Grundzutaten selber machen: So gelingen Butter, Hefe und Co. in wenigen Schritten

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Manche Grundzutaten kannst du einfach selber machen und dir so den Gang zum Supermarkt ersparen. Wir zeigen dir Rezepte und Tipps, mit denen dir die Herstellung von Joghurt, Brühe & Co. gelingt.

Grundzutaten selber machen: Hefe

Bei Hefe handelt es sich um ein Gemisch aus einzelligen Pilzen, die natürlicherweise an verschiedenen Orten vorkommen. So finden sie sich zum Beispiel auch auf der Oberfläche von vielen Obstsorten. Für das Hefe-Rezept brauchst du deshalb Trockenfrüchte. Da sie einen hohen Zuckergehalt haben, sind sie ein optimaler Nährboden für den Reifeprozess der Hefe.

Welche Trockenfrüchte du verwendest, bleibt dir überlassen. Gut geeignet sind zum Beispiel getrocknete Pflaumen oder getrocknete Aprikosen. Diese haben den Vorteil, dass du sie auch aus regionalem Anbau kaufen kannst. Datteln eignen sich auch, sind aber aufgrund der schlechten Öko-Bilanz deutlich weniger nachhaltig. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Trockenfrüchte ungeschwefelt sind. Sonst kann die Hefe nicht reifen.

Außerdem brauchst du noch lauwarmes Wasser und etwas Zucker. Im Grunde vermischst du die Zutaten nur in einem hohen schmalen Gefäß und lässt die Mischung dann mit geschlossenem Deckel fünf bis zehn Tage lang stehen. Zwischendurch musst du das Glas immer wieder schütteln und kurz öffnen. Genauere Informationen bekommst du in diesem Artikel: Hefe selber machen: Wilde Hefe ansetzen und vermehren.

Hast du gerade keine Trockenfrüchte zur Hand, kannst du Hefe auch aus Bier, Mehl und Zucker zubereiten. Wie das genau funktioniert, erfährst du hier: Hefe aus Bier: Mit diesem Trick machst du Hefe selbst.

Eine weitere Möglichkeit ist, Hefe im Vorfeld zu vermehren und sie auf Vorrat einzufrieren: Hefe vermehren: Der Trick mit dem Vorteig.

Butter selber machen

Um Butter selber zu machen, brauchst du nur Milch oder Sahne und etwas Geduld.
Um Butter selber zu machen, brauchst du nur Milch oder Sahne und etwas Geduld.
(Foto: CC0 / Pixabay / ponce_photography)

Butter kannst du ganz einfach aus Milch oder Sahne selbst herstellen. Achte darauf, auf Bio-Ware zurückzugreifen. So garantierst du, dass die Kühe aus artgerechter Tierhaltung stammen.

  • Um die Milch zu Sahne zu verarbeiten, brauchst du frische Rohmilch. Milch, die mit Hitze behandel oder homogenisiert wurde, eignet sich nicht. Lasse sie dann in einem hohen Gefäß über Nacht bei Zimmertemperatur stehen.
  • Am nächsten Morgen hat sich die Sahne oben abgesetzt. Diese kannst du abschöpfen und weiter zu Butter verarbeiten.
  • Dafür kannst du sie mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis sich die Butter von der Buttermilch gelöst hat und gelbe Flocken entstehen.
  • Da dabei relativ viel Energie verbraucht wird, ist es nachhaltiger, die Sahne per Hand mit der Schüttelmethode zu bearbeiten. Dabei schüttelst du die Sahne in einem verschlossenen Glas so lange, bis sich ebenfalls Butter gebildet hat. Zwischendurch gießt du immer wieder etwas Buttermilch ab, bis nur noch eine relativ feste Buttermasse zurückbleibt.

Mehr Tipps und Hinweise zur Herstellung von (tierischer) Butter bekommst du hier: Butter selber machen: Einfache Anleitung mit Sahne oder Milch.

Rezept für vegane Butter

Grundzutaten selber machen erfordert oft nur wenige Arbeitsschritte. Besonders vegane Butter hast du im Handumdrehen selbst hergestellt.
Grundzutaten selber machen erfordert oft nur wenige Arbeitsschritte. Besonders vegane Butter hast du im Handumdrehen selbst hergestellt.
(Foto: CC0 / Pixabay / rodeopix)

Für vegane Butter oder Margarine brauchst du nur vier Zutaten:

Achte beim Kauf der Zutaten möglichst auf Bio-Qualität, um gesundheits- und umweltschädliche Pestizide zu vermeiden. Bei Rapsöl und Sojamilch kannst du zudem auf Produkte aus möglichst regionalem Anbau zurückgreifen.

Für die Zubereitung erwärmst du das Kokosöl, bis es flüssig ist, und vermengst es mit den übrigen Zutaten. Lasse die Masse anschließend erkalten, sodass sie wieder fest wird.

Weitere Tipps und Hinweise zur Herstellung veganer Butter findest du in diesem Artikel: Vegane Butter: Mit diesem Rezept machst du sie ganz einfach selber.

Gemüsebrühe selber machen: Zwei Grundrezepte

Du kannst Gemüsebrühe entweder direkt zubereiten oder dir eine Brühpaste anrühren, die du für Suppen, Saucen & Co. verwenden kannst.
Du kannst Gemüsebrühe entweder direkt zubereiten oder dir eine Brühpaste anrühren, die du für Suppen, Saucen & Co. verwenden kannst.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Für die Herstellung von Gemüsebrühe kannst du ganz unterschiedliche Gemüsesorten verwenden. Nur sehr wasserhaltiges Gemüse wie Tomaten, Gurken oder Zucchini ist nicht geeignet. Besonders empfehlenswert sind z.B. Möhren, Sellerie und Lauch. Du kannst aber auch Kohlsorten und Pastinaken, Wurzelpetersilie und anderes Wurzelgemüse verwenden.

