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Wann Bio wirklich Bio ist

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Bio bedeutet: umweltschonende Produktion, gesicherte Qualität und reines Gewissen. Stimmt doch, oder? Meistens ja – aber nicht immer. Utopia erklärt, was „Bio“ und „biologisch“ bei verschiedenen Produkten bedeutet, auf welche Bio-Siegel du dich verlassen kannst und zeigt, wo du genau hinsehen solltest.

Die wichtigsten Informationen gleich zu Anfang:

  • Bio ist wirklich Bio – bei Lebensmitteln.
  • Aber: Bio ist nicht gleich Bio.
  • Bio bedeutet verschiedenes: Je nachdem, ob du einen Apfel oder Allzweckreiniger vor dir hast, steht Bio mal für vertrauenswürdige Kriterien, mal für Marketing-Phrasen.
  • Lebensmittel, Kosmetik, Kleidung, Putzmittel: Wir zeigen dir, was Angaben wie „Bio“ und „biologisch“ jeweils bedeuten.

Also: nicht aufgeben! Es lohnt sich, die Unterschiede zwischen Bio (Regeln) und Bio (Reklame) zu kennen.

Biodeutungs-Wirrwarr: Was bedeutet Bio?

Regulierungsbehörden liefern sich ein Tauziehen mit Lobby-Organisationen. Die Folge: Bio erscheint heute oft wie ein Wirrwarr an Bedeutungen, Rechtsvorschriften und Siegeln. Konzerne profitieren davon, dass Verbrauchern nicht immer klar, ist, auf welche Siegel sie sich verlassen können.

Eigentlich scheint die Bedeutung ja relativ klar zu sein: Biologische Herstellung heißt, dass keine künstlichen Elemente in die Wertschöpfungskette einfließen, die Produktion und die Rohstoffe also natürlich sind. Gleichbedeutend ist die ökologische Herstellung, etwa bei der ökologischen Landwirtschaft – oft auch ökologischer Landbau genannt.

Das Problem: Was „natürlich“ ist und was nicht, das ist Auslegungssache – zumindest dort, wo es keine klaren gesetzlichen Regelungen gibt.

Lebensmittel: Was ist Bio?

Bei Bio-Lebensmitteln ist das zum Glück der Fall: Um das Bio-Siegel tagen zu dürfen müssen landwirtschaftliche Bio-Erzeugnisse von einer Kontrollstelle kontrolliert und zertifiziert werden. Das Siegel erhält nur, wer die Rechtsvorschriften der EU für Bio-Landbau erfüllt. Das grüne EU-Bio-Siegel steht hier für klar definierte, gesetzliche Auflagen in Produktion und Verarbeitung. Die EU-Richtlinien schreiben vor, welche Düngemittel, Futtermittel, Pflanzenschutzmittel für ökologischen Landbau zugelassen sind, wie viele Tiere auf wie viel Raum gehalten werden dürfen, wie viele Zusatzstoffe erlaubt sind usw. Das unterscheidet die Produkte klar von konventionellen Erzeugnissen.

Konventionelle Erzeuger haben in der Regel mehr Freiheiten: Sie können beispielsweise Pestizide einsetzen, die im Öko-Landbau verboten sind, um ihre Ernte vor Schädlingen zu schützen. Allerdings befinden sich auch nach der Ernte oft noch Rückstände der Pflanzenschutzmittel auf Obst und Gemüse. Die Lebensmittel mit den meisten Pestizid-Resten haben wir hier für dich zusammengefasst: Achtung Pestizide: 12 Obst- und Gemüsesorten, die du bio kaufen solltest.Obst und Gemüse sind oft falsch deklariert, Marktcheck

Lebensmittel: Ist Bio wirklich Bio?

Bio bei Lebensmitteln: Bedeutet das noch was?

Ja, bei Lebensmitteln handelt es sich um einen geschützten Begriff. Das ist gut, weil es bedeutet, dass man sich bei Bio-Lebensmitteln darauf verlassen kann, dass sie wirklich ökologisch hergestellt wurden. Und es ist problematisch, weil Nahrungsmittel in der EU die einzige Kategorie sind, in der Bio (und Öko) tatsächlich ein geschützter Begriff ist. So ist im Bereich Lebensmittel für diesen Begriff Vertrauen aufgebaut worden – das mitunter in anderen Geschäftszweigen ausgenutzt wird.

