Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

Fotos: Ivan Kruk / stock.adobe.com; CC0 Public Domain / Pixabay - ri

Im Haushalt entfallen 70 Prozent des Energieverbrauchs auf die Heizung – richtig heizen ist der beste Weg, Heizkosten zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Utopia zeigt, wie du im Winter richtig heizen – und dabei Energie und Geld sparen kannst.

Laut Umweltbundesamt entfallen 60 Prozent unseres CO2-Ausstosses aufs Heizen und die Raumwärme macht rund drei Viertel des gesamten Energieverbrauchs in Haushalten aus, viel mehr als Strom.

Dabei helfen schon einfache Mittel: Fenster abdichten, Heizkörper isolieren, Stoßlüften, Heizung richtig einstellen. Damit kann man beim Heizen richtig viel Energie sparen – und gleichzeitig ein gesundes Raumklima erhalten.

1. Richtig heizen heißt: Bewusster heizen

Richtig heizen heißt oft: weniger heizen, oder zumindest bewusster. In deiner Wohnung im Winter muss es nicht 25 Grad warm sein – jedes Grad weniger spart Heizenergie. Nach Schätzungen spart man pro Grad bis zu sechs Prozent Energie. (Ob diese Zahl so wirklich ganz genau stimmt ist umstritten – gewiß ist: man spart damit Geld.)

Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad. Im Bad dürfen es schon 22 Grad sein, doch in anderen Räumen genügen oft weniger: In der Küche geben Backofen und Kühlschrank Wärme ab, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, einige bevorzugen sogar noch weniger. Übrigens: Wer in der Nacht friert, ist mit einer Wärmflasche klüger beraten als mit einem beheizten Schlafzimmer.

Wichtig: Es geht nicht darum, in den eigenen vier Wänden zu frieren! Aber oft friert man nicht trotz Heizung, sondern wegen der Heizung.

Unbenutzte Räume brauchen übrigens wenig bis keine Heizung. Aber: Viel kälter als 15 Grad sollte es im Winter bei Außentemperaturen unter Null nicht werden. Sonst droht Schimmel. Das gilt vor allem bei Feuchtigkeitsquellen im Haus oder in den kühlen Zimmern.

2. Ab wann heizen? Nur im tiefen Winter?

Viele stellen sich die Frage, ab wann richtiges Heizen überhaupt sinnvoll ist bzw. ab wann das Heizen durch Vermieter prinzipiell ermöglicht werden muss.

Typischerweise beginnt man frühestens ab Oktober mit dem Heizen. Und ab Ende April ist Heizen meist nicht mehr notwendig. Abhängig ist dies natürlich auch von deiner Region und dem lokalen Wetter im Winter.

Umgekehrt bedeutet das, dass der größte Teil unseres Heizenergieverbrauchs auf diese Monate, vor allem Dezember bis März entfällt: Richtig heizen heißt also auch: später damit zu beginnen und früher aufhören.

3. Nachts die Heizenergie bewahren

Fenster haben nicht die gleiche Isolationswirkung wie Wände. Richtig heizen bedeutet hier, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen, gerade im Winter. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen – so lässt sich der Wärmeverlust an den Fenstern um bis zu 20% stark reduzieren und du kannst Heizkosten sparen. Übrigens: Selbst die Vorhänge zuzuziehen bringt tatsächlich noch ein paar Prozent!

4. Stoßlüften statt Dauerkippen

Richtig Heizen geht nur mit richtigem Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit. Details im Beitrag Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung.

Richtig lüften: Tipps gegen Schimmel
Richtig lüften: Besser kurz Stoßlüften als Fenster kippen. (Foto: © Marquis de Valmont / photocase.de)

Zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. Die Fenster also mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz öffnen, damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet – zuvor aber das Thermostatventil herunterdrehen.

Details im Ratgeber Schimmel entfernen, aber richtig.

5. Wand hinter der Heizung dämmen

Richtig heizen heißt, die Wärme möglichst in der Wohnung zu halten. Eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper senkt den direkten Wärmeverlust über die Außenwand. Im Baumarkt findest du Dämmmatten in verschiedenen Stärken und mit oder ohne Aluminiumbeschichtung. (Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung.)

Lass dich hier am besten beraten, denn Dämmen ist eine Wissenschaft für sich. Doch mit richtigem Dämmen lässt sich der Wärmebedarf deutlich reduzieren und du kannst Energie sparen.

6. Fenster und Türen dicht halten

Richtig heizen hilft wenig, wenn ein Teil der Wärme durch undichte Fenster und Türen entweicht. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Lauf der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden.

Du kannst die Spalten ganz einfach mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (auch Profildichtungsband genannt) auffüllen. Die bekommst du in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen. Wichtig: Richtig lüften!

