Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

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Im Haushalt entfallen 70 Prozent des Energieverbrauchs auf die Heizung – richtig heizen ist der beste Weg, Heizkosten zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Utopia zeigt, wie du im Winter richtig heizen kannst und dabei nicht nur Energie, sondern auch Geld sparst.

Laut Umweltbundesamt entfallen 60 Prozent unseres CO2-Ausstosses auf unsere Heizung. Dabei helfen schon einfache Mittel – etwa: Fenster abdichten, Heizkörper isolieren, Stoßlüften, Heizung richtig einstellen – um beim Heizen richtig viel Energie zu sparen und gleichzeitig ein gesundes Raumklima zu erhalten.

1. Richtig heizen heißt: Bewusster heizen

Richtig heizen heißt oft: weniger heizen, oder zumindest bewusster. In deiner Wohnung im Winter muss es nicht 25 Grad warm sein – jedes Grad weniger spart Heizenergie. Nach Schätzungen spart man pro Grad bis zu sechs Prozent Energie. Ob dieser Wert so wirklich genau stimmt ist umstritten – aber man spart gewiss Geld damit.

Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad. Im Bad dürfen es schon 22 Grad sein, doch in anderen Räumen genügen oft weniger: In der Küche heizen Backofen und Kühlschrank mit, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, einige bevorzugen sogar noch weniger. Übrigens: Wer in der Nacht friert, ist mit einer Wärmflasche klüger beraten als mit einem beheizten Schlafzimmer.

Wichtig: Es geht nicht darum, in den eigenen vier Wänden zu frieren! Aber oft friert man nicht trotz Heizung, sondern wegen der Heizung.

Unbenutzte Räume brauchen übrigens wenig bis keine Heizung. Aber: Viel kälter als 15 Grad sollte es im Winter bei Außentemperaturen unter Null nicht werden, sonst droht Schimmel, vor allem bei Feuchtigkeitsquellen im Haus oder in den kühlen Zimmern.

2. Ab wann heizen? Nur im tiefen Winter?

Viele stellen sich die Frage, ab wann Heizen überhaupt sinnvoll ist bzw. ab wann das Heizen durch Vermieter prinzipiell ermöglicht werden muss.

Typischerweise beginnt man frühestens ab Oktober mit dem Heizen und ab Ende April ist Heizen nicht mehr notwendig. Abhängig ist dies natürlich auch von der Region und dem Wetter im Winter.

Umgekehrt bedeutet das, dass der größte Teil unseres Heizenergieverbrauchs auf diese Monate, vor allem Dezember bis März entfällt: Richtig heizen heißt also auch: später damit zu beginnen und früher aufhören.

3. Nachts die Heizenergie bewahren

Fenster haben nicht die gleiche Isolationswirkung wie Wände. Richtig heizen bedeutet hier, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen, gerade im Winter. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen – so lässt sich der Wärmeverlust an den Fenstern um bis zu 20% stark reduzieren und du kannst Heizkosten sparen. Übrigens: Selbst die Vorhänge zuzuziehen bringt tatsächlich noch ein paar Prozent!

4. Stoßlüften statt Dauerkippen

Richtig Heizen geht nur mit richtigem Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit. Details im Beitrag Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung.

Richtig lüften: Tipps gegen Schimmel
Richtig lüften: Besser kurz Stoßlüften als Fenster kippen. (Foto: © Marquis de Valmont / photocase.de)

Zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. Die Fenster also mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz öffnen, damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet – zuvor aber das Thermostatventil herunterdrehen.

Details im Ratgeber Schimmel entfernen, aber richtig.

5. Wand hinter der Heizung dämmen

Richtig heizen heißt, die Wärme möglichst in der Wohnung zu halten. Eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper senkt den direkten Wärmeverlust über die Außenwand. Im Baumarkt findest du Dämmmatten in verschiedenen Stärken und mit oder ohne Aluminiumbeschichtung. (Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung.)

Lass dich hier am besten beraten, denn Dämmen ist eine Wissenschaft für sich. Mit richtigem Dämmen lässt sich der Wärmebedarf deutlich reduzieren und du kannst Energie sparen.

6. Fenster und Türen dicht halten

Richtig heizen hilft wenig, wenn ein Teil der Wärme durch undichte Fenster und Türen entweicht. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Lauf der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden.

