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Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

Fotos: Ivan Kruk / stock.adobe.com; CC0 Public Domain / Pixabay - ri

Im Haushalt entfallen 70 Prozent des Energieverbrauchs auf die Heizung – richtig heizen ist der beste Weg, Heizkosten zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Utopia zeigt, wie du im Winter richtig heizen – und dabei Energie und Geld sparen kannst.

60 Prozent unseres CO2-Ausstosses entfallen aufs Heizen und Raumwärme macht rund drei Viertel des gesamten Energieverbrauchs in Haushalten aus. Richtig Heizen kann also viel klimafreundlicher sein als Stromsparen.

Dabei helfen schon einfache Mittel: Fenster abdichten, Heizkörper isolieren, Stoßlüften, Heizung richtig einstellen. Damit kann man beim Heizen richtig viel Energie sparen – und gleichzeitig ein gesundes Raumklima erhalten.

1. Richtig heizen heißt: Bewusster heizen

Richtig heizen heißt oft: weniger heizen, oder zumindest bewusster. In deiner Wohnung im Winter muss es nicht 25 Grad warm sein – jedes Grad weniger spart Heizenergie. Nach Schätzungen spart man pro Grad bis zu sechs Prozent Energie. (Ob diese Zahl so wirklich ganz genau stimmt ist umstritten – gewiß ist: man spart damit Geld.)

Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad. Im Bad dürfen es schon 22 Grad sein, doch in anderen Räumen genügen oft weniger: In der Küche geben Backofen und Kühlschrank Wärme ab, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, einige bevorzugen sogar noch weniger.

Übrigens: Wer in der Nacht friert, ist mit einer Wärmflasche klüger beraten als mit einem beheizten Schlafzimmer.

Wichtig: Es geht nicht darum, in den eigenen vier Wänden zu frieren! Aber oft friert man nicht trotz, sondern wegen der Heizung. Der Körper passt sich der höheren Temperatur im Raum an und bemerkt dann eigentlich gar nicht mehr, dass der Raum überheizt ist.

Unbenutzte Räume brauchen übrigens wenig bis keine Heizung. Aber: Viel kälter als 15 Grad sollte es im Winter bei Außentemperaturen unter Null nicht werden. Sonst droht Schimmel. Das gilt vor allem bei Feuchtigkeitsquellen im Haus oder in den kühlen Zimmern.

2. Ab wann heizen? Nur im tiefen Winter?

Viele stellen sich die Frage, ab wann richtiges Heizen überhaupt sinnvoll ist bzw. ab wann das Heizen durch Vermieter prinzipiell ermöglicht werden muss.

  • Typischerweise beginnt man frühestens ab Oktober mit dem Heizen. 2019 war der Oktober häufig über 20 Grad warm – Heizen daher lange nicht nötig. Wegen des Kälteeinbruchs Ende Oktober 2019 fing dann aber doch mancher das Heizen an.
  • Und ab Ende April ist Heizen meist nicht mehr notwendig. Abhängig ist dies natürlich auch von deiner Region und dem lokalen Wetter im Winter.

Umgekehrt bedeutet das, dass der größte Teil unseres Heizenergieverbrauchs auf diese Monate, vor allem Dezember bis März entfällt: Richtig heizen heißt also auch: später damit zu beginnen und früher aufhören.

Übrigens: Heizen gehört zu den Dingen mit dem größten Einfluss auf das Klima. Die Grundfläche der eigenen Wohnung zu verkleinern gehört daher zum Wirksamsten, was du für den Klimaschutz tun kannst. Leider auch zum Schwierigsten – mehr dazu im Beitrag CO2-Ausstoß bei Wohnung, Ernährung & Verkehr.

3. Nachts die Heizenergie bewahren

Fenster haben nicht die gleiche Isolationswirkung wie Wände. Richtig heizen bedeutet hier, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen, gerade im Winter. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen – so lässt sich der Wärmeverlust an den Fenstern um bis zu 20% stark reduzieren und du kannst Heizkosten sparen.

Übrigens: Die Vorhänge zuzuziehen bringt tatsächlich auch noch ein paar Prozent!

4. Stoßlüften statt Dauerkippen

Richtig Heizen geht nur mit richtigem Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit. Details im Beitrag Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung.

Richtig lüften: Tipps gegen Schimmel
Richtig lüften: Besser kurz Stoßlüften als Fenster kippen. (Foto: © Marquis de Valmont / photocase.de)

Zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. Die Fenster also mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz öffnen, damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet – zuvor aber das Thermostatventil herunterdrehen.