7. Heizkörper nicht verdecken

Achte darauf, dass deine Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa von Möbeln oder Gardinen. Auch Thermostate sollten nicht verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und deine Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – das verschwendet nur Energie.

8. Heizung richtig einstellen

Die Zahlen auf vielen Heizungs-Thermostaten sind keineswegs willkürlich angeordnet. Sie zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – aber eben nicht die Temperatur selbst. Gleichzeitig informieren sie auch, wie viel Energie du sparen kannst. Mehr zum Thema Heizung einstellen im Beitrag Heizkörper-Thermostat: was die Zahlen bedeuten.

Richtig heizen: Heizung richtig einstellen
Richtig heizen: Heizung richtig einstellen (Foto: CC0 / Pixabay / ri)

9. Nachtabsenkung: Heizung einstellen bei Tag und Nacht

Wie sollte man die Heizung bei Nacht und am Tage einstellen?

  • Am Tag typischerweise die Einstellung 2-3 bis 3 für ca. 18 bis 20 Grad.
  • In der Nacht im Schlafzimmer die Einstellung 1 bis 2 für 14 Grad (oft markiert).
  • In meist ungenutzten Räumen 1 für 12 Grad.

Umstritten ist die Nachtabsenkung der Temperatur. Am Tage will man es ja warm haben, in der Nacht könnte man die Heizung theoretisch ganz abschalten. Doch am Morgen muss man dann wieder richtig Einheizen, um eine warme Wohnung zu haben – auch das verschlingt Heizenergie.

Umstritten ist, ob das erneute Aufheizen der erkalteten Wohnung nun sinnvoller ist als das Durchheizen mit „Nachtabsenkung“, also einer zwar niedrigeren, aber nicht niedrigen Temperatur. Die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem von der Gebäudemasse und der Gebäudedämmung, und die kann für den konkreten Anwendungsfall nur ein Experte ermitteln.

Um aber selbst eine Faustregel zu haben, gehe wie folgt vor: Schalte in einer Nacht mit Null Grad Außentemperatur die Heizung einmal komplett ab. Prüfe am nächsten Morgen die Temperatur: Je tiefer die Temperatur über Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte das Gebäude oder die Wohnung speichern, desto sinnvoller wäre eine Nachabsenkung, also das Heizen in der Nacht mit niedriger Temperatur.

Übrigens: Nicht nur in der Nacht, auch am Tag kann man die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen.

10. Möglichst keinen Strom verheizen

Mit Strom zu heizen ist meist sehr ineffektiv und richtig teuer. Verwende also Heizlüfter, wenn überhaupt, dann nur sehr sparsam. Auch Infrarotheizungen heizen mit Strom. Aus dem selben Grund haben auch die verschwenderischen Nachtstromspeicherheizungen eigentlich nichts mehr in modernen Wohnungen verloren, jedenfalls solange man keinen Ökostrom hat. Im Idealfall sollten sie von den Hauseigentümern ausgetauscht werden.

Im Zuge der Energiewende mag sich das im Einzelfall ändern und wir werden besser mit (Öko-) Strom heizen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn dieser aus regenerativen Quellen kommt, also Ökostrom ist, und die gewählte Heizmethode hinreichend effizient ist, also einen hohen Wirkungsgrad hat. Derzeit ist das aber eher die Ausnahme.

Nachtspeicherheizung: Kosten sparen, Energie sparen
Richtig heizen: Auch bei ineffizienten Nachtspeicherheizungen kann man Energie sparen. (Foto: Utopia.de)

Natürlich haben in Mietwohnungen nur wenige die Möglichkeit, etwas an der Heizungsart zu ändern. Wenn du noch eine Nachtspeicherheizung hast und damit richtig heizen willst, findest du hier Tipps zum Energiesparen: Nachtspeicherheizung: so sparst du Heizkosten.

11. Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden monatlich direkt vom Konto abgebucht – Mieter zahlen in der Regel eine mit dem Vermieter bzw. dem Stromversorger vereinbarte Abschlagszahlung, die Jahresabrechnung folgt oft erst irgendwann im nächsten Jahr. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert.

Deshalb solltest du genau auf deinen Verbrauch achten. Für die Heizkosten findest du ungefähre Vergleichswerte im Heizspiegel. Für den Stromverbrauch bieten einige Stadtwerke Apps an, mit denen sich der eigene Verbrauch im Blick behalten lässt. Stromverbrauchsmesser gibt es schon ab 20 Euro, Verbraucherzentralen leihen sie teils auch kostenlos aus – sie zeigen den Strom an, den ein Gerät verbraucht.

12. Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung

Mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern kannst du den Heizzyklus in jedem Raum optimal einstellen und so viel Energie sparen. Komfortabel geht es auch per Funk von einem Raumregler gesteuert. So werden die Räume nur zu den Zeiten beheizt, zu denen sie auch tatsächlich genutzt werden. Du hast jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und sparst gleichzeitig Energiekosten.

Der Einbau programmierbarer Thermostate ist einfach: Lediglich der Thermostatkopf wird ausgetauscht. Die Thermostate gibt** es u.a. bei Amazon. Viele weitere Informationen dazu bei co2online.de oder der Verbraucherzentrale.

13. Heizung früher abdrehen

Wer ins Bett geht, schaltet natürlich vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch eine Zeitlang nach, und diese Wärme nutzt dem Bewohner eigentlich gar nicht mehr.

Schlauer also: Eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung herunter drehen. Auch das spart wieder etwas Energie.

14. Heizung prüfen

Befindet sich Luft im Heizkörper, musst du die Heizung entlüften. Denn sonst kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung bleibt kalt. Unsere Anleitung hilft dir beim Heizung entlüften:

15. Besser wärmer kleiden als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Vor allem die Füße warmhalten – dann friert man weniger leicht! 

Wollsocken und warme Pullis helfen. Auch ein einfaches Halstuch sorgt dafür, dass man subjektiv weniger friert, ein Schal natürlich mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält

Hier Tipps für warme Kleidung:

Diese Tipps können zwangsläufig nur allgemeiner Natur sein! Auch ist Heizen und Dämmen ein komplexes Thema, bei dem sich auch Experten gerne streiten. Wenn du Tipps für spezielle Heizungen und Heizsituationen hast, dann schreib uns in den Kommentaren!  

Weiterlesen auf Utopia.de: Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

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(135) Kommentare

  1. “ Die verringerten Zimmertemperaturen sollten aber 15 Grad nicht unterschreiten, da sonst zu viel Energie für das Wiederaufheizen nötig ist“

    Das ist etwas irreführend. Ammenmärchen, die sagen, dass durch Absenkung der Energieaufwand HÖHER wird, schaden dem Verständnis der Prozesse und dem Erfolg der „Energiesparbewegung“.

    Tatsache ist, dass beim Aufheizen und beim Absenken immer Zeiträume entstehen, in denen die Temperatur von der gewünschten Temperatur abweicht, weil eine thermische Trägheit des Gebäudes vorliegt – um so drastischer übrigens, wenn die emotional sehr positiv besetzte „Speicherfähigkeit“ des GebäudNERGIEMENGE, die zum Aufheizen benötigt wird, entspricht prinzipiell aber exakt der Energiemenge, die beim Absenken eingespart wurde. Klarer: wäre während drei Stunden Absenkdauer , die vergehen, bis die Abkühlung von z.B. 20 ° auf 15° erfolgt ist (in dieser Zeit heizt die in den Bauteilen eingespeicherte Wärme den Raum!), die Temperatur konstant bei 20° C gewesen, wäre genau die Menge Energie mehr benötigt worden, die auch beim späteren Aufheizvorgang von 15° auf 20° wieder in die speicherfähigen Bauteile „gepumpt“ wird.

    Alles, was diesen Vorgang weniger präzise beschreibt ist dem Verständnis nicht dienlich. Ob die Absenkung um 1 Kelvin (entspricht der Differenz zwischen 20° und 19°) oder um 10 Kelvin erfolgt, ist für die reine Energiebilanz unerheblich!

    Grüsse

    Bernhard Bauer-Ewert, Bauingenieur und Energieberater

  2. Diese Diskussion führen wir mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder in unserer Bürogemeinschaft.

    Logisch scheint es für mich zu sein, dass die Energie, die ich verwende, um eine Temperatur nachts auf welchem Level auch immer konstant zu halten, nicht kleiner sein kann, als die Energie, die ich morgens verwende, um die ansonsten entstandene Differenz auszugleichen.

    Je länger aber die ungenutzte Zeit und je größer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen, desto höher der Energieaufwand, um die Temperatur konstant zu halten. Oder habe ich da einen Denkfehler in dieser Erklärung?

    Und auch das oft bemühte Auskühlen der Wände vermeide ich ja beim Durchheizen in der Nacht durch einen Energieaufwand, den ich genausogut morgens wieder reinstecken kann.

