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Die 9 größten Fehler in der Küche

Fehler in der Küche, Waschbecken
Foto: "house beautiful kitchen of the year 2012 koty-4.jpg" Susan Serra, CKD unter CC BY-SA 2.0

Die Küche ist vielleicht der wichtigste Ort jeder Wohnung – und der, an dem man ganz aus Versehen am meisten falsch machen kann. Wir zeigen dir, wie du eine richtige Öko-Küche bekommst.

Ob Lebensmittelverschwendung, Kochgeschirr aus Plastik, giftige Reiniger oder Energie, die zum Fenster rausgepustet wird: In der Küche können wir einiges falsch machen. Wir zeigen, wie es besser geht und du noch ganz nebenbei mit deiner Öko-Küche Geld sparst.

1. Lebensmittel verschwenden

Nur etwa die Hälfte aller produzierten Lebensmittel wird gegessen – der Rest landet im Müll. An dieser beispiellosen Verschwendung sollten wir uns nicht länger beteiligen. Jeder kann etwas tun, um zumindest in seinen eigenen vier Wänden Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Schluss mit Lebensmittelverschwendung
Viel zu schade für den Müll: Lebensmittelreste kreativ weiter zu verwenden macht außerdem Spaß (Foto: © madochab / photocase.de)

Dazu solltest du zum Beispiel immer nur soviel einkaufen, wie du verbrauchen kannst. Anstatt Dinge mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum einfach wegzuwerfen, vertrau auf deine Sinne. Auch eine müde Karotte oder leicht welker Kohl gehören nicht in den Mülleimer, sondern in den Kochtopf. Tipp: Gib schlaffen Salat in eine Schüssel mit Wasser. Schon nach ein bis zwei Stunden hat er sich mit Wasser vollgesaugt und sieht wieder frisch und knackig aus.

Besonders wichtig ist außerdem die richtige Lagerung der Lebensmittel: Viele Produkte, zum Beispiel Kartoffeln, Getreide und Müsli sollte man kühl, dunkel und trocken lagern, die meisten anderen „trockenen“ Lebensmittel zumindest kühl und gut verschlossen. Es gibt überraschend viele Nahrungsmittel, die – entgegen der Gewohnheiten vieler Menschen – nicht in den Kühlschrank gehören.

In unserer Bilderstrecke findest du noch mehr Tipps für eine nachhaltige Küche:

2. Nicht in der Öko-Küche: Billig-Utensilien

Sicherlich kann man Plastik-Kochlöffel, Messer, Töpfe und Brotdosen für ein paar Euro bei Discountern und Möbelhäusern kaufen. Nur tut man sich und der Umwelt damit überhaupt keinen Gefallen.

Zum einen sind viele Plastikteile ungesund: Sie können giftige Chemikalien an unser Essen abgeben – insbesondere, wenn sie erhitzt werden. Zum anderen halten Billig-Utensilien selten lange und tragen so zur Ressourcenverschwendung bei. Außerdem können beispielsweise Töpfe schlechter Qualität Energie verschwenden, weil sie nicht richtig auf der Herdplatte aufliegen; Billig-Wasserkocher oder –Toaster verbrauchen unnötig viel Strom.

Edelstahl-Brotdose von Eco Lunchbox
Da schmeckt das Mittagessen von zu Hause gleich viel besser: Brotdose von Eco Lunchbox (Foto: © ECOlunchbox)

Es muss ja nicht immer das Allerteuerste sein – aber etwas Wert auf Qualität zu legen schont definitiv deine Gesundheit, die Umwelt und letztlich auch deinen Geldbeutel. In einem anderen Beitrag stellen wir jede Menge nachhaltiges Küchenzubehör vor.

Lies weiter: Die besten nachhaltigen Möbelhäuser findest du in unserer Bestenliste. Eine Übersicht über empfehlenswerte Brotdosen aus Edelstahl, Glas und Holz haben wir außerdem zusammengestellt.

3. Energie verschwenden …

… kann man in der Küche auf vielfältige Weise. Wer zum Beispiel die halbvolle Spülmaschine anstellt und vorher sämtliches Geschirr mit heißem Wasser vorspült, verschwendet unnötig viel Energie – und Geld. Es gibt aber noch mehr Spülmaschinen-Fehler, die du in deiner Öko-Küche vermeiden solltest.

