Toast ist ungesünder als Brot: Gilt das auch für Vollkorntoast?

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Weil Toast als ungesund gilt, greifen inzwischen immer mehr Menschen zu normalen Brot. Könnte Vollkorntoast eine gesündere Alternative zu Buttertoast sein? Wie schlägt es sich gegenüber richtigem Vollkornbrot?

Frisch aus dem Toaster zum Frühstück oder auch als saftiges Sandwich zwischendurch – Toastbrot ist beliebt und vielseitig verwendbar. Allerdings steht Toast seit geraumer Zeit in Kritik: Im Vergleich zu normalem Brot sei es ungesund. Ein besseres Image genießt hingegen Vollkorntoast, immerhin steckt da ja das ganze Korn drin. Wir klären auf, wie sich Buttertoast, Vollkorntoast und normales (Vollkorn-)Brot im Vergleich schlagen.

Daraus besteht Toastbrot

Toast gilt als ungesund wegen der Zusatzstoffe und des geringen Ballaststoffgehalts.
Toast gilt als ungesund wegen der Zusatzstoffe und des geringen Ballaststoffgehalts.
(Foto: CC0 / Pixabay / CordMediaStuttgart)

Jedes herkömmliche Brot enthält Mehl, Wasser, Hefe und meist auch Salz. Das gilt für das Roggenmischbrot vom Bäcker genauso wie für Brötchen vom Discounter – und eben auch für abgepacktes Toastbrot.

Anders als herkömmliches Brot enthält Toastbrot daneben aber noch eine ganze Reihe anderer Zutaten: Neben Fett und Zucker sind häufig auch Milch, Soja und zahlreiche Zusatzstoffe wie Säureregulatoren, Säuerungsmittel, Emulgatoren, Stabilisatoren, Konservierungsstoffe und Enzyme enthalten.

Schauen wir uns beispielhaft die Zutatenliste von zwei konventionellen Buttertoastprodukten an:

  • REWE Beste Wahl Buttertoast: Weizenmehl, Wasser, Butterreinfett, Hefe, Zucker, Speisesalz, Lupinenmehl, Säuerungsmittel Natriumacetate.
  • Harry Butter-Toast: Weizenmehl, Wasser, Natursauerteig (Wasser, Weizenmehl), Butterreinfett, Invertzuckersirup, Hefe, Salz, Ackerbohnenmehl, Säureregulator Natriumacetate, Weizenmalzmehl. 

Beide Produkte enthalten den Säureregulator Natriumacetate: Dieser gilt laut Codecheck.info zwar als gesundheitlich unbedenklich, wird aber häufig genutzt, um den Kunden zu täuschen: Derartige Toastprodukte werben mit dem Aufdruck „ohne Konservierungsstoffe“ – da Natriumacetate offiziell als Säureregulator eingesetzt wird. Dabei hat dieser Stoff auch eine konservierende Wirkung, wie die Verbraucherzentrale Bayern schreibt.

Viel Zucker, wenig Ballaststoffe: Das macht Toast ungesund

Beide Toastbrote haben zudem einen hohen Zuckergehalt: Auf rund vier Prozent Zucker pro 100 Gramm Buttertoast schaffen es beide Produkte. Während das REWE-Eigenprodukt auf herkömmlichen Zucker setzt, enthält der Markentoast von Harry den besonders umstrittenen Invertzucker.

Neben den enthaltenen Zusatzstoffen weist die Verbraucherzentrale zudem auf den relativ geringen Ballaststoffgehalt von Toast hin. Dadurch sättigt Toastbrot weniger als Vollkornbrot. In der Folge isst du eher mehr Scheiben, bis du satt bist. Da du jede Scheibe wieder mit einem Aufstrich oder Aufschnitt verzehrst, nimmst du am Ende deutlich mehr Kalorien zu dir.

Außerdem enthält Toast im Vergleich zu vielen herkömmlichen Broten mehr Fett: Etwa vier bis fünf Prozent Fett enthalten die meisten Toastbrote. Aufgrund der zugegebenen Butter handelt es sich dabei zu großen Teilen um gesättigten Fettsäuren, die als gesundheitlich problematisch gelten.

Kurz gesagt:

  • Toast enthält mehr Zusatzstoffe und ist damit ein höher verarbeitetes Produkt als herkömmliches Brot.
  • Toastbrot liefert deutlich weniger Ballaststoffe und macht damit weniger satt.
  • Gleichzeitig enthält es deutlich mehr Zucker und Fett als herkömmliches Brot.

Ist Vollkorntoast eine gesündere Alternative?

