Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

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Im Haushalt entfallen 70 Prozent des Energieverbrauchs auf die Heizung – richtig heizen ist der beste Weg, Heizkosten zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Utopia zeigt, wie du im Winter richtig heizen kannst und dabei nicht nur Energie, sondern auch Geld sparst.

Laut Umweltbundesamt entfallen 60 Prozent unseres CO2-Ausstosses auf unsere Heizung. Dabei helfen schon einfache Mittel – etwa: Fenster abdichten, Heizkörper isolieren, Stoßlüften, Heizung richtig einstellen – um beim Heizen richtig viel Energie zu sparen und gleichzeitig ein gesundes Raumklima zu erhalten.

1. Richtig heizen heißt: Bewusster heizen

Richtig heizen heißt oft: weniger heizen, oder zumindest bewusster. In deiner Wohnung im Winter muss es nicht 25 Grad warm sein – jedes Grad weniger spart Heizenergie. Nach Schätzungen spart man pro Grad bis zu sechs Prozent Energie. Ob dieser Wert so wirklich genau stimmt ist umstritten – aber man spart gewiss Geld damit.

Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad. Im Bad dürfen es schon 22 Grad sein, doch in anderen Räumen genügen oft weniger: In der Küche heizen Backofen und Kühlschrank mit, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, einige bevorzugen sogar noch weniger. Übrigens: Wer in der Nacht friert, ist mit einer Wärmflasche klüger beraten als mit einem beheizten Schlafzimmer.

Wichtig: Es geht nicht darum, in den eigenen vier Wänden zu frieren! Aber oft friert man nicht trotz Heizung, sondern wegen der Heizung.

Unbenutzte Räume brauchen übrigens wenig bis keine Heizung. Aber: Viel kälter als 15 Grad sollte es im Winter bei Außentemperaturen unter Null nicht werden, sonst droht Schimmel, vor allem bei Feuchtigkeitsquellen im Haus oder in den kühlen Zimmern.

2. Ab wann heizen? Nur im tiefen Winter?

Viele stellen sich die Frage, ab wann Heizen überhaupt sinnvoll ist bzw. ab wann das Heizen durch Vermieter prinzipiell ermöglicht werden muss.

Typischerweise beginnt man frühestens ab Oktober mit dem Heizen und ab Ende April ist Heizen nicht mehr notwendig. Abhängig ist dies natürlich auch von der Region und dem Wetter im Winter.

Umgekehrt bedeutet das, dass der größte Teil unseres Heizenergieverbrauchs auf diese Monate, vor allem Dezember bis März entfällt: Richtig heizen heißt also auch: später damit zu beginnen und früher aufhören.

3. Nachts die Heizenergie bewahren

Fenster haben nicht die gleiche Isolationswirkung wie Wände. Richtig heizen bedeutet hier, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen, gerade im Winter. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen – so lässt sich der Wärmeverlust an den Fenstern um bis zu 20% stark reduzieren und du kannst Heizkosten sparen. Übrigens: Selbst die Vorhänge zuzuziehen bringt tatsächlich noch ein paar Prozent!

4. Stoßlüften statt Dauerkippen

Richtig Heizen geht nur mit richtigem Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit. Details im Beitrag Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung.

Richtig lüften: Tipps gegen Schimmel
Richtig lüften: Besser kurz Stoßlüften als Fenster kippen. (Foto: © Marquis de Valmont / photocase.de)

Zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. Die Fenster also mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz öffnen, damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet – zuvor aber das Thermostatventil herunterdrehen.

Details im Ratgeber Schimmel entfernen, aber richtig.

5. Wand hinter der Heizung dämmen

Richtig heizen heißt, die Wärme möglichst in der Wohnung zu halten. Eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper senkt den direkten Wärmeverlust über die Außenwand. Im Baumarkt findest du Dämmmatten in verschiedenen Stärken und mit oder ohne Aluminiumbeschichtung. (Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung.)

Lass dich hier am besten beraten, denn Dämmen ist eine Wissenschaft für sich. Mit richtigem Dämmen lässt sich der Wärmebedarf deutlich reduzieren und du kannst Energie sparen.

6. Fenster und Türen dicht halten

Richtig heizen hilft wenig, wenn ein Teil der Wärme durch undichte Fenster und Türen entweicht. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Lauf der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden.

