Die schlimmsten Öko-Sünden im Büro

Öko-Sünden im Büro
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Zuhause alles im grünen Bereich? Wunderbar! Doch ein Drittel des Tages verbringen wir in der Arbeit – und tragen dort oft fleißig zu einem schlechten Klima bei. Dabei wäre es für uns alle ganz leicht, besser und nachhaltiger zu handeln. Jeder Tag bietet dazu Möglichkeiten.

07:30 Uhr: Mit dem Auto zur Arbeit fahren

Rund zwei Drittel der Deutschen fahren mit dem Auto zur Arbeit, und das oft auch noch alleine. Für das Klima ist das Gift. Wer in der Stadt wohnt, ist mit dem öffentlichen Nahverkehr – noch besser: Fahrrad – viel umweltfreundlicher unterwegs. Übrigens meist auch schneller, billiger und gesünder. Wer in Regionen ohne guten öffentlichen Nahverkehr wohnt, sollte Fahrgemeinschaften bilden – das spart CO2 und Geld. Und wenn es doch das (eigene) Auto sein muss, dann am besten ein möglichst umweltfreundliches Modell.

08:00 Uhr: Strom aus Kohle- und Kernkraft beziehen

Haben Sie schon einmal morgens, wenn Sie ganz selbstverständlich das Licht anschalten, darüber nachgedacht, woher Ihr Büro seinen Strom bezieht? Die Wahrscheinlichkeit spricht für die großen Kohle- und Atomkraftkonzerne. Dabei ist der Wechsel zu Ökostrom so einfach wie wirksam – und bewegt in Büros sogar noch mehr als im Privaten. Ökostrom lässt sich dabei als Betriebsaufwand steuerlich genauso komplett absetzen wie schmutzige Energie. Übrigens: Sauberer Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist keineswegs immer teurer als der aus konventionellen Kraftwerken – mit dem richtigen Angebot kann er sogar günstiger sein.

Bestenliste: Die besten Ökostrom-Anbieter

08:10 Uhr: Konventionellen Kaffee und Tee trinken

Herkömmlicher Supermarkt-Kaffee und -Tee wird selten unter fairen Bedingungen produziert. Auf Plantagen in Asien, Südamerika und Afrika herrschen oft ausbeuterische Arbeitsverhältnisse mit Kinderarbeit, Armut und Hunger. Die massiv eingesetzten Pestizide und Düngemittel belasten dort außerdem die Umwelt. Bestimmt will keiner Ihrer Kollegen wissentlich Ausbeutung und Umweltzerstörung unterstützen – steigen Sie doch einfach gemeinsam auf fair gehandelten Bio-Kaffee und Tee um!

08:15 Uhr: Zwischen giftigen Möbeln arbeiten

Woraus sind eigentlich Ihr Schreibtisch und die Aktenschränke gemacht? Das Holz für Billigmöbel kommt oft aus illegalem Raubbau oder zumindest nicht nachhaltiger Forstwirtschaft. Aus Spanplatten gefertigte, beschichtete oder lackierte Möbel enthalten zudem häufig Schadstoffe wie Formaldehyd. Die können ausdünsten und unsere Gesundheit gefährden. Wacklige Büromöbel vom Billigproduzenten halten außerdem selten lang und landen rasch auf dem Sperrmüll. Besser: Investieren Sie in nachhaltig produzierte, qualitativ hochwertige Schreibtische und Stühle, im Idealfall von Öko-Herstellern – die sind gesünder und langlebiger.

10:40 Uhr: Druckerpapier aus Regenwaldzerstörung verwenden

Rund ums Drucken lauern gleich mehrere Öko-Sünden. Nicht-zertifiziertes Druckerpapier aus Frischfasern stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von hierfür gerodeten Wäldern – womöglich von illegal zerstörten Tropenwäldern. Besser ist es, FSC®-zertifiziertes Papier zu verwenden; am umweltfreundlichsten ist Recycling-Papier mit dem „Blauen Engel“. Doch auch mit diesem Papier sollte man nicht verschwenderisch umgehen.
Mal ehrlich: Wie viele Ihrer Dokumente landen nach dem Ausdruck schnell im Papierkorb? Wenn es also nicht unbedingt auf Papier sein muss, verwenden Sie für Dokumente besser digitale Formate wie PDF.

