Seidentofu: Besonderheiten, Zubereitung und Rezepte

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Seidentofu ist deutlich weicher als die geläufigen Tofu-Varianten, da er mehr Wasser enthält. Richtig genutzt, kannst du aus Seidentofu leckere Gerichte zubereiten.

Seidentofu: Eine weiche Tofu-Variante

Der größte Unterschied von Seidentofu zum üblicheren festen Tofu ist seine Konsistenz: Seidentofu ist sehr weich und cremig. Optisch ähnelt er eher Quark oder festem Joghurt – und so kannst du ihn auch verwenden.

Dass Seidentofu so viel weicher als „normaler“ Tofu ist, liegt an seinem Wassergehalt: Seidentofu besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser, während in anderen Tofu-Formen nur etwa 50 Prozent Wasser stecken. Woran liegt das? Seidentofu wird nicht gepresst, nachdem die Sojamilch erhitzt und geronnen wurde.

Ursprünglich kommt Seidentofu aus Japan, wo er „Kinugoshi“ genannt wird. Dort galt er lange Zeit als besondere Delikatesse und ist heutzutage weit verbreitet. Hierzulande ist diese weiche Tofu-Variante noch nicht so üblich – dabei ist Seidentofu sehr vielseitig: Dank seiner weichen Konsistenz kannst du aus Seidentofu cremige Süßspeisen, Soßen, Suppen und Dips zubereiten. Besonders in der veganen Küche ist Seidentofu als Quark- und Sahne-Ersatz beliebt.

Seidentofu: Zubereitung und Rezept-Tipps

Mit Seidentofu kannst du veganen Käsekuchen zubereiten.
Mit Seidentofu kannst du veganen Käsekuchen zubereiten.
(Foto: CC0 / Pixabay / ponce_photography)

Seidentofu bringt kaum Eigengeschmack mit – was Stärke und Schwäche zugleich ist: Seidentofu eignet sich als neutrale Basis für verschiedene Rezepte und lässt sich süß wie herzhaft zubereiten. Pur oder ohne aromatische Zutaten schmeckt Seidentofu hingegen langweilig und fad. Deshalb ist die richtige Zubereitung entscheidend.

Dips, Dressings und Soßen aus Seidentofu

  • Mit seiner weichen Konsistenz ist Seidentofu bestens für cremige Dips und Soßen geeignet. Verwende diesen einfach wie Quark oder Joghurt – püriert oder cremig gerührt und gewürzt.
  • Beliebte Rezepte mit Seidentofu sind zum Beispiel vegane Sour Cream, Joghurt-Dips und American Dressing.

Seidentofu als Sahne-Ersatz

Seidentofu als Ei-Ersatz

  • Beim Backen kannst du mit etwa 75 Gramm pürierten Seidentofu ein Ei ersetzen.
  • Da Seidentofu beim Erhitzen ähnlich wie Eier stockt, kannst du damit eine vegane Quiche, einen veganen Auflauf oder veganes Rührei zubereiten.

Backen mit Seidentofu

Vegane Mousse au Chocolat aus Seidentofu.
Vegane Mousse au Chocolat aus Seidentofu.
(Foto: CC0 / Pixabay / Einladung_zum_Essen)

Cremige Süßspeisen aus Seidentofu

  • Für cremige Süßspeisen wie Erdbeercreme oder veganes Crème brûlée kannst du Seidentofu gut verwenden.
  • Ein besonders beliebter Klassiker unter den veganen Desserts: Eine vegane Mousse au Chocolat aus Seidentofu.
  • Auch das cremige indische Getränk Mango Lassi kannst du vegan zubereiten, indem du den Joghurt durch Seidentofu ersetzt.

Seidentofu anbraten

  • Anders als fester Tofu eignet sich Seidentofu eher weniger zum Anbraten. Wegen seiner weichen Konsistenz lässt er sich kaum schneiden und zerfällt schnell beim Kochen.
  • In Japan wird Seidentofu trotzdem auch angebraten. Wenn du das versuchen möchtest, musst du den Tofu vorher etwas pressen und entwässern oder in Pfeilwurzelmehl wenden. In jedem Fall musst du den Seidentofu noch kräftig würzen.

Seidentofu einfrieren

  • Zum Einfrieren ist Seidentofu nicht geeignet. Dabei würde seine cremige Struktur zerstört.

Aufbewahrung und Lagerung

  • Lagere Seidentofu im Kühlschrank.
  • Einmal geöffnet, solltest du den übrigen Seidentofu in ein luftdichtes Gefäß umfüllen. So bleibt der Tofu gekühlt noch etwa zwei bis drei Tage haltbar.

Seidentofu selber machen: Anleitung

Seidentofu kannst du aus Sojamilch selber machen.
Seidentofu kannst du aus Sojamilch selber machen.
(Foto: CC0 / Pixabay / rawpixel)

Seidentofu gibt es nicht in jedem Supermarkt zu kaufen. In gut sortierten Bioläden, Reformläden und Asialäden findest du den weichen Tofu aber meistens. Achte beim Kauf auf Bio-Qualität und auf die Herkunft der Sojabohnen: Es gibt regionales Soja aus Deutschland und Europa.

Alternativ kannst du Seidentofu selber machen. Für einen Block Seidentofu brauchst du lediglich folgende Zutaten:

Und so geht die Zubereitung:

  1. Erhitze die Sojamilch bei niedriger Hitze in einem Topf.
  2. Nimm den Topf vom Herd, wenn die Sojamilch fast zu sieden beginnt.
  3. Gib den Zitronensaft oder Essig hinzu, rühre einmal kurz um und lasse die Sojamilch etwa zehn Minuten stehen. Die Säure wirkt als Gerinnungsmittel: Die Sojamilch beginnt auszuflocken. Übrigens: Traditionell wird das Meeresmineral Nigari als Gerinnungsmittel verwendet. Dieses kannst du in Asialäden kaufen – es ist aber deutlich teurer als etwas Zitronensaft oder Essig
  4. Hänge ein Sieb über eine Schüssel und lege es mit einem Baumwoll-Küchentuch aus.
  5. Gieße die geflockte Sojamilch durch das Sieb. Drücke die aufgefangene Masse im Sieb leicht an – fertig ist dein Seidentofu. Du kannst ihn entweder direkt verwenden oder in eine verschließbare Box füllen und in den Kühlschrank stellen – dann wird der Seidentofu noch etwas fester.

Übrigens: Wenn du aus dieser Masse festeren Tofu herstellen möchtest, musst du sie zum Schluss noch kräftig auspressen.

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