Du kannst die Spalten ganz einfach mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (auch Profildichtungsband genannt) auffüllen. Die bekommst du in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen. Wichtig: Richtig lüften!

7. Heizkörper nicht verdecken

Achte darauf, dass deine Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa von Möbeln oder Gardinen. Auch Thermostate sollten nicht verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und deine Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – das verschwendet nur Energie.

8. Heizung richtig einstellen

Die Zahlen auf vielen Heizungs-Thermostaten sind keineswegs willkürlich angeordnet. Sie zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – aber eben nicht die Temperatur selbst. Gleichzeitig informieren sie auch, wie viel Energie du sparen kannst. Mehr zum Thema Heizung einstellen im Beitrag Heizkörper-Thermostat: was die Zahlen bedeuten.

Richtig heizen: Heizung richtig einstellen
Richtig heizen: Heizung richtig einstellen (Foto: CC0 / Pixabay / ri)

9. Nachtabsenkung: Heizung einstellen bei Tag und Nacht

Wie sollte man die Heizung bei Nacht und am Tage einstellen?

  • Am Tag typischerweise die Einstellung 2-3 bis 3 für ca. 18 bis 20 Grad.
  • In der Nacht im Schlafzimmer die Einstellung 1 bis 2 für 14 Grad (oft markiert).
  • In meist ungenutzten Räumen 1 für 12 Grad.

Umstritten ist die Nachtabsenkung der Temperatur. Am Tage will man es ja warm haben, in der Nacht könnte man die Heizung theoretisch ganz abschalten. Doch am Morgen muss man dann wieder richtig Einheizen, um eine warme Wohnung zu haben – auch das verschlingt Heizenergie. Umstritten ist, ob das erneute Aufheizen der erkalteten Wohnung nun sinnvoller ist als das Durchheizen mit „Nachtabsenkung“, also einer zwar niedrigeren, aber nicht niedrigen Temperatur.

Die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem von der Gebäudemasse und der Gebäudedämmung, und die kann für den konkreten Anwendungsfall nur ein Experte ermitteln.

Um aber selbst eine Faustregel zu haben, gehe wie folgt vor: Schalte in einer Nacht mit Null Grad Außentemperatur die Heizung einmal komplett ab. Prüfe am nächsten Morgen die Temperatur: Je tiefer die Temperatur über Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte das Gebäude oder die Wohnung speichern, desto sinnvoller wäre eine Nachabsenkung, also das Heizen in der Nacht mit niedriger Temperatur.

Übrigens: Nicht nur in der Nacht, auch am Tag kann man die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen.

10. Möglichst keinen Strom verheizen

Mit Strom zu heizen ist meist sehr ineffektiv und richtig teuer. Heizlüfter also, wenn überhaupt, nur sehr sparsam verwenden. Auch Infrarotheizungen heizen mit Strom. Aus dem selben Grund haben auch die verschwenderischen Nachtstromspeicherheizungen eigentlich nichts mehr in modernen Wohnungen verloren. Im Idealfall sollten sie von den Hauseigentümern ausgetauscht werden.

Im Zuge der Energiewende mag sich das im Einzelfall ändern und wir werden besser mit Strom heizen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn dieser aus regenerativen Quellen kommt, also Ökostrom ist, und die gewählte Heizmethode hinreichend effizient ist, also einen hohen Wirkungsgrad hat. Derzeit ist das aber eher de Ausnahme.

Nachtspeicherheizung: Kosten sparen, Energie sparen
Richtig heizen: Auch bei ineffizienten Nachtspeicherheizungen kann man Energie sparen. (Foto: Utopia.de)

In Mietwohnungen hat man aber natürlich oft wenig Möglichkeiten, etwas an der Heizungsart zu ändern. Wenn du noch eine Nachtspeicherheizung hast und damit richtig heizen willst, findest du hier Tipps zum Energiesparen: Nachtspeicherheizung: so sparst du Heizkosten.

11. Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden monatlich direkt vom Konto abgebucht – Mieter zahlen in der Regel eine mit dem Vermieter bzw. dem Stromversorger vereinbarte Abschlagszahlung, die Jahresabrechnung folgt oft erst irgendwann im nächsten Jahr. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert.

Deshalb solltest du genau auf deinen Verbrauch achten. Für die Heizkosten findest du ungefähre Vergleichswerte im Heizspiegel. Für den Stromverbrauch bieten einige Stadtwerke Apps an, mit denen sich der eigene Verbrauch im Blick behalten lässt. Stromverbrauchsmesser gibt es schon ab 20 Euro, Verbraucherzentralen leihen sie teils auch kostenlos aus – sie zeigen den Strom an, den ein Gerät verbraucht.

12. Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung

Mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern kannst du den Heizzyklus in jedem Raum optimal einstellen und so viel Energie sparen. Komfortabel geht es auch per Funk von einem Raumregler gesteuert. So werden die Räume nur zu den Zeiten beheizt, zu denen sie auch tatsächlich genutzt werden. Du hast jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und sparst gleichzeitig Energiekosten.

Der Einbau programmierbarer Thermostaten ist einfach: Lediglich der Thermostatkopf wird ausgetauscht. Beispiele bei** tink oder Grünspar, viele Informationen bei co2online.de.

13. Heizung früher abdrehen

Wer ins Bett geht, schaltet natürlich vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch eine Zeitlang nach, und diese Wärme nutzt dem Bewohner eigentlich gar nicht mehr.

Schlauer also: Eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung herunter drehen. Auch das spart wieder etwas Energie.

14. Heizung prüfen

Befindet sich Luft im Heizkörper, musst du die Heizung entlüften. Denn sonst kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung bleibt kalt. Unsere Anleitung hilft dir beim Heizung entlüften:

15. Besser wärmer kleiden als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Vor allem die Füße warm zu halten bringt viel: Wollsocken und warme Pullis helfen. Auch ein einfaches Halstuch sorgt dafür, dass man subjektiv weniger friert, ein Schal natürlich mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält.

Vor allem die Füße warmhalten – dann friert man weniger leicht! 

Hier Tipps für warme Kleidung:

Diese Tipps können zwangsläufig nur allgemeiner Natur sein! Auch ist Heizen und Dämmen ein komplexes Thema, bei dem sich auch Experten gerne streiten. Wenn du Tipps für spezielle Heizungen und Heizsituationen hast, dann schreib uns in den Kommentaren!  

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(135) Kommentare

  1. Womit man vorsichtig sein sollte(wie auch ouliro schon andeutet) ist Wärmedämmung hinter dem Heizkörper, da man den Taupunkt einer Wand mit solchen Methoden nach innen verschiebt. Das wiederum kann dann zu Feuchtigkeit und damit zu Schimmel führen…

    Das mit dem Stoßlüften ist auch abhängig von der Raumgröße. Ein Mensch verbraucht 10 Kubikmeter Luft pro Stunde(Schlafend weniger) also sollte man sich vor Augen führen, dass in einem Raum mit 10qm und Raumhöhe 2,5m(der Einfachheit halber) Der Sauerstoff für eine Person 2,5 Stunden reicht(um sich wohlzufühlen).

    ->Zu zweit in einem kleinen Schlafzimmer ist Stoßlüften für die Nacht daher zu wenig, da ist „das Fenster einen Spalt offen lassen“ wohl die einzig sinnvolle Lösung. Man kann ja Nachts die Heizung ausschalten und sich eine Dicke Decke nehmen.

    So das war mein Beitrag dazu. Ansonsten gute Tipps 🙂

  2. bis 30 % Energie sparen wir ,indem wir auf jeden Heizkörper ein Zeit -und Temperaturgesteuertes Ventil angebracht haben zum Preis von 14,90 Euro . Anbringug kann jeder Laie
    Gruß Hopo

  3. Programmierbare Thermostate, auch elektronische Thermostate genannt, können nicht nur für weniger Energieverbrauch und Energiekosten sorgen, sondern auch noch den Wohnkomfort erhöhen. Schließlich ist ein warmes Bad pünktlich zum Aufstehen schöner als nach 10 Minuten Wartezeit. 🙂

    Eine Einsparung von 30% wäre allerdings außergewöhnlich hoch. Wie die Stiftung Warentest das Sparpotenzial einschätzt, was man beim Kauf der günstigen Sparhelfer beachten sollte und wann sich programmierbare Thermostate rechnen, hat der Energiesparclub in einem Themenspezial zusammen gefasst.

    http://www.energiesparclub.de/richtig-heizen/index.html

  4. Hallo alle zusammen,
    inzwischen habe ich eure Tipps und Anmerkungen mit viel Interesse verfolgt; jedoch ist mir aufgefallen, dass alle von Einsparungen bei den konventionell installierten Heizmöglichkeiten sprechen. Was mich interessieren würde, habt ihr Tipps bei denen man von ganz ursprünglichem Heizen sprechen könnte bzw. auch Energieaufwand-Reduzierung durch simple Dinge wie Kerzen in der Wohnung?

