Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

Fotos: Ivan Kruk / stock.adobe.com; CC0 Public Domain / Pixabay - ri

Im Haushalt entfallen 70 Prozent des Energieverbrauchs auf die Heizung – richtig heizen ist der beste Weg, Heizkosten zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Utopia zeigt, wie du im Winter richtig heizen – und dabei Energie und Geld sparen kannst.

60 Prozent unseres CO2-Ausstosses entfallen aufs Heizen und Raumwärme macht rund drei Viertel des gesamten Energieverbrauchs in Haushalten aus. Richtig Heizen kann also viel klimafreundlicher sein als Stromsparen.

Dabei helfen schon einfache Mittel: Fenster abdichten, Heizkörper isolieren, Stoßlüften, Heizung richtig einstellen. Damit kann man beim Heizen richtig viel Energie sparen – und gleichzeitig ein gesundes Raumklima erhalten.

1. Richtig heizen heißt: Bewusster heizen

Richtig heizen heißt oft: weniger heizen, oder zumindest bewusster. In deiner Wohnung im Winter muss es nicht 25 Grad warm sein – jedes Grad weniger spart Heizenergie. Nach Schätzungen spart man pro Grad bis zu sechs Prozent Energie. (Ob diese Zahl so wirklich ganz genau stimmt ist umstritten – gewiß ist: man spart damit Geld.)

Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad. Im Bad dürfen es schon 22 Grad sein, doch in anderen Räumen genügen oft weniger: In der Küche geben Backofen und Kühlschrank Wärme ab, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, einige bevorzugen sogar noch weniger.

Übrigens: Wer in der Nacht friert, ist mit einer Wärmflasche klüger beraten als mit einem beheizten Schlafzimmer.

Wichtig: Es geht nicht darum, in den eigenen vier Wänden zu frieren! Aber oft friert man nicht trotz, sondern wegen der Heizung. Der Körper passt sich der höheren Temperatur im Raum an und bemerkt dann eigentlich gar nicht mehr, dass der Raum überheizt ist.

Unbenutzte Räume brauchen übrigens wenig bis keine Heizung. Aber: Viel kälter als 15 Grad sollte es im Winter bei Außentemperaturen unter Null nicht werden. Sonst droht Schimmel. Das gilt vor allem bei Feuchtigkeitsquellen im Haus oder in den kühlen Zimmern.

2. Ab wann heizen? Nur im tiefen Winter?

Viele stellen sich die Frage, ab wann richtiges Heizen überhaupt sinnvoll ist bzw. ab wann das Heizen durch Vermieter prinzipiell ermöglicht werden muss.

  • Typischerweise beginnt man frühestens ab Oktober mit dem Heizen. 2019 war der Oktober häufig über 20 Grad warm – Heizen daher lange nicht nötig. Wegen des Kälteeinbruchs Ende Oktober 2019 fing dann aber doch mancher das Heizen an.
  • Und ab Ende April ist Heizen meist nicht mehr notwendig. Abhängig ist dies natürlich auch von deiner Region und dem lokalen Wetter im Winter.

Umgekehrt bedeutet das, dass der größte Teil unseres Heizenergieverbrauchs auf diese Monate, vor allem Dezember bis März entfällt: Richtig heizen heißt also auch: später damit zu beginnen und früher aufhören.

Übrigens: Heizen gehört zu den Dingen mit dem größten Einfluss auf das Klima. Die Grundfläche der eigenen Wohnung zu verkleinern gehört daher zum Wirksamsten, was du für den Klimaschutz tun kannst. Leider auch zum Schwierigsten – mehr dazu im Beitrag CO2-Ausstoß bei Wohnung, Ernährung & Verkehr.

3. Nachts die Heizenergie bewahren

Fenster haben nicht die gleiche Isolationswirkung wie Wände. Richtig heizen bedeutet hier, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen, gerade im Winter. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen – so lässt sich der Wärmeverlust an den Fenstern um bis zu 20% stark reduzieren und du kannst Heizkosten sparen.

Übrigens: Die Vorhänge zuzuziehen bringt tatsächlich auch noch ein paar Prozent!

4. Stoßlüften statt Dauerkippen

Richtig Heizen geht nur mit richtigem Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit. Details im Beitrag Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung.