Da du das Gemüse ja nur auskochst, kannst du auch „Gemüseabfälle“ wie den Strunk von Kohlgemüse, Möhrenkraut und Schalen sammeln und diese zu Brühe verarbeiten. In jedem Fall solltest du für zusätzliches Aroma noch Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Kräuter hinzufügen.

  • Zerkleinere die Zutaten und lasse sie in ausreichend Wasser circa eine Stunde lang köcheln. Rechne mit zwei Liter Wasser auf 500 Gramm Gemüse.
  • Gieße die Mischung durch ein Sieb und bewahre die fertige Brühe in Schraubgläsern im Kühlschrank auf.

Alternativ kannst du auch eine Brühpaste herstellen. Auch dafür brauchst du Gemüse, Knoblauch, Zwiebeln, Salz und Kräuter.

  • Zerkleinere die Zutaten (bis auf das Salz) in einem Mixer oder mit einem Pürierstab.
  • Gib das Salz hinzu und lasse die Mischung kurz ziehen.
  • Püriere die Masse weiter, bis ein cremiger Brei entstanden ist.
  • Fülle die fertige Paste in ein Schraubglas.

Weitere Tipps für die selbstgemachte Brühpaste gibt’s hier: Gemüsebrühe selber machen: ganz einfach aus frischen Zutaten

Grundzutat Joghurt: Aus Kuhmilch oder Pflanzendrink

Joghurt selber machen erfordert zwar nicht viele Zutaten, jedoch etwas Geduld und Fingerspitzengefühl.
Joghurt selber machen erfordert zwar nicht viele Zutaten, jedoch etwas Geduld und Fingerspitzengefühl.
(Foto: CC0 / Pixabay / ponce_photography)

Um Joghurt selbst herzustellen, kannst du fast jede Milchsorte verwenden. Neben der klassischen Kuhmilch kannst du so auch fettreduzierte Milch oder Ziegenmilch verwenden. Für eine vegane Variante greifst du am besten auf Sojamilch zurück.

Für die Milchsäurebakterien brauchst du noch ein paar Esslöffel Natur- oder Soja-Joghurt oder alternativ etwas Joghurtpulver. Achte bei den Zutaten auf Bio-Qualität. So garantierst du eine artgerechte Tierhaltung und im Falle von Sojaprodukten eine Landwirtschaft, die ohne synthetische Pestizide und Gentechnik auskommt.

  • Für die Herstellung des Joghurts erhitzt du zunächst die Milch, lässt sie etwas köcheln und dann leicht abkühlen.
  • Rühre dann du den fertigen Joghurt oder das Pulver in die 40 Grad Celsius warme Milch und füllst die Mischung in sterile Einmachgläser.
  • Verschließe die Gläser und lasse den Joghurt für circa zwölf Stunden bei einer Temperatur von 40 Grad Celsius ruhen.
  • Danach kannst du ihn bei geringerer Hitze weiter reifen lassen.
  • Hat der Joghurt die gewünschte Konsistenz, kannst du ihn ganz normal im Kühlschrank aufbewahren.

Die Herstellung erfordert teilweise etwas Fingerspitzengefühl: Ist die Umgebungstemperatur zu hoch, sterben die Joghurtbakterien ab. Ist sie zu niedrig, reifen die Bakterien nicht. Mehr Tipps und Hinweise bekommst du in diesem Artikel: Joghurt selber machen – Einfache Anleitung für cremigen Joghurt. Eine ausführliche Anleitung für eine vegane Variante findest du hier: Soja-Joghurt selbst machen: So gelingt’s.

Grundzutaten selber machen: Pflanzendrinks

Pflanzendrinks kannst du je nach Belieben aus Mandeln, Haselnüssen, Hafer-, Dinkelflocken & Co. selbst herstellen.
Pflanzendrinks kannst du je nach Belieben aus Mandeln, Haselnüssen, Hafer-, Dinkelflocken & Co. selbst herstellen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Auch Pflanzendrinks kannst du schnell und leicht selber machen. Für die vegane Milchalternative aus Getreide kannst du zum Beispiel Hafer- oder Dinkelflocken oder Reis verwenden. Für einen Nussdrink eignen sich Mandeln, Haselnüsse oder Cashewkerne. Aus ökologischer Perspektive empfehlen sich vor allem Lebensmittel, die regionale angbaut werden können, also Hafer, Dinkel und Haselnüssse. Außerdem benötigst du:

  • Wasser
  • eine Prise Salz
  • evtl. Süßungsmittel und Gewürze nach Belieben
  • Mixer
  • feines Tuch, Sieb oder Nussmilchbeutel

Die Nüsse oder Getreideflocken weichst du am besten über Nacht in Wasser ein und gießt das Wasser danach ab. Getreidekörner wie Reis kannst du kurz vorher weichkochen. Gib jetzt die Nüsse- oder Getreidemischung mit genügend Wasser in den Mixer und püriere die Masse so lange, bis du fast keine Stücke mehr siehst und eine relativ homogene, milchähnliche Masse entstanden ist.

Gieße die Flüssigkeit durch ein Tuch, Sieb oder den Nussmilchbeutel und presse so viel Flüssigkeit wie möglich aus der verbleibenden Paste. Fülle den Pflanzendrink in Glasflaschen und bewahre ihn im Kühlschrank auf. Genauere Tipps und Hinweise findest du in unseren Artikeln zum Hafermilch- und Mandelmilch-Rezept.

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