Details im Ratgeber Schimmel entfernen, aber richtig.

5. Wand hinter der Heizung dämmen

Richtig heizen heißt, die Wärme möglichst in der Wohnung zu halten. Eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper senkt den direkten Wärmeverlust über die Außenwand. Im Baumarkt findest du Dämmmatten in verschiedenen Stärken und mit oder ohne Aluminiumbeschichtung. (Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung.)

Lass dich hier am besten beraten, denn Dämmen ist eine Wissenschaft für sich. Doch mit richtigem Dämmen lässt sich der Wärmebedarf deutlich reduzieren und du kannst Energie sparen.

6. Fenster und Türen dicht halten

Richtig heizen hilft wenig, wenn ein Teil der Wärme durch undichte Fenster und Türen entweicht. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Lauf der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden.

Du kannst die Spalten ganz einfach mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (auch Profildichtungsband genannt) auffüllen. Die bekommst du in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen. Wichtig: Richtig lüften!

7. Heizkörper nicht verdecken

Achte darauf, dass deine Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa von Möbeln oder Gardinen. Auch Thermostate sollten nicht verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und deine Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – das verschwendet nur Energie.

8. Heizung richtig einstellen

Die Zahlen auf vielen Heizungs-Thermostaten sind keineswegs willkürlich angeordnet. Sie zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – aber eben nicht die Temperatur selbst. Gleichzeitig informieren sie auch, wie viel Energie du sparen kannst. Mehr zum Thema Heizung einstellen im Beitrag Heizkörper-Thermostat: was die Zahlen bedeuten.

Richtig heizen: Heizung richtig einstellen
Richtig heizen: Heizung richtig einstellen (Foto: CC0 / Pixabay / ri)

9. Nachtabsenkung: Heizung einstellen bei Tag und Nacht

Wie sollte man die Heizung bei Nacht und am Tage einstellen?

  • Am Tag typischerweise die Einstellung 2-3 bis 3 für ca. 18 bis 20 Grad.
  • In der Nacht im Schlafzimmer die Einstellung 1 bis 2 für 14 Grad (oft markiert).
  • In meist ungenutzten Räumen 1 für 12 Grad.

Umstritten ist die Nachtabsenkung der Temperatur. Am Tage will man es ja warm haben, in der Nacht könnte man die Heizung theoretisch ganz abschalten. Doch am Morgen muss man dann wieder richtig Einheizen, um eine warme Wohnung zu haben – auch das verschlingt Heizenergie.

Umstritten ist, ob das erneute Aufheizen der erkalteten Wohnung nun sinnvoller ist als das Durchheizen mit „Nachtabsenkung“, also einer zwar niedrigeren, aber nicht niedrigen Temperatur. Die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem von der Gebäudemasse und der Gebäudedämmung, und die kann für den konkreten Anwendungsfall nur ein Experte ermitteln.

Um aber selbst eine Faustregel zu haben, gehe wie folgt vor: Schalte in einer Nacht mit Null Grad Außentemperatur die Heizung einmal komplett ab. Prüfe am nächsten Morgen die Temperatur: Je tiefer die Temperatur über Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte das Gebäude oder die Wohnung speichern, desto sinnvoller wäre eine Nachabsenkung, also das Heizen in der Nacht mit niedriger Temperatur.

Übrigens: Nicht nur in der Nacht, auch am Tag kann man die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen.

10. Möglichst keinen Nichtöko-Strom verheizen

Mit Strom zu heizen ist oft wenig effektiv und auch ziemlich teuer. Verwende also Heizlüfter, wenn überhaupt, dann nur sehr sparsam. Auch Infrarotheizungen heizen mit Strom. Aus dem selben Grund haben auch die verschwenderischen Nachtstromspeicherheizungen eigentlich nichts mehr in modernen Wohnungen verloren, jedenfalls solange man keinen Ökostrom hat.

Mach hier für deine PLZ den Stromvergleich von Utopia, bereits vorgefiltert mit namhaften Siegeln:

Ökostromtarife finden

Im Zuge der Energiewende werden wir wahrscheinlich mehr und besser mit (Öko-) Strom heizen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn dieser tatsächlich aus regenerativen Quellen kommt, also Ökostrom ist, und die gewählte Heizmethode hinreichend effizient ist, also einen hohen Wirkungsgrad hat.