Vollkorntoast ist gesünder als Weißbrot.
Vollkorntoast ist gesünder als Weißbrot.
(Foto: CC0 / Pixabay / Shutterbug75)

Die Industrie hat inzwischen auf die Nachfrage der Konsumenten reagiert: Neben dem klassischen Buttertoast bieten die meisten Supermärkte und Marken auch Vollkorntoastprodukte an. Diese gelten als gesünder, da sie vollständige Getreidekörner enthalten.

Die Verbraucherzentrale Bayern stellt im Vergleich von Butter- und Vollkorntoast fest:

  • Vollkorntoast enthält deutlich mehr Ballaststoffe als normaler Toast. Dadurch hat er einen besseren Sättigungswert als Buttertoast.
  • Daher machen weniger Scheiben vom Vollkorntoast satt, wodurch du weniger zucker- und fettreiche Aufstriche benötigst.
  • Ein Frühstück mit Vollkorntoast ist daher tendenziell gesünder, da es zucker- und fettärmer ist als eines mit herkömmlichem Buttertoast.

Im Vergleich zu normalem Vollkornbrot kann aber auch Vollkorntoast nicht überzeugen: Um auf dieselbe Ballaststoffzufuhr von 200g Vollkornbrot zu kommen, braucht es 250g Vollkorntoast – und vom Buttertoast übrigens stolze 500g, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung berechnet.

Vollkorntoast ist gesünder, hat aber ebenfalls kritische Inhaltsstoffe

Abgesehen vom höheren Ballaststoffgehalt bleiben beim Vollkorntoast die Probleme von herkömmlichen Toast bestehen: Auch sie enthalten deutlich mehr Zucker, Fett und Zusatzstoffe als normales Brot. Das bestätigt der Blick auf die zwei exemplarischen Produkte von REWE und Harry:

  • REWE Beste Wahl Vollkorntoast: Weizenvollkornmehl, Wasser, Weizenmehl, Hefe, Zucker, Rapsöl, Speisesalz, Säureregulator Natriumacetate, Weizengluten, Säuerungsmittel Citronensäure, Emulgator Natriumstearoyl-2-lactylat, Lupinenmehl.
  • Harry Vollkorn-Toast: Weizenvollkornmehl, Wasser, Natursauerteig (Wasser, Weizenmehl), Weizenmehl, Hefe, Rapsöl, Invertzuckersirup, Salz, Säureregulator Natriumacetate, Weizenmalzmehl, Ackerbohnenmehl.

In beiden Produkten steckt wieder zugesetzter Zucker beziehungsweise Invertzuckersirup. Diesmal enthält der Toast der REWE-Eigenmarke sogar noch zusätzliches Gluten und einen Emulgator. Immerhin: Anstelle der zugesetzten Butter enthalten die Vollkorntoasts in beiden Fällen Rapsöl, dessen Fettzusammensetzung als vergleichsweise gesund gilt.

Übrigens: Mehrkorntoast oder Dreikorntoast sind meist mit Saaten wie Leinsamen oder Sonnenblumenkernen angereichert, teilweise auch mit Weizenhalmfasern für mehr Ballaststoffe. Diese Toastbrote solltest du aber nicht mit Vollkorntoast verwechseln: Um Vollkorn handelt es sich nur, wenn auch „Vollkorn“ drauf steht.

Kurz gesagt:

  • Im Vergleich zu Buttertoast ist Vollkorntoast deutlich ballaststoffreicher. Somit sättigt es länger und eignet sich besser für ein kalorienärmeres Frühstück.
  • Außerdem enthält Vollkorntoast in der Regel pflanzliches Öl. Dadurch ist es für Veganer geeignet und liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren.
  • Trotzdem stecken auch im Vollkorntoast zugesetzter Zucker und Zusatzstoffe.
  • Unterm Strich ist Vollkorntoast gesünder als herkömmliches Toastbrot. Im Vergleich zu richtigem Vollkornbrot schneidet es trotzdem schlechter ab.

Ist Bio-Toastbrot besser?

Vollkorntoast in Bio-Qualität enthält hochwertigere Zutaten.
Vollkorntoast in Bio-Qualität enthält hochwertigere Zutaten.
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Inzwischen bieten viele Supermärkte und Bioläden auch Vollkorntoast in Bio-Qualität an. Wir haben uns testweise wieder das Produkt der REWE-Eigenmarke „REWE Bio“ angeschaut und mit dem konventionellen Vollkorntoast aus demselben Hause verglichen.