10:42: Schadstoffe aus dem Kopierer freisetzen

Werfen Sie ruhig mal einen kritischen Blick auf Drucker und Kopierer: Vor allem ältere Geräte können Schadstoffe wie Benzol und Ozon freisetzen. Sie sollten am besten nicht mitten im Büro stehen, sondern in einem gesonderten Raum oder im Flur. Falls eine Neuanschaffung ansteht: Der Blaue Engel zertifiziert besonders schadstoffarme Drucker und Kopierer.

Mehr Tipps für ein nachhaltigeres Büro finden Sie in unserer Bilderstrecke:

12:30 Uhr: Fast Food und Coffee To Go in der Mittagspause

In vielen Büros ohne Kantine holen sich die Mitarbeiter in der Mittagspause „was zum Mitnehmen“. Das Problem: Fast Food-Gerichte und sogar belegte Brötchen kommen oft mit viel (Plastik-) Verpackung. Ebenso wie mit dem Kaffee zum Mitnehmen produziert man damit unnötigen Müll. Besser: Bringen Sie sich in einer wiederverwendbaren Box die Reste vom Vortag oder Brot mit, deponieren Sie Käse und Aufstrich im Kühlschrank und essen Sie gemeinsam mit den Kollegen. Letzteres spart auch gleich das Teambuilding-Seminar – und: Sie wissen stets, was wirklich in Ihrem Essen steckt!

13:15 Uhr: Alles in einen Mülleimer werfen

Mülltrennung ist umweltschonend, effektiv und mit wenig Aufwand jedem möglich. Bloß: Im Büro macht’s kaum einer. Doch nur wenn Glas, Papier und Plastik getrennt gesammelt und entsorgt werden, lassen sich die Wertstoffe dem Recycling-Kreislauf zuführen. Was im Restmüll landet, kommt meist in die Verbrennungsanlage und ist für die Wiederverwertung verloren – eine echte Öko-Sünde. Also: Wenn’s sonst keiner tut, stellen Sie doch einfach eine Altpapierkiste und eine Plastikmülltüte auf!

13:20: Stromfresser verwenden

Elektrogeräte wie Computer, Monitore und Drucker sind per se nicht besonders nachhaltig, denn Herstellung und Entsorgung verschlingen viel Energie und natürliche Ressourcen. Umso wichtiger ist es, wenigstens auf die Energieeffizienz zu achten: Effiziente Geräte sparen eine Menge Strom und damit auch Geld. Steht eine Neuanschaffung an, sehen Sie sich unbedingt nach energiesparenden Modellen um – oder geben Sie dem zuständigen Kollegen einen entsprechenden Wink mit dem Zaunpfahl.

14:05: Falsch lüften

Im Büro ist es stickig, muffig oder feucht? Das spricht dafür, dass Sie und Ihre Kollegen nicht richtig lüften. Falsches Lüften verschwendet Energie, begünstigt Schimmelbildung und lässt die Luft stickig werden. Anstatt die Fenster stundenlang gekippt zu lassen oder sie bei voll aufgedrehter Heizung lange offenstehen zu lassen, lüften Sie besser mehrmals täglich jeweils fünf bis zehn Minuten und drehen Sie im Winter so lange die Heizkörper ab.

14:50 Uhr: Kapselkaffee trinken

Die Kaffeemaschine ist oft das Herzstück eines Büros. Wer hier richtig handelt, kann viel bewirken. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Nespresso- und andere Kapselkaffee-Systeme sind bei den Kaffeemengen, die in Büros fließen, schlicht Wahnsinn. Brauchen Sie ein Argument, um Ihren Chef von einer besseren Alternative zu überzeugen? Erzählen Sie ihm doch mal, dass er bis zu 60 Euro pro Kilo Kaffee sparen könnte!

15:15 Uhr: Geld bei konventionellen Banken anlegen

Viele herkömmliche Banken investieren in so unnachhaltige Dinge wie Waffen, Atom- und Kohlekraft oder schwankende Nahrungsmittelpreise. Wer sein Geld dort anlegt, unterstützt diese Geschäfte indirekt. Mit dem Wechsel zu einer grünen Bank könnten gerade Unternehmen ein wirkungsvolles Zeichen setzen. Fast alle grünen Banken bieten auch Geschäftskonten an.

