Pflanzenmilch als Milchersatz: Die besten pflanzlichen Alternativen zu Kuhmilch

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Vieles spricht für pflanzlichen Milchersatz. Utopia stellt die besten pflanzlichen Alternativen zu Milch vor: Hafermilch, Mandelmilch, Sojamilch, Getreidemilch … Außerdem zeigen wir dir, welche Pflanzendrinks für Kaffee, Müsli oder zum Kochen taugen.

Im Beitrag 5 Argumente gegen Milch sprechen wir schwere Fragen an: Ist Kuhmilch eher ungesund als gesund? Ist sie ethisch vertretbar? Wieso „brauchen“ wir angeblich Kuhmilch, wenn in Wirklichkeit ein Großteil der Weltbevölkerung lak­to­se­in­to­le­rant ist?

Milch zu kaufen ist nur noch für wenige eine Selbstverständlichkeit, über die man mal nachdenken kann. Doch jeder kann auch einfach mal anfangen, eine der pflanzlichen Milch-Alternativen auszuprobieren. Denn es gibt viel mehr als nur eine!

Hafer-Pflanzenmilch: regionaler Milchersatz

Hafermilch
Hafermilch vom Hofgut Storzeln

Manchem gilt heute Hafermilch als bester Milchersatz, sowohl geschmacklich als auch aus nachhaltiger Sicht. Im konventionellen Supermarkt gibt es Hafermilch noch nicht immer, in Bioläden, Biosupermärkten und Reformhäusern findest du eine große Auswahl (etwa Alnatura, Provamel, Natumi, dm Bio, Hofgut Stoerzeln). Seltener als Hafermilch findet man auch Dinkelmilch und Hirsemilch.

Hafermilch empfiehlt sich als Milchersatz, weil sie keine Laktose, kein Milcheiweiß und keine Sojabestandteile enthält. Allerdings enthält Hafermilch Gluten und ist auch ziemlich kalorienhaltig. (allerdings weniger als Kuhmilch). Zugleich ist Hafermilch als Milchalternative ziemlich arm an Nährstoffen und Proteinen.

Für Hafermilch spricht seine gute Ökobilanz. Der Anbau kommt meist ohne Herbizide aus, es gibt viel Hafer aus Bio-Anbau. Hafer kann bei uns zudem aus regionalem Anbau kommen – ob das im einzelnen immer der Fall ist, muss man bei jedem Produkt natürlich selbst prüfen. Der Haferdrink von Hofgut Storzeln (s. Bild) kommt zum Beispiel vom Bodensee. Bei Ökotest erhielten viele Hafermilchprodukte ein „sehr gut“.

Geschmack: Bei der Herstellung wird Getreidestärke in Zucker umgewandelt – darum schmeckt Getreidemilch auch ungezuckert leicht süßlich. Hafermilch, Dinkel- und Hirsedrinks eignen sich als Kuhmilch-Ersatz zum Kochen und Backen. Ihre Süße macht sich außerdem gut im Müsli – genau wie Reismilch. Hafermilch schmeckt im Kaffee zwar etwas getreidig, aber eigentlich sehr angenehm.

Worauf achten? Achte bei Hafermilch auf das EU-Bio-Siegel, besser noch Siegel namhafter Bio-Anbauverbände wie z.B. Bioland. Achte auf Angaben zur regionalen Herkunft, idealerweise Deutschland oder wenigstens EU. Viele Hersteller setzen Getreidemilch Calcium oder andere Inhaltsstoffe zu, auch hier signalisiert das Bio-Siegel, dass die Zusätze im vernünftigen Rahmen bleiben.

Beispiele:

  • Oatly Bio Haferdrink (erhältlich** bei Rewe)
  • Allos Hafer Drink Naturell Bio (erhältlich** bei vekoop)
  • Provamel Haferdrink ohne Zucker Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 1 bis 3 Euro pro Liter
Mehr Infos: Alles über Hafermilch – Hafermilch selber machen: einfaches Rezept

Alles über Hafermilch als Milchersatz

Mandelmilch: die geschmackvolle Milchalternative

Milchersatz: Mandelmilch
Milchersatz: Mandelmilch (Foto: © Provamel)

Mandelmilch ist in den USA längst Trend, auch bei uns ist sie als Milchersatz schon fast so populär wie Sojamilch. Zu kaufen gibt es Mandelmilch in den meisten Bioläden und Reformhäusern. Seltener gibt es auch andere Milch-Alternativen aus Nüssen, zum Beispiel Haselnussmilch oder Cashewmilch.