Richtig lüften: Tipps gegen Schimmel
Richtig lüften: Besser kurz Stoßlüften als Fenster kippen. (Foto: © Marquis de Valmont / photocase.de)

Zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. Die Fenster also mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz öffnen, damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet – zuvor aber das Thermostatventil herunterdrehen.

Details im Ratgeber Schimmel entfernen, aber richtig.

5. Wand hinter der Heizung dämmen

Richtig heizen heißt, die Wärme möglichst in der Wohnung zu halten. Eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper senkt den direkten Wärmeverlust über die Außenwand. Im Baumarkt findest du Dämmmatten in verschiedenen Stärken und mit oder ohne Aluminiumbeschichtung. (Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung.)

Lass dich hier am besten beraten, denn Dämmen ist eine Wissenschaft für sich. Doch mit richtigem Dämmen lässt sich der Wärmebedarf deutlich reduzieren und du kannst Energie sparen.

6. Fenster und Türen dicht halten

Richtig heizen hilft wenig, wenn ein Teil der Wärme durch undichte Fenster und Türen entweicht. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Lauf der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden.

Du kannst die Spalten ganz einfach mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (auch Profildichtungsband genannt) auffüllen. Die bekommst du in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen. Wichtig: Richtig lüften!

7. Heizkörper nicht verdecken

Achte darauf, dass deine Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa von Möbeln oder Gardinen. Auch Thermostate sollten nicht verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und deine Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – das verschwendet nur Energie.

8. Heizung richtig einstellen

Die Zahlen auf vielen Heizungs-Thermostaten sind keineswegs willkürlich angeordnet. Sie zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – aber eben nicht die Temperatur selbst. Gleichzeitig informieren sie auch, wie viel Energie du sparen kannst. Mehr zum Thema Heizung einstellen im Beitrag Heizkörper-Thermostat: was die Zahlen bedeuten.

Richtig heizen: Heizung richtig einstellen
Richtig heizen: Heizung richtig einstellen (Foto: CC0 / Pixabay / ri)

9. Nachtabsenkung: Heizung einstellen bei Tag und Nacht

Wie sollte man die Heizung bei Nacht und am Tage einstellen?

  • Am Tag typischerweise die Einstellung 2-3 bis 3 für ca. 18 bis 20 Grad.
  • In der Nacht im Schlafzimmer die Einstellung 1 bis 2 für 14 Grad (oft markiert).
  • In meist ungenutzten Räumen 1 für 12 Grad.

Umstritten ist die Nachtabsenkung der Temperatur. Am Tage will man es ja warm haben, in der Nacht könnte man die Heizung theoretisch ganz abschalten. Doch am Morgen muss man dann wieder richtig Einheizen, um eine warme Wohnung zu haben – auch das verschlingt Heizenergie.

Umstritten ist, ob das erneute Aufheizen der erkalteten Wohnung nun sinnvoller ist als das Durchheizen mit „Nachtabsenkung“, also einer zwar niedrigeren, aber nicht niedrigen Temperatur. Die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem von der Gebäudemasse und der Gebäudedämmung, und die kann für den konkreten Anwendungsfall nur ein Experte ermitteln.

Um aber selbst eine Faustregel zu haben, gehe wie folgt vor: Schalte in einer Nacht mit Null Grad Außentemperatur die Heizung einmal komplett ab. Prüfe am nächsten Morgen die Temperatur: Je tiefer die Temperatur über Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte das Gebäude oder die Wohnung speichern, desto sinnvoller wäre eine Nachabsenkung, also das Heizen in der Nacht mit niedriger Temperatur.

Übrigens: Nicht nur in der Nacht, auch am Tag kann man die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen.

10. Möglichst keinen Strom verheizen

Mit Strom zu heizen ist meist sehr ineffektiv und richtig teuer. Verwende also Heizlüfter, wenn überhaupt, dann nur sehr sparsam. Auch Infrarotheizungen heizen mit Strom. Aus dem selben Grund haben auch die verschwenderischen Nachtstromspeicherheizungen eigentlich nichts mehr in modernen Wohnungen verloren, jedenfalls solange man keinen Ökostrom hat. Im Idealfall sollten sie von den Hauseigentümern ausgetauscht werden.