Nachtspeicherheizung: Kosten sparen, Energie sparen
Richtig heizen: Auch bei ineffizienten Nachtspeicherheizungen kann man Energie sparen. (Foto: Utopia.de)

Natürlich haben in Mietwohnungen nur wenige die Möglichkeit, etwas an der Heizungsart zu ändern. Wenn du noch eine Nachtspeicherheizung hast und damit richtig heizen willst, findest du hier Tipps zum Energiesparen: Nachtspeicherheizung: so sparst du Heizkosten.

11. Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden monatlich direkt vom Konto abgebucht – Mieter zahlen in der Regel eine mit dem Vermieter bzw. dem Stromversorger vereinbarte Abschlagszahlung, die Jahresabrechnung folgt oft erst irgendwann im nächsten Jahr. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert.

Deshalb solltest du genau auf deinen Verbrauch achten. Für die Heizkosten findest du ungefähre Vergleichswerte im Heizspiegel. Für den Stromverbrauch bieten einige Stadtwerke Apps an, mit denen sich der eigene Verbrauch im Blick behalten lässt. Stromverbrauchsmesser gibt es schon ab 20 Euro, Verbraucherzentralen leihen sie teils auch kostenlos aus – sie zeigen den Strom an, den ein Gerät verbraucht.

12. Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung

Mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern kannst du den Heizzyklus in jedem Raum optimal einstellen und so viel Energie sparen. Komfortabel geht es auch per Funk von einem Raumregler gesteuert. So werden die Räume nur zu den Zeiten beheizt, zu denen sie auch tatsächlich genutzt werden. Du hast jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und sparst gleichzeitig Energiekosten.

Der Einbau programmierbarer Thermostate ist einfach: Lediglich der Thermostatkopf wird ausgetauscht. Die Thermostate gibt** es u.a. bei Amazon. Viele weitere Informationen dazu bei co2online.de oder der Verbraucherzentrale.

13. Heizung früher abdrehen

Wer ins Bett geht, schaltet natürlich vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch eine Zeitlang nach, und diese Wärme nutzt dem Bewohner eigentlich gar nicht mehr.

Schlauer also: Eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung herunter drehen. Auch das spart wieder etwas Energie.

14. Heizung prüfen

Befindet sich Luft im Heizkörper, musst du die Heizung entlüften. Denn sonst kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung bleibt kalt. Unsere Anleitung hilft dir beim Heizung entlüften:

15. Besser wärmer kleiden als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Vor allem die Füße warmhalten – dann friert man weniger leicht! 

Wollsocken und warme Pullis helfen. Auch ein einfaches Halstuch sorgt dafür, dass man subjektiv weniger friert, ein Schal natürlich mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält

Hier Tipps für warme Kleidung:

Diese Tipps können zwangsläufig nur allgemeiner Natur sein! Auch ist Heizen und Dämmen ein komplexes Thema, bei dem sich auch Experten gerne streiten. Wenn du Tipps für spezielle Heizungen und Heizsituationen hast, dann schreib uns in den Kommentaren!  

Weiterlesen auf Utopia.de: Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

Gute Infos im Web:

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(134) Kommentare

  1. Super Hinweis, darüber bin ich ja gar nicht gestolpert. Wusste im ersten Moment auch nicht, warum mich der Artikel noch weiter stutzig gemnacht hat. Meines Wissens existiert der Energiesparclub gar nicht mehr. Richtig!!!

  2. Es tut mir leid, aber ich ersticke, wenn mehrmals am Tag meine Fenster nicht auf Kipp stehen, ich weiß keine Lösung dazu. SZ ist bei mir nie beheizt, außer wenn der Winter sehr kalt ist. Ansonsten Pullis, dicke Socken und Wärmflasche beim Arbeiten vorm Computer und Heizung wird erst aufgedreht, wenn ich mich irgendwo aufhalte, mögen meine Besucher nicht unbedingt, weil sie das ungemütlich finden, unter 23° hat’s keiner bei sich… aber im T-Shirt im Winter rumzulaufen gibt es bei mir nicht, schon seit der ersten Energiekrise in den 70er Jahren, da war meine Mutter ganz schön streng, Licht überall ausmachen, Heizung runterdrehen, Punkt.