    (Ich habe mir inzwischen auch einen Kohleofen angeschafft und bin begeistert. Im Jahr zuvor musste ich mit vom Vermieter installierten Stromöfen heizen was unglaublich teuer war. Möchte man hingegen eine Fläche von ca. 70 qm mit Kohle beheizen kommt man locker mit 300 Euro durch die Heizperiode.)

    Ich habe mich mit diversesten Heiz-Sparfüchsen unterhalten und interessantes erfahren. Diese heizen übrigens ebenfalls alle samt mit Holz bzw. Kohle. Als Grundvoraussetzung gilt natürlich dass man eine Zugluft-dichte Behausung hat – ergo Gummidichtungen erneuern etc. Achtung! Das folgende ist nicht wissenschaftlicher Natur 🙂

    Ein Freund von mir schwört auf Kerzen (Teelichter) im Fenster, als Kältestopp durch warme Luft und ausserdem soll es die umgebende Wand vor Schimmel schützen.
    (Auch wärmen einfache Kerzenflammen mehr als man denken würde aber die Kosten für Kerzen sind natürlich unverhältnismäßig)

    Mit einem sozialen Aspekt ist eine (oder DIE) japanische Heizmethode behaftet. Alle Bewohner schaaren sich um einen beheizten Tisch mit großer Decke. Ich stelle mir das folgendermaßen vor: Nicht feuergefährliches Heizelement in der Mitte vom Raum aufgestellt, Decke drüber, Tisch drauf und die Füße drunter.

    Ein anderer asiatischer Freund von mir hat eine tibetanische Topf-Schicht-Heizung. Im Prinzip wird Wasserdampf durch diverse Kammern gepumpt, durch eine kleine Flamme auf Zirkulation gehalten und fungiert als kleiner Wärm-Turm.

    So – was habt ihr zu berichten?

    Was ich in den Kommentaren oben übrigens über ein kühles Schlafzimmer herauslesen konnte kann ich auch nur bestätigen. Warme Decken und eine Wärmflasche reichen völlig + eventuelle Restwärme von Öfen in den Haupt-Aufenthaltszimmern.

    Liebe Grüße Diane

  5. Guten Abend miteinander…

    Ich finde, die ineffiziente Einstellung der Heizungsregelungen seitens der Betreiber/Hausbesitzer lässt mangels Interesse oder Unwissenheit die meiste Energie einer bestehenden Heizungsanlage verschwenden, viele sind schlichtweg einfach zu hoch eingestellt und werden ausser Acht gelassen, stattdessen wird am Heizkörper heruntergedrosselt. Einerseits produziert der Heizkessel dadurch zu viel Wärme die dort bereitsteht, anderersiets regelt man das Thermostatventil ziemlich herunter…
    Somit wird im Kessel überschüssige Wärme produziert, die nicht benötigt wird.
    Ein weiterer Aspekt ist die Laufzeit (Betriebstunden) von Heizkreispumpen, sollte man mit einer Sommer- Winter- Umschaltschwelle ( je nach Heizkreisregelung) einstellen können, z.B. bei einer Aussentemperatur von 18 grad celsius die Pumpe abzuschalten.
    Man kann solche modernen Regelungen im Einfamilienhaus od. Etagenwohnungen auch mit Raumeinfluss programmieren, d.h. eine Optimierung der Laufzeit und der tatsächlichen Raumsoll- und Raumistwerttemperatur zu erreichen. Nicht in Mietshäusern mit nur einem Heizkreis zu empfehlen!

  6. Es mag hier alles seine Richtigkeit haben, was es so zum Thema Sparen von Heizkosten gibt. Wir halten uns an so ziemlich alles! Dennoch haben wir einen Nachtstromverbrauch von ca. 27.000kwh (Nachtspeicher). Wir heizen aus dem Grund lediglich 3 bis max. 4 Räume (sonst wären die Stromkosten noch höher), im Wohnzimmer ist es ungemütliche ca. 18grad kalt (im Winter noch kälter), im Schlafzimmer frieren wir bei 14grad – also noch ein Grad mehr „sparen“ ist sicher nicht sinnvoll.

