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Fair Fashion: Mit Fairtrade für eine Revolution in der Modebranche

Fabrikmanager Amit (links) und Textilarbeiter Hasmukh (rechts) des indischen Textilunternehmens Purecotz ecolifestyles setzen sich seit Jahren für eine nachhaltige Produktion von Textilien ein.
Foto: © Purecotz ecolifestyles

Die Fashion Revolution erinnert mit dem Hashtag #whomademyclothes 2018 zur Fashion Revolution Week bereits zum fünften Mal an die größte Tragödie im Textilsektor: das Unglück von Rana Plaza. Fairtrade fordert zur Fashion Revolution Week mehr Gerechtigkeit und Transparenz in der Modebranche und zeigt, wie es geht.

Am 24. April 2013 brach der mehrstöckige Gebäudekomplex mit mehreren Textilfabriken in Bangladesch in sich zusammen und forderte das Leben von 1.135 Arbeitern. Seitdem ist das Bewusstsein für die prekären Arbeitsbedingungen in der Branche gestiegen, aber es gibt noch viel zu tun. Grüne Mode, Fair Fashion oder die Capsule Wardrobe – wie gelingt die Revolution?

Möglichkeiten, ethisch zu konsumieren

Slow Fashion ist zum Schlüsselkonzept avanciert und steht für nachhaltiges Konsumieren. Anders als beim radikalen Konsumverzicht geht es hier darum, achtsam und bewusst einzukaufen. Erst davon profitieren dann auch die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken. Neben Second Hand und Kleidertausch ist vor allem bei neu produzierter Ware Fairtrade die erste Wahl. Wie bei fairem Kaffee oder fairer Schokolade geht es darum, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Beschäftigten zu verbessern.

Pflückerin mit frisch geernteter und gereinigter Baumwolle.
Pflückerin mit frisch geernteter und gereinigter Baumwolle. (Foto: © Max Havelaar-Stiftung / Suzanne Lee)

Auf den Baumwollfeldern beginnt der Weg eines Shirts. Bis zum fertig produzierten Kleidungsstück legt es einen Weg zurück, der mehr als eine Erdumrundung ausmacht. Unzählige Hände sind an der Produktion beteiligt. Kein Wunder also, dass die komplexen Lieferketten, fehlende Transparenz und schwache Arbeiterrechte zu drastischen Schäden für Mensch und Umwelt führen. Textilien sind in ihrer Herstellung noch vielschichtiger als andere Produkte. Daher sind umfassende Lösungsansätze nötig, die jeden Schritt der Produktion berücksichtigen.

Baumwollkleinbauern auf Farmen unterstützen

Fairtrade ist seit Jahren in der Textilindustrie aktiv. Das Fairtrade-Siegel für Baumwolle gibt es für Rohbaumwolle, die fair angebaut und gehandelt wurde. Das Baumwoll-Siegel findet man zum Beispiel auf Pullovern, Bettwäsche oder Rucksäcken. 100 Prozent der Baumwolle in diesen Produkten sind Fairtrade-zertifiziert und bis zum Ursprung rückverfolgbar. Daneben gibt es noch das Baumwoll-Programm von Fairtrade. Anders als beim Baumwoll-Siegel geht es nicht um die Zertifizierung eines Produkts, sondern um fairen Rohstoffeinkauf. Für das Programm-Siegel gelten die gleichen Standards wie für das Produkt-Siegel und die Produzentinnen und Produzenten haben die gleichen Vorteile.

Shantiben mit ihrem Mann Sarabhai auf einer Fairtrade-zertifizierten Baumwollfarm im indischen Bundesstaat Gujarat.
Shantiben mit ihrem Mann Sarabhai auf einer Fairtrade-zertifizierten Baumwollfarm im indischen Bundesstaat Gujarat. (Foto: © Fairtrade Australia and New Zealand / Sean Hawkey)

Arbeiterrechte in Textilfabriken stärken

Entlang der Lieferketten und bis hin zum fertigen Produkt gibt es den Fairtrade-Textilstandard. Als erster Standard überhaupt definiert der Textilstandard einen festen Zeitrahmen von sechs Jahren, in dem ein existenzsichernder Lohn erreicht werden muss. Der Standard gilt für Fairtrade-Baumwolle und andere verantwortungsvoll produzierte Textilfasern. Parallel zum Textilstandard hat Fairtrade darüber hinaus das zugehörige Fairtrade-Textilprogramm entwickelt. Direkt vor Ort werden die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die Managementebene mit dem Programm unterstützt, über ihre Rechte aufgeklärt und in Bereichen wie Arbeits- und Gesundheitsschutz geschult. Das Programm bereitet die Fabriken auf den Textilstandard vor, steht jedoch potenziell allen Unternehmen offen, die etwas verbessern möchten.

Näherin in der Fairtrade-Fabrik Armstrong Knitting Mills in der südindischen Industriestadt Tiruppur.
Näherin in der Fairtrade-Fabrik Armstrong Knitting Mills in der südindischen Industriestadt Tiruppur. (Foto: © Fairtrade Deutschland / Anand Parmar)

Diese vier Ansätze von Fairtrade – Fairtrade-Siegel für Baumwolle, Baumwoll-Programm, Fairtrade-Textilstandard und das zugehörige Fairtrade-Textilprogramm – decken zusammen alle Etappen der kompletten Wertschöpfungskette einer Textilie ab: anbauen, ernten, entkörnen, spinnen, weben, veredeln und konfektionieren.

Übrigens: Brands Fashion, Melawear und 3Freunde sind die ersten drei deutschen Unternehmen, die sich verpflichtet haben, den Textilstandard von Fairtrade in den eigenen Produktionsstätten voranzutreiben. Sie wollen zeigen, dass eine öko-faire Produktion auch in der Modebranche möglich ist. Mode mit fairer Baumwolle findest du im Einkaufs-Finder von Fairtrade.

Die Näherin Sabina Khatun arbeitet bei Rowa Fashions Ltd. in Bangladesch, wo Brands Fashion unter anderem produziert.
Die Näherin Sabina Khatun arbeitet bei Rowa Fashions Ltd. in Bangladesch, wo Brands Fashion unter anderem produziert. (Foto: © Brands Fashion)

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