Wer seine Lebensmittel „Bio“ nennen will, der muss nach der EU-Verordnung („EG-Öko-Basisverordnung“) zertifiziert sein, d.h. die strengen Auflagen für die ökologischen Landbau einhalten. Erst dann dürfen Kontrollstellen die Bio-Lebensmittel mit dem bekannten EU-Bio-Siegel zertifizieren.

EU-Bio-Siegel: Auf die Herkunft achten
Unter dem EU-Bio-Siegel sind Informationen zur Herkunft des Produktes angegeben. (Foto: Utopia)

Das sechseckige deutsche Bio-Siegel wurde offiziell durch das grüne EU-Bio-Siegel abgelöst. Einige Hersteller verwenden noch beide Siegel auf Produkten und Verpackungen von Bio-Lebensmitteln. Beide Siegel zusammen bedeuten aber nicht mehr als allein das EU-Siegel mit den Sternen auf grünem Grund.

Was bedeuten die Bio-Siegel der Verbände?

Wer Lebensmittel mit dem grünen EU-Bio-Siegel oder dem sechseckigen deutschen Bio-Siegel kauft, macht bereits vieles besser. Doch damit ist noch lange nicht das Bestmögliche erreicht: Die europäische Bio-Zertifizierung definiert nämlich nur Mindeststandards für die ökologische Landwirtschaft und Tierhaltung.

Es geht noch besser: Zunächst einmal solltest du den Hinweis auf die Herkunft unter dem Bio-Siegel beachten. Neben dem Code der Kontrollstelle findest du dort auch eine Angabe dazu, ob das Lebensmittel aus Deutscher Landwirtschaft, EU-Landwirtschaft und Nicht-EU-Landwirtschaft stammt. Je nachdem, welche Bio-Erzeugnisse du kaufst, kann die Herkunft einen riesigen Unterschied in der Öko-Bilanz machen: Im Herbst muss niemand Bio-Äpfel aus Neuseeland kaufen, da wachsen sie auch bei uns.

Weiterhin schreibt das EU-Bio-Siegel vor, dass 95 % der Zutaten biologischer Herkunft sein müssen – nicht 100 %. Wer sicher sein will, verwendet also am besten weitgehend unverarbeitete Produkte: In einer Bio-Tomate sind auf jeden Fall 100 % Bio-Tomate.

Oder man kauft Produkte mit den Siegeln der Anbauverbände, denn diese gehen noch etwas weiter. Die Bio-Anbauverbände legen die für ihre Zertifizierung deutlich strengere Kriterien an als die EU-Richtlinie. Gerade was die Tierhaltung angeht, gelten bei manchen Siegeln strengere Richtlinien als beim EU-Biosiegel. Die drei bekanntesten Anbauverbände sind Bioland, Demeter und Naturland, es gibt aber noch viele weitere wie etwa Biokreis oder Biopark.

Sie unterscheiden sich untereinander vor allem durch die Zulassung bzw. Ablehnung bestimmter Zusatzstoffe, Düngemittel, Futtermittel usw. Im Gegensatz zur EU-Ökolandbau-Richtlinie erlauben die Verbände beispielsweise den Zukauf von konventionellem Tierfutter und Dünger nur in geringsten Mengen und nur unter streng definierten Bedingungen, sie lassen weniger Tiere und eine geringere Besatzdichte pro Betrieb zu und im fertigen Produkt dürfen nur deutlich weniger Zusatzstoffe enthalten sein. Zudem muss der gesamte Betrieb nach den Richtlinien der Verbände wirtschaften (bei der EU-Bio-Zertifizierung sind Teilumstellungen möglich).

