Kein Plastik, kein Auto, keine Medien: 7 alternative Fasten-Ideen

Fasten
Foto: Charly's / photocase.com

Ab Aschermittwoch verzichten viele auf Süßes, Alkohol und Kaffee. Das ist gut für die Gesundheit, doch es geht noch besser: mit unseren kreativen Fasten-Ideen schonst du auch Nerven, Geldbeutel und Umwelt!

Schon die alten Griechen übten sich in Askese und fast jede Religion kennt eine Fastenzeit. Nur scheinbar geht es dabei um Entsagung: Heutzutage wollen viele die Fastenzeit nutzen, um Winterspeck loszuwerden, sich den Kreisläufen der Erlebnisabstumpfung zu entziehen, schlechte Gewohnheiten erkennen oder die simplen Genüsse neu zu entdecken.

Mach mit – mit einem Fastenplan: Nimm dir beispielsweise vor, die kommenden sieben Wochen bis Ostern zu fasten. Das ist ein Ziel, dass man erreichen kann. Faste nicht einfach nur um des Verzichts willen, sondern weil du etwas über deine Konsumgewohnheiten lernen und sie bewusster wahrnehmen willst.

Fasten: Kein Plastik

Meide ganz bewusst mal einige Wochen alles, was in Plastik eingepackt ist. Kaufe Joghurt und Sahne im Glas statt im Plastikbecher, Käse und Wurst in der Frischetheke statt abgepackt im Kühlregal, Gemüse beim Wochenmarkt oder Gemüsehändler. Sogar viele Pflegeprodukte kann man (fast) plastikfrei bekommen.  Achte auch mal in Bio-Supermärkten darauf, was dort alles in Plastik eingepackt ist.

Sage „Nein“, wenn dir ein Händler eine Plastiktüte anbietet. Wichtig: Beim Einkaufen den Textilbeutel nicht vergessen! Das „Plastikfasten“ ist übrigens nicht unsere (gute) Idee: Sie stammt vom BUND.

Fasten: Keine Medien

Deutsche sehen pro Tag durchschnittlich 234 Minuten fern – fast vier Stunden, die wir allabendlich wie hypnotisiert auf das leuchtende Rechteck starren! Verordne dir doch mal ein Medien-Fasten und versuche, einige Wochen komplett ohne den Fernseher auszukommen. Auch Hörspiele sind schön! Und Lesen kann man auf der Couch auch.

Weitere Ideen: Mal ein paar Wochen ohne Facebook leben, den Feierabend ohne Business-Mails verbringen, einige Wochen nichts im Web shoppen. Noch härter: Sieben Wochen Smartphone-Fasten. Oder: mal ganz ohne Internet auskommen. Klingt das schlimm, geradezu unmöglich? Dann wird es vielleicht höchste Zeit!

Fasten: Keine Getränke

Faste doch mal Getränke! Hierfür trinkst du in deiner persönlichen Fastenzeit ausschließlich Wasser, ernährst dich aber ansonsten normal. Natürlich nimmst du Wasser aus der Leitung, denn das hat in Deutschland meist beste Qualität – teures Designer-Flaschenwasser braucht keiner.

Wird das auf Dauer langweilig? Wahrscheinlich. Umso mehr wirst du nach deiner Wasser-Fastenzeit ein Bier, ein gutes Glas Wein, eine leckere Limonade völlig neu erleben. Garantiert!

Fasten: Kein Fleisch

Es muss nicht radikal fleischlos sein, du kannst auch mal für einige Wochen ein bisschen veganer leben. Trick: Betrachte alternative Lebensmittel nicht als „Ersatz“, sondern als Bereicherung des Speiseplans. So wird die Fastenzeit zur Probierzeit: Hast du schon mal Reismilch-Kakao, Tofu-Frikadellen, pflanzlichen Brotaufstrich und vegane Schokocreme/Schokolade probiert?

Lies dazu auch unseren Ratgeber Fleischersatz: die vegetarischen Alternativen oder besuche die besten Vegan-Blogs mit ihren leckeren Rezepten. Einsteigertipps liefert wöchentlich auch der Newsletter „Vegan Taste Week“.

Fasten: Kein Auto

Auto-Fasten kann sicher nicht jeder und nicht in jeder Lebenssituation. Aber ausprobieren lohnt: Prüfe doch mal, welche Alternativen zum Auto für dich vielleicht geeignet sind. Der öffentliche Nahverkehr kann uns wesentlich entspannter zur Arbeit bringen als der Kampf durch den stressigen Verkehr.