    Jetzt mag man sagen: Jaaaa, aber Nachtspeicherheizungen sind nun mal so teuer. Das ist aber so nicht ganz richtig, denn: Wir benutzen nicht einmal alle vorhandenen NSpH (die anderen Türen werden geschlossen gehalten), wir frieren dennoch (bei dem Preis sollte man es kuschelig warm erwarten dürfen), und wir haben Vergleiche von anderen Nachtspeierheizungbesitzern. Diese bezahlen bei mehr Heizungen – und natürlich warmen Zimmern – sowie größeren Häusern weit weniger als wir.

    Jedoch liegt auch der alleinige Tagstromverbrauch mit ca. 6.500kwh sehr hoch (4köpfige Familie, Energiesparlampen usw. vorhanden), also weit über Durchschnitt einer sogar komplett 24 Stunden „Normalstrom“-Familie (ohne „günstigen“ Nachtstrom). (Keine Fußbodenheizung, Whirlpool, Solariumbank o.ä. vorhanden, lediglich „ganz normale“ Geräte).

    Der Stromanbieter hat überhaupt kein Interesse, den Fehler aufzuklären. Der sagt wörtlich, dass es ihm egal sei, wofür wir den Strom ausgeben, hauptsache wir bezahlen! Jedoch ist es mittlerweile unbezahlbar. Bisher konnte uns keiner helfen! Und das seit mittlerweile 6 Jahren!!!
    Vielleicht hat hier jemand eine Idee?
    Danke schön.

  7. Leckströme können Euern immensen Stromverbrauch nicht verursachen, das ist physikalisch unmöglich.
    Als erstes würde ich an Eurer Stelle zu einem vertrauenswürdigen Ökostromanbieter wechseln (Naturstrom, Greenpeace Energy oder ESW Schönau). Auf diese Weise lassen sich zumindest die Schäden für das Klima und die Umwelt in Grenzen halten.
    Und was sind „normale“ Geräte? Alte stromhungrige Kühlschränke, Wäschetrockner, Plasma-Fernseher die unentwegt mit 400 W Stromverbrauch laufen, PCs usw., Elektroboiler oder Durchlauferhitzer die täglich heißes Wasser für ein Vollbad in einer altertümlichen Riesenbadewanne liefern müssen? Dann helfen Euch auch keine Energiesparlampen…

    Was die Nachtspeicherheizungen anbelangt: ist das Haus wärmegedämmt?

  8. Warum glaubst Du eigentlich, dass Dein Energielieferant für dieses Problem zuständig ist? Das wäre ja das Gleiche, wenn Du vom Bäcker eine Klärung verlangen würdest, warum der Kuchen bei Euch immer so schnell alle ist. Wenn Du bei einem Stadtwerk oder Regionalversorger Kunde bist, glaube ich nicht, dass Dir die Mitarbeiter dort nicht Ratschläge und Tipps gegeben haben. Mehr können die aber auch nicht tun, denn das ist auch gar nicht ihre Aufgabe. Du brauchst einen Energieberater.

    Zum Heizen: wenn Du ein 230 m2 Haus hast, dann beheizt Du das auch. Das hat ein Vorredner auch schon richtig erkannt. Wer glaubt, er spart, wenn er ganze Zimmer gar nicht beheizt, der irrt sich gewaltig. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Natur strebt immer einen Ausgleich an. Wenn also Dein Nebenzimmer oder das genze Obergeschoß nicht geheizt wird, kannst Du davon ausgehen, dass die Wärme solage durch die Wände strömt, bis alle Räume die gleiche Temperatur haben. Ganz davon abgesehen, dass Du durch das Auskühlen lassen dem Schimmel Tür und Tor öffnest.

    Hast Du eigentlich mal bei Eurem Regionalversorger oder Stadtwerk nachgefragt, ob die bei Heizungsumbau evtl. Zuschüsse oder ein Contracting-Modell anbieten.. Das bedeutet, dass Dein Energielieferant die Heizung einbauen lässt, wartet und evtl. sogar finanziert und im Gegenzug verpflichtest Du Dich für eine gewisse Vertragsdauer und zahlst einen höheren Grundpreis. Dafür musst Du Dich aber auch um nichts kümmern. Frag mal nach. Viele bieten so etwas an, um die Kunden ans Erdgas oder an die Fernwärme anschließen zu können. Falls Du bei einem Billiganbieter bist, kannst Du Dir die Frage sparen. Die machen so etwas nicht.