Im Zuge der Energiewende mag sich das im Einzelfall ändern und wir werden besser mit (Öko-) Strom heizen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn dieser aus regenerativen Quellen kommt, also Ökostrom ist, und die gewählte Heizmethode hinreichend effizient ist, also einen hohen Wirkungsgrad hat. Derzeit ist das aber eher die Ausnahme.

Nachtspeicherheizung: Kosten sparen, Energie sparen
Richtig heizen: Auch bei ineffizienten Nachtspeicherheizungen kann man Energie sparen. (Foto: Utopia.de)

Natürlich haben in Mietwohnungen nur wenige die Möglichkeit, etwas an der Heizungsart zu ändern. Wenn du noch eine Nachtspeicherheizung hast und damit richtig heizen willst, findest du hier Tipps zum Energiesparen: Nachtspeicherheizung: so sparst du Heizkosten.

11. Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden monatlich direkt vom Konto abgebucht – Mieter zahlen in der Regel eine mit dem Vermieter bzw. dem Stromversorger vereinbarte Abschlagszahlung, die Jahresabrechnung folgt oft erst irgendwann im nächsten Jahr. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert.

Deshalb solltest du genau auf deinen Verbrauch achten. Für die Heizkosten findest du ungefähre Vergleichswerte im Heizspiegel. Für den Stromverbrauch bieten einige Stadtwerke Apps an, mit denen sich der eigene Verbrauch im Blick behalten lässt. Stromverbrauchsmesser gibt es schon ab 20 Euro, Verbraucherzentralen leihen sie teils auch kostenlos aus – sie zeigen den Strom an, den ein Gerät verbraucht.

12. Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung

Mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern kannst du den Heizzyklus in jedem Raum optimal einstellen und so viel Energie sparen. Komfortabel geht es auch per Funk von einem Raumregler gesteuert. So werden die Räume nur zu den Zeiten beheizt, zu denen sie auch tatsächlich genutzt werden. Du hast jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und sparst gleichzeitig Energiekosten.

Der Einbau programmierbarer Thermostate ist einfach: Lediglich der Thermostatkopf wird ausgetauscht. Die Thermostate gibt** es u.a. bei Amazon. Viele weitere Informationen dazu bei co2online.de oder der Verbraucherzentrale.

13. Heizung früher abdrehen

Wer ins Bett geht, schaltet natürlich vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch eine Zeitlang nach, und diese Wärme nutzt dem Bewohner eigentlich gar nicht mehr.

Schlauer also: Eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung herunter drehen. Auch das spart wieder etwas Energie.

14. Heizung prüfen

Befindet sich Luft im Heizkörper, musst du die Heizung entlüften. Denn sonst kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung bleibt kalt. Unsere Anleitung hilft dir beim Heizung entlüften:

15. Besser wärmer kleiden als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Vor allem die Füße warmhalten – dann friert man weniger leicht! 

Wollsocken und warme Pullis helfen. Auch ein einfaches Halstuch sorgt dafür, dass man subjektiv weniger friert, ein Schal natürlich mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält

Hier Tipps für warme Kleidung:

Diese Tipps können zwangsläufig nur allgemeiner Natur sein! Auch ist Heizen und Dämmen ein komplexes Thema, bei dem sich auch Experten gerne streiten. Wenn du Tipps für spezielle Heizungen und Heizsituationen hast, dann schreib uns in den Kommentaren!  

Weiterlesen auf Utopia.de: Richtig heizen: die 15 besten Tipps zum Energiesparen

Gute Infos im Web:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(134) Kommentare

  1. Ich vermisse Infrarotheizungen in der Liste. Aus meiner Sicht gehts nicht nur darum, WENIGER zu heizen und/oder WENIGER zu lüften, sondern INTELLIGENT zu heizen.