Du kannst die Spalten ganz einfach mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (auch Profildichtungsband genannt) auffüllen. Die bekommst du in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen. Wichtig: Richtig lüften!

7. Heizkörper nicht verdecken

Achte darauf, dass deine Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa von Möbeln oder Gardinen. Auch Thermostate sollten nicht verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und deine Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – das verschwendet nur Energie.

8. Heizung richtig einstellen

Die Zahlen auf vielen Heizungs-Thermostaten sind keineswegs willkürlich angeordnet. Sie zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – aber eben nicht die Temperatur selbst. Gleichzeitig informieren sie auch, wie viel Energie du sparen kannst. Mehr zum Thema Heizung einstellen im Beitrag Heizkörper-Thermostat: was die Zahlen bedeuten.

Richtig heizen: Heizung richtig einstellen
Richtig heizen: Heizung richtig einstellen (Foto: CC0 / Pixabay / ri)

9. Nachtabsenkung: Heizung einstellen bei Tag und Nacht

Wie sollte man die Heizung bei Nacht und am Tage einstellen?

  • Am Tag typischerweise die Einstellung 2-3 bis 3 für ca. 18 bis 20 Grad.
  • In der Nacht im Schlafzimmer die Einstellung 1 bis 2 für 14 Grad (oft markiert).
  • In meist ungenutzten Räumen 1 für 12 Grad.

Umstritten ist die Nachtabsenkung der Temperatur. Am Tage will man es ja warm haben, in der Nacht könnte man die Heizung theoretisch ganz abschalten. Doch am Morgen muss man dann wieder richtig Einheizen, um eine warme Wohnung zu haben – auch das verschlingt Heizenergie. Umstritten ist, ob das erneute Aufheizen der erkalteten Wohnung nun sinnvoller ist als das Durchheizen mit „Nachtabsenkung“, also einer zwar niedrigeren, aber nicht niedrigen Temperatur.

Die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem von der Gebäudemasse und der Gebäudedämmung, und die kann für den konkreten Anwendungsfall nur ein Experte ermitteln.

Um aber selbst eine Faustregel zu haben, gehe wie folgt vor: Schalte in einer Nacht mit Null Grad Außentemperatur die Heizung einmal komplett ab. Prüfe am nächsten Morgen die Temperatur: Je tiefer die Temperatur über Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte das Gebäude oder die Wohnung speichern, desto sinnvoller wäre eine Nachabsenkung, also das Heizen in der Nacht mit niedriger Temperatur.

Übrigens: Nicht nur in der Nacht, auch am Tag kann man die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen.

10. Möglichst keinen Strom verheizen

Mit Strom zu heizen ist meist sehr ineffektiv und richtig teuer. Heizlüfter also, wenn überhaupt, nur sehr sparsam verwenden. Auch Infrarotheizungen heizen mit Strom. Aus dem selben Grund haben auch die verschwenderischen Nachtstromspeicherheizungen eigentlich nichts mehr in modernen Wohnungen verloren. Im Idealfall sollten sie von den Hauseigentümern ausgetauscht werden.

Im Zuge der Energiewende mag sich das im Einzelfall ändern und wir werden besser mit Strom heizen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn dieser aus regenerativen Quellen kommt, also Ökostrom ist, und die gewählte Heizmethode hinreichend effizient ist, also einen hohen Wirkungsgrad hat. Derzeit ist das aber eher de Ausnahme.

Nachtspeicherheizung: Kosten sparen, Energie sparen
Richtig heizen: Auch bei ineffizienten Nachtspeicherheizungen kann man Energie sparen. (Foto: Utopia.de)

In Mietwohnungen hat man aber natürlich oft wenig Möglichkeiten, etwas an der Heizungsart zu ändern. Wenn du noch eine Nachtspeicherheizung hast und damit richtig heizen willst, findest du hier Tipps zum Energiesparen: Nachtspeicherheizung: so sparst du Heizkosten.

11. Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden monatlich direkt vom Konto abgebucht – Mieter zahlen in der Regel eine mit dem Vermieter bzw. dem Stromversorger vereinbarte Abschlagszahlung, die Jahresabrechnung folgt oft erst irgendwann im nächsten Jahr. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert.