    Zum Energieverbrauch: In meiner Praxis habe ich immer wieder erlebt, dass sich Häuslebauer einreden, im neuen Haus würden sie den gleichen Stromverbrauch wie in ihrer Mietwohnung haben. Das stimmt nicht, denn alles was bei Mietern auf der Betriebskostenabrechnung auftaucht, zahlen sie im Haus direkt. Funktioniert Eure Heizung ohne Pumpe? Was verbraucht die? Und wenn man schon eine Terasse hat, dann beleuchtet man sie auch. Dann kommt noch ein Rasenmäher, vielleicht eine kleine Gartenpumpe etc. dazu. Vati kann nun auch mehr heimwerken und das läppert sich alles. Wenn man einen Garten hat, kocht man im Sommer vielleicht ein bzw. man kocht einfach auch öfter mal usw. Geh mal mit offenen Augen über Dein Grundstück. Vielleicht geht Dir ja ein Licht auf.
    Außerdem schreibst Du Ihr habt im Monat früher 60,00 EUR verbraucht . Wieviele kWh stehen dahinter? Wenn Du vergleichen willst, dann vergleiche immer die Verbrauchsmengen pro Jahr.

    Zum Schluss noch etwas grundsätzliches. Als Ihr Euch entschieden habt ein 230 m2 großes Haus zu kaufen, habt Ihr Euch auch entschieden, die Kosten für ein so großes Haus zu tragen. Das ist bei uns genauso. Wir bewohnen eine zu große Wohnung. Aber wir wissen das und tragen die Kosten dafür. Die Vorteile der Wohnung überwiegen eben (z.B. Fußweg zur Arbeit) und deshalb bleiben wir auch da wohnen. Selbst wenn uns unsere Betriebskostenabrechnung jedes Jahr Tränen in die Augen treibt. Aber dafür sparen wir eben Fahrtkosten und haben schön viel Platz.

    Gruß Gaggag

  9. Da wäre es interessant zu erfahren, wie groß und von wann das Gebäude / die Wohnung ist, in der ihr wohnt. Ist das Gebäude schon einmal saniert worde? Wie ist der Wandaufbau? Was für Fenster und Türen sind eingebaut? Von wann? Stehen die NSpH frei oder stehen Möbel davor? Sind die Thermostate schon einmal überprüft worden? Wenn es eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder Hochhaus ist, wie ist die Wohnung gelegen? Erdgeschoss mit Keller darunter? Dachgeschoß? Direkt unterm Flachdach? Oder gar eine Kellerwohnung?
    Ohne all solche Dinge zu kennen ist es unmöglich zu sagen, wo das Problem liegt oder ob es überhaupt eines gibt. Bei alten Gebäuden (da es NSpH hat dürfte es sicherlich kein neues sein) und bei entsprechend viel m² sind 27.000 kWh im Jahr nicht einmal sonderlich ungewöhnlich.
    Wenn der ganz allgemein Stromverbrauch jedoch schon nicht nachvollziehbar ist, könnte es auch durchaus sein, dass es irgendwo im System eine Kriechstromstelle gibt, die keinen Kurzschluss auslöst und die Sicherungen rausfliegen lässt. Sowas allerdings zu finden ….. Na ja, da würd ich mir dann vermutlich lieber ne neue Wohnung suchen, wenn man sie nicht an den offen zugänglichen Stellen findet, anderweitig müsste die gesamte Wohnungs-/Hauselektrik überprüft werden und das bedeutet Wände aufstemmen.

  10. Danke schön für Eure Antworten. Das ist ja toll, das ich schon so schnell welche zu meinem „Problem“ erhalte.

    zu Mupsi: Nein, es sind wirklich „ganz normale“ Geräte, d.h. neuer Kühlschrank, Gefrierschrank mit sehr geringem Verbrauch, kein Plasmafernseher, Waschmaschine neu, Wäschetrockner haben wir nicht (wäre Energieverschwendung :), da wir einen Garten haben), usw. Es waren ja sogar bereits Elektriker hier, die sich die Geräte angesehen haben (auch Strommessgerät hier gelassen haben) und meinten, sie könnten es sich nicht erklären!