  2. Auch die Verbraucherzentrale NRW informiert über elektrisch betriebene Direktheizungen wie Infrarotheizungen: http://www.vz-nrw.de/Elektrisch-betriebene-Direktheizungen-keine-kostenguenstige-Alternative-zu-Nachtspeicheroefen-1

    In einer ausführlichen Broschüre der VZ NRW zu „Heizen mit Strom“ sind Zahlen zu finden, die eine deutliche Sprache sprechen. Hier ein Beispiel – Heizkosten unterschiedlicher elektrischer Heizsysteme pro Jahr (EFH, 120 qm):

    Infrarot-Strahlungsheizung: 4.030 Euro
    Nachtspeicher (NT-Strom): 3.170 Euro
    Erdgas-Brennwertkessel: 1.500 Euro
    Sole/Wasser-Wärmepumpe: 1.440 Euro

    Viele Grüße aus dem Energiesparclub

  3. Sorry, aber die Antwort und auch die Kurzinfo vom BUND (den ich durchaus sehr schätze) ist mir zu plakativ. Das liest sich für mich wie STROM = BÖSE!
    Wollte ich mich dieser Art der „Argumentation“ anschließen, wäre die BESTE Art des Heizens, GAR NICHT zu heizen, und der generell effizienteste und „ökologischste“ Weg zu leben, auf ALLES zu verzichten, was Strom verbraucht.
    Wenn ich bei Solar-Panels auch die Herstellung berücksichtige, dürfte ich sie NICHT einsetzen, weil ich nie so viel Energie mit ihnen erzeugen kann, wie sie bei der Herstellung verbraucht haben usw. usf.

    Meines Erachtens führt „Ideologisieren“ zu nichts. Jeder muss unter seinen konkreten Bedingungen schauen, was praktikabel, ethisch vertretbar, bezahlbar, effizient und durchführbar ist. Und diese Entscheidung lässt sich am besten treffen, wenn umfassende Informationen zu allen verfügbaren Alternativen vorliegen.

  4. ähm… wer hat Dir denn das erzählt, dass man mit Solarpanels weniger Energie erhält, als bei der Herstellung verbraucht wurde? Nicht einfach solche Sachen behaupten bitte..

  5. Ich zitiere wörtlich aus „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ von Ingeborg Bachmann:

    Die sog. erneuerbaren Energien (im Wesentlichen Solarenergie und Biomasse) werden in ihren
    Möglichkeiten oftmals so hoch veranschlagt, dass es doch sehr erstaunt, warum sie sich nicht längst
    schon durchgesetzt haben. Ist tatsächlich nur die bitterböse Atomlobby schuld? Die präsentierten
    Rechnungen sind aber höchst unseriös. Die Energiebilanzen beschränken sich in der Regel auf den
    laufenden Betrieb. In die Energiebilanz nicht mit einbezogen werden die Produktionsvoraussetzungen
    und die erforderliche Infrastruktur insgesamt. Wer etwa die Energiebilanz einer Photovoltaikanlage
    ehrlich erstellen will, der muss – wie in jeder Kostenrechnung auch – anteilsmäßig bei der Produktion der Bagger anfangen, die den Sand zur Siliziumherstellung fördern. In diesem Zusammenhang wurde in der Fachliteratur der Ausdruck „emergie“ für „embodied energy“ geprägt. Einer der wenigen, die so bilanzieren, ist Howard T. Odum, der dann auch prompt für die Photovoltaik (auf der Basis von monokristallinem
    Silizium) eine negative Energiebilanz errechnet. (Zitatende)

    Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
    Ansonsten bitte nicht einfach so das Gegenteil behaupten, bitte!

  6. Das ein Kohlekraftwerk einen Wirkungsgrad von etwa 45% hat dürfte unbestritten sein. Das dabei allerdings die Förderung der Kohle nicht mit einberechtnet ist, ist auch klar. Das es bei Erdöl, Gas und Atomstrom nicht anders ist, ist auch kein Geheimnis. Dazu kommt noch die Energie für die Errichtung des Kraftwerks, die Entsorgung der Reststoffe (Atommüll) und die Beeinflussung der Umwelt (Flusserwärmung durch Kühlwasser usw.)
    Es ist doch paradox zu glauben, dass die Erzeugung von Wärme durch Strom in irgend einer Form Energieeffizient wäre. Ein Großteil des Stroms entsteht durch kalorische Kraftwerke (Wärme) um dann wieder in Wärme umgesetzt zu werden. Das ist einfach absurd mehr nicht !
    Würden die wahren Kosten auf dem Tisch liegen, käme kein Mensch auf die Idee mit Strom zu heizen.