  3. Das ist kein Denfehler an sich, ida eine logische Schlussfolgerung.

    Aber: Thermodynamisch nicht korrekt. Bei einer Nachtabsenkung soll nich benötigte Wärme eingespart werden. Bei Wiederaufheizen wird benötigt man die Energie, die bei Abkühlen verloren gegangen ist, soweit richtig.
    Wenn man jetzt aber die Temeratur konstant hält, wird mehr an die Umgebung abgegeben, da die Spreizung zur Außentemperatur höher ist. Umso höher die Differenz ist, umso mehr Energie muss man aufwenden um die Temperatur konstant zu halten, und das in einem nicht linearen Verhältnis.
    Senkt man aber zu Zeiten, wo keine Wärme benötigt wird, die Temperatur auf ein bestimmtes Niveau, so dass die Spreizung zur Außentemperatur möglichst klein ist, spart man Energie, da eben nicht so viel an die Umgebung abgegeben werden kann.
    Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn der Zeitraum lang genug ist und die Temperatur im richtigen Maß abgesenkt wird.
    Ansonsten sind die bereits angesprochenen Aspekte und der wirkungsgradtechnische Verlust beim Wiederaufheizen so groß, das es sich nicht lohnt. Aber mehr Energie hineinstecken muss man nie!

    Eine Nachtabsenkung oder allgemein niedrigere Raumtemperaturen lohnen sich auf jeden Fall! Umso besser ein Gebäude gedämmt ist jedoch diese Einsparung desto kleiner, da ja allgemein weniger Wärme nach draußen kann.

    Ich merke gerade dass das ouliro weiter unten auch schon sehr gut beschrieben hat!
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  4. Du mußt aber auch rechnen, daß es genauso lange wieder dauert, bist Wände, Möbel etc. die Wärme wieder aufgenommen haben. Also es dauert dann auch wieder drei Stunden bis der Raum wieder benutzbar ist. Das kann ich sehr schön an meinem Arbeitsplatz beobachten. Wenn der Raum über das Wochenende ausgekühlt ist. Dauert es mindestens einen Tag bis wieder normale Temperaturverhältnisse herrschen. Wenn ich also Montagmorgen 13-14°C da drin habe könnte ich eigentlich (lt. Arbeitsplatzverordnung) garnicht darin arbeiten.

  5. 1. den Rat, dass bei 1° C geringerer Raumtemperatur der Energieverbrauch um 6% sinken würde, habe ich schon vor 20 Jahren gehört. Durch ständiges Wiederholen wird dieser Unfug nicht besser, denn:
    2. ist es höchst kontraproduktiv, der „breiten Masse“ Komfort-Einschränkungen (niedrigere Heiztemperaturen) zu empfehlen. Dadurch wird Energiesparen unangenehm und das Thema lästig. (die Fahrradindustrie macht es vor: Fahrradfahren ist „hip“ und „komfortabel“ (z.B. E-Fahrräder) geworden – das macht Spaß und ist erfolgreich
    3. hat der private Energieverbrauch seit dem Jahr 1990 um 4,9% zugenommen. Trotz (oder vielleicht gerade wegen) der albernen Raumtemperatur-Senk-Tipps, trotz WSCHVO, EnEV, KfW-Programmen und zigtausenden von Passivenergiehäusern
    4. ist der Tipp zur Senkung der Raumtemperatur höchst fatal und fahrlässig: ein großer Teil der Schimmelprobleme (gerade in Schlafzimmern) ist auch auf niedrige Temperaturen zurückzuführen!!!

  6. Diese Tipps bringen ja fürwahr überhaupt nichts Neues, sondern enthalten nur das, was seit Langem schon alle Jahre wieder in der kalten Jahreszeit durch die Medien schwappt. Schade, von Utopia erwarte ich deutlich mehr.
    Überdies lassen sich diverse Tipps nur auf Wohnungen mit Heizkörpern anwenden, aber nicht oder nur eingeschränkt auf Wohnungen und Häuser mit Fußbodenheizung.
    Eine Absenkung der Temperatur tagsüber ist insbesondere bei älteren Fußbodenheizungen nicht praktikabel, weil diese extrem träge sind und diverse Stunden brauchen, um die eingestellte Temperatur zu erreichen. Mal kurz am Morgen aufheizen und dann für ein paar Stunden wieder reduzieren ist deshalb nicht. Aus dem gleichen Grund bringen bei diesem Heizungstyp Thermostatvenitile nicht die gewünschte Wirkung. Diese Trägheit ist insbesondere in der Übergangszeit von warm zu kalt und umgekehrt sehr nervig. Entweder man friert oder heizt währenddessen punktuell mit Strom, weil es sich noch nicht lohnt, die Heizungsanlage zu starten.
    So schön einzelne Aspekte der Fußbodenheizung auch sind (warme Füße, keine störenden Heizkörper) – ich wünsche mir wieder eine Wohnung mit modernen, thermostatgesteuerten Heizkörpern zurück.

