Elektroautos 2016: das sind die wichtigsten 11 Elektro-Mobile

Elektroauto: Renault Twizy
Foto: © Renault

Elektroautos befinden sich noch in der Nische: Kaum mehr als ein Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland geht auf das Konto von Elektro-Mobilen. Dabei gibt es ganz hervorragende Modelle – vielleicht müssen wir uns nur geistig von der Idee lösen, die Elektro-Anschaffung müssen sich „amortisieren“.

Es geht ums Geld, könnte man meinen: Nicht mal Zehntausend der insgesamt rund drei Millionen im Jahr 2014 zwischen Flensburg und Füssen verkauften Pkw fahren Batterie-elektrisch. Diese Autos sind so teuer, dass sich der Mehrpreis über die niedrigen Stromkosten nicht einspielen lässt. Denn so ticken wir Deutschen – die Wahl des Antriebs ist traditionell ein Rechenexempel. „Amortisiert“ sich der Dieselmotor nicht, wird zum Benziner gegriffen.

Ganz ähnlich sieht es bei einem lokal emissionsfreien Elektroauto aus. Dabei weiß jeder, der mal so ein Ding gelenkt hat, wie komfortabel, kraftvoll und damit überlegen es fährt. In der Bildergalerie finden Sie 11 aktuelle Elektroautos im Überblick.

Wir sollten aber ehrlich zu uns sein und unser Denken hinterfragen: Ist der Zukunftsantrieb wirklich eine Möglichkeit, um Geld zu sparen? Oder ist er nicht viel mehr ein Extra wie Alufelgen, Sitzheizung und Lederausstattung? Eine Komfortfunktion mit Umweltwirkung, für die wir gerne einen Aufpreis zahlen sollten? 

Elektroautos als Austattungsmerkmal?

Warum sollten wir so denken? Weil wir oft bereit sind, für andere Extras viele, viele Euros auszugeben. Kein Auto verlässt das Werk in Grundausstattung. Hier noch ein paar Parksensoren, dort die schicke Farbe gegen Aufpreis. Alles kostet Geld.

Überhaupt ist der Autokauf weitgehend irrational. Nur die Begründung, die wir uns und unseren Freunden und Nachbarn für die Wahl ausgerechnet eines modischen Citroens, eines spröden Skodas oder eines mächtigen Range Rovers geben, ist immer scheinbar vernünftig. Wir rationalisieren unsere emotionale Kaufentscheidung. Egal, ob wir ach so bescheiden sind oder das schwere SUV so ungeheuer praktisch finden.

Zurück zum Elektroauto: Die Millionen Autos im Bestand, die ausschließlich für Pendel- und Kurzstrecken eingesetzt werden, könnten komplett durch Batterie-elektrische Autos ersetzt werden. Dafür ist die Reichweite schon heute groß genug, das beweisen die 11 spannenden Elektroautos unserer Bildergalerie.

Wenn wir lernen, die Mehrkosten für zum Beispiel die „electric drive“-Version eines Smart als Luxusinvestition in unseren Alltag zu begreifen, weicht der Schmerz des Kassenlochs unserem Genuss des leisen Gleitens. Das sollte uns genauso viel wert sein wie das Schiebedach oder das opulente Audiosystem. Aber bitte nur mit Ökostrom.

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(3) Kommentare

  1. Die ganze Diskussion für und wider das Elektroauto wird meiner Meinung nach völlig falsch geführt, dies meist mit falschen Ausgangsargumenten der Gegner. Es gibt kein Reichweitenproblem mit E-Autos, es gibt ein Problem in der Denke der Autofahrer. Entweder kaufe ich ein Auto mit „nur“ 160 km Reichweite oder ich lasse es. Daraus wird künstlich ein Problem hochgehalten, dies führt soweit, das man (die E- Autofahrer und-fahrerinnen) in einschlägigen Foren regelrecht „zerfleischt“ anstatt sich zu solidarisieren. Und wer Geld für einen SUV ausgibt, hat jede rationale Argumentationsgrundlage zum Thema „zu teuer“ aufgegeben. Wer rational ein Auto kauft will, muß ein güstiges Auto ohne Extras kaufen. Ein Auto kostet immer Geld, es „rechnet“ sich nie wirklich, daher kasnn sich ein E-Auto auch nicht rechnen, ein Verbrenner aber auch nicht. Und wer beides vergleicht, muß eingestehen, das Nachhaltigkeit „unbezahlbar“ ist, daher kann eigentlich auch kein Preis dafür zu hoch sein.

  2. Was man „haben muss“ und was „man braucht“ ist sehr schwammig und orientiert sich an irgendeinem diffusen Mittelwert der Gewöhnung – aber auch am Blick der Nachbarn. Wenn es offenbar nur für eine billige nackte Blechkiste mit 75PS gereicht hat, macht das keinen Spass. Mit Stolz wuchtet man aber 2,5t Luxus in die Garage – die Sonderausstattungen werden nie auf Amortisation überprüft.
    Genauso beim Hausbau: „rechnet“ sich der Luxus von 200qm Wohnfläche? Nee, aber das will man ja haben, soll ja schön sein.
    Bei der Solaranlage fangen dann die meisten an zu knappsen: Amortisation erst nach 10-20 Jahren? Och nöö, dann doch lieber ne sauteure Haustüre, Heizkörper und edle Böden.
    Leider hat das ökologische Schönwohl- und Fahrgefühl noch keinen Stellenwert: PS und Reichweite zählen, auch wenn man die nahezu nie ausreizt.
    Auch Wärmedämmmung machen die meisten nur, weil sie müssen – der Wohngewinn ist damit gigantisch, aber „es muss sich ja rechnen“, sonst hau ich halt ein bisserl mehr Öl rein.
    Das, was wir wollen, wird ganz stark von den Medien beeinflusst: es werden immer noch PS-Boliden gehypt, bei E-Fahrzeugen wird immer an der Reichweite rumgenörgelt.
    Und die Hersteller machen die E-Fahrzeuge absichtlich schlechter mit geringen Kapazitäten um die 25kwH, wo ein Tesla problemlos 90 unterbringt. Schon die doppelte Kapazität würde das Reichweiten“problem“ lösen, aber die Kosten nur wenig steigen lassen, WENN die Hersteller wollten. Da wird dann argumentiert, dass die Batterien so teuer wären, was aber nur z.T. stimmt.

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