Mandelmilch enthält im Vergleich zu Kuh- und Getreidemilch nur sehr wenig Eiweiß und auch kaum Calcium. Dafür bietet Mandelmilch reichlich Spurenelemente, Vitamine und relativ wenig Fett.

Zusammengenommen sind Mandeldrinks eine durchaus gesunde Milchalternative. Im Vergleich dazu ist Haselnussmilch fett, nämlich ebenso fett wie Kuhmilch.

Geschmack: Mandelmilch gilt als hervorragender Milchersatz beim Backen. Das leicht nussige Aroma bereichert je nach Geschmack auch jedes Müsli. Im Kaffee neigt Mandelmilch zur flockigen Konsistenz, wir raten eher ab. Haselnussdrinks sind vielleicht mehr eine Alternative zu Kakao als zu Milch: Sie schmeckt pur schön nussig, ist dafür aber längst nicht so zuckrig (außer mit Zuckerzusatz).

Worauf achten? Besonders nachhaltig ist Mandelmilch nicht: Mandeln brauchen viel Wasser, die Anbaugebiete liegen in trockenen Regionen, die Transportwege sind meist lang und die Herkunft der Mandeln (Kalifornien oder Italien) ist bei verarbeiteten Produkten nicht mehr zu erkennen. Betrachte es als Lebensmittel, nicht als Getränk. Achte unbedingt auf Bio-Produkte, etwa von Alnatura, dm Bio, Provamel. Vorsicht: Nuss- und Mandelmilch wird manchmal Zucker zugesetzt!

Inzwischen gibt es viele Produkte auf Mandelbasis, neu zum Beispiel veganen Mozzarella namens Mondarella. Und: Du kannst Mandelmilch selber machen.

Beispiele:

  • Provamel Mandel Drink ungesüßt Bio (erhältlich** bei vekoop)
  • Soyatoo Milli Mandel-Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)
  • Allos Mandel Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 2,50 Euro pro Liter Mandelmilch oder Haselnussmilch
Mehr Infos: Alles über Mandelmilch

Alles über Mandelmilch als Milchersatz

Sojamilch: der klassische Milchersatz

Milchersatz: Sojamilch
Bio-Sojamilch von Alnatura (Foto: © Alnatura)

Sojamilch ist die bekannteste Milch-Alternative, aber auch eine sehr umstrittene. In Bio-Läden und Reformhäusern gibt es Sojadrinks bei uns schon seit vielen Jahren, inzwischen findet man Sojamilch auch in jedem Supermarkt und in Drogeriemärkten. Sie dienen vielen, die vegan leben wollen, als Eiweiss-Lieferant.

Sojadrinks enthalten gesunde Stoffe wie Folsäure und pflanzliche Proteine – und kein Cholesterin. Allerdings ist der Gehalt an Calcium geringer als bei Kuhmilch, darum bieten die meisten Hersteller inzwischen Sojamilch mit zugesetztem Calcium an. Strittig sind „Isoflavone“- pflanzliche Hormone, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln. In Asien glaubt man, dass sie vor Krebs schützen und gegen Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Hierzulande spricht man vorsorglich von einer „unklaren Wirkung“ und das Bundesinstitut für Risikoforschung rät, Säuglingen und Kleinkindern keine Sojamilch zu geben. Mehr im Beitrag Sojamilch und Kuhmilch im Vergleich – was ist gesund?

Geschmack: An Sojamilch pur scheiden sich die Geister. Die einen schätzen den getreidigen, teils auch nussigen Geschmack, den anderen schmeckt Sojamilch zu penetrant nach Bohnen. Häufig gelobt wird Sojamilch als Ersatz im Kaffee – auch weil man sie gut aufschäumen kann. Viele Hersteller haben süße Sojadrinks in den Geschmacksrichtungen Vanille und Kakao im Programm. Es gibt auch Soja-Joghurt.

Worauf achten? Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Sojas stammt aus Südamerika. Vor allem in Brasilien und Argentinien werden riesige Flächen Regenwald abgeholzt, um Platz für die Sojaproduktion zu schaffen. Wir empfehlen deshalb nur Sojamilch mit Soja aus Europa. Das Bio-Siegel schützt zudem vor Gentechnik.