  7. Für Leute mit Holzofen, Kohleofen, Pelletofen, Kamin, Heizstrahler, Rotlichtlampe, Kuh im Wohnzimmer … (you name it) oder ganz ohne Heizung sind die Ausführungen in dem Artikel auch völlig unbrauchbar.

  8. Ich arbeite bei der Energieberatung der Verbraucherzentralen und habe diesen Artikel gerade bei uns im Facebook gepostet, da er durchaus empfehlenswert ist. Hier zur facebook-Seite der Energieberatung:
    http://www.facebook.com/home.php#!/pages/Verbraucherzentrale-Bundesverband-Energieberatung/130830346957807
    und hier direkt zur Energieberatung der Verbraucherzentralen:
    http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web/
    Da es sich um öffentliche Einrichtungen handelt, der keinen Profit erziehlt, halte ich für keine Werbung. Julian

  9. Irreführend vielleicht, wenn man sich mit der Materie nicht auskennt – Ammenmärchen definitiv nein.

    Man kann sich das bildlich relativ gut vorstellen, wenn man sich die Raumwärme als Wasser vorstellt, dass durch kleine Löcher aus dem Raum fließen und um einen gewissen Füllstand im Raum zu gewährleisten. Wird nun der Wasserzulauf gedrosselt, also weniger Volumen pro Zeiteinheit zugeführt sinkt der Wasserstand (Temperatur) im Raum. Nun sind in den Wänden aber nicht nur Löcher, sondern auch Poren, in denen Wasser gespeichert wird. Sinkt nun der Wasserstand, fließt auch aus diesen Poren das Wasser heraus. Will man später nun den Raum wieder bis zu ursprünglichen Füllstand auffüllen, muss man aber eben nicht nur so viel Wasser zulaufen lassen, wie es an Volumen im Raum fehlt, sondern benötigt auch noch so viel mehr Wasser, wie aus den Poren der Wände ebenfalls herausgeflossen sind. Und da das Wasser zuerst in die Poren der Wände strömt, bevor sich der Wasserstand im Raum erhöht wird eben mehr Wasser insgesamt benötigt, als dies nur für den Raum alleine nötig wäre.

    Ich hoffe, dies Bild macht den Sachverhalt etwas verständlicher.

  10. Mir macht es den Sachverhalt nicht verständlicher, weil ich dadurch immer noch nicht weiß, wieso der Verlust nach außen kleiner sein soll als die Energiemenge, die ich brauche, um die „Poren“ gefüllt zu halten. Metaphern sind ja schön und gut, aber diese hier scheint mehr zu verstecken als zu verdeutlichen.

  11. Ich mache mir seit Tagen Gedanken über folgenden Sachverhalt:

    Ich wohne in einem Neubau (2005) mit offenem Erdgeschoss und offenem Treppenhaus. Die Heizung ist eine Therme, die nur dann heizt, wenn Bedarf besteht, d.h. die Heizkörper aufgedreht sind und ordentlich Wärme abgeben. Es wird also nicht ständig ein riesiger Kessel aufgeheizt.

    Im Erdgeschoss steht ein Kaminofen (Nennwärmeleistung 7 kW).
    Heize ich den Kaminofen nachmittags ordentlich ein, wird das gesamte Erdgeschoss sehr schnell warm und es werden zusätzlich Räume im Obergeschoss, deren Türen offen stehen, mitgeheizt.

    Ist es wirtschaftlicher, überall die Heizkörper auf zu drehen, die viel langsamer heizen oder ist es wirtschaftlicher, ein paar Stunden am Nachmittag den Kaminofen einzuheizen?

  12. Es kommt natürlich darauf an, womit dein Heizkessel beheizt wird. Wenn du im Keller eine Gasheizung hast, ist der mit Holz betriebene Kaminofen natürlich viel ökologischer, weil CO2-neutral. Also nutze ihn!
    Außerdem muss man nicht alle Räume mitheizen – dann mach lieber die Türen zu (auf jeden Fall zu Schlafräumen).

  13. Da stellt sich mal wieder die Grundsatzfrage: Wie ökologisch vertretbar ist das Heizen mit Holz. Man kann wohl kaum generell behaupten, dass das „CO2-neutral“ sei.