Deshalb solltest du genau auf deinen Verbrauch achten. Für die Heizkosten findest du ungefähre Vergleichswerte im Heizspiegel. Für den Stromverbrauch bieten einige Stadtwerke Apps an, mit denen sich der eigene Verbrauch im Blick behalten lässt. Stromverbrauchsmesser gibt es schon ab 20 Euro, Verbraucherzentralen leihen sie teils auch kostenlos aus – sie zeigen den Strom an, den ein Gerät verbraucht.

12. Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung

Mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern kannst du den Heizzyklus in jedem Raum optimal einstellen und so viel Energie sparen. Komfortabel geht es auch per Funk von einem Raumregler gesteuert. So werden die Räume nur zu den Zeiten beheizt, zu denen sie auch tatsächlich genutzt werden. Du hast jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und sparst gleichzeitig Energiekosten.

Der Einbau programmierbarer Thermostaten ist einfach: Lediglich der Thermostatkopf wird ausgetauscht. Beispiele bei** tink oder Grünspar, viele Informationen bei co2online.de.

13. Heizung früher abdrehen

Wer ins Bett geht, schaltet natürlich vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch eine Zeitlang nach, und diese Wärme nutzt dem Bewohner eigentlich gar nicht mehr.

Schlauer also: Eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung herunter drehen. Auch das spart wieder etwas Energie.

14. Heizung prüfen

Befindet sich Luft im Heizkörper, musst du die Heizung entlüften. Denn sonst kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung bleibt kalt. Unsere Anleitung hilft dir beim Heizung entlüften:

15. Besser wärmer kleiden als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Vor allem die Füße warm zu halten bringt viel: Wollsocken und warme Pullis helfen. Auch ein einfaches Halstuch sorgt dafür, dass man subjektiv weniger friert, ein Schal natürlich mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält.

Vor allem die Füße warmhalten – dann friert man weniger leicht! 

Hier Tipps für warme Kleidung:

Diese Tipps können zwangsläufig nur allgemeiner Natur sein! Auch ist Heizen und Dämmen ein komplexes Thema, bei dem sich auch Experten gerne streiten. Wenn du Tipps für spezielle Heizungen und Heizsituationen hast, dann schreib uns in den Kommentaren!  

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(135) Kommentare

  1. Hallo Mela,
    doch. Ich rege mich auf!
    In jeder 7. deutschen Wohnung gibt es größere Schimmelprobleme. Die durchaus auch zu gesundheitlichen Gefahren führen können.
    Es scheint ein elementares Unwissen über die physikalischen Zusammenhänge zu geben:
    1. im Winter – vor allem, wenn es draußen sehr kalt ist – hält die Außenluft ziemlich wenig Feuchtigkeit. Wenn diese Luft dann (durch Lüften) ins Rauminnere gelangt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit weiter ab. Daher ist im Winter jegliche Raumluft – auch in meinem Niedrigenergiehaus – ziemlich „trocken“
    2. das ist unangenehm, ohne Zweifel. Trocknet die Schleimhäute aus (daher übrigens auch die höhere Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten)
    3. die relative (und absolute) Feuchtigkeit kann man erhöhen. Durch Luftbefeuchter (elektrischer und ökologischer Unsinn), durch feuchte Tücher auf der Heizung (Energieverschwendung – siehe oben)
    4. das Problem ist: bei schlecht gedämmten Häusern (in Deutschland der Normalfall) ist die Wand ziemlich kalt. Je höher die relative Luftfeuchtigkeit im Raum – desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der „Taupunkt“ unterschritten wird. Die Folge: Feuchtigkeitsanfall auf der Wand/Tapete. Das führt dann unweigerlich zu Schimmelbefall.
    5. Ergo: fehlende Dämmung führt zu Schimmel. Der ist gefährlich. Und darüber rege ich mich auf! Erst recht, wenn Energie (womöglich noch elektrische) verschwendet wird.
    Wie wollen wir eigentlich das mit der Energiewende und dem Atomausstieg hinbekommen, wenn hier – in diesem Forum, wo doch „bewusste“ Leute versammelt sind, den elementarsten physikalischen Grundbegriffen und der elementarsten Energieeinsparung keine Rechnung getragen wird.