  7. Hallo sweetsunset

    der von dir zitierte Artikel stammt NICHT von Ingeborg Bachmann. Sie ist bereits 1973 gestorben und lediglich der wahre Satz „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ stammt von ihr – es ist der Titel einer Dankesrede bei einer Preisverleihung 1959. Also weit vor jeglichen Debatten über Erneuerbare Energien.
    Der Autor Deines Textes ist ein gewisser Bruno Kern. Für die PV-Bilanzierung ist es auch wichtig, wann die Datenerhebung stattgefunden hat. Die ersten PV-Module für die Raumfahrt etc haben sich mit sicherheit nicht energetisch amortisieren können. In der Entwicklungsphase eines Produkts ist die Herstellung meist sehr energieaufwändig, erst in der Massenproduktion beginnt man Einsparungspotentiale richtig zu nutzen. Die zitierte Bilanzierung von H. Odum stammt aus dem Jahr 1996 .. die Datenerhebung dazu fand vermutlich noch etwas früher statt. Damals war die PV-Industrie noch weit entfernt von heutigen Massenproduktionsanlagen. Das sollte Herr Kern auch berücksichtigen. Da er das nicht tut, ist seine Motivation für den Text entweder recht einseitig, oder er weiß es einfach nicht besser.
    In diesem Artikel hier
    http://www.vdi-nachrichten.com/artikel/Energetische-Rueckzahlung-immer-frueher/54510/2
    findest du neueste Zahlen zur energetischen Amortisation von PV. Die genannten wissenschaftlichen Institute sind seriös, allerdings weiß ich nicht wo hier die Bilanzgrenze gezogen wird (ob also der Bagger, der das den Sand abbaggert mit eingeschlossen ist). Es werden energetische Amortisationszeiten zwischen unter einem Jahr und 3 Jahren genannt. Selbst wenn hierfür einiges relevantes vernachlässigt worden sein sollte – insgesamt wird man hier auf jeden Fall im Plus landen.

    viele Grüße!
    mela

  8. Sicherlich gibt es reichlich Sonnenenergie, sie strahlt fast dass 20.000-fache des Weltenergiebedarfs zur Erde – nur NICHT ständig und vor allem NICHT bei uns:

    Gesamtstrahlungsleistung der Sonne: 3 x 10^20 GW
    Gesamteinstrahlungsleistung: 1,75 x 10^11 GW
    Gesamteinstrahlungsenergie pro Jahr: 1,5 x 10^18 GWh

    Sonnenscheindauer (h): in Berlin 1.850 der Sahara 3.450

    Das technische Problem bei den alternativen Energieträger (AF) ist diese Energie kostengünstig umzuwandeln und zum benötigten Zeitpunkt zur Verfügung zu haben. Die AE haben zwar einige Vorteile:

    – keine Kosten für die Energieträger
    – umweltverträgliche Energieumwandlung
    – keine Ressourcenverbrauch, aber auch keine Erneuerung!

    Die Nachteile der AE sind für die kontinuierliche Versorgung doch recht drastisch:

    – hohe spezifische Anlagekosten
    – zu geringe Energiedichte
    – fluktuierendes Angebot
    – mangelnde Verfügbarkeit
    – mangelnde Speicherfähigkeit

    An der Speichertechnologie für die AE wird zwar seit Jahren unter Hochdruck gearbeitet, aber bis jetzt liegen keine großtechnischen und wirtschaftlichen Lösungen vor. Es sollte auch erwähnt werden, dass der Produktionsprozess für monokristallines Silizium im Hochtemperaturbereich sehr energieaufwendig ist!

    Die Umwandlung alternativer Energieträger ist nicht sehr effizient!

    Nur wenigen dürfte bekannt sein, dass PV-Anlagen (Solarstrom) im Jahr in Deutschland im Durchschnitt NUR 920 Voll-Laststunden/Jahr erreichen! Ihr Systemwirkungsgrad beträgt nur ca. 12 – 14 % ! Wind-Kraft-Anlagen (WKA) können im Schnitt mit 1.350 Voll-Laststunden aufwarten und erreichen einen Systemwirkungsgrad von ca. 20 – 22 %. – ABER: Die Jahresbetriebsstundenzahl beträgt 8.760 Stunden!