Die Richtlinien: EU-Bio-Siegel, Bioland, Naturland, Demeter

EU-Bio-Siegel

EU-Bio-Siegel(Richtlinien)

 

Bioland-Siegel

Bioland Bio-Siegel(Richtlinien)

 

Naturland-Siegel

Naturland Bio-Siegel(Richtlinien)

 

Demeter-Siegel

Demeter Bio-Siegel(Richtlinien)

 

 

Hier gibt es einen hilfreichen Vergleich der Richtlinien von EU-Bio, Bioland, Naturland und Demeter (PDF, Stand 2014).

Bio: Vorsicht bei nicht geschützten Begriffen!

Leider ist der rechtliche Schutz von Begriffen wie „Bio“ noch immer die Ausnahme. Die Nahrungsmittelindustrie schafft es immer wieder, bindende Richtlinien zu verhindern. Ausdrücke wie „Qualitätsware“, „natürlich“ oder „kontrollierter Anbau“ sind meist keine geschützten Begriffe, sondern im schlechtesten Fall nur leere Worte. Lass dich von ihnen nicht zum Fehlkauf verleiten. Einen Blick auf die Zutatenliste solltest du auf jeden Fall werfen.

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Kosmetik & Körperpflege: Was ist Bio?

Anders als bei Lebensmitteln muss bei Pflege- und Kosmetikprodukten Bio nicht wirklich Bio sein. Denn hier fehlt eine gesetzliche Rechtsvorschrift, die den Begriff definiert. Um sich „Bio“ nennen zu dürfen, müssen Kosmetik-Erzeugnisse nicht erst von Kontrollstellen zertifiziert werden.

Kosmetik von Naturkosmetik-Marken
Kosmetik & Pflegeprodukte: Was macht Bio-Produkte aus? (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.com)

Bio: bei Kosmetik & Körperpflege kein geschützter Begriff

Biokosmetik, Naturkosmetik – damit werden meistens gute, umwelt- und gesundheitsschonende Produkte bezeichnet, verwenden kann die Begriffe aber im Prinzip jeder. Denn keiner der beiden Begriffe ist in Deutschland rechtlich geschützt, obwohl sie schon lange Einfluss auf Kaufentscheidungen haben.

Prinzipiell könnte man dir damit also alles verkaufen. Es kommt vor, dass konventionelle Unternehmen diese Lücke nutzen und mit Schein-Siegeln oder erfundenen Aussagen werben. Allerdings kommt Verbrauchertäuschung dieser Art glücklicherweise selten vor. Wenn Unternehmen den Anschein erwecken wollen, ihre Produkte seien „grün“, gehen sie dabei meist subtiler vor.

Lies dazu auch: 7 Kosmetikmarken, die nicht so gut sind, wie du denkst

Naturkosmetik – eine ungefähre Orientierung

Generell ist echte Naturkosmetik erstens gesünder und zweitens umweltfreundlicher als konventionelle Kosmetik. Der Begriff wird zum Glück nur selten missbräuchlich verwendet, vermutlich aus Angst vor Image-Schäden. Genau so verhält es sich mit Biokosmetik, die gemeinhin hohe Anteile an biologisch hergestellten Erzeugnissen enthält. Endgültige Sicherheit wird aber erst ein verbindliches, gesetzliches Siegel bringen, das bis jetzt noch nicht existiert.

Die bekanntesten und am weitesten verbreiteten Siegel sind das Siegel „Kontrollierte Naturkosmetik“ des BDIH und das Natrue-Siegel. Das BDIH-Siegel definiert Mindestkriterien für Naturkosmetik. Der BDIH (Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, BDIH-Siegel für NaturkosmetikNahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V.) ist ein Non-Profit-Verein; sein Siegel ist gleichzeitig Grundlage für den internationalen Cosmos-Standard.

Natrue-Siegel für NaturkosmetikDas ebenfalls vertrauenswürdige NaTrue Siegel ist ursprünglich in Eigeninitiative der Industrie entstanden und inzwischen sehr weit verbreitet. (Richtlinien im Detail)

Ecocert-Siegel für NaturkosmetikIn Deutschland seltener, aber ebenfalls vertrauenswürdig ist das Siegel von Ecocert.