Beispiele:

  • Natumi Soja Drink Bio (erhältlich** bei purenature)
  • Provamel Sojadrink Calcium Bio (erhältlich** bei alles-vegetarisch)
  • Soyatoo Milli Natural Sojakeim-Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 1 Euro pro Liter Sojamilch
Mehr Infos: Alles über SojamilchKuh- und Sojamilch im Vergleich

Alles über Sojamilch als Milchersatz

Pflanzenmilch aus Getreide

Noch eine Alternative zu Kuhmilch: Getreidemilch und Getreidedrinks. Die werden aus klassischen Getreidesorten wie Dinkel, Hafer (siehe oben), Roggen zubereitet und eignen sich vor allem für Milchallergiker. Selten kommt sie tatsächlich als „Getreidemilch“ bzw. „Getreidedrink“ daher, meist ist sie eben Hafermilch oder Dinkelmilch.

Je nach Sorte ist Getreidemilch kein glutenfreies Lebensmittel. Die Nährstoffe sind okay, Proteine kaum enthalten  – der Name klingt gesünder, als es ist. Ökologisch hat diese Milchalternative aber den Vorteil, das sie vergleichsweise regional produziert werden kann. Diesen Milchersatz gibt es in besseren Supermärkten, in Reformhäusern und in Bioläden.

Geschmack: Zu Müsli passt Kuhmilch-Ersatz aus Getreide naturgemäß besonders gut. Auch in Kaffee und Tee schmecken Getreidemilchsorten meist gut, sofern man eben den getreidigen Geschmack mag. Für Milchschaum braucht man spezielle Sorten wie Oatly oder Dinkelmilch.

Worauf achten? Achte auf Bio-Anbau und eine möglichst regionale Herkunft und studierte die Lebensmittel-Zutatenliste, denn hier wird zuweilen etwas viel Zucker oder anderes hinzugefügt.

Beispiele:

  • Natumi Dinkel Drink (erhältlich** bei purenature)
  • Allos Reis Dinkel Mandel Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 1 bis 3 Euro pro Liter
Mehr Infos: Alles über Getreidemilch

Alles über Getreidemilch als Milchersatz

Hanfmilch: als Milchalternative ein Geheimtipp

Hanfmilch von der österreichischen Firma Frenkenberger
Hanfmilch von der österreichischen Firma Frenkenberger

Hanfmilch, das verheisst irgendwie psychoaktive Bewusstseinserweiterungen. Doch viele, die sich das erhofft haben, wurden enttäuscht: Hanfmilch wird aus Hanfsamen hergestellt, nicht aber aus den Blüten oder Blättern der Hanfpflanze, daher gibts hier keinen Milchrausch. In Großbritannien ist Hanfmilch weit verbreitet, bei uns ist die Milch-Alternative noch nicht sonderlich bekannt. Zu kaufen gibt es sie in manchen Bio-Läden und Reformhäusern sowie teilweise in Supermarkt-Filialen. Sie ist allerdings ziemlich teuer.

Hanfmilch enthält kaum ungesundes Fett, dafür wertvolle Omega3- Fettsäuren und pflanzliches Protein. Bio ist EcoMil, ein Hanfdrink aus Spanien, den es zum Beispiel bei Alnatura oder im Onlineshop von Veganz gibt. Nicht-Bio sind „Frenkenberger Hanfprodukte“, die keinerlei Zusatzstoffe verwenden und im Glas kommen, und „Good Hemp“ im Tetrapack.

Geschmack: Im Kaffee schmeckt Hanfmilch fast wie fettarme Kuhmilch. Man kann sie auch gut pur trinken, dann kommt ein leicht nussiges Aroma durch.

Worauf achten? Das Angebot ist derzeit noch sehr klein. Solltest du eine Auswahl vorfinden, achte auf Bio-Anbau und eine möglichst regionale Herkunft.

Beispiele:

  • EcoMil Hanfdrink ohne Zuckerzusatz (erhältlich** bei Purenature)
  • Good Hemp Milk

Preis: ca. 3 bis 6 Euro pro Liter Hanfmilch

Mehr Infos: Alles über Hanfmilch

Alles über Hanfmilch als Milchersatz

Reismilch: als Alternative zu Milch eher mau

Eigentlich ist auch Reismilch eine Getreidemilch, weil sie aber zu den beliebtesten und am weitesten verbreitetsten pflanzlicher Milchersatz-Drinks gehört, führen wir sie hier gesondert auf.