    Zum Ökostromanbieter zu wechseln ist z.Z. leider nicht möglich, denn zum einen wäre das NOCH erheblich teurer (und dieser Betrag greift bereits mittlerweile unsere Existenz an!) zum anderen versuchten wir es bereits, jedoch war denen tatsächlich der Verbrauch zu hoch und zu anderen ist es ebenfalls nicht möglich, da es ja Tag- und Nachtstrom ist – das bieten die allerwenigsten (mir ist sogar nur einer durch Verifox bekannt) an.

    Aber vielleicht hat hier ja jemand einen Vorschlag für einen günstigen und guten Stromanbieter? Vielleicht sogar ein Stromanbieter, dem das Wohl seiner Kunden am Herzen liegt, und der Interesse daran hat, den „Fehler“ zu finden. Ich habe mal (vor ca. 2 Jahren) eine „Ausschreibung“ gemacht: Wer den „Fehler“ findet, zu dem wechsle ich. Ich weiß, es klingt naiv und kindisch, aber man ist echt verzweifelt. Es hat sich übrigens keiner gemeldet.

    Zu Earthchild: Oh je – die richtigen Fachfragen kann ich so gar nicht beantworten. Aber ich versuch hier mal mein bestes. Also: Wir bewohnen ein Einfamilienhaus. Das sitzt nicht direkt auf der Erde sondern ist etwas höhergestellt. Einen Keller gibt es nicht. Das Haus ist BJ 69/70; also SO alt noch nicht einmal. Wir wohnen seit Ende 2003 in diesem und haben bei Einzug etliches neu isoliert und abgedichtet. Ein Elektriker, der auch mit Energieberatung zu tun hat, meinte jedoch (mehr oder weniger scherzhaft), bei der Höhe des Stromverbrauchs dürfte das Haus kein Dach haben! Auch er konnte es sich nicht erklären. Die Fenster sind doppelverglast, aber laut dem Elektriker würde das niemals diesen Betrag ausmachen. Das Haus ist zwar ca. 230qm groß – jedoch wird der obere Teil gar nicht genutzt (ist auch mit zwei Türen (eine oben, eine unten) verschlossen. Wir bewohnen lediglich den unteren Teil mit ca. 120qm.

    Die NSpH stehen frei (keine Möbel davor) und können ungehindert arbeiten. Es ist sogar diese zusätzliche Isolierung (irgendwas mit „Alufolie“, ich weiß nicht, wie sich das genau nennt) dahinter an der Wand angebracht um ein Nachhintenabweichen zu verhindern.

    „Mal eben“ eine neue Wohnung suchen ist nun deshalb, da wir das Haus gekauft haben, nicht so einfach zu machen – ansonsten wären wir schon alleine deshalb längst weg!

    Vielleicht einmal eine Ergänzung, die auch wichtig sein könnte: Wir wohnten natürlich vorher in einer Wohnung. Dort hatten wir einen Stromverbrauch von damals noch ca. € 60,–. Es war eine ca. 90qm Wohnung, es war ein recht teurer Stromanbieter, und wir haben bei weitem nicht so auf unseren Stromverbrauch geachtet, wie wir es hier machen (wir hatten z.B. nicht eine einzige Energiesparlampe). Also sind wir eigentlich, was den Stromverbrauch angeht, keine blutigen Anfänger. Ich habe hier jedes einzelne Gerät mit dem o.g. Stromprüfgerät überprüft, und selbst wenn wir diese 24 Stunden laufen lassen WÜRDEN (was man ja nicht macht, z.B. Computer, Waschmaschine), kam ich beim Zusammenrechnen – und dazu habe ich das ganze mal zwei genommen (warum auch immer) – bei weitem nicht auf den Betrag / Verbrauch.

  11. Für einen aussagekräftigen Vergleich zu einem ähnlichen Haus bietet sich der Heizcheck an, den auch Utopia eingebunden hat auf…

    https://utopia.de/0/ratgeber/energiespar-ratgeber

    Da macht es natürlich einen großen Unterschied, ob man 120 oder 230 qm angibt. Selbst wenn nur 120 qm bewohnt sind, wird schließlich der Rest ein Stück weit mit beheizt. Ins Detail könnte man dann mit einem kostenlosen Heizgutachten gehen oder aber gleich einen Energieberater engagieren (siehe mit dem Link oben bei „Rat und Tat“).