    Ab und zu überkommt mich Frust …

    übrigens:
    siehe meine Internet-Seite http://www.ipeg-institut.de

    gruss aus PB
    Arnold

  2. Deinen Frust kann ich nachvollziehen. „Bewusste Leute“ hin oder her, du erreichst mich jedoch nicht, wenn du Laien als Physikidoten hinstellst. Mein Physiklehrer hatte eine ähnlich gelagerte frustierte Grundeinstellung und hat mir damit die Lust an der Physik gründlich verdorben. Ich muss mir jedenfalls heute das meiste auf diesem Gebiet sehr müheselig selbst aneignen. Gut aber, dass es hier ein paar Experten auf diesem Gebiet gibt, die da weiterhelfen können. Wenn die das Ganze dann auch noch mit etwas mehr Geduld und Verständnis einem Laien verständlich erklären können ist wohl vielen weitergeholfen.

    Was du zur Schimmelentwicklung schreibst ist bei soweit erstmal angekommen. Es steht und fällt also mit der Dämmung, sagst du als Dämmungsexperte. ok, leuchtet ein. Alle anderen bisher genannten Tipps zur Luftverbesserung sind damit mehr oder weniger hinfällig, wenn ich dich richtig verstehe? Was mache ich nun aber als Mieter einer Altbauwohnung, abgesehen von kleineren Maßnahmen wie Fenster- und Türenabdichtung (obwohl das weiter oben ja auch schon kritisiert wurde) oder die Wände hinter dem Heizkörper zu folieren? Wie beurteile ich denn wie gut oder wie schlecht die Dämmung ist? Ist es nicht auch etwas zu pauschal zu sagen, jede Maßnahme der Luftbefeuchtung führe automatisch zu Schimmel oder wäre energetischer Unsinn? Welche sinnvollen Möglichkeiten zur Luftverbesserung bleiben denn noch übrig? Vielleicht kannst du mir, einem Laien, das noch mal genauer erklären, wie mensch da das rechte Maß finden kann.

  3. Karnevalsscherz am Rande: Ich empfehle : Immer leicht befeuchteten Mundschutz oder dergl. tragen (um zu trockenen Schleimhäuten etc vorzubeugen) und Raum-Entfeuchter in die Wohnung stellen (bitte nur mit echtem Ökostrom betreiben)
    ;`)

  4. So jetzt geb ich auch noch meinen Senf zu…

    also ich heize mein Haus 120m² (nahezu unsaniert, außer seit einem Jahr neuer Fenster), also insgesamt nicht gerade gut gedämmt Bj. 1959 nun seit 20 Jahren. Anfangs habe ich mir hierzu zwischen 1800 und 2300 Liter Heizöl gegönnt. Seit zehn Jahren habe einen Kaminofen und ich habe mich zusehends bemüht vorallem den Heizölverbrauch zu reduzieren und zwar alleine durch Anwendung meiner eindeutig begrenzten menschlichen Intelligenz. Über die letzten drei Jahre habe ich durchschnittlich 600 Liter Öl und ca 8 m³ Holz.
    Isolieren ist natürlich super aber ich finde es ist nicht die beste und einzige ultimative Lösung. Zuallererst sollte man das Hirn einschalten beim Heizen. D.h. für mich Temperaturabsenkung soweit wie möglich und zwar für jeden Raum extra. Manche Räume die praktisch garnicht benutzt werden, werden z.B garnicht beheizt. Es gilt aber dabei immer die rel. Luftfeuchtigkeit im Raum zu beachten wegen der Gefahr von Kondenswasser, wegen der Schimmelgefahr. Das ist ganz besonders am Anfang der Heizperiode zu beachten weil noch aus der warmen Jahreszeit viel Feuchtigkeit im Raum gespeichert ist und diese durchs Heizen wieder frei wird. D.h. anfangs der Heizperiode muß mehr geheizt und gelüftet werden. Im Anschluß kann die Raumtemperatur weiter gesenkt werden aber nur soweit das an keinem Punkt im Raum Kondenswasser entsteht und das entsteht immer zuerst an der kältesten Stelle im Raum, oft in den Ecken am Boden oder auch an den Fenstern. Ich kann nur empfehlen die Luftfeuchtigkeit zu messen, am besten in jedem Raum. ensprechend der Luftfeuchtigkeit die hauptsächlich von der Raumnutzung abhängig ist kann die Temperatur abgesenkt werden. D.h. um so geringer die rel. Luftfeuchtigkeit im Raum, desto weiter kann die Temperatur abgesenkt werden. Bewährt haben sich bei mir max 60% Luftfeuchtigkeit. Damit ist man auf der sicheren Seite. Davon abgesehen gilt es die Ölheizung so wenig wie möglich laufen zu lassen und das auf möglichst geringem Temperatutniveau. Bei mir bedeutet dies das ich in der Übergangszeit nur den Kaminofen heize und die Ölheizung eigentlich erst anmache wenn die Raumtemperaturen über nacht zu stark abfallen, d.h. unter etwa 15°C weil es in dem Bereich bei meinem schlecht isolierten Haus schon wieder kritisch wird was Kondenswasser angeht. Zudem reduziere ich die Vorlauftemperatur so das ich mit meinen Heizkörpern gerade noch diese 15 ° Raumtemperatur erreichen kann und das sind meist unter 45°C. Noch dazu habe ich bevor ich dieses Jahr endlich eine Solarthermieanlage installiert habe nur zweimal die Woche Warmwasser auf 60°C berreitet mit Öl um das Temperaturniveau in meinerm Boiler acuh möglichst niedrig zu halten. Diese Methode halte ich mit meiner bestehenden Anlage und Konstellation für kaum verbesserungsfähig und meine Verbrauchswerte bestätigen das. Ich hoffe ich konnte damit dem ein oder anderen Anregung oder Hilfe geben. Achja und weder meine Frau noch ich mußten die letzten Jahre frieren!