Reismilch ist reich an Kalorien und arm an Nährstoffen. Das macht sie nicht gerade zu einem empfehlenswerten Ersatz für Milch. Immerhin ist sie laktosefrei, milcheiweißfrei und auch glutenfrei, daher eignet sich Reismilch als Milchalternative vor allem für Allergiker.

Geschmack: Reismilch ist eine ziemlich dünne Milch, optisch nicht sonderlich schön, geschmacklich eher neutral mit einer süßlichen Note. Wegen der eignet sich Reismilch als Milchersatz für Süßspeisen aller Art, vom Grießbrei bis zum Kuchen. Für Kaffee empfehlen wir Reismilch eher nicht.

Worauf achten? Auch bei Reismilch unbedingt auf Bio-Erzeugung achten. Bei kleinen Kindern sollte man auf Reismilch verzichten (siehe BfR über Reisprodukte)

Beispiele:

  • Allos Reis Drink Naturell Bio
  • Provamel Reisdrink Bio (erhältlich** bei alles-vegetarisch)
  • Berief Bio Reis-Drink Natur

Preis: ca. 2 Euro pro Liter Reismilch
Mehr Infos: Alles über Reismilch

Alles über Reismilch als Milchersatz

Lupinenmilch: der Milchersatz der Zukunft?

Lupinenmilch Lupinendrink Made With Luve

Süßlupinen sind einer der Hoffnungsträger der pflanzlichen Ernährung. Sie können regional, also in Europa oder Deutschland angebaut werden. Sie enthalten viel Protein, sogar mehr als Sojabohnen. Lupinen werden daher bereits für pflanzliche Fleischersatzprodukte verwendet. Lies dazu den Beitrag Produkte aus Lupine: So vielseitig ist die regionale Soja-Alternative.

Doch auch als pflanzlicher Milchersatz kann die Lupine dienen: Die Hülsenfrüchte werden dazu getrocknet, eingeweicht, gemahlen und der Brei ausgepresst. Lupinenmilch wäre geradezu ideal, denn sie enthält weder Gluten, noch Laktose, Milcheiweiß oder Sojaproteine. Zugleich kann Lupinenmilch Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen enthalten.

Allerdings gibt es derzeit kaum Hersteller von Lupinenmilch. Uns bekannt sind nur der Made with Luve Lupinendrink, der allerdings nur einen Lupinenanteil von 2,3 Prozent hat, und der Süßlupinen-Drink Milli! Lupine der Marke Sayatoo! (Bio) mit immerhin 10 Prozent Lupinensamen.

Geschmack: Nicht wie Milch, aber relativ geschmacksneutral.

Worauf achten? Das Angebot ist derzeit zu klein, um eine echte Wahl zu haben. Solltest du eine Auswahl vorfinden, achte auf eine möglichst regionale Herkunft und möglichst wenig Inhaltsstoffe, die über das Notwendige hinausgehen. Der Made With Luve Lupinendrink ist gezuckert. Der Milli! Lupinendrink gefällt uns wegen des EU-Bio-Siegels und einer kürzeren Zutatenliste besser.

Beispiele:

  • Made with Luve Lupinen Drink Natur (erhältlich** bei alles-vegetarisch)
  • Soyatoo Milli Lupinen Drink (erhältlich** bei Vekoop)

Preis: ca. 2,50 bis 3,00 Euro pro Liter Lupinenmilch
Mehr Infos: Alles über Lupinenmilch

Alles über Lupinenmilch als Milchersatz

Erbsenmilch: hippe Alternative

Der vegane Milchersatz aus Erbsen (die übrigens gelb sind, nicht grün) ist in der Regel laktose-, gluten-, soja-, nuss- und gentechnikfrei und enthält keinerlei Milcheiweiß. 2016 startete das US-Startup Ripple Fods den Trend, seit April 2019 gibt es die Erbsenmilch auch auf den deutschen Markt.