  14. „Man kann wohl kaum generell behaupten, dass das „CO2-neutral“ sei. “

    Wenn das Holz im Wald verrottet wird CO2 freigesetzt, genausoviel wie beim Verbrennungsvorgang, und da es sich um einen NAWARO handelt ist die Bilanz ausgeglichen also neutral.
    Das was du meinst sind die Schadstoffe, wenn ich mit zuwenig Luft heize entstehen Ruß, NOx und sonstige Abgase, die für die Umwelt wenig verträglich sind, hat aber nichts mit der CO2 Bilanz zu tun. Das schlimmste sind dabei sogenannte Nordische Kaminöfen, die mit nassem Holz beheizt werden. Da kann man an einem Wintertag nur mit Gasmaske ins Freie.
    Holzt heizen heißt : „Schneller Abbrannt mit viel Luftsauerstoff“ und dann Ofen dicht. Geht natürlich nur mit einem Lehmgrundofen:-)

  15. „Man kann wohl kaum generell behaupten, dass das „CO2-neutral“ sei“

    Das sehe ich auch so. Selbst im Extremfall, wenn also sich jemand zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Wald begibt, dort ohne Zuhilfenahme fossiler Energien, also nur mit einer Holzaxt, einen Baum fällt und zerkleinert und das Brennholz z.B. mit einem Handwagen nach Hause karrt, muss er dafür zusätzliche körperliche Verbrennungsenergie erzeugen und damit über die Atmung zusätzliches CO2 ausstoßen. Die zusätzlich verbrauchten Kalorien erfordern zusätzliche Nahrungsaufnahme. Die Herstellung dieser Nahrung erzeugt noch einmal ein Mehrfaches des zuvor ausgeatmeten CO2 (insbesondere bei fleischlicher Kost). Hinzu kommt, daß dem Wald das vermodernde Holz als Humuslieferant (Humus= CO2-Speicher!) und Mineralienlieferant entzogen wird…
    Das Heizen mit Holz ist nicht „CO2-neutral“, auch wenn es diesem Ideal i.d.R. näher kommt als das Heizen mit fossilen Stoffen.

  16. @Earthchild

    ich habe nicht geschrieben, dass beim Aufheizen eines Gebäudes keine Energie benötigt wird, oder?

    Seht doch bitte mal bei diesen Vorgängen die gesamte Bilanz! Wasser in den Poren ist ein durchaus gutes Bild! Nun gehört aber erwähnt, dass bei Beginn der Absenkung (Beendigung der Wärmezufuhr von der Heizung) das Wasser, das aus den Poren abgegeben wird, den Raum heizt! Für die Raumluft ist die gespeicherte Wärme in der Wand währen dieses Vorgangs eine Wärmequelle, die in dem Moment keine Energie von der Heizung (genau: vom Wärmeerzeuger) bezieht. Statt dessen aber dann, wenn das Gebäude wieder aufgeheizt wird. BILANZNEUTRAL: was beim Aufheizen „zusätzlich gebraucht“ wird, wurde beim Absenken „weniger gebraucht“. Das einzig unkomfortable bei diesen Vorgängen ist, dass sie ungesteuert ( in der Regel zu langsam) ablaufen und deshalb die Wärme beim Entladen des Speichers vielleicht gar nicht mehr erwünscht ist. Den Nutzerbedürfnissen würde in der Regel ein thermisch total flinkes Haus, ohne Wärmespeicherkapazität am besten dienen. Wie in den Klagen von Bonntopist auch dargetellt, wenn z.B.tagsüber die Sonne unregelmässig mitheizt.
    Drücke ich mich unverständlich aus?

    @ Re-Ka
    Ob man eine Stunde lang 7 kW Heizleistung aufwendet oder zwei Stunden lang 3,5 kW, ist zunächst gleichwertig. Die Frage ist, ob jederzeit die Temperatur erzielt wird, die gewünscht ist, was eben stark von Vorgängen der Wärmespeichrung abhängt.. Wenn der „schnelle“ Ofen (heisst: die Wärmequelle mit der höheren Leistung) gestartet ist, bleibt wenig möglichkeit, die Wärmeabgabe zu steuern, schon gar nicht, zu regeln. Weiter wären beide Heizsysteme auf ihre jeweiligen Verluste bei Wärmeerzeugung und -Übertragung zu untersuchen und eventuell wären die Primärenergiefaktoren zu berücksichtigen (von der Idee ausgehend, dass Holz CO2-neutral ist, „erneurbar“ und fossile Energieträger vom Guthaben zehren)
    Im Einzelfall ergibt sich die richtige Antwort aus einer echten Energieberatung, die all das berücksichtigt..

  17. Danke für diese waisen Worte!

    Ich muss auch ständig darüber diskutieren.
    Würden die Leute in der Schule in den Fächern Physik und Mathematik mal aufpassen, würden solche Fragen garnicht aufkommen.

    Aber selbst Lehrer (nicht Physiklehrer hoffe ich) meinen, dass es günstiger sei die Temperatur zu halten, als später aufzuheitzen.