Bestenliste: Die besten Ökobanken

15:40 Uhr: Wasser aus Plastikflaschen trinken

Wer jeden Tag eine Plastikflasche mit Wasser ins Büro mitbringt, trägt ganz aktiv zum globalen Plastikmüll-Problem bei – und schadet dabei oft auch noch der eigenen Gesundheit. Und das alles ganz ohne Grund: Denn fast überall in Deutschland ist das Leitungswasser trinkbar und oft sogar von besserer Qualität als das Flaschenwasser. Nutzen Sie einfach eine Glaskaraffe oder eine wiederverwendbare Trinkflasche, die Sie am Wasserhahn in der Büroküche auffüllen.

16:05 Uhr: Büromaterial bei Amazon bestellen

Amazon hat fast alles, liefert schnell, ist günstig. Doch das Versandhaus steht regelmäßig wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik, übt Druck auf Verlage aus und ist wenig an Nachhaltigkeit interessiert. Zum Glück gibt es grüne Versandhändler und Onlineshops, bei denen Sie nachhaltige Büromaterialien genauso unkompliziert bestellen können.

17:20 Uhr: Energie verschwenden

Klar, im Dunkeln frierend will niemand arbeiten. Trotzdem müssen nicht immer die Heizungen bis zum Anschlag aufgedreht sein, alle Lichter brennen und alle Computer, Drucker und Kaffeemaschinen auf Standby laufen. Eine Raumtemperatur von 20 Grad reicht aus; wer zuletzt geht sollte die Heizkörper über Nacht zurückdrehen. Elektrogeräte, die gerade keiner verwendet, gehören ausgesteckt, um zu verhindern, dass sie im Standby-Modus weiterhin Energie verbrauchen. Verabschieden Sie sich von der verbreiteten Büro-Ausrede „Irgendwer wird’s schon machen“ und machen Sie einfach den Anfang – mit unseren Tipps für ein grüneres Büro!

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(4) Kommentare

  1. Danke für den interessanten und die Augen öffnenden Artikel, den ich teile – bis auf die Raumtemperatur: 20 Grad im Büro sind definitiv zu kalt, wenn man nicht in der Lage ist, mit Fäustlingen an den Fingern sinnstiftend eine Computertastatur zu bedienen…
    Darüber hinaus würde ich sagen: ich leiste jetzt mal einen Beitrag zum Klimaschutz und geh heim 😉

  2. Soso, es ist also ganz leicht, besser und nachhaltiger zu handeln? Gut die Hälfte der Tipps sind nur leider wirklich utopisch – als stinknormaler Arbeitnehmer habe ich darauf nämlich keinen Einfluss. Weder kann ich einem Arbeitgeber vorschreiben, wie er sein Geld anzulegen hat noch kann ich mal so eben Produkt- oder Bezugsquellenempfehlungen äußern, irgendwelche Stromfresser und giftige Möbel rausschmeißen oder auf grünen Strom pochen. Derartige Vorschläge mögen ab einer bestimmten Position noch geduldet werden, da wird man allenfalls als „Spinner“ abgetan, sollte man kein Gehör finden. In den unteren Ebenen aber, auf der die Meisten wohl tätig sein dürften, könnte ein derartiger „Ideenreichtum“ auch für ein deutliches Stirnrunzeln beim Chef sorgen und wenn es ganz dumm läuft, inklusive des Vorschlages sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen, wenn einem der Betrieb nicht zusagt.

    • Tritscher/Benutzername: Enznanif

      Liebe Mitsteiter,

      zum Thema „Ökosünden im Büro“ könnte mein gerade veröffentlicher Beitrag „Textmarker – ökologische Alternative“ passen.

      Konventionelle Textmarker -selbst die nachfüllbaren und aus „teilweise“ nachwachsenden Rohstoffen bestehenden – mit ihrem hohen Plastikanteil sind m.E. eine der größten Umweltsünden.

  3. Wettbewerb „Büro & Umwelt“

    Im Jahr 2008 wurde der Wettbewerb erstmals vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. ausgelobt. Seitdem werden jährlich Deutschlands umweltfreundlichste Büros in verschiedenen Kategorien gesucht.

    Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht der schonende Umgang mit Ressourcen im Büroalltag sowie die Beachtung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten bei der Büroartikelbeschaffung.

    Bewerbungsschluss war der 31.5.2016…
    http://www.buero-und-umwelt.de/Wettbewerb.html

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