  3. Hallo Laurence,
    es steht ja nicht im Artikel, dass man nicht lüften soll, sondern dass man richtig lüften soll. Also lieber die Fenster für wenige Minuten richtig auf, als auf Kipp. Je mehr Durchzug, desto mehr Luftaustausch, desto weniger Erstickungsgefahr 😉 (Heizung aus gilt natürlich bei beiden)

  4. Danke Mela, ich habe’s verstanden, aber eben, das reicht mir nicht! Deshalb muss ich immer wieder die Fenster auf Kipp haben.
    Vielleicht mag ich einfach nicht das Gefühl, eingesperrt zu sein? Auf jeden Fall kommt mir die Luft abgestanden wenn ich nicht die Fenster (fast) ständig auf habe…

  5. Hey Laurence. Solche Beklemmungsgefühle sind natürlich schwer zu ignorieren. Sie haben ganz sicher etwas damit zu tun, dass deine Raumluft zu trocken und/ oder zu wenig Sauerstoff enthält. Das wäre charakteristisch für abgestandene Luft. Vielleicht auch bedingt durch die relative hohe Raumtemperatur (2-3 Grad niedriger könnten da durchaus etwas ausmachen). Desswegen greifst du ja auch zum Fenster. Gegen schlechte Raumluft kannt du aber auch noch folgendes tun:

    Die einfache Lösung sind größere Zimmerpflanzen. Sie helfen die Luft ständig auszutauschen (brauchen aber zgegeben etwas Pflege). Wenn das nicht reicht, kannst du dir einen Luftbefeuchter anschaffen, der Wasserdampf in die Luft entlässt (Ist eigentlich eher was für Asthmatiker). Damit verbrauchst du zwar auch Strom, aber das ist womöglich sparsamer, als deine ganze Straße mitzuheizen (geht ja auch ziemlich ins Geld) ;-P Mehr oder weinger sparsame Modelle sind hier vorgestellt: http://de.wikipedia.org/wiki/Luftbefeuchter

    Eine Alternative zu den Raumbefeuchtern, die die ökologischere und preiswertere ist, sind Keramikschalen, die du an die Heizung hängen oder stellen kannst. Die werden mit Wasser gefüllt und Verdunsten in den Raum. Haben einen ähnlichen Effekt wie die Luftbefeuchter.

    Viele Grüße Emma

  6. emmeradio, danke! Ich habe doch geschrieben, das es bei mir kühl ist! Und auf die Idee, die Straße zu heizen, wäre ich nicht gekommen! Ich habe kaum Heizung an! und wenn, dann sind die Fenster zu, klaro! Pflanzen habe ich auch.

  7. Ein äußerst gefährlicher (und leider auch dummer) Rat:

    >Desswegen greifst du ja auch zum Fenster. Gegen schlechte Raumluft kannt du aber auch noch folgendes tun:
    Die einfache Lösung sind größere Zimmerpflanzen. Sie helfen die Luft ständig auszutauschen (brauchen aber zgegeben etwas Pflege).< Wieso tauschen große Zimmerpflanzen denn Luft aus? Ok, sie verbrauchen etwas CO2 und produzieren Sauerstoff - aber auch nur tagsüber (mittels der Photosynthese). Nachts geht's genau andersrum: auch Pflanzen haben einen Sauerstoff-Stoffwechsel, verbrauchen Sauerstoff und produzieren CO2. Und andere Luftschadstoffe - aus Spanplatten, Farben usw. usw. - beseitigen sie schon gar nicht. Und: sie verdunsten Wasser und verbrauchen dabei viel Energie. Siehe unten ... Aber jetzt wird's wirklich abenteurlich, gefährlich und unökologisch: Damit verbrauchst du zwar auch Strom,< und zwar jede Menge!!! < aber das ist womöglich sparsamer, als deine ganze Straße mitzuheizen (geht ja auch ziemlich ins Geld)< ????????? Sorry, aber das ist wirklich Quatsch! http://de.wikipedia.org/wiki/Enthalpie
    Habe mal überschlagen:
    Um 1 l Wasser zu verdampfen (egal wie, ob per „Luftbefeuchter“, Wasserschale mit Wasser, oder auch per Wäscheständer mit feuchter Wäsche: egal), werden ca. 0,8 kWh Energie verbraucht. Das ist zunächst nicht viel, summiert sich aber.
    Dazu kommt (und deshalb finde ich den oben genannten Rat geradezu gefährlich), dass der Feuchtigkeitsgehalt der Luft steigt. Und bei schlecht gedämmten Häusern mit Wärmebrücken (von denen man in Deutschland fast immer ausgehen muss – Passivhäuser und Niedrigenergiehäuser mal ausgenommen) führt das dann unweigerlich zu Feuchtigkeitsausfall an Außenwänden. Und das dann wiederum zu Schimmel. Welcher asthmaerregend sein kann. Vor allem in Schlafzimmern hinter den beliebten Schrankwänden!