Kann man in der Arbeit Fahrgemeinschaften organisieren? Wie du am besten ein Auto mit anderen teilst, zeigt unsere Liste der besten Carsharing-Anbieter. Alternativ wäre vielleicht privates Carsharing was für dich?

Fasten: Kein Müll

Schaffst du es, innerhalb der von dir selbst definierten Fastenzeit keinen Müll zu produzieren? Leicht ist es nicht: Kaufe möglichst nichts ein, was Abfall enthält, also auch keine Papier-Umverpackungen. Kaufe nur mit Einkaufszettel ein und vermeide es, „für den Mülleimer“ zu kochen. Finde heraus, wo man in deiner Stadt Dinge nachfüllen lassen kann – in verpackungsfreien Läden oder auf dem Wochenmarkt.

Denk auch an scheinbare Küchenabfälle: Blumenkohlblätter, Kohlrabistängel und das Grün von Karotten und anderen Gemüsen kann man problemlos essen, etwa als Gemüsesuppe oder in Gemüsebratlingen. Tipps findest du z. B. in unserem Beitrag „9 Beispiele, die zeigen, dass Zero Waste machbar ist“ oder „Zero Waste: besser leben ohne Müll“.

Fasten: Kein Konsum

Eigentlich brauchen wir vieles, was wir kaufen, gar nicht. Muss es wirklich eine neue Digitalkamera, das neue Smartphone sein, funktioniert unser altes nicht eigentlich noch genauso? Brauchen wir wirklich ein weiteres Geschirrservice, die ach-so-hippe Eismaschine und all diese „Wohn-Accessoires“?

Konsum-Fasten bedeutet, mal einige Wochen lang nichts anzuschaffen, was du nicht wirklich benötigst. Zugleich kannst du deinen Haushalt prüfen: Gegenstände, die du seit einem Jahr nicht benutzt hast, können eigentlich raus: auf den Flohmarkt, zu Oxfam oder auf die wichtigsten Tauschbörsen im Internet.

Diskussion: Und wie „fastest“ du?

Worauf verzichtest du in der Fastenzeit? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Was würdest du anderen empfehlen? Diskutiere mit uns!

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(9) Kommentare


  1. Wasserfasten wird das auf Dauer langweilig? Nein, denn man kann ja das Wasser veredeln..:-)
    Schwarz-, Kräuter- oder Grüntee sind ja auch magenfreundlich und haben ja eine einigermaßen gute Energie-Bilanz..:-D Nur der Kaffee schneidet in beiden Punkten schlechter ab..;-)

  2. Ich verstehe ja, dass Designer-Wasser wie Volvic und Konsorten von euch nicht gut geheißen werden – stimme ich voll zu, würde ich auch niemals kaufen. Jedoch konnte ich noch nie auf Utopia lesen, dass es wirklich gute Mineralwasser für „wenig“ Geld gibt (z.B. Naturparkquelle).

    Da würden z.B. 2l täglich für die komplette Calcium und Magnesium Versorgung ausreichen. Die Mineralien sind nicht zugesetzt, sonder stammen wohl meist aus einer der reinsten Formen überhaupt…

    Ich finde andere Aspekte manchmal wichtiger, als 100% ökologisch perfekt zu handeln. Dann ist die Quelle halt mal 200km vom Wohnort entfernt und Glasflaschen sind auch nicht das größte Übel aus ökologischer Sicht… Dafür ist ein teil der Mineralienversorgung einfach gesichert.

    Ich weiß.. Wenn man sich sehr gut ernäht deckt man den Mineralien-Bedarf mit seinen Lebensmittel und dem Leitungswasser ab. Aber mal ehrlich schafft ihr das immer? Dafür ist schon so einiges nötig…

    Vielleicht habe ich da einen Denkfehler? Wie seht ihr das?

    Ich bin vor Jahren über die „gesündere Ernährung“ zum ökologischeren Lebensstil gewechselt und habe die Priorität glaube ich einfach bei der Gesundheit…

    • „Aber mal ehrlich schafft ihr das immer? Dafür ist schon so einiges nötig…

      Vielleicht habe ich da einen Denkfehler? Wie seht ihr das?“

      IMMER ist der Denkfehler. Immer-alles-täglich-Hundertprozent-richtig-machen.