BDIH und Natrue schließen Tierversuche explizit aus, Ecocert hält sich an die gesetzlichen Regelungen (inklusive Schlupflöcher). Wem es besonders wichtig ist, dass Kosmetikprodukte frei von Tierversuchen sind, kann zusätzlich zu den Naturkosmetik-Siegeln auf Tierschutz-Siegel achten: Die Label „Leaping Bunny“ und der Hase mit schützender Hand sowie die Vegan-Blume garantieren, dass das Produkt tierversuchsfrei hergestellt wurde.

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Kleidung & Textilien: Was ist Bio?

Fast Fashion: Tipps gegen Wegwerfmode
Was bedeutet Bio bei Textilien? (Foto: Pixabay unter CC0 1.0)

Bio: bei Kleidung & Textilien kein geschützter Begriff

Leider sind die Anforderungen an „Bio“-gelabelte Produkte auch im Textilienbereich nicht klar geregelt. Initiativen und vermeintliche Siegel existieren in Hülle und Fülle, so dass sie oft mehr zur Verunsicherung als zur Orientierung beitragen. Auch hier wären verbindliche, EU-weite gesetzliche Rechtsvorschriften äußerst hilfreich. Aktuell gibt es immerhin einige wichtige und seriöse Zertifizierungen, an denen man sich orientieren kann.

Die wichtigsten Siegel

oeko tex made in geenWer bei Bio-Textilien kaufen will, der muss auf die wichtigsten Siegel achten. Am weitesten verbreitet, dabei aber wenig aussagekräftig ist das Oeko-Tex-Siegel Oeko-Tex Standard 100 („Textiles Vertrauen“): Es definiert nur Mindeststandards für die Schadstofffreiheit der Textilien. Die Oeko-Tex-Zertifizierung „Made in Green“ geht schon weiter: Die Regulierung der Chemikalien in den Fabriken entsprechen den höchsten Anforderungen am Markt, die Vorgaben für Rückstände im Endprodukt sind streng. Allerdings lässt das Siegel auch Recycling- und Mischgewebe zu, womit die Kreislaufffähigkeit der Kleidung eingeschränkt ist. Bis jetzt führen etwa 40 Firmen das Made in Green Siegel. (Die Richtlinien im Detail: Oeko-Tex)

Weitaus strenger und klarer definiert sind die Kriterien des glaubwürdigen Global Organic Textile Standard (GOTS), der sich glücklicherweise immer weiter durchsetzt. Hier gibt es zwei Kennzeichnungsstufen: „kba/kbt“ bzw. „organic“ bedeutet, dass mindestens 95% der Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, „hergestellt aus X % kbA/kbT Fasern“ bzw. „made with organic“GOTS-Siegel für Textilien bedeutet, dass mindestens 70% der Fasern Erzeugnisse ökologischen Landbaus sein müssen. GOTS definiert auch soziale und Umweltkriterien für die Produktion. (Die Richtlinien im Detail: GOTS)

IVN-Siegel für Naturtextilien und NaturlederAm striktesten ist das „IVN BEST“-Siegel. Bei dieser Zertifizierung handelt es sich um das gegenwärtig maximal erreichbare Niveau für nachhaltig und ökologisch produzierte Textilien. IVN zertifiziert zudem pflanzliche gegerbtes Leder mit dem Siegel IVN Naturleder. (Die Richtlinien im Detail: Naturtextil / Naturleder)

Mehr dazu: Diese Siegel garantieren giftfreie Kleidung

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Reinigungsmittel: Was ist Bio?

Reinigungsmittel: Was ist Bio?
Was bedeutet Bio bei Putz- und Waschmitteln? (Foto: CC0 Public Domain / pixabay.de)

Bio: bei Reinigungsmitteln kein geschützter Begriff

Die Verwendung und der Einsatz von Chemikalien hat bei Wasch- und Putzmitteln lange Tradition. Durch den Einsatz von Tensiden auf Erdöl-Basis gerieten natürliche und unbedenkliche Mittel fast in Vergessenheit. Mit dem wachsenden biologischen Bewusstsein werden diese zwar wieder beliebter, noch ist „Bio“ aber im Reinigungsbereich kein geschützter Begriff. Letztlich kann also jeder „Bio“ auf seine Wasch- und Putzmittel schreiben, egal, was drin ist. Zum Glück kommt so dreiste Verbrauchertäuschung auch hier nicht oft vor.