    Daher ein wirklicher Energiespartipp:
    So wenig wie möglich Wasser verdunsten lassen! Wäsche im Keller oder auf dem (unbeheizten) Dachboden trocknen lassen (natürlich nicht im Trockner).

    Und noch ein Energiespartipp:
    derselbe Effekt (Phasenwechselenergie!): Gefriergut (aus dem Tiefkühlschrank bzw. Tiefkühlfach) im Kühlschrank auftauen lassen. Das spart jede Menge elektrische Energie, ist ökologisch und ökologisch. Die einzige Einschränkung: Ich muss heute schon wissen, was ich morgen koche. Aber das wäre umzusetzen, nicht wahr?

    Viele Grüße,
    Arnold

  8. Hallo Arnold,
    rege dich doch bitte nicht so auf, ein Fragezeichen reicht völlig aus, um eine Frage zu kennzeichnen.
    emmaradio hat doch lediglich eine Alternative zur Dauerkippstellung der Fenster nennen wollen. Wenn die Fenster immer auf Kipp stehen, und die Heizung angeschaltet wäre, würde das bedeuten, die Straße mitzuheizen.
    Da finde ich ihre Ratschläge nicht so abwegig, zu versuchen, die Raumluft durch mehr Feuchtigkeit angenehmer zu machen. Von elektrischen Raumluftbefeuchtern halte ich aber auch nichts.
    Aber Laurence hat ja die Heizung offensichtlich nicht an, wenn die Fenster auf Kipp stehen, insofern hat sich das ja erledigt.

  9. Hallo Arnold,

    Ok, einverstanden. Naja das mit den elektrischen Luftbefeuchter war eher so ein Vorschlag für Menschen die besondes auf trockene Luft reagieren. Aber ich sehe ein, dass es da bessere Möglichkeiten gibt. Den drohenden Schimmelbefall in diesem Zusammenhang halte ich allerdings für leicht übertrieben. Die richtige Balance zwischen Heizen und Lüften ist wohl das Entscheidende. Aber davon bin ich ausgegangen. In diesem Sinne, Emma

  10. Ärgerlich, dass jetzt auch Utopia den Mythos verbreitet: „Die verringerten Zimmertemperaturen sollten aber 15 Grad nicht unterschreiten, da sonst zu viel Energie für das Wiederaufheizen nötig ist“.

    Das ist so wie: „Ihr Auto sollte eine Geschwindigkeit von 15 km/h niemals unterschreiten, da sonst zu viel Energie für das Wiederbeschleunigen nötig ist. Fahren Sie also im Kreis anstatt zu parken!“

    Oder: „Schalten Sie Ihren Kühlschrank niemals ab, weil sonst zu viel Energie für das Wiederherunterkühlen nötig ist.“

    Ist Physik wirklich so schwer zu verstehen? 🙁

  11. Hallo Mario, manchmal schon ;-( Aber deine Nachhilfe nehme ich gerne an;-)

    Also ich habe mir die obigen Erläuterungen zum Thema 15°C-Untergrenze durchgelesen, was aber wäre denn jetzt eine geeignete Untergrenze, wenn es eine gibt? (Vielleicht hab ichs auch einfach nur überlesen oder habs immer noch nicht ganz verstanden). Wenn ich das hier alles so lese, dann habe ich den Eindruck ich kann das ohne adäquate Messgerätschaften oder professionellen Energieberater überhaupt nicht einschätzen.

    Wir regeln die Heiztemperaturen bei uns mit einer Zeitschaltuhr (4-Zimmer-Altbauwohnung, 104qm/ 3 Pers., Isofenster, Gasetagenheizung). Nachts und tagsüber, wenn keiner da ist oder alle schlafen, steht der Regler auf 15°C, ab nachmittags bis 23 Uhr auf 19°C (ca. Ende Oktober – Mitte/Ende März, Außentemperaturen +5 bis -15°C) . Unser Gasverbrauch lag damit zuletzt bei +- 1.100 m3 bzw. 11.500 kwh/ Jahr plus etwas Strom.

    Das sah auch schonmal anders aus als wir noch alte Holz-Doppelfenster hatten und eine weniger effiziente Therme. In den letzten 5 Jahren konnten wir unseren Verbrauch stetig senken. Schimmel haben wir einmal gehabt im Bad im Winter, aber da konnten wir durch gezielteres Lüften nach dem Duschen und Wäscheaufhängen abhelfen.