      Der menschliche Körper hat Puffer. Je nach betreffenden „Stoff“ ist dieser Puffer kleiner oder größer, das fängt schon beim Trinken an, der Füllmenge des Magens, der Verstoffwechslung und dem direkt messbaren Gehalt von Stoffen im Blut.

      Unser Körper ist weniger angelegt auf perfekte, just-in-time Nährstoffversorgung. Das ist m.M. eine unzulässige wie falsche Analogie aus unserer Produktionsdenke.

      Die Optimierung des Körpers ist aber hipp, trendig und wird als konsequente Fortsetzung des allumfassenden Optimierungsgedankens aufgefasst, durch die Werbung, durch unklare medizinische Empfehlungen, durch hochstilisierte Mangelphänomene, u.a. in Austauschforen im Internet.

      Zurück zur Natur – bedeutet nicht allein eine naturnahe Ernährung, sondern auch die Gewöhnungseffekte zu beachten. Wer sich just-in-time Immerrichtig ernährt, trimmt seinen Körper. Wie es Hochleistungs- bzw. Extremsportler tun. Das mag für Einzelfälle in unserem Berufsalltag zutreffend sein. Ein 16 Stunden Arbeitsalltag ist machbar, kaum auf Dauer, aber wer solche Arbeitsanforderungen hat, muss seinen Körper wirklich gut kennen und muss (m.M.) langfristige Folgen ausblenden.

      Sonst würde man ja von selbst entschleunigen und dem Körper Zeit lassen. Für vollwertige Ernährung statt Blut-Drogen (Zucker, Vitamine, Salze etc.).

      Doping im Privaten ist legitim und ein Massenphänomen im Einkaufsverhalten.

      Unser Körper verzeiht fast alles, weil im Hintergrund Ausgleichsprozesse laufen. Zum Beispiel Raubbau an Ressourcen wie unseren Knochen. Ist man jung, alles „no problem“, spätestens beim Ansteckungsrisiko bzw. einer gewöhnlichen Heilungsphase (Erkältung, Grippe) wird der Effekt messbar, ob der Körper noch auf Puffer zurückgreifen kann.

      Wie beim Motoröl Stand im Auto, genügen Abweichungen im Millimeterbereich für manche Zeitgenossen als Anlaß, das Kanonenfutter zu holen, um den eigenen Organismus auf die Diagnose Ausnahmezustand hin zu behandeln.

      Anstatt den natürlichen Prozessen die Zeit zu geben. Zeit ist für mich der Dreh- und Angelpunkt im Lebensstil hin zur Nachhaltigkeit, dieser Faktor ist Problemfeld wie Lösungsweg. Zeit anders zu denken und Zeit als Methode einzusetzen, Alternativen auszuprobieren, ist m.M. der Schlüssel.

      Doch es gibt Lebensphasen, in denen ist Zeitdruck und unsere Umgang damit ein objektivierbares Kriterium, gefordert in einer Leistungsgesellschaft. Unser Körper macht das mit, mit etwas Nachsicht und unterstützender Vorsorge. Ein Blick auf die Krankenstatistik zeigt jedoch die Grenzen.

      Stichwort Überversorgung, mangelnde Vorsorge, zuwenig Bewegung, zuviel Sorgen – das sind alles Themen im Großen wie im Kleinen, in einer Gesellschaft wie im Einzelhaushalt.

      Die objektiven 2 Liter können eben bei einem „Normalgesunden“ reichen, ist man unglücklich braucht der Körper evtl. 2,5, schwebt man frisch verliebt auf Wolke Sieben reichen 1 Liter. Das ist möglich mit (ich nenne es mal) Hintergrundprozessen. Unser abstraktes wie programmatisches Denken jedoch will eine Formel, eine Handlungsanweisung, eine leicht zu befolgende Regel, das wären dann die 2 Liter Mineralwasser. Schmeckt die ökorrekte, regionale Sorte aber grausam, zeigt sich das instinkte Verhalten unseres Organismus. Leider viel zu selten, würden wir naturnah leben und essen, müsste unser Körper viele weitere „Lebensmittel“ ablehnen. Also gaukeln wir durch Kochen und Würzen bewusst unseren Geschmackssensoren etwas vor, was wir verstandesgemäß als richtig befunden haben. Dann zieht das Kreise bis … zu einem Zusammenbruch, Leistungseinbruch, Krankheit … und zwingt uns wieder zur Mäßigung, zur alternativen Ernährung und zum … Zeit nehmen. 😉

    • Der Beitrag soll inspirieren, nicht verbieten. Wenn Du also Flaschenwasser trinken willst, dann sei es so – lass es Dir schmecken! 😉 Hier ging es ja auch um die Fasten-Ideen: Einige Menschen trinken ja den ganzen Tag Limonade, Spezi, solche Sachen – da bilden sieben Wochen ungezuckertes Sprudel-Mineralwasser auch schon eine „Fastenzeit“.