  • Zutaten: Weizenvollkornmehl, Wasser, Weizenmehl, Rohrrohzucker, Rapsöl, Meersalz, Weizengluten, Hefe, Gerstenmalzmehl, Säuerungsmittel Äpfelsäure. 
  • Im Vergleich zum herkömmlichen Produkt enthält das Bio-Toast Rohrrohzucker anstelle von weißem Zucker, Meersalz anstelle von Speisesalz sowie als Säuerungsmittel Apfelsäure anstelle von Zitronensäure. Damit setzt das Bioprodukt auf naturbelassenere und hochwertigere Zutaten, die teurer in der Herstellung sind. Rohrrohzucker ist etwa nur einmal raffiniert und enthält so noch einen Teil der Melasse. Meersalz ist in der Regel frei von Zusatzstoffen.
  • Besonders positiv fällt zudem auf, dass das Bio-Vollkorntoast weniger Zusatzstoffe enthält: Weder Säureregulatoren noch Emulgatoren stecken im Brot. Damit schneidet das Bioprodukt in puncto Zutaten besser ab als die konventionelle Alternative.

In Hinblick auf die Nährwerte unterscheidet sich das Bioprodukt hingegen nicht signifikant vom herkömmlichen Vollkorntoast. Es enthält ebenso viel Zucker und Fett, gleichermaßen viele Ballaststoffe, Eiweiß und Kohlenhydrate.

Da der Bio-Toast fast ausschließlich Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet (außer Meersalz, Hefe und Apfelsäure), schneidet es in der Ökobilanz besser ab als herkömmlicher Toast: Der Anbau der Zutaten erfolgt ohne chemisch-synthetische Pestizide und ist damit umweltfreundlicher.

Zusammenfassung:

  • Bio-Toastbrot enthält tendenziell höherwertige Zutaten und weniger Zusatzstoffe als herkömmliches Toast.
  • In Hinblick auf die Nährwerte unterscheidet sich Bio-Toast kaum von konventionellem Toastbrot.
  • Bio-Toastbrot hat einen besseren ökologischen Fußabdruck als herkömmlicher Toast und ist somit die umweltfreundlichere Alternative.

Wenn Toast, dann Bio-Vollkorntoast

Ein richtiges Vollkornbrot ist immer noch gesünder als jeder Toast.
Ein richtiges Vollkornbrot ist immer noch gesünder als jeder Toast.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Generell ist der Ruf von Toast als ungesundes Brot nicht unbegründet: Im Vergleich zu herkömmlichem (Vollkorn-)Brot ist er höher verarbeitet und enthält mehr Zucker, Fett und Zusatzstoffe. Trotzdem ist Toast nicht gleich Toast: Vollkorntoast enthält das ganze Korn und somit mehr Ballaststoffe. Dadurch hält er länger satt und trägt besser zu einer ausgewogenen Ernährung bei als Buttertoast. Außerdem ist es in der Regel frei von tierischem Fett und somit auch zur veganen Ernährung geeignet.

Noch besser schneidet Vollkorntoast in Bio-Qualität ab: Dieser enthält in der Regel weniger Zusatzstoffe und setzt auf hochwertige Zutaten. Außerdem unterstützt du mit dem Kauf von Vollkorntoast eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. Ein Blick auf die Zutatenliste und die Nährwerttabelle lohnt sich aber auch bei Bio-Vollkorntoast. Zum Teil gibt es größere Unterschiede bei den Produkten.

Damit dein Toast möglichst gesund ist, achte auf die richtige Zubereitung: Du solltest Toastbrot immer nur leicht rösten, da sich beim Toasten Acrylamid und 3-MCPD bilden können. Beide Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Außerdem ist auch der Belag entscheidend: Ein selbst gemachter Aufstrich aus natürlichen Zutaten ist gesünder als eine herkömmliche Nuss-Nougat-Creme mit viel Zucker und gehärteten Fetten.

Trotzdem: Im Vergleich zu einem richtigen Bio-Vollkornbrot schneidet auch Bio-Vollkorntoast schlecht ab. Das herkömmliche Brot enthält in der Regel weniger Fett und Zucker, dafür mehr Ballaststoffe und Eiweiß. Aber auch in Vollkornbrot stecken heutzutage oft Zusatzstoffe wie Emulgatoren und Säureregulatoren. Am besten bist du daher beraten, wenn du beim lokalen Bio-Bäcker einkaufst und dort direkt nach den verwendeten Zutaten fragst.

Du kannst aber auch dein eigenes Brot backen – das ist gar nicht so schwer wie oft angenommen. Dabei kannst du selbst bestimmen, welche Zutaten am Ende im Brot landen und wie es schmecken soll. Unsere Rezepte helfen dir dabei, das richtige Brot nach deinem Geschmack zu backen:

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