    Selbst bei älteren Wärmekraftwerk können noch Wirkungsgrade von ca. 35 % erreicht werden, während moderne Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung (Fernwärme-Auskopplung) ca. 40 – 45 %. Ein modernes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) kann bis zu 65 % erreichen.

    Wir kommen nicht umhin feststellen zu müssen, dass WEA und PVA erhebliche Probleme haben eine kontinuierliche netz- und frequenzstabile und damit versorgungssichere Stromversorgung zu gewährleisten. Je größer die installierte, aber nicht der verfügbaren Leistung bei Wind und PV entspricht – ist, um so mehr werden sich Flauten und Sonnenmangel verheerend auf die Netzstabilität auswirken! Die bereitzustellenden Regelungsleistungen aus konventionellen Kraftwerken werden dadurch immer größer und die Kosten dafür immer höher werden. Ebenso werden die Betriebs- und Wartungskosten ansteigen.

    Für punktuelle Stromversorgung im Inselbetrieb (autark), in dem keine großen Lastschwankungen auftreten, ist PV durchaus geeignet. Daher ist PV in unseren klimatisch Breiten, wie bereits gesagt, für punktuelle, lokale und kleine regionale, dezentrale Versorgung geeignet. Für eine flächendeckende, zentrale Stromversorgung auf Grund des ständig alternierenden Sonnenscheins und der klimatischen Bedingungen, wohl eher kaum, da kein netzstabiles Leistungsangebot ermöglicht werden kann.

  9. Quelle http://www.sfv.de von Walter Mielentz:
    Das Märchen von den hohen Kosten

    Da man viele Menschen mit trockenen Fakten nicht erreichen kann, weil sie dann nicht zuhören, habe ich meine Meinung zu den „hohen“ Kosten in Form eines Märchens dargelegt. Mit Fabeln, Märchen oder Gleichnissen erreicht man evtl. mehr Aufmerksamkeit, besonders, wenn sie mit etwas Humor gewürzt sind. Vielleicht interessiert Sie das Märchen von den hohen Kosten auch und Sie lesen es mit gewissem Schmunzeln.

    Hier mein Kostenmärchen:

    Es war einmal eine Zeit, da holten die Menschen das Wasser aus einem Brunnen und mussten es mühsam nach Hause schleppen. Auch war das Wasser oft schmutzig und man wurde krank davon. Da kamen welche auf die Idee, in jedes Haus und jede Wohnung eine Wasserleitung zu bauen mit frischem, sauberem Wasser. Da schrieen manche: „Das ist viel zu teuer, das rechnet sich nie!“ Aber trotzdem wurde es gemacht, obwohl es wirklich sehr teuer war. Dafür hatten die Menschen nun aber sauberes Wasser und wurden nicht mehr krank davon.

    Es gab auch einmal eine Zeit, da goss man alle Abwässer und den Müll einfach auf die Straße. Dort stank es fürchterlich und Ratten liefen darin herum. Deren Flöhe übertrugen die Pest, und viele Menschen starben daran. Da kamen welche auf die Idee, den Müll einzusammeln und ordentlich zu entsorgen. Die Abwässer sollten in Rohren gesammelt und in einer Kläranlage gereinigt werden, bevor sie in die Flüsse und Seen geleitet wurden. Und wieder riefen manche, das sei unbezahlbar. Es kostete tatsächlich sehr viel Geld, wurde aber trotzdem gemacht und alles wurde besser.

    Es gab auch mal eine Zeit, da waren die Städte nur mit holprigen und schlammigen Feldwegen miteinander verbunden. Die hatten viele Pfützen und Schlaglöcher, und das Reisen mit der Postkutsche war sehr langsam
    und beschwerlich. Da erfand jemand ein neues Verkehrsmittel, das rollte geschwind auf eisernen Schienen. Dadurch wurde es viel leichter zu verreisen und Waren zu befördern. Man baute zig-tausende km dieser Schienenwege, dazu noch Bahnhöfe, Tunnel, Brücken und Signalanlagen. Das alles war natürlich sauteuer, aber die Vorteile machten das wieder wett.
    Später erfand man Wagen, die ohne Pferde fahren konnten, aber es gab noch keine befahrbaren Straßen dafür. Die musste man erst noch bauen. Im Laufe der Zeit entstand ein riesiges Straßen- und Autobahnnetz, das Unsummen kostete. Aber trotzdem hat man es gebaut wegen der Vorteile und Bequemlichkeit des Reisens und der Verteilung der Güter.