Die Milchalternative aus Erbsen ist je nach Anbieter meist in verschiedenen Sorten zu haben, gesüßt und ungesüßt, teils auch aromatisiert (z.B. Kakao, Vanille, Kaffee von „Princess and the Pea“) oder für spezielle Zwecke (Barista Edition von „Happea“)

Geschmack: Wir haben „Princess and the Pea“ probiert und finden die Erbsenmilch etwas dickflüssig, eher wie ein Milchshake. Die einen mochten den pflanzlichen Milchersatz sehr, andere weniger – einfach mal ausprobieren, es ist ganz was anderes als zum Beispiel Hafermilch. Details im Beitrag Erbsenmilch: Anleitung und Wissenswertes zum Milchersatz.

Worauf achten? Für Erbsenmilch spricht, dass man kein Produkt aus Massentierhaltung mit Tierquälerei zu sich nimmt. Allerdings ist Erbsenmilch ein hoch verarbeitetes Produkt mit vielen Bestandteilen und Verarbeitungsschritten, deren echte Öko-Bilanz am Ende noch nicht bekannt ist. Nur „Princess and the Pea“ zeigt derzeit klar auf, dass die Erbsen aus Europa kommen.

Beispiel:

Preis: ca. 3 Euro (Princess and the Pea, Happea)
Mehr Infos: Erbsenmilch als veganer Milchersatz.

Alles über Erbsenmilch als Milchersatz

Mehr erfahren:

Übrigens: Auf Wunsch der Milchindustrie darf sich kein pflanzlicher Milchersatz „-milch“ nennen. „Die Bezeichnung ‚Milch‘ ist ausschließlich dem durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnenen Erzeugnis der normalen Eutersekretion, ohne jeglichen Zusatz oder Entzug, vorbehalten“, heißt es dazu hier.

Handel und Anbieter werden daher bei Milch-Alternativen zu Fantasienamen wie „-drink“ oder „-getränk“ gezwungen (Sonnenmilch und ähnliches darf weiterhin Milch heissen). Das gilt aber nur für die „Vermarktung“. In diesem Beitrag verwenden wir den Begriff lobbybefreit – wie ihn der normale Konsument eben auch verwendet.

Welche vegane Milchalternative nutzt ihr wofür? Welcher Milchersatz schmeckt euch – und mit welchem könnt ihr so gar nichts anfangen? Wo verwendet ihr was am liebsten? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Wie sieht das in Deutschland aus?

Sind Pflanzenmilchtrinker Exoten? Ja, das zeigte eine repräsentative Umfrage (2000 Teilnehmer) im Auftrag von TÜV SÜD vom Juni 2020.

Über die Hälfte der Befragten (57 %) konsumiert demnach aktuell keine pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchprodukten. 29 % tun dies gelegentlich oder häufig (9 %), aber nur 4 % geben an, Kuhmilch derzeit schon vollständig durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen.

Am beliebtesten sind pflanzliche Milchalternativen auf Basis von Mandeln (54 %), Hafer (48 %) und Soja (43 %). Verbraucher, die bereits heute pflanzliche Milchalternativen nutzen und ihren Konsum künftig noch ausweiten wollen, nennen dafür an erster Stelle gesundheitliche Gründe (57 %) sowie ökologische (46 %) und ethische (28 %) Motive.

Unter den 18- bis 24-jährigen ist die Bereitschaft, künftig mehr pflanzliche Milchalternativen zu konsumieren am größten, fast jeder Zweite (48 %) plant dies. Von allen Befragten gab jeder Vierte (25 %) an, den Konsum pflanzlicher Milchalternativen künftig steigern zu wollen, dabei aber weiterhin auch Milch und Milchprodukte aus Kuhmilch zu verzehren.

Für die jüngere Generation sind die gesundheitlichen Gründe weniger ausschlaggebend als für die älteren Befragten. Ökologische Gründe werden bei Personen unter 34 Jahren am häufigsten unter allen Altersgruppen angegeben. Unabhängig vom Alter der Befragten zeigt sich laut TÜV Süd, dass die neuen pflanzenbasierten Alternativen das vorhandene Angebot aus Kuhmilch zwar ergänzen, aber bei weitem nicht ersetzen.

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(218) Kommentare

  1. Ja klar, einfach Zitronensäure dazu 🙂

    Klingt fast zu einfach 🙂 Funktioniert aber. Und wenn Du das Ganze dann noch ein paar Stunden stehen lässt, dickt es sogar nach.

