Nachhaltig einkaufen: Die Pyramide für nachhaltigen Konsum

Bild: © Sarah Lazarovic

Wenn wir die Umwelt schützen wollen, müssen wir die Art und Weise ändern, wie wir konsumieren – das ist vielen Menschen klar. Aber womit anfangen? Und was bringt wirklich etwas? Die Pyramide für nachhaltigen Konsum hilft weiter.

Siegel vergleichen, Inhaltsstoffe studieren oder den Energieverbrauch von neuen Elektrogeräten überprüfen: Nachhaltig einzukaufen und zu leben, klingt manchmal kompliziert. Das muss es aber gar nicht sein – wenn man sich an der Pyramide für nachhaltigen Konsum orientiert.

Die Pyramide ist an die berühmte Maslowsche Bedürfnishierarchie angelehnt. Die Illustratorin Sarah Lazarovics nennt sie „Buyerarchy of Needs“, auf Deutsch etwa: „Kauf-Hierarchie der Bedürfnisse“. Wie auch bei Maslow stehen in den unteren Ebenen die wichtigsten Prinzipien. Für ein möglichst nachhaltiges Konsumverhalten liest man die Pyramide also von unten nach oben.

nachhaltig leben, pyramide, konsum(Bild: © Sarah Lazarovic)
Die Pyramide für nachhaltigen Konsum

1. Nachhaltiger als einkaufen: Nutze, was du hast

Am nachhaltigsten ist es, gar nicht erst etwas Neues zu kaufen – sondern das zu nutzen, was du bereits hast. Für jedes neue Produkt sind Ressourcen nötig, außerdem ist die Herstellung oft sehr energieintensiv und verursacht Emissionen. Eine neue Jeans beispielsweise braucht in der Produktion rund 8.000 Liter Wasser. In jedem neuen Smartphone stecken Konflikt-Rohstoffe wie Coltan, für das oft Kinder in Minen schuften. Je länger du nutzt, was du bereits besitzt, desto weniger Ressourcen und Energie verschwendest du.

Eine Ebene hat die Illustratorin vergessen: Reparieren. So kannst du das, was du schon hast, länger nutzen. Einige Baumärkte, Elektronikketten und Möbelhäuser bieten Reparaturservices an. Wenn du etwas selber reparieren willst, findest du im Netz hilfreiche Anleitungen.

2. Leihe aus

Nicht alles, was man braucht, hat man schon zu Hause. Aber auch wenn etwas fehlt, brauchst du nicht unbedingt einkaufen zu gehen – leihe dir die benötigte Sache lieber aus. Am unkompliziertesten funktioniert das im Bekanntenkreis, es gibt aber auch spezielle Verleihdienste und Plattformen:

3. Tausche

 

Kleidertauschbörse(Foto: Utopia/Brigitte Rohm)
Auf Kleidertauschpartys findest du neue Kleidung.

Wenn du etwas bestimmtes brauchst, es dann aber nicht wieder zurückgeben möchtest, ist Leihen nicht das Richtige. Wie wäre es stattdessen mit Tauschen? Ein positiver Nebeneffekt: Du wirst etwas los, was du nicht brauchst. Ideen und Tipps:

4. Kaufe gebraucht

Ist dir tauschen zu aufwendig, kannst du dein benötigtes Produkt auch kaufen – aber gebraucht. Mit Gebrauchtkäufen schonst du ebenfalls Ressourcen. Außerdem verleihst du Dingen, die sonst vielleicht im Müll landen würden, ein zweites Leben. Hilfreiche Plattformen und Tipps:

5. Mache selber

Handcreme selber machen(Foto: Utopia/Charlotte Gneupel)
Kosmetik lässt sich unkompliziert selber machen.

Ebenfalls nachhaltiger als neu kaufen: Selbermachen. Wenn du deine Mützen und Schals selber strickst, machst du dich von Moderiesen und Fast Fashion unabhängig. Selbst gemachte Geschenke kommen oft besser an als das nächste Duschgel-Bodylotion-Set. Selbermachen ist natürlich nicht in allen Bereichen möglich – und nicht jeder hat Fähigkeiten wie Nähen oder Möbelbauen. Aber vor allem bei der Ernährung ist Selbermachen wichtig. Stark verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte enthalten oft Palmöl und andere fragwürdige Inhaltsstoffe. Wenn du deine Mahlzeiten selbst kochst, hast du Kontrolle über die Zutaten – und kannst so der Umwelt zuliebe zum Beispiel auf regionale Lebensmittel achten.

Mehr Tipps zum Selbermachen:

6. Kaufe neu – aber nachhaltig

Wenn du dein benötigtes Produkt nicht leihen, tauschen, selber machen oder gebraucht kaufen kannst, bist du an der Spitze der Nachhaltigkeitspyramide angekommen: neu kaufen. Dabei solltest du darauf achten, dass die Ware ökologisch und fair hergestellt wurde und aus möglichst langlebigen Materialien besteht – damit du lange was davon hast.

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Also fürs Selbermachen muss ich auf kaufen. Die Wolle für den Schal wächst halt nicht auf meinem Balkon. Die neue DIY-Welle ist durchaus zu begrüßen wenn es z B. um upcycling geht. Und klar koche ich mein Essen selbst und nutze keine Fertiggerichte, aber die Lebensmittel dazu muss ich auch kaufen. Also hinkt diese Pyramide einfach ein bisschen, wenn man sie auf alle Lebensbereiche anwenden will. Und „nutzen was du hast“ ist auch eine ziemlich banale Aussage.