    Es gab mal eine Zeit, da hatten die Leute nur Kienspäne und Kerzen zum Leuchten. Damit konnte man nur sehr schlecht arbeiten und lesen. Da machten andere Leute eine tolle Erfindung und nannten sie Elektrizität.
    Damit konnte man schön Licht machen, Maschinen antreiben und vieles mehr. Man baute Fabriken, die den Strom erzeugten und legte Leitungen übers ganze Land und in jedes Haus und sogar in jedes Zimmer, damit
    jeder die Vorteile der Elektrizität nutzen konnte. Auch das kostete unheimlich viel Geld, aber es wurde dennoch gemacht und alle hatten etwas davon.

    Eines Tages erschien ein böser Mann mit einem Schnauzbärtchen. Der war so furchtbar böse, dass er einen Krieg vom Zaun brach. In diesem wurden ganz viele Bomben geworfen, die ganz viele Städte zerstörten und dazu noch die Bahnlinien mitsamt Bahnhöfen und Brücken. Auch Fabriken und Kirchen sanken in Trümmer und noch vieles mehr. Nach dem Krieg sahen die Menschen die furchtbaren Zerstörungen und weinten bitterlich. Sie jammerten und glaubten nicht, dass man das alles wieder aufbauen könne.
    Aber dann fassten sie neuen Mut, spuckten in die Hände und bauten alles wieder auf, obwohl das natürlich auch wieder unheimlich viel Geld kostete.

    Und schließlich gab und gibt es immer noch eine Zeit, da verbrannte man Kohle und zertrümmerte Atomkerne um Strom zu erzeugen, was aber viele Nachteile hatte. Man schädigte dadurch das Klima und erzeugte gefährliche Abfälle, von denen niemand wusste, wohin damit. Da kamen kluge Leute auf die Idee, Wind, Wasser und Sonne zu nutzen, damit man die alten schmutzigen Kraftwerke eines Tages nicht mehr brauchte. Da erhob sich seitens Teilen der Wirtschaft und Politik ein gewaltiges Geschrei: „Vieeeel zu teuer, unbezaaaaaahlbar, die Industrie geht pleite, wir verarmen total!“ Aber man fing trotzdem mit der Umstellung an, obwohl es tatsächlich sehr teuer war, aber das waren die Fortschritte in der Vergangenheit schließlich auch. Und so wird hoffentlich aus der Energiewende ein modernes Märchen!

    Und die Moral von der Geschicht: zu teuer, geht nicht, gibt es nicht. Es geht sehr viel, wenn man nur will!

  10. Ein wirklich schöner Märchen – nur die Wirklichkeit sieht ganz anders aus! Träumerein, Wunschdenken und Sprüche helfen uns NICHT weiter – wie z. B. dieser: „Und die Moral von der Geschicht: zu teuer, geht nicht, gibt es nicht. Es geht sehr viel, wenn man nur will! “

    „Auch mit Gewalt, lässt sich kein Ochse melken!“

    Looki – Fachingenieur für rationelle Enetgieanwendung und Energieeffizienz, Mitarbeit am Projekt „Erster Solar-Pavillon und Solarbootverleih Deutschlands“ eröffnet März 1995 in Berlin-Köpenick; Leiter einer öffentlichen „Energie- und Bauberatung“ 1995 – 2006 und Projektentwickler.

    http://www.solarwaterworld.de/solarwaterworld/vermietung/bootsvermietung-berlin-koepenick-der-solarbootpavillon.html

  11. Ich verfüge über eine kleine Lagerhalle und habe mich natürlich dazu bereit erklärt, diese für eine Veranstaltung in 4 Wochen zur Verfügung zu stellen. Nun bin ich am überlegen, wie ich diese Halle am besten heize, da die Temperaturen natürlich noch nicht so hoch sein werden, v.a. nicht abends/nachts, dass es ohne heizen gehen wird. Ich habe hier einen Artikel zum Thema Deckenstrahlplatten gelesen, auch dass diese Variante sehr stromsparend und effizient sein soll. Könnte ihr mir hier evtl einen Tipp oder noch ne Alternative nennen? Die Halle hat eine Größe von rund 200m² und eine Deckenhöhe von ca 5,5 m. Danke, Diederich