    1 EL Zitronensaft auf ca. 250 ml Pflanzenmilch.

  2. Es ist eine wachsende Zahl an Menschen, die auf Kuhmilch reagieren, auf das Eiweiß oder den Milchzucker. Dazu gibt es Erklärungsversuche: vor Erfindung der Säuglingsnahrungspulver war es eine Lebensnotwendigkeit, zu stillen. Dazu wurde im Notfall auch auf Ammen zurückgegriffen. Aber es wurde eben beim Tod der Mutter auch versucht mit verdünnter Milch und Getreide, diesen Verlust zu kompensieren. Seit die Säuglingsnahrung in so einfacher Form zur Verfügung steht, werden aber eben auch die Kleinsten schon mit dem Milcheiweiß der Kuh konfrontiert und auch auf dieser Basis kann eine Abwehr entstehen. Auch auf Weizen reagieren ja immer mehr Menschen allergisch.
    Das ist die persönliche Ebene, da entscheidet dann jeder für sich, ob er Medikamente nimmt, oder das Allergen vermeidet.
    Aber die zweite Dimension ist die „Dauerschwangerschaft“, in der bäuerlichen Landwirtschaft ist es nicht zu gesundheitsschädlichen Dauerschwangerschaften gekommen, weil die Bauern einen Bezug zu ihren Tieren hatten und eben der Mutterkuh eine Rekonvaleszenz zugestanden haben. Die Agrarfabriken haben diesen Bezuug nicht, dort ist das Tier Teil einer Maschinerie.
    Was mich aber noch mehr erschüttert hat, ist die Information aus dem kritischen Agrarbericht 2015 (www.kritischer-agrarbericht.de) Es werden massenhaft tächtige Kühe ins Schlachthaus gebracht und auch geschlachtet, selbst kurz vor der Geburt der Kälber und falls das Kalb noch vor der Schlachtung zur Welt kommt, darf es den Schlachthof nicht lebend verlassen.
    Das ist für mich ein wesentlicher zusätzlicher Grund, keine Milch zu trinken.
    Ich halte zwar viele Vegane Lebensmittel für ebenso kritisch, weil hier auch mit viel technischem Aufwand Fleisch- oder Käse-ähnliche Produkte hergestellt werden, kann aber den Verzicht auf die „Originale“ viel abgewinnen.

  3. „Auch auf Weizen reagieren ja immer mehr Menschen allergisch“
    Sie reagieren nicht allergisch, sondern mit einer Unverträglichkeitsreaktion.
    Das ist ein großer Unterschied.

  4. es sind genau 0,1 prozent der bevölkerung die in deutschland an zölliakie, also glutenunverträglichkeit bzw. an der schweren darmfolgeerkrankung leiden (und diese zahlen sind stabil). der übergroße rest der angeblich unter glutenunverträglichkeit leidet, ist als wissenschaftliche diagnose nicht haltbar. desweiteren ist absolut unstrittig, dass kuhmilch für kinder gesund ist. und ich verstehe überhaupt nicht, warum du von der bäuerlichen landwirtschaft in der vergangenheitsform schreibst. es gibt auch weiterhin, wenn auch immer weniger, kleine landwirtschaftliche betriebe, die man durch den kauf ihrer produkte, auch milch, käse, butter unterstützen sollte. ich kaufe nie!!! fleisch, käse oder sonstige milchprodukte aus massentierhaltung

  5. Es ist ja noch nicht mal auf dem Land (wo ich lebe), möglich von der bäuerlichen Landwirtschaft zu sprechen. Selbst die kleinen Betriebe, werden von BASF informiert und geschult und durch Werbegeschenke „bestochen“. Hier vor Ort kann ich sehen, wie häufig gespritzt wird, wieviel geodelt werden muss, weil mehr Viecher im Stall stehen, als das Land ernähren kann, weshalb mehr Stickstoff auf die kleinen Flächen ausgebracht wird, als durch Pflanzen wieder genutzt werden kann.
    Hier wächst der Schachtelhalm am Feldrain bis zu 1,50m, wie kleine Bäumchen. Die Bauern sehen ihr Überleben nur durch Biogasanlagen und ständiges Wachstum für sicher an. Da ich seit Jahren nur biologische Produkte kaufe, möglichst von regionalen Betrieben, kanne ich das Thema sehr gut. Auch rede ich nicht von Zölliakie, denn da bin ich Deiner Meinung: es wird viel zu oft davon gesprochen und die meisten haben diese schwere Erkrankung nicht. Aber unter den Neurodermitikern gibt es ebenfalls viele, die auf Kuhmilch- und Weizenprodukte mit Juckreiz und Rötungen reagieren. Wer aber durch weglassen von Weizenprodukten und Kuhmilchprodukten Beschwerdefrei wird, soll doch bitte nicht als Simulant angesehen werden.