Energie sparen kannst du ganz einfach, indem du beim Kochen darauf achtest, dass der Topf gleich groß wie die Herdplatte ist. Ist die Platte wesentlich größer, geht viel Energie einfach verloren. Das Vorheizen des Backofens kannst du dir – außer bei heiklen Gerichten wie Soufflés – sparen und die Energie dafür auch. Übrigens brauchst du (zumindest, wenn deine Küche ein Fenster hat) auch nicht für jeden Topf Nudeln die Dunstabzugshaube anzustellen. Lüften reicht meistens.

Lebensmittel richtig lagern & richtige Kühlschrank-Temperatur einstellen
Lebensmittel richtig lagern und somit länger haltbar machen (Illustration: © Miro Poferl / Utopia)

Beim Kühlschrank ist es in der Regel völlig ausreichend, die Temperatur auf die niedrigste Stufe (1 oder 2) einzustellen. Faustregel: Wenn die Butter sich gut streichen lässt, stimmt die Kühlschranktemperatur. Außerdem sollte Kühlschrank und Gefrierfach nie überfüllt sein oder ganz leer – beides verbraucht unnötig viel Strom.

4. Mit giftigen Reinigern putzen

Die Werbung vermittelt uns, dass in der Küche alles besonders „hygienisch“ sauber sein muss. So genannte Hygienereiniger enthalten aber oft reizende Chlorverbindungen und Triclosan, das immer wieder mit hormonellen Wirkungen und Krebs in Verbindung gebracht wird. Es wird zudem vermutet, die ständige Anwendung von antibakteriellen Mitteln könnte bei Bakterien zu Resistenzen führen. Giftige Reiniger haben daher in der Öko-Küche nichts zu suchen!

Auch herkömmliche Backofensprays, Scheuermittel, Glasreiniger, Spülmaschinentabs etc. sind oft ungesund und umweltschädlich: Sie enthalten häufig potenziell gesundheitsgefährdende chemische Substanzen wie Duft- und Konservierungsstoffe, Bleichmittel und Enthärter sowie Erdöl-basierte Substanzen. Die bessere Alternative sind ökologische Reinigungsmittel oder Hausmittel – und etwas weniger Sauberkeits-Hysterie.

Empfehlenswert: Putzen mit ökologischen Reinigern oder Hausmitteln
Empfehlenswert: Putzen mit ökologischen Reinigern oder Hausmitteln (Foto: © leungchopan - Fotolia.com; memo, ecover, klar)

5. Müllberge produzieren: nicht in der Öko-Küche

Das Potenzial für Müllvermeidung ist in der Küche besonders hoch: Wir können praktisch alle Lebensmittel in Plastik, Alu, Glas oder Papier verpackt kaufen – oder eben nicht. Wir können Gemüse und Obst beim kleinsten Anzeichen von schwindender Frische wegwerfen – oder eben nicht. Wir können einfach alles in einen Mülleimer stopfen – oder eben nicht.

Wer sich ein wenig umsieht, wird feststellen, dass man sich viele Lebensmittelverpackungen sparen kann. Gemüse und Obst in Plastik zum Beispiel muss wirklich nicht sein, genauso wenig wie abgepackter Käse, Tütensalat und Plastiktüten. Kaufe lieber auf dem Wochenmarkt ein und packe alles in deinen eigenen Einkaufsbeutel. Denn vor Ort drücken dir die Verkäufer auch gerne jede Menge Plastiktüten in die Hand. Vielleicht gibt es in deiner Nähe ja sogar einen verpackungsfreien Supermarkt?

Plastikfreie Läden
Gewünschte Menge selbst abfüllen: Das geht in verpackungsfreien Supermärkten (Foto: © Jendrik Schröder / Original Unverpackt)

Wer Glas, Papier und Plastik konsequent trennt (Tipps zur Mülltrennung) und entsprechend entsorgt, hilft, die Restmüllmengen zu reduzieren und Recycling zu fördern. Sammle auf jeden Fall deinen Biomüll getrennt, um ihm damit einer sinnvollen Verwertung (Kompostierung und/oder Biogasgewinnung) zuzuführen. Am besten sammelst du ihn in einem auswaschbaren Gefäß und kippst ihn direkt ohne Plastik- oder Papiertüte in die große Bio-Hausmülltonne.

Auch wichtig: Fertiggerichte sind nicht nur ungesund, sondern produzieren viel Müll – frisch kochen ist für dich und die Umwelt besser. Stöbere doch in unseren Rezepten, dort findest du eine große Auswahl an saisonalen, regionalen, veganen und vegetarischen Inspirationen. Öko-Küche heißt eben auch nachhaltig und gesund zu kochen und für sich zu sorgen.