Die wichtigsten Siegel und natürliche Alternativen

Bei Reinigungsmitteln, d.h. Wasch-, Putz- und Spülmitteln, sind Siegel leider noch nicht weit verbreitet. Es gibt nur ein paar Marken, welche ökologische Reinigungsmittel mit Siegel vertreiben, jedoch gibt es einige weitere vertrauenswürdige Hersteller, deren Produkte kein Siegel tragen.

NCP Siegel Label Nature Care Product

Das „Nature Care Product“-Siegel (kurz NCP) ist eines der strengsten Zertifikate für Waschmittel und Reiniger. Denn: Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik vergibt es nur an Produkte, die so „nachhaltig wie möglich“ hergestellt wurden. Eine Expertengruppe definiert immer wieder neu, was das genau bedeutet. Ein Kontrollstelle prüft jährlich, ob die Mittel diesen Anforderungen entsprechen. (Richtlinen)

Ecogarantie-Siegel für Bio-Reinigungsmittel

Grundsätzlich kannst du beim Reinigungsmittelkauf auf das Eco Garantie Siegel achten. Damit stellst du sicher, dass alle Rohstoffe natürlich, nachwachsend und ohne Gentechnik sind und so weit wie möglich aus biologischem Anbau stammen. (Richtlinien im Detail)

Ecocert-Siegel für Naturkosmetik und ReinigungsmittelAuch Ecocert zertifiziert umweltverträgliche Reinigungsmittel auf Basis nachwachsender natürlicher und biologisch abbaubarer Stoffe. (Richtlinien im Detail: PDF)

Weitere wichtige Siegel: Wasch- und Reinigungsmittel: die anspruchsvollsten Nachhaltigkeitssiegel

Ökologische Wasch- und Putzmittel sind zwar in der Regel weniger bedenklich für Gesundheit und Umwelt als herkömmliche Produkte. Doch auch Mittel aus nachwachsenden Rohstoffen können Inhaltsstoffe enthalten, die schädlich für die Natur oder für deine Gesundheit sein können, wie beispielsweise Duftstoffe. Deshalb solltest du auch mit Bio-Reinigern immer möglichst sparsam umgehen.

Die Alternative: Hausmittel statt Putzmittel: Essig bzw. Essigessenz, Zitronensäure, Natron, Soda und Kernseife ersetzen fast alle Reinigungsprodukte.

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(25) Kommentare

  1. Vor allem ist selbst „bestes Bio“ nicht unbedingt „Öko“.

    Klassische Beispiele: winterliche Bio-Trauben, Äpfel & Co. aus Argentinien oder Südafrika oder sommerliche „Bio-Erdbeeren & Co.“ aus Spanien, wenn es sie auch hierzulande gibt.

    Und der kleine Hinweis sei erlaubt, dass auch ein echtes Bio/Öko nicht für das ganze Fertig-Produkt stehen muss!

    Wir hatten letztens in der Eile im Tegut so einen, auch von der Verpackung her, absolut auf Öko getrimmten Kartoffelsalat mitgenommen. Zuhause ergaben sich dann die Details: aus Öko-Landbau waren nur die Kräuter = 0,6% des Inhaltes… Sah aber erstmal ganz anders aus..

  2. Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen!

    Man sollte immer auch möglichst regional und sainsonell kaufen. Ich bin auch der Meinung wenn ich die Auswahl zwischen BIotomaten aus Spanien(!), die kaufe ich generell nicht, und welchen aus konfensionellem Anbau aber aus der Region, in dem Fall Franken und vielleicht sogar von einem kleinen Bauern aus der direkten Umgebung habe, entscheide ich mich für die Nichtbio aber regionalen Tomaten. Heute verzichten auch viele konfensionelle Bauern auf Spritz und Düngemittelmittel, einfach mal fragen, kostet nichts. Denn die Biosiegel sind für gerade kleinere regionale Betriebe oft eine kostspielige Angelegenheit. Und wenn man bedenkt das Obst und Gemüse aus fernen Ländern oft unter widrigsten Bedingungen angebaut werden, sprich sehr viel Energiekosten anfallen und Resoursen verbraucht werden (Sprich Wasser weil sie in oft sehr trockenen Gegenden etwa in der Wüste Spaniens oder Argientiniens angebaut werden), von der dortigen Naturzerstörung (die natürliche Landschft und Lebensraum für einheimische Pflanzen und Tiere hat keinen Platz mehr) und Umweltbelastung ganz zu schweigen, wenn man dann noch die Anfahrtswege also Benzin und Cerosinverbrauch und die CO 2 Belastung mit einrechnet, dann ist das wirklich nicht mehr Bio, dann doch eher aus der Region.