  6. ich hab nix von simulanten geschrieben. da ich auch nur biolebensmittel kaufe, weiß ich auch sehr gut wovon ich rede und ich lebe in einer stadt und komme ursprünglich vom land und bin noch heute oft dort, kenne mich also in beiden welten ziemlich gut aus. ich bekomme ohne probleme milch und alle weiterverarbeiteten milchprodukte aus bäuerlicher landwirtschaft auf diversen bio-wochenmärkten, beim bauern direkt oder in guten biolebensmittelläden, sogar rohmilch und vorzugsmilch, quark, creme fraiche etc. und wenn man keinen wert auf bio legt, dann findet man auch im nicht-biosektor oftmals hofläden oder wochenmärkte auf denen solche produkte angeboten werden.

  7. Soja ist kein Ersatz!
    80% des Weltsoja-Anbaus kommt aus Südamerika – und dort regiert der Konzern MONSANTO

    Kann mir nicht vorstellen, dass man so etwas ernsthaft in Erwägung zieht!

  8. Da gibt es aber viel mehr Alternativen, als Sojamilch, zumal diese einen starken Bohnengschmack hat, der in den meisten Produkten dann mit Zucker und Vanille überdeckt wird.
    Wenn man keine Nußmilch (Hasel-, Mandel- oder Cashewmilch) herstellen möchte, gibt esdie Möglichkeit, beim Kochen ein Löffel Nußmus zuzugeben, mit Wasser dann ein Sahneähnlicher Ersatz. Für viele Anwendungen sind die Getreidegetränke Reis- Hafer- und Dinkelmilch ausgezeichtnet geeignet und lecker.

  9. Ich nehm am liebsten Cashewkerne oder Mandeln.
    Jeweils im Verhältnis 1:4 (100g Mandeln 400g Wasser) im Mixer kräftig pürrieren.
    Wenn ich es nicht so sahnig haben möchte, gleich 600g Wasser.

  10. Diese ganzen Milchersatzprodukte sind doch sehr stark verarbeitete Lebensmittel. Da ist nichts Natürliches mehr drin. Nein, danke. Dann doch lieber die richtige Milch von einer richtigen Kuh aus dem Nachbardorf und damit Quark, Joghurt, Käse, ……. zu Hause selbst machen. Direkter geht es nicht. Wenn WIR das mehr nachfragen würden, gäbe es auch mehr Kühe/Ziegen/Schafe, die nicht industriell gehalten werden. Bei vielen biologisch arbeitende Milchviehbetrieben habe ich das kalte Grausen bekommen, als ich die Tiere gesehen habe. Nochmal: Nein, Danke.

  11. Dein Ansatz ist super – ich fände es auch toll, Milch direkt vom Bio-Bauern zu bekommen bei dem ich wüsste, dass die Kühe es gut haben und auch Kuh sein dürfen – inkl. draussen sein, Kälbchen groß ziehen etc.
    Leider haben wahrscheinlich nicht wirklich viele Menschen diese Möglichkeit…

  12. den ansatz kann man ganz leicht umsetzen in dem du milch von demeter kaufst. da hast du eine fast 100 % ige garantie, dass die kühe gut gehalten werden.

  13. Das ist ja der Fehler, ich mache das selbst. Meine Mutter hat auch in den 60iger Jahren für meine Schwester Hafermilch hergestellt: Die feinen Haferflocken wurden solange in viel Wasser gekocht, bis man die „Milch“ durch ein Sieb streichen konnte.
    Gerade Hafer hat viel Eiweiss und Fett.