    Im Grunde hat da eine Mischung aus langfristiger Beobachtung und Gefühl (guteLuft/ schlechte Luft) unser Heiz- bzw. Lüftungsverhalten weitesgehend bestimmt. Nicht so sehr irgendwelche physikalischen Kennzahlen. Wenn ich unseren Energieverbrauch und Wohlbefinden als Maßstab nehme, passt die 15°C – Untergrenze aber bei uns eigentlich ganz gut. Dadrunter kühlt unsere Wohnung schon ziemlich schnell stark aus. Ich finde, wir sind was die Heizsparsamkeit angeht jedenfalls auf einem ganz guten Weg, obwohl da sicher noch etwas mehr (bzw. weniger) geht.

  12. Hallo Emma,

    physikalisch gibt es keine Untergrenze: Je kleiner die Differenz zur Außentemperatur ist, desto weniger Energie wird gebraucht.

    Praktisch kann aus Gründen des Komforts oder Schimmelgefahr natürlich ein Kompromiss nötig sein.

    Ich kenne eine Frau, die fährt jeden Winter für 3 Monate nach Indien. In der Zeit heizt sie ihr Haus überhaupt nicht. Wäre der Utopia-Tipp zutreffend, würde sie dadurch Energie verschwenden und sollte besser 3 Monate das unbewohnte Haus auf 15°C heizen, um Energie zu sparen! Das ist wahrlich utopische Physik!

  13. Zu dem Thema gab es schon mindestens eine Diskussion. Und ich gebe Mario schon mal recht.

    Das Problem mit Kondesation und Schimmel in der Folge, gibt es nur, wenn die Luftfeuchtigkeit „zu“ hoch ist. Da kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, muss das Wasser irgendwo hin und kondensiert an den kältesten Stellen. Das sind normalerweise die Fenster. Deshalb sollte man auch die Wanddämmung berücksichtigen falls man vorhat neue Fenster einzubauen. Sonst könnte es an ungünstigen Stellen zu Kondensationsfeuchtigkeit kommen.

    @Mario: Die Frau, die du kennst, hat ihre Heizung aber schon auf Frostschutz eingestellt oder hat sie keine Angst dass ihr die Leitungen gefrieren bei 3 Monaten Abwesenheit?

  14. Hi Mario, also im Grunde genommen kann ich das Thermostat, wenn tagsüber keiner da ist auch einfach auf Null stellen? Dann mache ich das glatt mal und vergleiche dazu unseren Verbrauch und die Feuchtigkeitsentwicklung an den Fenstern/ Wänden. Mal sehen ob sich das auch mit meinen Mitbewohnern gut koordinieren lässt 😉

    Unter Tipp Nr.6 ist allerdings eindeutig von der Temperaturabsenkung am Tage bzw. in der Nacht die Rede („Nachtabsenkung“). Da steht nirgends ein unbewohntes Haus sollte eine Mindesttemperatur von 15°C haben. Insofern geht es hier ja nun lediglich um die Frage der maximalen Absenkung, wenn das Haus/ die Wohnung bewohnt ist.

    In der Diskussion ginge es dann auch nicht mehr nur um Energiesparsamkeit sondern auch um Schimmelvermeidung. Insofern gibt wohl schon eine Untergrenze. Nur die hängt offenbar von meheren Faktoren ab, wie Dämmung/ Isolierung, Gebäudeeigenschaften, etc. Jedenfalls unser Hauseigentümer und Installateurmeister ermahnt mich jedes Jahr aufs Neue nicht zu sehr auskühlen zu lassen (wegen der Schimmelgefahr). Ich meine er sprach mal von einer Nachtabsenkung auf max 10-15°C. Es leuchtet mir ein, dass das aber letztlich nicht als Faustregel für alle gelten kann.

    Ergo, die Kritik bezieht sich im Wesentlichen eigentlich nur auf die Argumentation im Artikel, eine Nachtabsenkung unter 15°C sei grundätzlich nicht mehr energieeffizient (was physikalisch offenbar keinen Sinn macht). Wie Dude schon sagte, ähnliches wurde bereits auch an anderer Stelle diskutiert, z.B.hier: https://utopia.de/0/gruppen/wohnen-haushalt-112/diskussion/was-taugen-energiesparthermostate-318

    @Utopia-Redaktion: In Anbetracht der zahlreichen Kommentare zu diesem Punkt, wäre dann wohl eine Überarbeitung dieses Ratgebers angebracht.