    Das wäre genauso als würde man an der Ampel mit abgeschalteten Motor kein Benzin sparen, da man das Benzin, das man währrend der Ampelphase verbraucht hat, später wieder für den Antrieb nutzen könnte. Völliger Blödsinn!

  18. Zunächst an die Ökotopiea-Redaktion: Euer Beitrag ist in der Tat etwas enttäuschend, erinnert er doch stark an die Tipps und die Diskussionen von vor 20 Jahren. Grundsätzlich mögen Sie ja richtig sein, aber sie orientieren sich vor allem an ungedämmten oder schlecht gedämmten Altbauten. Aussagen, dass man mit der Dämmung der Heizkörpernische zwischen 10 und 30% Energie paren kann, sind allerdings in den meisten Fällen völlig irre führend. Dass das Schließen von Rollläden die Wärmeverluste der Fenster halbiert, gilt unter bestimmten Bedingungen für alte Einscheibenverglasungen. Die trifft man heute zum Glück nur noch selten an. Für neuere Fenster ist die Einsparung vollkommen überschätzt. Bei energieverschwenderischen Altbauten muss man heute als erstes sagen: Hört auf mit dilettantischem Herumwerkeln. Holt Euch einen Energieberater(http://www.bafa.de/bafa/de/energie/energiesparberatung/beratersuche/index.jsp), lasst eine Energiediagnose von Eurem Haus machen und entscheidet zusammen mit ihm, welche Maßnahmen zur energetischen Sanierung in Verbindung mit Eurem verfügbaren Budget und den möglichen Zuschüssen sinnvoll und vorrangig sind. Stellt einen Plan auf, wie die weiteren Maßnahmen in einer sinnvollen Reihenfolge ausgeführt und finanziert werden können.
    Wer in Miete wohnt, sollte auf seinen Hausbesitzer zugehen und ihm dieses Vorgehen nachdrücklich empfehlen.
    Grundsätzlich ist gegen Selbsthilfe beim Energiesparen nichts einzuwenden. Wer sich aber z.B. durch unschagemäße Innendämmung Schimmelpilz und Bauschäden ins Haus holt, dem ist nicht geholfen.
    Wen man rät, Fugen abzudichten ohne zu erwähnen, dass vor allem in schlecht gedämmten Häusern dann das Lüftungsverhalten angepasst werden muss (sprich mehr aktiv lüften) oder eine mechanische Lüftungsanlage eingebaut werden sollte, riskiert man, dass die Bewohner mit schlechter Luftqualität und Feuchteschäden bestraft werden.
    Was bereits gut gedämmte Neubauten betrifft, so spielt die Innenraumtemperatur oder eine mögliche Nachtabsenkung eine immer kleiner Rolle je besser die Wärmedämmung. Im Passivhaus z.B. ist der Unterschied im Heizenergieverbrauch absolut gesehen minimal, ob ich nun bei 20°C oder 22°C wohne. Und nachts wird die Temperatur bei abgeschalteter Heizung maximal um 1 oder 2 Kelvin sinken und das vor allem in Abhängigkeit von der Qualität der Wärmerückgewinnung aus der Lüftung und dem Luftwechsel.
    Bei Neubauten ist für die Nutzer vor allem das Lüftungsverhalten für den Heizenergieverbrauch entscheidend. Das richtige Maß zwischen ausreichender Luftqualität, Abfuhr von Feuchte und minimalem Energieverbrauch zu finden, ist bei Fensterlüftung nicht ganz einfach, da es stark von der jeweiligen Nutzung sowie der Außenlufttemperatur und -feuchte abhängt. Besser sind mechanische Lüftungssysteme.

    Dann noch zu der ewigen Diskussion über Sinn oder Unsinn der Nachtabsenkung: Wichtig ist, dass man die richtige Bilanzgrenze betrachtet: die thermische Hülle des Gebäudes. Dann wird klar, dass eine Reduzierung der Innentemperatur immer eine Heizenergieeinsparung zur Folge hat gegenüber einer gleichbleibenden Temperatur. Die antreibende Kraft (Temperaturgefälle zwischen innen und außen, bzw. der Wasserstand im o.g. Beispiel) wird kleiner. In der Folge fließt während dieser Zeit weniger Wärme (Wasser) nach draußen. Ob in diesem Zeitraum interne Speicher (thermische Masse oder Wasserporen) entleert oder gefüllt werden, hat untergeordnete Bedeutung, nämlich nur in dem Sinne, dass dies Einfluss auf die Geschwindigkeit der Temperaturabsenkung oder -anhebung hat. Je nach Speichermasse sollte der Ausschalt- bzw,. Einschaltzeitpunkt der Heizung gewählt werden, um sowohl aureichenden Komfort als auch möglichst maximale Eenrgieeinsparung zu haben. Wobei wie gesagt: Je besser das Gebäude gedämmt ist, um so geringer wird der Einfluß dieser Maßnahme.

