In 7 einfachen Schritten zu weniger Plastik

Plastik vermeiden: Stoffbeutel und Seife
Foto "Incase x Jonas Torvestig x THIS LA" von incase unter CC BY 2.0, Foto "Soap" von Ilya Yakubovich unter CC BY-SA 2.0

Plastikmüll verschmutzt unsere Meere, landet in den Mägen von Fischen und somit später auf unserem Teller – das ist nur ein Beispiel, wie verheerend sich Plastik auf unsere Umwelt auswirkt. Auch wenn Plastik scheinbar allgegenwärtig ist, können wir doch seine Verbreitung mit unserem Konsumverhalten beeinflussen. Es ist gar nicht so schwer.

Schritt 1: die Transportfrage

Am deutlichsten begegnen wir Plastik wohl im täglichen Umgang mit Plastiktüten. Jeder kennt inzwischen die Bilder von am Straßenrand herumliegenden und im Meer herumschwimmender Plastiktüten. In Marokko sind Plastiktüten bereits verboten und auch Supermärkte in Deutschland ziehen mit der Abschaffung der Umweltverschmutzer nach.

Du hast bestimmt eine ordentliche Sammlung Stoffbeutel im Schrank liegen. Deponiere einen bei der Arbeit, einen in der Tasche und neben dem Schlüsselbrett und falls du eines besitzt auch einen im Auto. Somit hast du immer einen Stoffbeutel zur Hand und musst keine Plastiktüten im Supermarkt kaufen. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Schritt 2: die Lebensmittelauswahl

Gurken im Ganzkörperkondom? Bananen in der Plastiktüte? Zwei Kiwis in einem Papier-Plastik-Bett? Wir als Verbraucher können etwas bewirken. Greife beim Einkauf daher gezielt zu den Lebensmitteln, die nicht durch viel Verpackung (oder Verpackung in Verpackung) negativ auffallen. Joghurt in vier kleinen Plastikbechern? Künftig greifst du zum größeren Pfand-Glasbehälter und sagst dem Plastikwahn Adieu.

Tipp: Schau dir doch mal unsere Übersicht verpackungsfreier Supermärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz an.

Schritt 3: der Kaffee unterwegs

Kaffee gehört bei vielen zu den Lieblingsgetränken. Kein Wunder also, dass wir auch unterwegs gerne einen Coffee To Go schlürfen. Mit deinem eigenen Thermobecher schmeckt nicht nur der Caffé Latte besser, sondern du vermeidest viel Müll. Wer keinen dabei hat, kann zumindest auf den Plastikdeckel verzichten und nur den Pappbecher entgegennehmen.

Hand nimmt Kaffee: bitte keine kleinen Zuckertüten
Für Kaffee Zeit nehmen und in Ruhe auch mal vor Ort genießen (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

Schritt 4: der Durst

Dieser Tipp vermeidet nicht nur Plastikmüll, sondern spart echt eine Menge Geld. Fast überall in Deutschland bekommst du Leitungswasser in sehr guter Qualität kostenlos aus dem Hahn. Nimm für unterwegs einfach wieder befüllbare Trinkflaschen mit und spar dir die Plastikflaschen. In unserer Übersicht BPA-freier Trinkflaschen findest du empfehlenswerte Produkte.

Schritt 5: die Küche

Plastikdosen oder Kochlöffel aus Kunststoff – in der Küche findet sich oft besonders viel Plastik. Schmeiß deinen Plastik-Hausrat jetzt aber nicht einfach weg, sondern ersetze ihn bei Bedarf nach und nach – beispielsweise die Plastik-Kochlöffel durch Exemplare aus Holz. Mit Holz-Utensilien besteht im Gegensatz zu solchen aus Plastik keine Gefahr, dass sich winzige Partikel und Schadstoffe vom Kunststoff lösen und später im Essen landen.

Kochen
Öfter mal selbst kochen: das spart nicht nur Geld, sondern ist auch gesünder als Fertigprodukte (Foto: © Thomas Bethge - Fotolia.com)

Schritt 6: das Kinderspielzeug

Kinder erkunden die Welt mit allen Sinnen. Klar, dass sie sich dabei alles Mögliche, auch ihr Spielzeug, in den Mund stecken. Billiges Kinderspielzeug aus Plastik kann jedoch mit Schadstoffen belastet sein. Achte daher beim Kauf von Kinderspielzeug mindestens auf Hinweise wie „PVC-frei“, „phtalatfrei“ oder „BPA-frei“.

Spielsachen aus Holz und Textilien sind meistens die beste Wahl. Da Kinder früher oder später ihr ehemals geliebtes Spielzeug sowieso nicht mehr nutzen, können robuste, hochwertige Spielsachen dann einfach in die zweite Hand gehen. Warum kaufst du nicht gleich selbst gutes gebrauchtes Kinderspielzeug?

Schritt 7: die Körperpflege

So viele Tuben, Flaschen und Spender! Keine Panik – beginne im Bad einfach mal mit der Seife. Ersetze den Plastikspender der Flüssigseife mit einem Stück Seife. Wer nicht auf Seife in flüssiger Form verzichten will, der kauft Vorratspackungen und füllt den Seifenspender nach.

Auch Shampoo und Duschgel kannst du durch Naturseifen für Körper und Haare ersetzen. Alepposeifen beispielsweise ersetzen jedes Duschgel und mit speziellen Haarseifen oder festen Shampoos sparst du dir auch die Shampoo-Flasche. Einfach mal im Bioladen oder auch online umsehen.