  5. Rocky, da kann ich leider nicht so einfach zustimmen. „Isolieren“ geht sowieso nicht, nur dämmen – und das macht immer Sinn, wenn richtig ausgeführt. Und spart nicht nur Energie, sondern erhöht auch den Wohnkomfort.

    Aus der Energieverbrauchs-Angabe kann ich leider keine große Ersparnis ablesen, denn aus 2300 l Öl wurden 600 + 8 qbm Holz. Je nach dem, welches Holz und für was die Kubikmeter stehen (Raum- Schüttmeter,…), kommen hier nochmals ca. 150 – 230 l je qbm dazu.

    Im günstigsten Fall sind das dann insgesamt ca. 18.000 kWh Heizenergie, was für ein 120 qm Haus sehr viel ist! Mehr als 12.000 sollten es heute nicht mehr sein, clevere Hausbesitzer kommen mit der Hälfte aus, echte Sparer mit einem Viertel…

    Tipps und Kommentare in diesem Thema dazu sind z.T. leider grottig und vor allem viel zu pauschal.

    http://www.oeko-energie.de/energieberatung/index.php

  6. Insgesamt finde ich Deine Maßnahmen schon gut, trotzdem würde ich dir raten, das Haus nach und nach zu Dämmen. So sparst du dir Holz und Arbeit. Du könntest zB mit den „einfachsten“ Maßnahmen beginnen, häufig ist das die oberste Geschossdecke. Fenster hast du ja schon gewechselt, das macht sich bestimmt schon bemerkbar. Problematisch bei schlecht isolierten Häusern mit neuen Fenstern ist häufig, dass sich Kondenswasser dann nichtmehr am Fenster, sondern an der Außenwand bildet – zunächst unsichtbar. Aber das Problem Feuchtigkeit beherzigst du ja offensichtlich sehr konsequent.
    Noch eine „Schnell-Dämm-Maßnahme“: Falls du Außenrollos hast, solltest du die in der Heizperiode nachts konsequent schließen, in ungenutzten Nord-Räumen kann man sie auch tagsüber geschlossen lassen. Das bringt nochmal eine Ersparnis.
    Ist doch schön zu beobachten, wenn man immer Weniger Primärenergie verbraucht 🙂

  7. Ja aber erstens ist Holz 100% regenerativ. Zweitens mach ich das direkt hinterm Haus und versäge es mit eigenem Strom vom Dach, gespalten wird von Hand und noch dazu kostet das Holz nix, so und jetzt kommst du mir mit dämmen!?!

  8. Holz ist nicht zwangsläufig 100% regenerativ. Wenn ich nur Bäume fälle und keine neuen Pflanze, dann ist es nicht besser als Erdöl (war ja auch mal Biomasse).