    Hier auf dem Markt verkaufen viele Biobauern aus dem Umland (hier haben viele auf Bio umgestellt), aber auch konfensionelle die auf Dünge- und Spritzmittel bewusst verzichten, eine Direktvermarkterin füttert auch ihre Tiere nicht mit Antibiotika und sonstigen Wachstumshormonen und so weiter und baut das Futter selbst an ohne künstliche Dünger und ohne Spritzmittel und die Tiere werden artgerecht gehalten. Da kann man dann auch mit gutem Gewissen einkaufen, auch wenn dort kein Biosiegel drauf ist.

    Vieles kann man einfacher selber machen als Fertig- BIoprodukte zu kaufen. Wer wenig Zeit hat kann dies dann auch einfrieren und hat immer Vorrat, auch an geschnittenem Gemüse usw. für schnelle Soßen und Suppen. Die Verpackungen stören mich außerdem an vielen Bioprodukten, da müssen sie noch nachhaltiger werden!!!

  3. Bio im Supermarkt kaufe ich nur in seltenen Ausnahmefällen (wenn mir die Zeit fehlt noch zum Bioladen zu fahren). Ansonsten am Liebsten Bioland oder Demeter (trotz der Eso-Schiene, J.C. sagt: Nicht was in den Mund hineingelangt verunreinigt den Menschen. Matth. 15.17-18).
    Was ich allerdings sehr bedenklich finde ist, dass die „We feed the world“-Unternehmen (Nestlé, Kraft, Unilever, etc.) immer mehr in den Markt einsteigen. Kaum zu erkennen sind und ein Boykott derselben (z.B. wegen der blutigen Schokolade) daher immer schwieriger wird.

  4. Danke für den Beitrag. Das hilft in der Tat, zumal ich im Biodiscounter um die Ecke letztens in der Tat etwas verwirrt war. Allerdings drängt sich bei einigen Produktgruppen der Verdacht auf, dass hier ordenlich Kasse gemacht wird. Der Bionutzen einiger Lebensmittel ist mir insofern noch immer schleierhaft…

  5. Mein Buch „Die Öko-Lüge – Wie Sie den grünen Etikettenschwindel durchschauen“ ist nun im Verlag Ullstein als überarbeitete und erweiterte Taschenbuchausgabe zum Preis von 9,99 Euro erschienen.
    Die Kapitel zum Fairen Handel und zum Flower Label Program sind aktualisiert, im Agro-Sprit-Kapitel habe ich das Thema E-10 aufgenommen.
    Ergänzt habe ich das Buch um ein ausführliches Nachwort, in dem ich auf positive wie negative Entwicklungen der letzten beiden Jahre eingehe. Sehr lesenswert!
    Im Anhang findet sich nun auch eine ergänzende Literaturliste als persönliche Empfehlung.
    http://www.oekoluege.de

  6. Vielen Dank Utopia für den kleinen augenöffnenden Beitrag. Ich denke ganz wichtig sollte auch der Hinweis sein, dass die gesetzlichen Bio-Siegel allenfalls als Einstiegshürde gelten unter den Unternehmen. Schaut man sich die Siegel der Verbände an, wird schnell klar, dass dort noch viel „natürlichere“ Komponenten erfüllt werden müssen.