Plastik vermeiden: Stück Seife statt Flüssigseife
Stück Seife statt Plastikflasche: kleine Schritte in Richtung weniger Plastik (Foto: "Soap" von Ilya Yakubovich unter CC BY-SA 2.0)

Willkommen in Alltag mit weniger Plastik. Gar nicht so schwer, oder?

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(14) Kommentare

  1. Den Plastikdeckel beim Coffee to go wegzulassen hat sicher nur eine symbolische Wirkung – Deckel und Becher werden doch sicher zusammen gekauft. Das heißt, der Deckel wird dann weggeworfen – nehme ich an.
    Wobei ich mir eh nicht vorstellen kann, wie man aus so einem Schnabelbecher ein Heißgetränk trinken soll, ohne sich die Zunge zu verbrennen.

  2. Soweit ich weiß, ist doch eben das Problem, dass die Becher eben auch nicht nur aus Pappe bestehen, sondern auch mit Kunststoff beschichtet sind. Oder nicht? Bis vor kurzem dachte ich auch, es wäre halbwegs ok, einfach den Deckel wegzulassen. Aber so einfach scheint es nicht zu sein.

  3. Meine Tochter mit ihrer Familie und ich machen schon lange bei der Müllvermeidung mit. Wir kaufen keien Plastikbeutel, sondern benutzen Baumwoll -oder Papiertaschen. Wir trinken Leitungswasser und Gemüse/ Obst kaufen wir unverpackt. Ich benutze Seife statt Handwaschmittel. Den Rest werden wir auch noch ändern.

    • Das kommt immer drauf an:
      Wenn ich auf dem Land lebe und für jeden Einkauf im Fachgeschäft weit fahren muß, dann ist der Online-Kauf besser.
      Oder wenn ich mich für ein wesentlich nachhaltigeres Produkt im Online-Kauf entscheide, statt für ein nicht nachhaltiges Produkt vor Ort.

      Es entscheidet mehr das WAS und WIEVIEL darüber, als das WO.

      Natürlich versuche ich – wo möglich – die Händler vor Ort zu unterstützen. Schließlich möchte ich auch morgen noch gute Beratung beim Fachhändler.
      Aber wo das nicht geht, ist online besser, als wenn ich 30 km zum nächsten Fachhändler fahre. Oder bei besonderen Produkten auch noch viel weiter.

  4. „Fachberatung“, was ist das eigentlich. Jemand der sich ein Prospekt durchgelesen hat oder wenn der Hersteller von den Vorteilen seiner Produkte schwärmt. Ich höre lieber auf das was andere Kunden zu sagen haben und das geht nun mal nur im Netz.

  5. Wir haben im Auto 2 Kartons (ehem. Paprika) stehen, welche mit den Einkäufen befüllt werden und dann einfach ins Auto zurükgestellt werden. Da diese Obst-Gemüse Kartons sehr robust sind, fahren unsere schon über ein halbes Jahr mit. Kostenlos sind sie ebenfalls. Leider gucken Verkäufer etwas pikiert, wenn das Obst und Gemüse ohne dieses Plastiktütchen auf dem Warenband angekullert kommt. Aber wir lächeln dann immer freundlich und betonen das wir „Anti-Tüten-Leute“ sind, in der Hoffnung, dass die Leute hinter uns evtl. aufmerken. 🙂 Ansonsten am liebsten regional einkaufen. Mit der Zeit erweitert sich der Kreis von allein. Wurst,Fleisch, Eier, Milch, Honig, Marmelade, bekommt man auf dem Land oft beim Nachbarn, oder Hofladen und bei dem gibt es keine Verpackung, den hier läuft man mit seinen eigenen Utensilien los. In Verbindung mit einem Familienspaziergang für die Kid`s ist auch diese Seite abgedeckt. Sehr praktisch und wir finden für alle eine win-win Situation.

  6. Super Tipps! Vor allem die Plastiktüte beim einkaufen ist so unnötig..das macht mich richtig sauer wenn dann gerade die Leute mit dem Kinderwagen drei Tüten nehmen….
    Das mit dem Wasser mache ich auch seit kurzem…hat jemand Erfahrung mit diesem SodaStream..was haltet ihr davon? Wäre dankbar für Tipps! <3

    https://andreaandcoco.wordpress.com/

  7. Das klingt ja alles gut und ist wahrscheinlich auch der richtige Weg nur sollte man bedenken was das alles kostet nicht jeder Mensch ist fähig ein nachhaltiges leben zu führen Beispiel die seife oder bio Produkte wo meistens nicht mal bio drin steckt trotzdem halte ich diesen Artikel für ein gutes Beispiel wie es funktionieren kann und wonach man sich richten kann

    • „nur sollte man bedenken was das alles kostet“
      Was kosten denn die genannten Vorschläge (mehr)?
      „nicht jeder Mensch ist fähig ein nachhaltiges leben zu führen“
      Wieso? Nebenbei: 50 % sind allemal besser als 0 % und wenn alle 80 % geben würden, hätten wir die meisten Probleme vermutlich gar nicht.
      „bio Produkte wo meistens nicht mal bio drin steckt“
      Wie meinst Du denn das bitteschön? Vielleicht kannst Du das etwas genauer erläutern.

  8. Solange man auf die Frage, ob man den Kaffee in den mitgebrachten Becher gefüllt bekommen kann, ein rüdes „das dürfmer nich“ zurück bekommt, macht das wenig Spaß.
    Wo genau stehen denn die Hygienevorschriften, die das verbieten (ebenso den Stoffbeutel beim Bäcker)?

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