    Wenn ich mit Holz wirklich 100% regenativ heizen will, dann darf ich nur so viel verheizen, wie in dem gleichen Zeitraum in meinem Einschlagsgebiet nachwächst. Das ist nachhaltig. Der Begriff Nachhaltigkeit geht übrigens auf die Fortswirtschaft zurück ( http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit#Definitionen )

    Leider wird mittlerweile auch an unserem deutschen Wald Raubbau betrieben. Wenn das so weiter geht, wird unser Wald in naher Zukunft statt einer CO2 Senke eine CO2 Quelle sein.

    Deshalb meine ich, dass es viel wichtiger ist, Energie zu sparen, anstatt sich nach anderen, vermeintlich regenerativen Energiequellen umzusehen.

  9. Was haben denn geringere Kosten, für andere Brennstoffe, mit weniger Energieverbrauch zu tun?

    Tssss……………………………..

    Clevere Menschen verheizen eigenes Holz – aber eben nur ein Drittel der o.g. Zahlen…

  10. Holz ist eine begrenzte Ressource und jede Entnahme ein Eingriff ins Ökosystem. Auch wenn man selbst geerntetes Holz verfeuert, ist Energiesparen (wie z. B. Dämmen) wichtig.

  11. Den Hinweis kann ich nur unterstreichen. – Im Übrigen ist das heutzutage ‚geerntete‘ Holz oft mithilfe schwerer Maschinen ‚geerntet‘, die nicht nur viel Sprit brauchen, sondern auch dem Waldboden durch ihr oft hohes Gewicht schaden

  12. Ob es Sinn macht Deutschland weiter aufzuforsten wage ich zu bezweifeln. Erstens ginge Ackerland verloren, zweitens wäre wohl der Effekt das Holz importiert würde da wir ja das Holz brauchen und das ist ja noch schlimmer. Natürlich bindet Wald viel CO2. Mich wundert schon lange das dieser Effekt sowenig in der Klimawandeldiskussion auftaucht. Aber ich denke man sollte da eher in südlichen Ländern, auf Flächen die nicht zur Nahrungsmittelerzeugung taugen, und davon gibt es massig, Wälder anpflanzen. Zudem hat Wald unglaublich kühlende Effekte durch Abschattung und Uwandlung von Sonnenstrahlen in O² und wirkt letztendlich der Verwüstung entgegen. Stattdessen wird z.B. Spanien Gemüse angebaut was auch noch das wenige Wasser was da ist verbraucht. Gemüse würden die lieber uns überlassen und statt dessen Pinienwälder usw anpflanzen was da hingehört.

    Das Übel ist das solche Dinge dem freien Markt überlassen werden statt das politisch eingegriffen wird.

  13. Deutschland aufzuforsten ist für mich nicht entscheidend. Wichtig ist, dass nur so viel Holz eingeschlagen werden darf, wie im selben Zeitraum (naturverträglich, also inklusive Totholzanteil) nachwächst. Nur dann ist heizen mit Holz regenerativ.

    Und da man sich in Deutschland von der nachhaltigen Holzwirtschaft immer weiter entfernt (siehe die Links von mir im Kommentar oben), zweifel ich grundsätzlich daran, ob Heizen mit Holz wirklich noch ökologisch korrekt ist.

    Da hilft es auch nichts mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen, wo es vielleicht noch schlimmer ist.

  14. „zweifel ich grundsätzlich daran, ob Heizen mit Holz wirklich noch ökologisch korrekt ist.“

    In Deinem zweiten Link (siehe rechts von Dir unten) wird allerdings im Schlußsatz die „Stärkere Förderung der energetischen Nutzung von Holz aus heimischer und nachhaltiger Forstwirtschaft.“ empfohlen, was ich mal als Heizen mit Holz übersetzen würde 🙂

  15. In dem Satz steht etwas Wichtiges, dass man nicht überlesen sollte: „nachhaltiger Forstwirtschaft“

    In Deutschland werden aber nicht einmal 8% der Waldfläche nachhaltig bewirtschaftet (FSC 755.739 ha http://de.wikipedia.org/wiki/Forest_Stewardship_Council , Naturland 55.000 ha http://www.naturland.de/waldnutzung.html ).

    Außerdem sollten 5% der Waldfläche komplett aus der Nutzung genommen werden. Das ist sogar Ziel der Bundesregierung (auch wenn sie kein Konzept hat, um das Ziel zu erreichen). Soweit ich weiß, sind es momentan aber nur um die 0,1%.