6. Stromschlucker kaufen

Grundsätzlich solltest du nicht ständig neue Geräte kaufen, nur weil es etwas Neues auf dem Markt gibt. Wenn es aber soweit ist, dass du Herd, Kühlschrank oder Spülmaschine ersetzen musst, dann achte beim Kauf unbedingt auf die Energieeffizienz der Geräte.

Wasser sparen: Spülmaschine richtig vollmachen
Wichtig: Spülmaschine richtig vollmachen beim Waschgang, um Wasser zu sparen (Foto: © Boggy - Fotolia.com)

Die Energieeffizienzklasse findest du auf jedem Haushaltsgerät. Die derzeit energiesparendsten Geräte sind mit einem A+++-Sticker gekennzeichnet, A++ und A+ sind immer noch ok. Auch wenn solche Geräte in der Anschaffung manchmal teurer sind als weniger effiziente: Der Mehrpreis lohnt sich, denn langfristig sparst du mit einem energieeffizienten Gerät richtig viel Strom und damit bares Geld. Mehr Infos findest du in unserem Beitrag: Was bedeuten eigentlich die Energieeffizienzklassen? Schau dir außerdem unsere Bestenliste der energieeffizienten Elektrogeräte an.

7. Essen in Alufolie & Frischhaltefolie wickeln

Essensreste, Pausenbrote und angeschnittenes Obst und Gemüse verpacken viele am liebsten in Frischhalte- oder Alufolie. Beides ist umweltschädlich und ungesund: Kunststoff basiert auf Erdöl und kann gesundheitsschädliche Chemikalien freisetzen, Alu ist in der Herstellung extrem energieaufwändig und wird immer wieder mit verschiedenen Krankheiten (unter anderem Brustkrebs und Alzheimer) in Verbindung gebracht.

Plastikfreie Folie: Bee's Wrap
Wiederverwendbare Folie von Bee’s Wrap (Foto: © Bee's Wrap)

Besser: Halbe Tomaten, Zwiebeln oder Äpfel einfach flach auf einen Teller in den Kühlschrank legen, Pausenbrot und Essensreste in Brotdosen oder leere Schraubgläser packen. Relativ neu auf dem Markt für die Öko-Küche sind außerdem wiederverwendbare Folien auf Bienenwachs-Basis; gibt es zum Beispiel von Bee’s Wrap und Jaus’n Wrap.

8. Sich von Fertiggerichten ernähren

Auch die bestausgestattete Öko-Küche ist nichts wert, wenn nicht darin gekocht wird. Wer sich nur oder vorwiegend von Fertiggerichten ernährt, stopft sich meist mit künstlichen Zusatzstoffen voll, von denen viele bedenklich sind. Auch in Bio-Qualität sind Fertigpizza oder Fischstäbchen alles andere als gesund.

Durch Fertiggerichte entsteht außerdem deutlich mehr Müll als durch dieselbe Menge frisch gekochtes Essen, denn sie sind fast immer in relativ kleinen Portionen in Plastik, Alu oder Styropor verpackt. Und ehrlich: So viel länger als ein Fertiggericht brauchen Pasta mit Tomatensoße oder Reis mit Gemüsecurry auch nicht.

Kochen
Selber kochen: lecker & günstig (Foto: © Thomas Bethge - Fotolia.com)

9. Küchengeräte anhäufen

Standmixer, Fritteuse, Eismaschine, Waffeleisen, Brotbackautomat, Knetmaschine, Sandwichtoaster, Reiskocher, Dörrautomat, Eierkocher, Crêpe Maker, Tischgrill – die Liste an Geräten, mit denen man seine Küche ausstatten könnte, ist unendlich. Muss man aber nicht.

Mal ehrlich: Die meisten dieser Geräte „brauchen“ wir äußerst selten oder nie. Sie alle werden unter hohem Energie- und Ressourcenaufwand produziert, nur, um dann in irgendeinem Schrank Platz wegzunehmen und vor sich hinzustauben. In einer minimalistischen Öko-Küche macht das Kochen auch gleich mehr Spaß.

Wetten, dass du dir jedes Gerät für die seltenen Gelegenheiten, bei denen du es nutzen möchtest, auch irgendwo ausleihen könntest? Wenn du es denn wirklich unbedingt besitzen möchtest, dann überlege doch mal, ob du es nicht mit Nachbarn gemeinsam anschaffen und nutzen kannst.