    Eines ist aber unabstreitbar: Wenn man die Bio-Siegel kennt, – und weiß, was sich inhaltlich hinter diesen verbirgt – ist es möglich, sich bewusster für ein Konsumgut zu entscheiden. Bewusster für mehr Nachhaltigkeit, bewusster für glücklichere Tiere und bewusster für Unternehmen, die diesen Standards treu sind. Wer sich stärker noch über die Siegel belesen möchte, dem empfehle ich das kostenfreie e-Book von Meer e.V.-Mitglied Christiane Loch, den Bio-Siegel-Vergleich: http://www.biosiegelvergleich.de/ .

    Nichts desto trotz sollte jeder für sich – mit eigenem Kopf und Verstand – die Kaufentscheidung treffen. Und oftmals reicht bereits kurzes Nachdenken (anstatt des spontanen Kaufes) aus, um sich für das „natürlichere“ Produkt zu entscheiden, welches gut zur individuellen Lebensphilosophie des Einzelnen passt. Denn sind wir mal ehrlich: Bio-Käufe erzwingen wird nicht gelingen. Nur ein Umdenken jedes Einzelnen kann das Kaufverhalten der Bevölkerung ändern.

  7. von Evita_L.
    Was ich allerdings sehr bedenklich finde ist, dass die „We feed the world“-Unternehmen (Nestlé, Kraft, Unilever, etc.) immer mehr in den Markt einsteigen. Kaum zu erkennen sind und ein Boykott derselben (z.B. wegen der blutigen Schokolade) daher immer schwieriger wird.
    Danke für den Beitag.

    Bei meinem Naturkostladen in der Kühltruhe gibt es die Pizza von Wagner, die dem Nestle Konzern gehört. Ich bin der Meinung, dass solche Konzerne nicht zu den Lieferanten von Naturkostläden zählen dürfen. Ein ganz klares Nein zu Nestle.
    Hatte hier im Forum auch mal die Frage in die Runde gestellt. Leider gab es wenig Rückmeldung. Utopia sollte hier eine Kampagne gegen Nestle in Naturkostläden starten. Ich habe deswegen auch schon an foodwatch geschrieben, leider bisher keine Antwort erhalten.

  8. Hallo,
    natürlich geht es noch ökorrekter, nur muss man auch sehen, dass dies Geld kostet. Für uns als kleine aber feine Bio-Feinkost-Manufactur (Die Geniessermanufactur) ist es schon ein erheblicher finanzieller Aufwand, nur die Kosten für die EU-Biozertifizierung zu berappen.
    Wir haben uns selbst weitaus höhere Qualitätskriterien auferlegt, weil uns bewußt ist, dass die EU-Bio-Siegel-Geschichte nicht wirklich durchgreift. bzw. in die Tiefe geht.
    Viele Rohstoffe beziehen wir vorrangig aus der Region und von Erzeugern, die einem anerkannten Bio-Anbauverband angehören. Wir beziehen (was uns nicht schwer fällt) Öko-Strom von einem echten Bio-Strom-Anbieter, putzen und waschen mit ökologischen Mitteln, beziehen das Material fürs Büro bei einem Öko-Anbieter, verwenden keine Alufolien in der Verpackung und, und, und…
    Zum einen ist der Beitritt zu einem Verband mit weiteren Kosten verbunden, zum anderen wird vom jeweiligen Verband ein Mindestprozentsatz von verbandszugehörigen Erzeugern/Erzeugnissen (Rohstoffen) gefordert, den wir nicht immer erfüllen können.
    Einen sehr hohen Prozentsatz verschiedener Verbandsware (vorrangig Demeter und Bioland) könnten wir nachweisen…

    Fazit:
    Wir würden gerne unsere Qualität und konsequente Bio-Philosophie durch den Beitritt zu einem Bio-Verband untermauern.
    Finanziell ist es uns nicht möglich, also können wir „nur“ durch unsere ehrliche Arbeit und persönliche Präsenz aufwarten. Es muss uns auch nach außen hin gelingen, uns so zu präsentieren, dass unser Mehraufwand, der über die Kriterien des EU-Bio-Siegels hinausgeht, glaubwürdig und erkennbar ist.
    Wir machen dies gerne, weil es unser Verständnis von Bio ist.

    Es grüßt
    Thomas Luciow

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