auto unterwegs (vom Anschaffungspreis gar nicht zu sprechen).
  • Mit einem E-Bike bewältigst du auch längere Strecken, ohne durchgeschwitzt zu sein.
  • Schwerer Transport, kein Problem: Praktische Fahrradanhänger oder Lastenräder transportieren Kind und Kegel.
  • Frische Luft einatmen und fit bleiben erledigst du mit dem Fahrrad gleich nebenbei.
  • Einfach am Stau vorbeiradeln: In der Innenstadt kommst du mit dem Rad oft schneller ans Ziel.
  • Abschalten statt aufregen: Wenn andere im Feierabendverkehr die Hand auf der Hupe haben, schaltest du beim Radeln auf dem Heimweg ab und lässt Meter für Meter den Arbeitsalltag gedanklich hinter dir.
  • Parkplatzsuche? Nicht mit dir und deinem Fahrrad.
Nachhaltig leben: Mann fährt Fahrrad
Entspannt im Feierabend nach Hause radeln statt im Stau stehen: So sieht Lebensqualität aus (Foto "driving into the sunset" von Daniel Wehner unter CC BY 2.0 )

Es muss doch das Auto sein? Durchschnittlich 23 Stunden am Tag steht ein privater PKW still (so der Verkehrsclub Deutschland): Bilde Fahrgemeinschaften und nutze Carsharing, statt dir ein eigenes Auto zu kaufen.

6. Weniger Reinigungsmittel, mehr Platz im Schrank

Badreiniger, WC-Reiniger, Scheuermilch, Backofenreiniger, Glasreiniger, Fliesenputzmittel, Teppichreiniger, Kalkentferner oder Desinfektionsmittel: weniger davon! Du brauchst nicht für jede Anwendung ein extra Produkt, die meisten der in der Drogerie und im Supermarkt verkauften Produkte sind überflüssig.

Und du brauchst nicht nur weniger davon, sondern kannst deine Putzmittel mit einfachen Hausmitteln ohne Aufwand selber machen. Das ist nicht nur gut für deinen Geldbeutel und die Umwelt, sondern auch für deine Gesundheit (und mehr Platz im Schrank hast du gleich dazu).

Tipps Großeltern Putzen mit Hausmitteln
Einfache Hausmittel statt Unmengen an aggressiven Reinigern (Foto: © Utopia)

Mit den fünf Hausmitteln Essig, Zitronensäure, Soda, Natron und Kernseife kannst du fast alle Putzmittel ersetzen.

7. Weniger Fleisch ist mehr kreatives Kochen

Mehr pflanzliche Produkte und weniger Fleisch – wir müssen nicht mehr erklären, warum das besser für die Umwelt und natürlich für die Tiere ist. Und wem der Umstieg schwer fällt, dem helfen vielleicht diese Infos:

Wovon noch können wir getrost weniger nehmen? Schreib uns einen Kommentar.

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(41) Kommentare

  1. Statt hier einfach quer zu schießen, mit Unterstellungen zu arbeiten (siehe weiter oben, ich hätte keine Ahnung vom Giftmüll) und sachliche Aussagen lächerlich zu machen (die Problematik mit Olivenfliege und Pilz ist ja nicht meine Erfindung), könntest Du einfach mal genauer schildern, wo Du arbeitest, was Du anbaust, ob Bio oder konventionell und wie das genau mit der Abwehr der Olivenfliege funktioniert.
    Das interessiert mich wirklich.
    Andernfalls verbuche ich Dich einfach als eine der vielen Fakefiguren, die man im Netz halt so trifft…

  2. Ich habe den Utopia-Newsletter abonniert, weil ich finde, er ist erst einmal eine wohltuende Alternative zu vielen anderen Seiten und zum anderen bringt er immer wieder Tipps, die richtig gut sind. Dass Ihr aber in Eurem Newsletter Werbung plaziert für das äußerst dubiose Unternehmen Dr. Hauschka, hat mich heute völlig schockiert und ich überlege ernsthaft, den Newsletter zu kündigen. Mal sehen, ob die Anzeige weiter geschaltet wird.

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