  12. Gute Tipps, werd ich mir zu Herzen nehmen

    Wichtig ist auch besonders, dass man bevor man an die Heizung selbst denkt, sein Haus richtig gedämmt hat. Denn im WInter hält die Dämmung die Wärme drinnen und im Sommer draußen…..sollte sie richtig gemacht sein! 😉
    Wir haben unser Haus vor Kurzem gebaut und darauf besonders geachtet, denn einmal gebaut ist es ein großer aufwand, wieder etwas zu ändern! Durchgeführt hat das ganze natürlich deshalb auch ein Fachmann, der uns auch die Materialien besorgt hat von dieser Firma https://www.kemmler.de/
    Wir sind damit echt zufrieden….nur „leider“ gibts derzeit keine Kälte von außen 😉

  13. Ich wohne im Altbau und habe solche uralten undichten Doppelfenster… was kann ich tun, ohne viel Geld auszugeben?
    (Achja muss ich heizkörper auch isolieren, wenn sie an Innenwänden sind?)

  14. Heizkörper an Innenwänden brauchst du nicht isolieren, die Verluste durch die Mauer nutzt ja der Nachbar.
    Fenster: Frage nach Sanierung, ansonsten könnten Dichtbänder in den Fenstern helfen. Kann man im Baumarkt bekommen und selbst einkleben. Alles, was gegen Zugluft hilft ist gut. Und beide Fenster immer geschlossen haben natürlich 🙂

  15. Wieso „Verluste“ durch die Wand zum Nachbarn? Wenn es der Nachbar wärmer hat, als der Fragesteller, geht der Wärmfluss vom Nachbarn zu ihm! Alle Wärmeflüsse (Wärmeverluste) gehen durch die Flächen mit dem größten Delta T – z. B. Außenwand, Dachböden oder Keller!

    Zu Punkt 1. der Ratschläge: Seit Jahtzehnten zieht sich dieser widersinnige Hinweis durch die Ratschläge. Die, Angabe, dass ein Grad Tempperaturabsenkung eine Energieeinsparung von 6 % ergeben soll. Dabei wird völlig bezugslos nicht angegeben, bei welcher Innentemperatur ein Grad abgesenkt werden soll. Denn je niedriger die Innentemperatur, um so geringer die Energieeinsparung nach Q = m x c x Delta T !

    Vernutlich galt diese Angabe vor 30…40 Jahren, für die Wärmeverluste in Wohnungen oder Häusern mit einem hohen spezifischen Wärmenedarf von < 200 W/m². Zu Punkt 2: Die Angabe ist etwas irritierend, denn Rolläden senken die Wärmeverlsuste des Fensters um ca. 40 % - nicht aber die Gesamtwärmeverlust des %Raumes. Zu Punkt 4: . Mit einer Innendämmung mit aluminiumbezogenen Styropor, lässt sich der Wärmebedarf max. um 10 % reduzieren. Zu Punkt 6: Zum Problem der Absenkung streiten sich die Fachleute, dabei ist im Winter die Außentemperatur entscheident. Zu hohe Tempertaturabsenkung kann in Räumlichkeiten Kondensation bewirken und in Folge Schimmel hervorufen. Zu Punkt 10: Es ist korrekt, dass richtiges heizen und lüften, Schimmel zu vermeiden hilft. Nur das setzt voraus, dass auch richtig gedämmt wurde. Gerade in letzter Zeit häufen sich die Klagen von Hauseigentümern und Mietern, dass durch falsche und zuviel Dämmung die Schäden an Baulichkeiten durch Feuchtigkeitserscheinungen (Stocken) und Schimmel zugenommen haben. Übrigens hat Schaumstoffdammung den Nachteil bei Bränden gesundheitsschädlich Gase zu entwickeln. http://www.youtube.com/watch?v=1o34slPoa-8

    Der deutschen Dämmstoffindistrie ist es gelungen in Deutschland den Dämmwahn hervorzurufen. Es sollte aber gelten: Nur soviel dämmen wie nötig und nicht wie möglich! Bei Neubau ist ein gutdämmender Baustoff, immer einer zusätzlichen Wärmedämmung vorzuziehen!