  19. Oh, entschuldige! Ich habe es auch erst vorgestern gelernt und wollte gleich mit meinem neuerworbenen Wissen glänzen 🙂
    LWP = „LesensWertPunkt“ hieß wohl früher der „Empfehlungspunkt“. Der Punkt, der vergeben wird, wenn man auf das „Daumen hoch“-Symbol klickt.
    Also müsste es jetzt „EP“ heißen (aber das kennt erst recht niemand).
    Ich korrigiere mich also:

    @ouliro: Empfehlungspunkt!

  20. Einen ersten Eindruck, was man mit einem Energieberater und etwas Geld angehen könnte, ermöglicht zum Beispiel der Online-„Modernisierungsratgeber“. Mit „Rat & Tat“ kann man einen direkten Draht zu einem Energieberater vor Ort herstellen:

    https://utopia.de/0/ratgeber/energiespar-ratgeber

    Weitere konkrete Ideen stellt der Energiesparclub mit Beispielen für eine Investition von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro vor:

    http://www.energiesparclub.de/modernisierung-als-geldanlage/index.html

    Auch hier gilt natürlich, dass die Beispiele und generellen Tipps nicht alle Fälle und Gegebenheiten abdecken. Dazu braucht es dann schon eine individuelle Beratung. Da kann man die Empfehlung von ouliro für eine kompetente und anerkannte Energieberatung nur dick unterstreichen!

  21. Liegt es vielleicht daran, dass Sie keine Cookies zugelassen haben, Herr Drewer? Dann funktioniert es bei mir auch nicht, sonst allerdings schon. Zur genaueren Fehlersuche melde ich mich noch per E-Mail bei Ihnen.

  22. Zu deinen Aussagen bzgl Rolläden etc.: Das hängt tatsächlich sehr auch von den Fenstern ab. Zugleich auch (aber) von den Rolläden; z.B. wenn sie nur weniger als 0,5 cm dick und aus Hartplastik sind, ist deren Isolierungseffekt natürlich ungleich viel geringer, als wenn sie z.B. aus Leichtholz+Kork / +Filz sind (falls es solche gibt – was wünschenswert wäre).

  23. Die dünnen Rollladen-Lamellen aus „Hartplastik“ sind hohl (vmtl. wegen Gewichts- und Materialersparnis) und zwecks besserer Stabilität innseitig mit mehreren Querstreben versehen. Hierdurch entstehen luftgefüllte, enge Hohlräume mit geringer Luftzirkulation, was zu ganz passablen Wärmedämmeigenschaften führt (da Luft bekanntlich ein sehr schlechter Wärmeleiter ist). Einen „ungleich viel geringeren Isoliereffekt“ gegenüber den mit wärmedämmenden Materialien gefüllten Rollläden würde ich ihnen also nicht unbedingt attestieren, zumal letztere oft aus Aluminiumlamellen bestehen, die aufgrund ihrer guten Wärmeleitung ansonsten einen ziemlich schlechten Dämmeffekt hätten. Bei Einfach- oder Isolierglasfenstern lässt sich auch mit den billigen Plastikrollos eine respektable Verringerung der Wärmeverluste erzielen (ca. 50% sind durchaus möglich). Bei besser isolierenden Fenstern sinkt natürlich rein rechnerisch der wärmedämmende Anteil der Rolläden, doch auch hier bewirkt ihr nächtliches Herunterlassen noch einiges an Energieeinsparung.

  24. Wie ouiliro schon schreibt, das Thema ist ziemlich komplex und sehr gebäudespezifisch,
    ein allgemeingültiges Verhalten ist dazu nur begrenzt zu raten, denn neben dem Gebäude
    an sich kommt auch noch das Verhalten/die Gewohnheiten und die Wünsche des Bewohners
    hinzu.
    Ein Punkt, der auf jedenfall noch vorteilhaft bei der Nachtabsenkung zu erwähnen wäre ist,
    dass der Kessel, vorausgesetzt das er über einen ausreichend großen Warmwasserspeicher
    verfügt, durch die Nachtabsenkung seltener tacktet, also an- und wieder aus geschaltet wird, was seine Lebensdauer erhöht und auch die Heizungspumpe etwas weniger Strom verbaucht.

    Ein fachmännische Beratung ist aber eigentlich in jedem Fall vorteilhaft, zumal diese auch weiter Schwachpunkte im Heizungssysthem aufspüren können, so z.B. ob die Anlage hydraulisch abgeglichen ist.