      Was die Versorgung mit Calcium und Magnesium angeht: Bei normaler Ernährung mit dunkelgrünem Gemüse, Obst, Vollkornbrot reicht Leitungswasser völlig aus.

      Oder anders: Niemand, der sich normal ernährt und verhält, muss zur „Nahrungsergänzung“ ein Flaschenwasser trinken.

      Aber: Wenn Du glaubst, dass Du einen Magnesiummangel oder Calciummangel hast, dann lass Dir das von einem Arzt diagnostizieren. Denn wenn das wirklich so ist, dann hat es vielleicht konkrete Ursachen (Darmkrankheit, etc.), und es ist dann sinnvoller, diese zu kurieren.

      • Hallo Andreas,

        stimme Dir zu: aber ich möchte keinem „Zucker-Limonaden-Junkie“ begegnen, der von heute auf morgen auf Wasser umsteigt 😉

    • Hallo Bartholus,

      zu einem „ökologischeren“ (ich bevorzuge das Wort „nachhaltigeren“: wo herauszufinden wäre, inwieweit sich diese Begriffe unterscheiden?) Lebensstil gehört für mich auch, mir Gedanken über die Hintergründe eines Lebensmittels zu machen.
      Am Beispiel Wasser als Lebensmittel einige Punkte:
      -wo wird es gewonnen?
      -wie sind die Arbeitsbedingungen im abfüllenden Betrieb?
      -aus welchem Material bestehen die Flaschen?
      -welche Wege legt das Wasser (von der Gewinnung über den abfüllenden Betrieb bis zur Verkaufsstelle) zurück?
      -wie wird die Qualität und Hygiene während des gesamten Prozesses gesichert?

      Da, wie Du schreibst, Deine Priorität „bei der Gesundheit“ liegt, dürfte vor allem letzterer Punkt für Dich intereressant sein.
      Was die Qualität und Hygiene angeht, durchläuft das Wasser in Flaschen durch seine „Verarbeitung“ mehrere kritische Stellen, wo sich mikrobielle und/oder chemische Verunreinigungen einschleichen könnten:
      -Gewinnung (z.B. Zapfstelle, Tankwagen)
      -Abfüllung (z.B. bei Mehrweg-Flaschen hygienische Reinigungsprozesse ohne Rückstände)

      Ich weiß, das hört sich erstmal sehr umfassend an: aber mir ergeht es so, dass ich mich mit der intensiven Beschäftigung dieser Gedanken immer weiter entwickelt habe: und für mich selbst auch zu mehr Klarheit komme, was meine eigenen Prioritäten sind.

      Dabei habe ich mich auch über das Thema der Mineralienversorgung durch „Mineral“-Wässer beschäftigt: und wie Du selbst bereits schreibst, deckt der Mensch im Allgemeinen diesen Mineralienbedarf durch eine ausgewogene Ernährung.

      Ich würde also die Mineralienversorgung meines Körpers nicht einseitig dem Verzehr eines „Mineral“-Wassers-und/oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel-überlassen, sondern in der Gesamtheit meiner Nahrungsmittel betrachten.

      Falls ich trotzdem Zweifel hätte, würde ich mit meinem Hausarzt darüber sprechen, damit dieser ggf. entsprechende Tests durchführt.

  3. Schon mal Geld-Fasten ausprobiert?
    Falls es schwer erscheinen mag, wohl ein Zeichen wie tief der Kapitalsismus in unserem Glaubenssystem sich verankert hat.
    Ich hab Geld-Fasten mal ausprobiert. Und es ist definitiv leichter als man meinen mag 🙂
    …und seitdem auch dabei geblieben! 🙂
    Warum ich mich dazu entschieden habe hab ich in diesem blogpost versucht darzustellen:
    http://ohnegeldumdiewelt.blogsport.de/leben-frei-von-geld-warum/

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