    Es muss also noch viel für eine Verbesserung des Waldzustandes getan werden.

  16. Die Hinweise sind sicher richtig. Wichtiger erscheint mir aber, das von der Gesellschaft (und speziell der Bundesregierung) noch immer nicht begriffen wird, das wir mit der Sonnenenergie eine unversiegbare Quelle an WÄRMEENERGIE (d.h. nicht Photovoltaik, sondern Solarthermie !) zur Verfügung haben, die GANZJÄHRIG nutzbar ist. Die dafür verbrauchte „graue Energie“, d.h. Energieverbrauch zur Verwertung/Erschließung der Energie, ist extrem geringer als bei der Photovoltaik und natürlich allen fossilen Brennstoffen. Zudem werden durch die Solarthermie viele Arbeitsplätze im Mittelstand geschaffen. Frau Merkel & Co schielen natürlich auf die Großkonzerne der PV-Branche wie Solarworld, QCells & Co und kappen hier die Förderung nur marginal, wogegen die Förderung der Solarthermie im Eigenheimsektor auf NULL gebracht wurde. Damit wurden Arbeitsplätze im Mittelstandssektor in Größenordnungen vernichtet !
    Damit der Stellenwert klar ist: Drei Viertel des Energieverbrauchs im Haus fällt auf die Erzeugung von Wärmeenergie ! Mit umfangreich eingesetzter Solararchitektur (integrierte Wärmekollektorflächen) und Ganzjahres-Solarspeichern (Warmwasser-Schichtspeicher) könnte man heute schon den fossilen Energieverbrauch auf unter 30% reduzieren ! Warum tun wir das nicht ???
    Das konservative Denken bei den Bürgern ist durch die erfolgreiche Arbeit der Energie- Lobby vorherrschend. Innovationen werden nicht genutzt, Fortschritt findet nicht statt…
    Es geht aber auch anders: http://www.jenni-energietechnik.de / http://www.fasa-ag.de

    voture

  17. Das ist inhaltlich nicht richtig.

    Die Konzerne nach denen „geschielt“ wird, stehen kurz vor dem Aus oder haben es bald hinter sich. Das liegt bestimmt nicht an zuviel Förderung (die es sowieso nicht gibt) – nur eine Vergütung, die nächstes Jahr das Niveau von Egalstrom erreicht…

    Die Energierücklaufzeiten von Thermie können sogar höher liegen als bei PV, weil viel Kupfer, Alu, u.s.w. verbaut wird und die TATSÄCHLICHE Nutzung (SOMMER!) häufig keine große Ersparnis bringt, währen eingespeister Solarstrom immer genutzt wird.

    Bei PV sind wir jetzt bei ca. 1 – 3 Jahren je nach System und Standort…

    http://www.oeko-energie.de/solare-fakten/index.php#04a2089c5909cca04

    Ein WARMwasser-Schichtspeicher (wenn die Worte richtig gewählt wurden) ist das Unnötigste war es überhaupt gibt…

    http://www.oeko-energie.de/produkte/solarwaerme-solarthermie/index.php#04a20899f30f6641b

    Die Förderung im Thermie-Sektor wurde in 2011 grundsätzlich erhöht, zum Jahresende zurück genommen und der NEUBAU-Bereich ausgeschlossen.

    http://www.oeko-energie.de/foerderungen/index.php#04a20899ec0c63024

  18. Ich glaube nicht, dass sich bei einer Dämmung nur direkt hinter der Heizung Schimmel bilden kann, da ich nicht glaube, dass sich dort Tauwasser bildet. Ich habe auch noch nie von so einem Fall gehört, gelesen oder gesehen.

  19. Sich selber warm halten, statt GANZE Räume aufzuheizen ist die günstigste Art!
    Siehe Recherche: Der Fußkachelofen ist das ideale Gerät um den Arbeitsplatz angenehmer zu gestalten ohne die Raumtemperatur zu erhöhen. Die Stromkosten für den Fußkachelofen sparen Sie an der Raumheizung mehrfach wieder ein. Grippe, Schnupfen, Blasenentzündung und was sonst noch alles den Krankenstand der Büroarbeiter bestimmt, können Sie ab sofort vergessen.

    Gesehen unter: http://solar-sicherheit.de/2009-energiesparen/fusskachelofen.htm

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