  14. Soja für den menschlichen Verzehr hat normalerweise nichts mit südamerikanischer Soja von Monsanto zu tun, für die auch noch der Regenwald gerodet wird und deren Pestizide die Bevölkerung vergiften. Diese Pflanzen sind vor allem für die Tiermast vorgesehen. Gerade in Bio Produkten wird in der Regel einheimische oder wenigstens europäische Soja verwendet. Um genmanipulierte Produkte muss man sich dann auch nicht mehr sorgen.

  15. kanada sollte man da allerdings nicht vergessen, von dort wird ebenfalls soja importiert, was den ökologischen fussabdruck ein wenig schlechter aussehen lässt. der anteil von deutschem soja ist verschwindet gering, da die klimatischen verhältnisse in deutschland so sind, das soja nur im süden und der rheinschiene angebaut werden kann.

  16. Ich trinke seit meinem 3. Lebensjahr frische Vollmilch. Zum Müsli, zu Corn Flakes und zu Haferflocken. Immer kalt, nie künstlich aufbereitet. Ist mir immer gut bekommen, seit über 50 Jahren! Leider wird es immer schwieriger „richtige“ Frischmilch zu erhalten. War es früher die H-Milch, ist es jetzt die „längerfrische“. Leider auch bei den Bioprodukten!

  17. Ja geht mir genauso, daß es immer schwieriger ist, solche Milch zu bekommen.

    In dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin, war Roh-Milch für die Bauernkinder ein Grundnahrungsmittel, daß es zu allen Mahlzeiten gab, als Süßmilch und als Sauermilch.

    Neurodermitis, Allergien und Unverträglichkeiten waren vollkommen unbekannt und sind es unter meinen Altersgenossen, die ähnlich aufgewachsen sind, noch heute.
    (Gleiche Altersgruppe wie Du. ;-))

  18. Leider wird bei dem ganzen ja immer vergessen, dass Soja in DE zu den Hauptallergenen gehört! Es gibt sicher genauso viele Menschen die auch Milch nicht gut vertragen (und es trotzdem trinken), aber bei Soja ist man sich erstens nicht sicher ob es Krebs auslösen kann (wegen den pflanzlichen Östrogenen, bei Milch ist man sich sicher!) und ob es nicht dazu führt, dass man weitere Allergien entwickelt, oder zumindest eine Soja-Allergie. Soja-Allergien sind in den letzen Jahren rapide angestiegen. Und sie treten vor Allem als Kreuzallergie auf (Birkenpollen, Nüsse…). Ich esse dann doch lieber was, was hier heimisch ist oder halte mich an Reismilch. Eine echte Alternative zu Milch gibt es m.M. nach nicht!

  19. @Tuermchen-eine Frage dazu:

    ..“Es gibt sicher genauso viele Menschen die auch Milch nicht gut vertragen (und es trotzdem trinken)“..

    Warum sollte ein Mensch Nahrungsmittel zu sich nehmen, die er nicht verträgt?

  20. Das frage ich mich auch dauernd. Aber ich kenne sehr viele Menschen die konstant Blähungen haben ohne es zu merken. Oder gar Bauchschmerzen. Dann wird ein bisschen herumgemurrt und das war’s dann. Hat bei mir übrigens auch etwas gedauert bis ich begriffen hatte, dass das nicht der Normalzustand ist! Was man nie gefühlt hat, kann man auch nicht vermissen, denke ich. Natürlich heißt das nicht, dass alle diese Leute keine Milch vertragen. Aber getestet wird das beim Arzt zum Beispiel nicht. Da wird Laktoseintoleranz getestet. Das ist alles.

  21. Ich meinte damit, dass jeder Mensch durchaus individuell dazu in der Lage sein sollte, für sich zu entscheiden, welches Lebensmittel ihm bekommt-oder eben nicht.

    Dein Zitat:
    ->Aber ich kenne sehr viele Menschen die konstant Blähungen haben ohne es zu merken. Oder gar Bauchschmerzen.-< Da sie es "nicht merken", scheint es keine Beeinträchtigung ihres eigenen körperlichen Wohlbefindens zu sein. Die Blähungen und die Angabe eines "Bauchschmerzes" kann soviele Ursachen haben: daraus auf eine Kuhmilchunverträglichkeit zu schließen, halte ich für sehr gewagt.

  22. Ich nehme immer Hanfmilch, die ist so einfach herzustellen:
    200ml Wasser, 2 EL geschälte Hanfsamen, 3 Datteln,
    ab in den Mixer, fertig ! Super lecker und gesund !