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(10) Kommentare

  1. Beim Thema „Energie verschwenden“ muss ich leider widersprechen, denn wenn man Hobby-Bäcker ist und für eine Portion Nachhaltigkeit sein eigenes Brot backt, kann auf das Vorheizen des Backofens leider überhaupt nicht verzichtet werden! Wird der Brotteigling nicht entsprechend in einen bereits heißen Ofen gegeben, kann keine gute Kruste entstehen. Die meisten Brote und Backwaren benötigen außerdem Dampf für eine resche Kruste. Auch dazu ist Vorheizen des Backofens unabdingbar.

  2. war nix interessantes dabei, das ich noch nicht wusste. viell. interessant für den nachwuchs, der gerade mit eigenem haushalt starten will. ich kann zb. nur billigsachen kaufen, wenn mal was kaputt geht, sonst könnte ich mir gar keinen ersatz leisten. andere teile, die zb. in der DDR mal billig waren – halten immer noch, nach 36 jahren ehe hab ich noch einige solcher geräte. ganz bestimmt ersetze ich die nicht durch AAgeräte, die nach 1 jahr ihre sollbruchstelle offenbaren… meine plastikeierlöffel waren auch spottbillig, machen aber ihren dienst und werden nicht duch hochwertige ersetzt… wer einen gesunden menschenverstand hat, vermeidet schon aus kostengründen viele hier angegebenen „küchenfallen“ habe nicht so viel maschinerie in der küche, die vorhandenen aber nutze ich regelmäßig (bis auf ein raclette vielleicht, was im keller lagert) – nie würde ich die mit anderen menschen teilen wollen.

  3. Beim Eierkocher und der Anzahl der Haushaltsgeräte bin ich mit dem oben Gesagten nicht einverstanden. Nach den Angaben der Firma verbraucht der Eierkocher weit weniger Energie (übrigens auch Wasser) als wenn man Eier einfach im Topf kocht, und ich glaube auch, dass das stimmt, da man nur minimale Mengen Wasser erhitzen muss, und so selten isst man Eier auch nicht (abgesehen von ein paar fundamentalistisch-asketischen VeganerInnen). Auch sonst sollte man bei den angeblich zu vielen Haushaltsgeräten im Einzelnen auf den Energieverbrauch achten, statt ihre Menge einfach so zu verteufeln.

  4. naja, neben dem energieverbrauch beim betrieb darf man ja auch die benötigten ressourcen für die herstellung nicht vergessen: auch da wird, um beim beispiel zu bleiben, für den eierkocher energie, erdöl (kunststoff), diverse mehr oder weniger problematische metalle etc. verbraucht. vom problem, den zu entsorgen/recyclen/wiederzuwerten ganz abgesehen. das macht das ganze ja immer so schwierig: vielleicht ist der eierkocher auch dann noch effizienter als der topf (bei wie oft eierkochen/monat?), vielleicht aber auch schon nicht mehr (ich hab‘ keine ahnung …)

  5. Das ist lächerlich, so als ob sich jemand aufregt, dass der Fukushimareaktor nicht mit Ökofarbe angestrichen ist. Das alles ist Pipifax gegen die Resourcenverschwendung durch Unveganismus, selbst wenn jemand so ethisch minderbemittelt ist, dass ihn Tierrechte nicht interessieren.

  6. Zum Punkt Energie verschwenden: Was sich viele nicht klarmachen ist, dass auch über die Dunstabzugshaube massig Energie verschwendet wird! Oft endet der Abluftschlauch nämlich einfach in der Hauswand, ohne Abdichtung und alles, praktisch ein Loch, durch das Wärme entweicht. Ich hab deswegen letztes Jahr einen Mauerkasten von Weibel angebracht, der verschließt den Abluftschlauch, wenn die Abzugshaube nicht in Betrieb ist und hält so die Wärme im Haus.

  7. Als Student konnte ich feststellen, dass mit einem Induktionsherd der Wasserkocher total und eine Mikrowelle auch weitgehend überflüssig sind.
    Und wegen der magnetischen Strahlung: Wenn man nicht grade einen Herzschrittmacher hat, sehe ich keinen Nachteil darin. Wie lange läuft er? Maximal eine Stunde und man steht nicht ständig daneben.
    Praktisch finde ich Mixer.
    Und zum Teilen: bei recht teuren Sachen stelle ich mir das schwer vor, mit Fremden zu teilen. Also eher mit Familie, sofern die Wege nicht zu lang sind bzw. man es eine gewisse Zeit öfter braucht.
    Und ja dann gibt es die Sache mit der geplanten Obsolenz. Geräte mit weniger Elektrik halten tendenziell länger und sind nicht auf Softwareupdates angewiesen wie heutige vernetzte Geräte. Der alte Thermomix von Mama macht seinen Dienst, Plastik hin oder her…

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