    Passend zum beschriebenen Problem gibt es seit einigen Tagen ein neues Themenspezial zum Heizen mit Strom. Das enthält auch Infos zu den gesetzlichen Vorgaben und auch Tipps für Mieter.

    http://www.klima-sucht-schutz.de/energiesparen/energiespar-spezial/nachtstrom.html

  12. Hallo Pradateufelchen,

    Dein Haus ist nicht soooo alt, aber eben so alt, dass es noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung in Deutschland gebaut wurde. Das heißt, wahrscheinlich ist es gar nicht wärmegedämmt und die Zweifach-Verglasung ist nicht besonders gut (verglichen mit heutiger Zweifachverglasung). Häuser aus dieser Zeit sind dazuhin meist sehr undicht (in Bezug auf Luftdurchlässigkeit, nicht in Bezug auf Regen). Du sprichst davon, dass Ihr beim Einzug einiges isoliert habt. Was und wie? Wenn es sich im Wesentlichen auf die erwähnten Alumatten hinter den Nachtspeicheröfen handelt, könnt Ihr das in Hinblick auf den Energieverbrauch fast vergessen.
    So wie ich mir Euer Haus nach Deinen Beschreibungen vorstelle, entspricht es eventuell Häusern, die in der Tat 150 bis 200 kWh pro m2 und Jahr an Heizwärme benötigen. Und schon bist Du in der Größenordnung Eures Stromverbrauchs. Nachtspeicheröfen benötigen übrigends nicht nur nachts Strom. Je nach Heizbedarf und eingestellter Raumtemperatur heizen sie auch tagsüber nach, auch wenn sie schon entladen sind, dann aber mit Tagstrom. Das kommt besonders häufig vor, wenn man gerade nur wenige von den vorhandenen Nachtspeicheröfen tatsächlich benutzt. Dann reicht die Speicherkapazität nicht aus, um das Haus den ganzen Tag zu heizen. Das heißt für Euch womöglich: Eher mehr Nachtspeicheröfen benutzen als weniger.
    Ansonsten gibt es m.E. nur zweiLösungen für Euer Problem:
    – Entweder Ihr wechselt zu einem anderen, günstigeren (un nach Möglichkeit auch noch ökologischeren) Energieträger (z.B. Holz) und rüstet Eurer Heizsystem entsprechend um;
    – oder Ihr investiert in eine gute Wärmedämmung der gesamten Außenhülle einschließlich Ersatz der alten Fenster durch Wärmeschutzfenster (bei Euren Energiekosten amortiesiert sicht diese Investition in vergleichbar kurzer Zeit).
    Am Besten natürlich beides machen. Dann aber zuerst dämmen und anschließend die kleine, gut angepaßte Heizungsanlage installieren, anstatt erst eine große, teure Heizungsanlage einbauen, die nach einer nachträglichen Dämmung völlig überdimensionniert wäre.

  13. <<< Das sitzt nicht direkt auf der Erde sondern ist etwas höhergestellt. Einen Keller gibt es nicht. <<< Wie ist der Boden gedämmt? Ist er womöglich unterlüftet? <<<<<<<

  14. Hallo Bubamara,

    der dort erwähnte „Energiesparclub“, genauer „Kofler Energies Club“, hat inzwischen sein (Privatkunden-)Geschäft eingestellt. Die von Dir genutzten Tipps stammen vom Energiesparclub der gemeinnützigen co2online GmbH – und der ist im Gegensatz zu den Mitbewerbern kostenlos und wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Welche Unterschiede sonst noch bestehen, wurde gerade beschrieben auf…

    http://www.energie-und-technik.de/erneuerbare-energien/news/article/75821/0/Sind_Energiesparclubs_out/

    Grüße vom einzig wahren Energiesparclub 😉

  15. Die Tips sind kritisch zu betrachten. Sicherlich senkt jedes Grad weniger Temperatur im Raum den Energieverbrauch um 6%. Wer das aber übertreibt bzw. nicht aufpasst, hat den Schimmel im Haus. Viele ältere Gebäude sind bisher schimmelfrei geblieben weil Sie undicht und gut geheizt waren. Ändert man dies so lässt der Schimmel nicht sehr lange auf sich warten.
    Was ich als Utopist von Styropor und Aluminium halten soll, steht auf einem anderebn Blatt. Wäre doch mal interessant dagegen zu rechnen wieviel Energie bei der Produktion dieser bei der Herstellung energieintensiven Produkte verbraucht werden, im Gegensatz zu der persönlichen Einsparung. Alternative Dämmstoffe wären da wohl angebrachter…

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